Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe im Schuljahr 2019/20

Rechtsgrundlage:  Verordnung des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung zur Bewältigung der COVID-19 Folgen im Schulwesen für die Schuljahre 2019/20 und 2020/21 (C-SchVO) BGBl. II Nr. 208/2020; BGBl. II Nr. 248/2020ministerielles Informationsschreiben (GZ. 2020-0.309.256) vom 20. Mai 2020; Umsetzung des Etappenplans für Schulen vom 7. Mai 2020

Kurzüberblick:

  • Abweichend von den Bestimmungen der §§ 20 Abs. 1 bis 5, 22 und 25 Abs. 2 und 3 SchUG ist bei der Beurteilung von Unterrichtsgegenständen des Schuljahres 2019/20 mit Nicht genügend die Berechtigung zum Aufsteigen zu vermerken. Bei einem Nicht genügend ist eine Entscheidung der Klassenkonferenz nicht erforderlich. Bei mehr als einem Nicht genügend bedarf der Vermerk der Zustimmung der Klassenkonferenz. Schülerinnen und Schüler dürfen jedenfalls bis zu zwei Wiederholungsprüfungen ablegen.
  • Jahreszeugnis mit:
    • einem Nicht genügend:
      automatisches Aufsteigen (gilt auch für den Fall, dass z.B. im Vorjahr in diesem Gegenstand die „Aufstiegsklausel“ gegeben wurde); Wiederholungsprüfung wird dringend empfohlen, da die Aufstiegsklausel im nächsten Schuljahr als „verbraucht“ gilt
    • zwei Nicht genügend:
      Klassenkonferenz stimmt ab. Wird die „Aufstiegsklausel“ nicht erteilt, dürfen jedenfalls zwei Wiederholungsprüfungen abgelegt werden; Ist nur eine von beiden positiv, gilt „automatisches Aufsteigen“ mit einem Nicht genügend.
    • mehr als zwei Nicht genügend:
      Klassenkonferenz stimmt ab. Bei Nichterteilen der „Aufstiegsklausel“, dürfen jedenfalls zwei Wiederholungsprüfungen abgelegt werden. Für den Fall, dass ein Nicht genügend übrig bleibt, gilt „automatisches Aufsteigen“ mit einem Nicht genügend.

Im Detail:

  • Mit der C-SchVO wird das Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe mit einem Nicht genügend ohne Entscheidung der Klassenkonferenz ermöglicht. Bei mehr als einem Nicht genügend bedarf der Vermerk betreffend die Berechtigung zum Aufsteigen der Zustimmung der Klassenkonferenz; das heißt, es ist eine Entscheidung der Klassenkonferenz erforderlich. § 3 Abs. 1 Z 2 lit. a der Zeugnisformularverordung („Er/Sie ist gemäß § 25 des Schulunterrichtsgesetzes zum Aufsteigen in ........ berechtigt.“) ist anzuwenden.
  • Die Klassenkonferenz hat auch in diesem Fall eine „Leistungsprognose“ zu erstellen. Dabei ist davon auszugehen, dass das Aufholen von Lernrückständen in einem negativ beurteilten Pflichtgegenstand Leistungsreserven bindet. Inwiefern im Falle von mehr als zwei Nicht genügend Leistungsreserven vorhanden sind, erfordert jeweils eine auf den Einzelfall bezogene pädagogische Prüfung. Kommt die Klassenkonferenz mehrheitlich zum Schluss, dass in allen positiv beurteilten Pflichtgegenständen ausreichend Leistungsreserven vorhanden sind, die es ermöglichen, den lehrplanmäßigen Anforderungen der nächsthöheren Schulstufe zu entsprechen, ist die „Aufstiegsklausel“ zu erteilen. 

Fallbeispiele:

  • Sollte eine Schülerin bzw. ein Schüler bereits im Schuljahr 2018/19 (mit einem Nicht genügend) eine „Aufstiegsklausel“ erhalten haben, steht dies einer neuerlichen Berechtigung zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe im Schuljahr 2019/20 nicht entgegen, auch wenn es sich um denselben Pflichtgegenstand handelt.
  • Sollte eine Schülerin bzw. ein Schüler im Schuljahr 2018/19 eine „Aufstiegsklausel“ erhalten haben und im Schuljahr 2019/20 mehr als ein Nicht genügend haben, steht dies einer neuerlichen Berechtigung zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe im Schuljahr 2019/20 nicht entgegen, wenn die Klassen- bzw. Schulkonferenz über die Berechtigung zum Aufstieg in die nächsthöhere Schulstufe entsprechend entscheidet.
  • Sollte eine Schülerin bzw. ein Schüler im Schuljahr 2019/20 ein Nicht genügend in einem Pflichtgegenstand haben, der in einer  höheren Schulstufe nicht mehr vorgesehen ist, steht dies einer Berechtigung zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe im Schuljahr 2019/20 ebenfalls nicht entgegen.
  • Es empfiehlt sich auf jeden Fall der Antritt zu einer oder zwei Wiederholungsprüfung(en), da bei positiver Absolvierung der Schülerin/dem Schüler im Schuljahr 2020/21 die „Aufstiegsklausel“ in demselben Pflichtgegenstand – nach Entscheid der Konferenz – wiederum erteilt werden kann. [Im Schuljahr 2020/21 kommt wieder regulär § 25 Abs. 2 SchUG (Aufsteigen mit Nicht genügend) zur Anwendung]
  • Für den Fall, dass das Jahreszeugnis einer Schülerin bzw. eines Schülers drei oder mehr negative Beurteilungen aufweist und die „Aufstiegsklausel“ erteilt wurde, ist die Schülerin bzw. der Schüler berechtigt, in zwei der negativ beurteilten Unterrichtsgegenstände zur Wiederholungsprüfung anzutreten. In welchen Unterrichtsgegenständen dieser Antritt erfolgt, obliegt der Entscheidung der Schülerin bzw. des Schülers. Nach einer allfälligen Ablegung von Wiederholungsprüfungen verbleibende negative Beurteilungen stehen einer „Aufstiegsklausel“ im Schuljahr 2020/21 entgegen, außer es bleibt nur ein Nicht genügend übrig und im Schuljahr 2020/21 wird dieser Unterrichtsgegenstand positiv beurteilt.
  • Generell gilt: Die Aufnahmevoraussetzungen für die Schularten bleiben unverändert.

Aufsteigen nach fremdsprachigem Schulbesuch im Ausland

  • Der Entscheidung gemäß § 25 Abs. 9 SchUG ist der zu Beginn des fremdsprachigen Schulbesuches im Ausland geplante Zeitraum zugrunde zu legen, wenn der Schulbesuch im Ausland aufgrund der COVID-19 Pandemie vorzeitig beendet wurde.

Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe in NOST-Schulen

  • Die Regelungen betreffend das Aufsteigen in der neuen Oberstufe (NOST) erfahren durch die C-SchVO grundsätzlich keine Änderung, jedoch wurde eine Fristerstreckung für die Ablegung von Semesterprüfungen des Schuljahres 2018/19 sowie für die Möglichkeit einer Schulstufenwiederholung festgelegt:
    • Semesterprüfungen des Schuljahres 2018/19: gemäß § 23 Z 3 und § 29 Z 3 C-SchVO können Schüler/innen mit Nicht genügend Nichtbeurteilungen aus dem Sommersemester des Schuljahres 2018/19 bis spätestens 30. November 2020 Semesterprüfungen inkl. allfälliger Wiederholungen ablegen. Erfolgt die Ablegung der Semesterprüfungen nicht bis 30. November 2020, ist eine weitere Ablegung gemäß § 23a Abs. 3 SchUG erst zwischen der Beurteilungskonferenz der letzten Schulstufe und dem Beginn der Klausurprüfung oder an den entsprechenden Wiederholungsprüfungstagen zulässig (= „Parkplatzprüfung“).
    • Möglichkeit einer Schulstufenwiederholung: Schüler/innen mit mehr als zwei Nicht Genügend bzw. Nichtbeurteilungen aus dem Winter- und Sommersemester des Schuljahres 2019/20 dürfen gemäß § 23 Z 3 und § 29 Z 3 C-SchVO iVm § 25 Abs. 10 SchUG (mit positivem Beschluss der Klassenkonferenz) in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen. In diesem Fall haben die Schüler/innen ebenfalls bis spätestens 30. November 2020 die Möglichkeit, Semesterprüfungen abzulegen, um sich die negativen Noten auszubessern. Bei negativer Beurteilung der Semesterprüfungen inkl. allfälliger Wiederholungen bis zum 30. November 2020 muss die Schulstufe wiederholt werden. Allfällige bereits geplante Gruppenteilungen der unteren Klassen müssen schulorganisatorisch gelöst werden.
  • Schüler/innen mit insgesamt zwei Nicht Genügend bzw. Nichtbeurteilungen aus dem Winter- und Sommersemester des Schuljahres 2019/20 dürfen wie bisher gemäß § 25 Abs. 10 SchUG (ohne Beschluss der Klassenkonferenz) in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen.

(Stand: Juni 2020)


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