Schulzeitgesetz

Rechtsgrundlage: Schulzeitgesetz (SchZG). Siehe auch „Ferienordnung"

a) Regelungsbereiche:

  • Das Schulzeitgesetz 1985 (SchZG) ist eine grundlegende Rechtsnorm für das Schulwesen. Es regelt folgende Bereiche:
    - Schuljahr (Unterrichtszeit, unterrichtsfreie Zeit, Semestereinteilung);
    - Schultag (Unterrichtszeit im Rahmen des Schultages);
    - Unterrichtsstunden und Pausen;
    - Sonderbestimmungen für einzelne Schularten;
    - Schulversuche;
    - Kundmachung von Verordnungen;
    - Grundsätze für APS;
    - Grundsätze für Berufsschulen;
    - Befreiung vom Schulbesuch aus religiösen Gründen;
    - Beendigung der allgemeinen Schulpflicht.
  • Keine Angelegenheit des Schulzeitgesetzes, sondern eine der Lehrpläne ist die Festlegung der wöchentlichen Gesamtstundenzahl und des wöchentlichen Stundenausmaßes der einzelnen Unterrichtsgegenstände in den Stundentafeln für die einzelnen Schularten.
  • Wenn Schulen im organisatorischen Verbund mit anderen Schulen als Schulcluster geführt werden, dann ist im Folgenden unter Schulleiter der Leiter des Schulclusters zu verstehen, der bestimmte Angelegenheiten im Einzelfall allenfalls bestellten Bereichsleitern der am Schulcluster beteiligten Schulen übertragen kann.

b) Schuljahr:

  • Das Schuljahr beginnt in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Wien am ersten Montag (frühestens am 1. September, spätestens am 7. September), in den Bundesländern Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg am zweiten Montag im September (frühestens am 8. September, spätestens am 14. September) und dauert bis zum Beginn des nächsten Schuljahres.
  • Das Schuljahr besteht aus dem Unterrichtsjahr und den Hauptferien.
  • Das Unterrichtsjahr umfasst
    1. das erste Semester, welches mit dem Schuljahr beginnt und mit dem Anfang der Semesterferien endet;
    2. die Semesterferien in der Dauer einer Woche, welche in den Bundesländern Niederösterreich und Wien am ersten Montag im Februar (frühestens am 1. und spätestens am 7. Februar), in den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg am zweiten Montag im Februar (frühestens am 8. und spätestens am 14. Februar) und in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark am dritten Montag im Februar (frühestens am 15. und spätestens am 21. Februar) beginnen;
    3. das zweite Semester, welches an dem den Semesterferien folgenden Montag beginnt und mit dem Beginn der Hauptferien endet; für die letzte Stufe von Schulen, in welchen Reife-, Diplom-, Befähigungs- oder Abschlussprüfungen vorgesehen sind, endet das zweite Semester mit dem Sonntag vor dem Beginn der Klausurprüfung.
  • Abweichend von lit. b kann der zuständige Bundesminister, wenn die Bildungsdirektion und das Land aus fremdenverkehrspolitischen Gründen gleichlautende Anträge stellen, durch Verordnung den Beginn der Semesterferien um eine Wocheverlegen, sofern verkehrspolitische Gründe oder überregionale Interessen nicht entgegenstehen. Eine solche Verordnung ist vor Beginn des Kalenderjahres zu erlassen, das den Semesterferien vorangeht.
  • Die Hauptferien beginnen in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Wien an dem Samstag, der frühestens auf den 28. Juni und spätestens auf den 4. Juli fällt, in den Bundesländern Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg an dem Samstag, der frühestens auf den 5. Juli und spätestens auf den 11. Juli fällt; sie enden mit dem Beginn des nächsten Schuljahres.

c) Schulfreie Tage:

  • Alle Tage des Unterrichtsjahres, die nicht nach den folgenden Bestimmungen schulfrei sind, sind Schultage.
  • Schulfrei sind die folgenden Tage des Unterrichtsjahres:
    1. die Samstage (ausgenommen in der Oberstufe der AHS, in den BMHS);
    2. die Sonntage und gesetzlichen Feiertage, der Allerseelentag, in jedem Bundesland der Festtag des Landespatrons sowie der Landesfeiertag, wenn ein solcher in dem betreffenden Bundesland arbeitsfrei begangen wird;
    3. die Tage vom 24. Dezember bis einschließlich 6. Jänner (Weihnachtsferien); der 23. Dezember, sofern er auf einen Montag fällt; überdies können der 23. Dezember sowie der 7. Jänner, wenn es für einzelne Schulen aus Gründen der Ab- oder Anreise der Schüler zweckmäßig ist, von der zuständigen Schulbehörde durch Verordnung schulfrei erklärt werden;
    4. der einem gemäß Z 1 oder 2 schulfreien Freitag unmittelbar folgende Samstag;
    5. die Tage vom Montag bis einschließlich Samstag der Semesterferien;
    6. die Tage vom Samstag vor dem Palmsonntag bis einschließlich Ostermontag (Osterferien);
    7. die Tage vom Samstag vor bis einschließlich Pfingstmontag (Pfingstferien);
    8. die Tage vom 27. Oktober bis einschließlich 31. Oktober (Herbstferien).
  • Als gesetzliche Feiertage gelten gem. § 1 Abs. 1 Feiertagsruhegesetz folgende Tage: 1. Jänner (Neujahr), 6. Jänner (Heilige Drei Könige), Ostermontag, 1. Mai (Staatsfeiertag), Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 15. August (Mariä Himmelfahrt), 26. Oktober (Nationalfeiertag), 1. November (Allerheiligen), 8. Dezember (Mariä Empfängnis), 25. Dezember (Weihnachten) und 26. Dezember (Stephanstag).
  • Die Landesfeiertage:
    - 24. September, HI. Rupert (Rupertitag) in Salzburg
    - 11. November, HI. Martin (Martinstag, Martinitag) im Burgenland
    - 15. November, HI. Leopold (Leopolditag) in Niederösterreich, Wien
    - 19. März, HI. Josef (Josefitag) in Kärnten, Steiermark, Tirol, Vorarlberg
    - 4. Mai, HI. Florian (Florianitag) in Oberösterreich
  • Autonome Tage: Aus Anlässen des schulischen oder sonstigen öffentlichen Lebens kann das Schulforum bzw. der SGA in jedem Unterrichtsjahr,
    1. in dem der 26. Oktober auf einen Sonntag fällt, höchstens zwei Tage,
    2. in dem der 26. Oktober auf einen Montag oder einen Samstag fällt, höchstens drei Tage und
    3. in dem der 26. Oktober auf einen anderen als in Z 1 und 2 genannten Wochentag fällt, höchstens vier Tageschulfrei erklären.
  • Bei der Beschlussfassung in den genannten Gremien hat der Schulleiter Stimmrecht. Ferner kann die zuständige Schulbehörde in besonderen Fällen des schulischen oder sonstigen öffentlichen Lebens einen weiteren Tag durch Verordnung schulfrei erklären. Für nicht an einem Schulcluster beteiligte öffentliche Praxisschulen sowie jene mit Unterund Oberstufe geführten AHS, an denen für alle Klassen und Schulstufen der Samstag schulfrei ist, kann die zuständige Schulbehörde, im Fall der Zuständigkeit einer Bildungsdirektion nach Befassung des bei ihr eingerichteten Ständigen Beirates, zwei zwischen unterrichtsfreie Tage fallende Schultage in jedem Unterrichtsjahr durch Verordnung schulfrei erklären. Diese schulfrei erklärten Tage vermindern die im ersten Satz für die Schulfreierklärung vorgesehenen Tage. Verordnungen gemäß dem vierten Satz sind bis spätestens 30. September des vorangehenden Schuljahres zu erlassen.
  • Aus zwingenden schulorganisatorischen oder im öffentlichen Interesse gelegenen Gründen kann die zuständige Schulbehörde mit Verordnung für einzelne Schulen oder Schularten den Entfall der Herbstferien festlegen. Wird dies festgelegt, sind für die entsprechende Schule oder Schulart der Dienstag nach Ostern sowie der Dienstag nach Pfingsten schulfrei und beträgt die Anzahl der vom Schulforum bzw. SGA als schulfrei erklärbaren Tage fünf. Verordnungen gemäß dem ersten Satz sind bis spätestens 30. September des vorangehenden Schuljahres zu erlassen.
  • Kommissionelle Prüfungen: Wenn die für die Durchführung von kommissionellen Prüfungen notwendige Anzahl von aufeinanderfolgenden Schultagen in der in Betracht kommenden Zeit des Unterrichtsjahres nicht zur Verfügung steht oder die Durchführung solcher Prüfungen den Unterrichtsbetrieb wesentlich erschwert, können diese Prüfungen auch an sonst schulfreien Tagen - ausgenommen die Sonntage und gesetzlichen Feiertage, der Allerseelentag, in jedem Bundesland der Festtag des Landespatrons sowie der Landesfeiertag, wenn ein solcher in dem betreffenden Bundesland arbeitsfrei begangen wird, der 24. und der 31. Dezember und die letzten drei Tage der Karwoche - abgehalten werden.
  • Sonstige Gründe: Bei Unbenützbarkeit des Schulgebäudes, in Katastrophenfällen und aus sonstigen zwingenden oder aus im öffentlichen Interesse gelegenen Gründen kann die zuständige Schulbehörde höchstens drei Tage oder der zuständige Bundesminister die unumgänglich notwendige Zeit durch Verordnung schulfrei erklären. Hiebei ist zu verordnen, dass die über sechs hinausgehenden schulfreien Tage durch Verringerung der in § 2 Abs. 2, 4, 5 und 8 SchZG vorgesehenen schulfreien Tage - ausgenommen die Sonntage und gesetzlichen Feiertage, der Allerseelentag, in jedem Bundesland der Festtag des Landespatrons sowie der Landesfeiertag, wenn ein solcher in dem betreffenden Bundesland arbeitsfrei begangen wird, der 24. und 31. Dezember und die letzten drei Tage der Karwoche - einzubringen sind, wobei die ersten sechs Tage in die Einbringung einbezogen werden können; die Hauptferien dürfen jedoch zu diesem Zweck um nicht mehr als zwei Wochen verkürzt werden. Ist die Zahl der schulfrei erklärten Tage sechs oder weniger, so kann die nach dem ersten Satz dieses Absatzes zuständige Behörde eine derartige Verfügung treffen.
  • Fünftagewoche: An Schulen, an denen der Samstag schulfrei ist, kann der Schulleiter auf Grund besonderer regionaler oder schulischer Erfordernisse den Samstag für die gesamte Schule, einzelne Schulstufen oder einzelne Klassen zum Schultag erklären. An Schulen, an denen der Samstag ein Schultag ist, kann der Schulleiter auf Grund regionaler Erfordernisse den Samstag für die gesamte Schule, einzelne Schulstufen oder einzelne Klassen schulfrei erklären. Diese Entscheidungen bedürfen des Einvernehmens mit dem Klassen- oder Schulforum bzw. dem SGA.

d) Schultag:

  • Die durch den Lehrplan bestimmte Gesamtwochenstundenzahl ist vom Schulleiter möglichst gleichmäßig auf die einzelnen Tage der Woche aufzuteilen, wobei in den Lehrplänen unter Bedachtnahme auf die Art des Unterrichtsgegenstandes pädagogisch zweckmäßige Blockungen und darüber hinausgehend schulautonome Gestaltungsmöglichkeiten vorzusehen sind. Die Zahl der Unterrichtsstunden an einem Schultag darf einschließlich der Freigegenstände für Schüler der 5. bis 8. Schulstufe höchstens acht, für Schüler ab der 9. Schulstufe höchstens zehn betragen.
  • Der Unterricht darf in der Regel nicht vor 8.00 Uhr beginnen. Eine Vorverlegung des Unterrichtsbeginnes auf frühestens 7.00 Uhr durch das Schulforum bzw. den SGA ist zulässig, wenn dies mit Rücksicht auf Fahrschüler oder aus anderen wichtigen Gründen, die durch die Stundenplangestaltung nicht beseitigt werden können, notwendig ist. Bei der Beschlussfassung in den genannten Gremien hat der Schulleiter Stimmrecht. Der Unterricht darf nicht länger als bis 18.00 Uhr, ab der 9. Schulstufe nicht länger als bis 19.00 Uhr dauern. Am Samstag darf der Unterricht längstens bis 12.45 Uhr dauern.
  • An BMHS kann der SGA festlegen, dass davon abweichend der Unterricht im Hinblick auf pädagogische Erfordernisse (z. B. praktischer Unterricht, Projekte, Projektunterricht) an allen oder einzelnen Schultagen vor 7.00 Uhr beginnt und nach 19.00 Uhr endet. Bei der Beschlussfassung hat der Schulleiter Stimmrecht.
  • Der Schulleiter kann nach den beruflichen Erfordernissen der Erziehungsberechtigten und nach infrastrukturellen Gegebenheiten vorsehen, dass vor Beginn des Unterrichts und nach dem Ende des Unterrichts sowie an den schulautonomen Tagen eine Beaufsichtigung von Schülern in der Schule durch geeignete Personen gern. § 44a SchUG erfolgt.

e) Unterrichtsstunden und Pausen:

  • Eine Unterrichtsstunde hat 50 Minuten zu dauern. Aus Gründen der pädagogischen Zweckmäßigkeit oder aus organisatorischen Gründen kann die Unterrichtsstunde in der Dauer von 50 Minuten durch den Schulleiter für einzelne oder alle Unterrichtsgegenstände an einzelnen oder allen Unterrichtstagen unter Beachtung der lehrplanmäßig vorgesehenen Wochenstundenzahl in den einzelnen Unterrichtsgegenständen auch als Unterrichtseinheit mit weniger oder mit mehr als 50 Minuten festgelegt werden.

 (wird fortgesetzt)

(Zuletzt aktualisiert: Oktober 2020)


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