Schülermitverwaltung

Rechtsgrundlage: § 58 SchUG. Siehe auch „Schülervertretung" und „Schulgemeinschaftsausschuss".

  • Die Schüler einer Schule haben das Recht der Schülermitverwaltung in Form der Vertretung ihrer Interessen und der Mitgestaltung des Schullebens. Die Schüler haben sich bei dieser Tätigkeit von der Aufgabe der österreichischen Schule (§ 2 SchOG) leiten zu lassen.
  • Im Rahmen der Interessenvertretung gegenüber den Lehrern, dem Schulleiter und den Schulbehörden stehen den Schülervertretern Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte zu. Die Mitwirkungsrechte sind
    • das Recht auf Anhörung,
    • das Recht auf Information über alle Angelegenheiten, die die Schüler allgemein betreffen,
    • das Recht auf Abgabe von Vorschlägen und Stellungnahmen,
    • das Recht auf Teilnahme an Lehrerkonferenzen, ausgenommen Beratungen und Beschlussfassungen über Angelegenheiten der Leistungsbeurteilung einzelner Schüler und des § 20 Abs. 6 (Beurteilungskonferenz), §25 (Aufsteigen bzw. Wiederholen von Schulstufen), § 31b (Einstufung in Leistungsgruppen) und des § 31c SchUG (Umstufung in höhere und niedrigere Leistungsgruppen) sowie über dienstrechtliche Angelegenheiten der Lehrer und ausgenommen die Teilnahme an Lehrerkonferenzen zur Wahl von Lehrervertretern, (ab der 9. Schulstufe)
    • das Recht auf Mitsprache bei der Gestaltung des Unterrichtes im Rahmen des Lehrplanes,
    • das Recht auf Beteiligung an der Wahl der Unterrichtsmittel.
  • Die Mitbestimmungsrechte (ab der 9. Schulstufe) sind
    • das Recht auf Mitentscheidung bei der Anwendung von Erziehungsmitteln gemäß § 47 Abs. 2 SchUG (Versetzung in eine Parallelklasse, Androhung des Ausschlusses),
    • das Recht auf Mitentscheidung bei der Antragstellung auf Ausschluss eines Schülers;
    • das Recht auf Mitentscheidung bei der Festlegung von Unterrichtsmitteln.
  • Im Rahmen der Mitgestaltung haben die Schüler gemeinsam jene Aufgaben wahrzunehmen, die über die Mitarbeit des einzelnen Schülers hinausreichen. Als solche kommen Vorhaben in Betracht, die der politischen, staatsbürgerlichen und kulturellen Bildung der Schüler im Sinne demo
    kratischer Grundsätze dienen, ihr soziales Verhalten entwickeln und festigen und ihren Neigungen entsprechende Betätigungsmöglichkeiten in der Freizeit bieten.
  • Veranstaltungen der Schülermitverwaltung unterliegen nicht der Aufsichtspflicht des Lehrers (des Schulleiters). Die Befugnis der Lehrer (des Schulleiters), an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, wird davon nicht berührt.
  • Die Schulleiter haben die Tätigkeit der Schülervertreter zu unterstützen und zu fördern.
  • Weitere Rechte werden im Rahmen des Schulgemeinschaftsausschusses (siehe dort) wahrgenommen.

(Zuletzt aktualisiert: Dezember 2019)


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