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Zitate

Medien-Zitate ab 1. Februar 2019

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Anteil der 11- bis 15-Jährigen, die nach eigener Angabe in den letzten Monaten mindestens zweimal in der Schule Opfer von „bullying“ waren (Stand 2013/14)

Niederlande:
Deutschland:
Finnland:
EU-Durchschnitt:
Frankreich:
England:
Österreich:
22 %
23 %
28 %
28 %
29 %
32 %
36 %
OECD (Hrsg.), „Health at a Glance: Europe 2018“ (2018), Figure 1.10.

Mobbing allgegenwärtig:

„Wir leben in einer Zeit, in der jeder der Coolste, Schönste oder Tollste sein will. Das macht Druck. Ein Weg, sich selbst zu stärken, ist, andere schlechter darzustellen. […] Es trifft oft Kinder, die vielleicht etwas anders aussehen, sich ein bisschen schwerer tun, vielleicht etwas dicker sind, etwas anderes anziehen oder anders sprechen. […] Es spielt sich wirklich in allen Klassen in Österreich ab, beginnend bei der Volksschule. Cybermobbing ist Standardthema.“
Dr. Ursula Gottweis, Psychotherapeutin, NEWS online am 25. Februar 2019

„Eine zunehmend seltenere Erfahrung“:

„Dass auf ein regelverletzendes Verhalten eine spürbare Konsequenz erfolgt, wird für viele junge Menschen heutzutage eine zunehmend seltenere Erfahrung.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 50

Die pädagogische Mitte entdecken!

„Zwischen Hilflosigkeit gegenüber Schüleraggression und dem düsteren Karzer vergangener Epochen müsste es doch Möglichkeiten geben, Missetäterinnen und Missetäter spüren zu lassen, dass Fehlverhalten nicht akzeptiert wird und Konsequenzen nach sich zieht!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Die 5 OECD-Staaten, in denen die meisten SchuldirektorInnen physische und psychische Gewalt unter SchülerInnen als Hindernis für den Unterrichtserfolg wahrnehmen (Stand 2015)

  1. Niederlande
  2. Belgien
  3. Finnland
  4. Deutschland
  5. Österreich
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), Table II.3.12

Die Wahrheit hinter den Fassaden des Schönredens:

„Immer stärker sind die erzieherischen Voraussetzungen erst zu legen, damit Unterricht überhaupt stattfinden kann. Dass in der Folge das erreichbare fachliche Niveau zunehmend sinkt, will zwar in der Bildungspolitik niemand zugeben, ist aber unübersehbar.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 15f

Startvorteil der Mädchen:

„Boys get roughly the same academic return to social and behavioral skills as their female peers, but girls begin school with more advanced social and behavioral skills and their skill advantage grows over time.“
Univ.-Prof. Dr. Thomas A. DiPrete u. a., „Social and behavioral skills and the gender gap in early educational achievement“ (2011)

Bildung ist mehr:

„Zwei nicht-kognitive Persönlichkeitsmerkmale, die auf den späteren Lebenserfolg (Beruf, Partnerschaft etc.) und die optimale Potenzialentfaltung nachweislich wesentlichen Einfluss haben, sind Selbstkontrolle und Durchhaltevermögen.“
Mag. Florian Schmid. In: özbf (Hrsg.), „begabt & exzellent“, Ausgabe 2, 2018, S. 5

„Non-cognitive skills“ hochrelevant:

„Non-cognitive skills such as patience, self-control and conscientiousness, and preference parameters such as attitudes towards risk have been shown to be highly predictive of outcomes ranging from educational attainment, occupational and financial success to criminal activity and health outcomes. […] In fact, the predictive power of non-cognitive skills appears to rival that of cognitive skills.“
Univ.-Prof. Dr. Sule Alan u. a., „Ever Failed, Try Again, Succeed Better“ (2016), S. 2

Schluss mit dem Verdrängen!

„Das Problem Aggression von Schülern gegenüber Lehrern wird noch viel zu oft tabuisiert.“
Gerhard Seier, Vorsitzender der GÖD Tirol, Tiroler Tageszeitung online am 17. März 2019

„Accountability“ kostet Bildung:

„Over the last few decades, the proportion of students receiving arts education has shrunk drastically. This trend is primarily attributable to the expansion of standardized-test-based accountability, which has pressured schools to focus resources on tested subjects. As the saying goes, what gets measured gets done.“
www.brookings.edu am 12. Februar 2019

Dramatischer Kollateralschaden:

„Dass mit PISA verschärft über Bildung debattiert wurde, mag ja gut gewesen sein. Aber der Kollateralschaden der Fixierung auf PISA war eine dramatische Verarmung des Bildungsverständnisses. Bildung oder das, was man dafür halten soll, wurde auf das Messbare und auf das hohle Geschwafel um Kompetenzen reduziert.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Das Gymnasium in Bayern“ vom Juli/August 2017, S. 15

Mündigkeit des Individuums:

„Alle Kenntnisse, alle Fähigkeiten, die im Zuge eines Bildungsprozesses angeeignet, erworben, geübt und weiterentwickelt werden, dienen nicht nur der Eingliederung eines Menschen in eine vorgegebene Welt, sondern sind auch Vorbedingung für die Formung einer mündigen Person.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Verzicht auf externes Evaluieren:

„Finns want to avoid the disadvantages often associated with external standardised testing – narrowing of the curriculum, teaching to the test, and unhealthy competition among schools.“
OECD (Hrsg.), „Lessons from PISA for Korea“ (2014), S. 175

Vertrauen statt Druck von oben:

„Wir sollten uns beim Testen an Finnland orientieren. […] Dort vertraut man im Gegensatz zu anderen Ländern den LehrerInnen und ihrer Expertise und erreicht auf diesem Weg offensichtlich mehr, als andere durch Testdruck erzwingen wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 7

„Pressure to succeed in a narrow range of subjects”:

„The need to judge the success or failure of educational policy through standardised evidence has led to a focus on measuring 'outcomes' through testing. […] It is rare that other subjects are accorded equal importance in policy discussions, or that goals such as personal fulfilment and wellbeing are valued. As a result, schools put children under pressure to succeed in a narrow range of subjects, while either overtly or implicitly labelling them as successes or failures during the process. Meanwhile activities that can foster the development of personality and counterbalance stress, such as sport, music, dance and art, are squeezed.“
Eurydice (Hrsg.), „Focus on: Mental Health in education: an unspoken issue of our age“, 19. Dezember 2017

PISA-Illusionen zerplatzt:

„Inzwischen sind zumindest die großen Hoffnungen, die die Politik parteienübergreifend auf PISA gesetzt hat, enttäuscht. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass inzwischen alle Universitäten aller Bundesländer Brückenkurse für die Abiturienten anbieten müssen – weil ein geordneter Lehrbetrieb in den Anfangssemestern gar nicht mehr stattfinden kann. PISA hat Schule hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Absolventen offensichtlich nicht zu verbessern geholfen.“
Univ.-Prof. Dr. Volker Ladenthin, „Warum Demokratie ohne Bildung nicht demokratisch ist – und Bildung ohne Demokratie nicht gut geht“.
In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 180

Fatale Verengung:

„Durch diese Reduktion auf nur drei Kompetenzen geht genau das an Bildung verloren, was eigentlich das Wesen von Bildung ausmachte, nämlich die Vielfalt, die unterschiedlichsten Dimensionen des Lebens, die unterschiedlichsten Dimensionen von Kultur und Gesellschaft, die unterschiedlichsten Formen von Weltaneignung, Weltverständnis und Selbstverständnis, die immer im Fokus von Bildungskonzepten und Bildungsanstrengungen gestanden sind.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Bundeslehrertag 2019 der ÖPU Oberösterreich, 27. März 2019

Personalität, Freiheit und Selbstbestimmung:

„Change-Management strebt nicht einfach eine andere Form der Erreichung der tradierten Ziele von Bildung und Erziehung an, sondern es negiert und unterläuft deren Grundlagen, nämlich Personalität, Freiheit und Selbstbestimmung in Verantwortung.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Keine Alternative? Schule und Unterricht ohne Formatierung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 226

Bildungsreformen VOR ihrer Einführung auf Qualität prüfen!

„Der Glaube, dass Reformen des Bildungs- und Unterrichtssystems immer Verbesserungen darstellen, muss endlich abserviert werden.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Mai 2018, S. 40

Schulwesen braucht und verdient mehr Ressourcen:

„Wer Österreichs öffentlichem Schulwesen die notwendigen Ressourcen verweigert, zwingt es in die Knie. Jene Eltern, die es sich leisten können, werden für ihre Kinder dann andere Wege finden und für einen Schulplatz mehr zahlen, als andere verdienen. Eine solche Entwicklung möge Bildungskonzernen wie Pearson oder der Wirtschaftskammer gefallen, für mich wäre sie eine Horrorvision.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 3

Ressourcen statt Privatisierung!

„Mehr Ressourcen, vor allem auch fürs Gymnasium, müssen endlich her, denn in vielen Ländern lautet die Alternative zu einem stiefmütterlich behandelten öffentlichen Schulwesen schlicht Privatschule.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Eine Frage der Priorität:

„Die Ausgaben für Bildung in % des BIP sind ein Maß für die Priorität, die dem Bildungswesen im Rahmen der Ressourcenverteilung zukommt.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2016/17. Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2018), S. 122

Wo Bildung der Politik fast doppelt so viel wert ist:

„Der ‚Tigerstaat‘ Singapur, der innerhalb weniger Jahrzehnte den Sprung vom Entwicklungs- zum reichen Industrieland geschafft hat, lässt sich die Bildung einiges kosten. Fast 20 Prozent des staatlichen Budgets fließen in den Sektor. Zum Vergleich: In Österreich sind es etwa elf Prozent.“
Der Standard online am 30. August 2018

Erfolgsgeschichten durch Bildungsanstrengungen:

„Die größten Erfolgsgeschichten durch Bildungsanstrengungen schreiben ostasiatische Staaten wie China, Südkorea und vor allem der Stadtstaat Singapur. Die frühere britische Kolonie ist mittlerweile Bildungsnation Nummer eins in der Welt. Dabei war Singapur zu Beginn der staatlichen Unabhängigkeit ein bettelarmes Land. […] Singapur gibt seit 2000 konstant zwischen 17 und 20 Prozent seines Staatshaushaltes für Bildung aus. In Deutschland und Österreich sind es seit Anfang der 1990er Jahre nur zwischen neun und elf Prozent.“
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (Hrsg.), Pressemeldung vom 19. Juli 2018

Vietnam:

„The Government holds that education is a priority national policy and strongly believes that investing in education is indeed investing in future development.“
Nguyen Van Tuan u. a., „Talent Support in Vietnamese Education“. In: Győri, „International horizons of talent support II.
Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 191

„To invest in education”:

„The history of several countries (e.g. Finland, Singapore, Japan) has shown that the only means to overcome a crisis, economic difficulties, is to invest in education, in the most efficient development of the talented.“
Dr. Andrea Frank u. a., „Freedom and Creativity – Programmes of the Israel Center for Excellence through Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 85

„Putting youth on promising career tracks“:

„Investment in human capital is a key factor in facilitating transitions from school to work and putting youth on promising career tracks.“
Dr. Glenda Quintini u. a., „Same Same but Different: School-to-work Transitions in Emerging and Advanced Economies“ (2014), S. 24

Endlich einmal eine zweckdienliche Reform!

„Fast unvorstellbar, was Österreichs Schule zusätzlich leisten könnte, würden ihr die Ressourcen zur Verfügung gestellt, die Englands Schulwesen zur Verfügung stehen, nämlich ein um mehr als die Hälfte größerer Anteil am Bruttoinlandsprodukt. DIESES Experiment wäre Österreichs Jugend zu vergönnen. DIESE Bildungsreform würde ich gerne erleben.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 20

Sparen auf Kosten der Jugend beenden!

„Um eine Erhöhung des Budgets für die Schulen werden wir nicht herumkommen, wenn wir die Chancen für unsere Jugend nicht verschlechtern wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 7

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zur Finanzierung des Bildungswesens auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/bildungsinvestitionen.


Ergänzung, nicht Ersatz:

„Wann immer es um Pädagogik geht, ist – solange wir Menschen als Menschen behandeln und nicht als Maschinen – die Investition in Menschen einer technisch zwar interessanten, pädagogisch aber wenig sinnvollen Investition vorzuziehen. Technik hat dem Menschen zu dienen. Virtual-Reality-Welten dürfen die reale Welt nicht ersetzen; sie sind dazu nicht geeignet. Sie können diese nur ergänzen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Süddeutsche Zeitung online am 28. Jänner 2019

Auf die Qualität kommt es an:

„Ich halte nichts davon, das Medium in den Vordergrund zu schieben und zu sagen, der Unterricht muss jetzt digital ablaufen. Der Unterricht muss zuerst und vor allem fachlich gut sein, und wenn digitale Medien einen guten Beitrag dazu leisten können, kann man das ja machen. Ich habe nur Sorge, dass gegenwärtig im politischen Diskurs angenommen wird, der Unterricht wird grundsätzlich besser, wenn wir ihn digital gestalten. Das glaube ich nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Thein, Standard online am 2. April 2019

Metastudie über digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe:

„In der Metastudie zeigt sich, dass der positive Einfluss der digitalen Unterrichtsmedien auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler höher ist, wenn neben digitalen Medien zusätzlich traditionelles Material verwendet wurde.“
Delia Hillmayr M.Sc. u. a., „Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe“ (2017), S. 11

Was von ehemaligen Finnlandfans kaum erwähnt wird:

„Finland […] has the lowest proportion of teachers using information and communication technologies (ICT) for students’ projects or class work (18 %) of all EU countries.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2014 – Finland“ (2014), S. 4

Goldener Mittelweg:

„Der Einsatz technologischer, vor allem digitaler Instrumente löst nicht unsere Herausforderung im Bildungssystem. Ich sage aber auch: Es hat keinen Sinn, in der Schule künstlich einen digitalfreien Raum zu schaffen, wenn rundherum die Geräte das Leben der Kinder mitbestimmen. Deswegen führt eine digitale Apartheid zu wenig. Weder das eine noch das andere – Glorifizieren oder Verdammen – ist in seiner Radikalität richtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 3. September 2018

„A call for moderation”:

„As students become more and more connected, will they become more effective learners? While PISA cannot prove cause and effect, the findings are not particularly promising. In every school system, students who reported using the Internet more frequently scored lower in science than students who reported using the Internet less frequently. […] These results are not necessarily a call for digital abstinence, but a call for moderation.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 83“ (April 2018), S. 4

Methodische Konzepte entwickeln!

„Es müssen methodische Konzepte erarbeitet werden, wie Informations- und Kommunikationstechnologien gewinnbringend und zielführend eingesetzt werden, damit ihr Einsatz auch einen Mehrwert schafft und nicht überlegene traditionelle Unterrichtsmethoden ersetzt werden.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2018“ (2018), S. 131

Gescheiterte Heilslehren:

„Wenn es eine sichere Erkenntnis der Unterrichtsforschung gibt, dann die, dass es keinen Königsweg zu gutem Unterricht gibt.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Wirtschaftswoche online am 28. September 2016

Qualität statt Quantität:

„Man sollte die zahllosen Dinge, für die man keinen Computer braucht, auch weiterhin ohne diese Geräte machen. Es muss nicht gleich jedes Arbeitsblatt für die Schule digitalisiert werden.“
Univ.-Prof. Dr. Christoph Türcke, Der Standard online am 4. März 2019

Auf die ersten Lebensjahre kommt es an:

„‚Von Anfang an gehen aufgrund uneinheitlicher Startbedingungen sehr viele Chancen verloren. Auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten ist dieses Defizit nur schwer auszugleichen. Wir müssten früher, in den ersten Lebensjahren und im Kindergarten, mit individuellen Fördermaßnahmen ansetzen.‘ Ob einem Kind daheim vorgelesen oder mit ihm gesprochen werde, oder Kinder nur vor Fernseher oder Computer sitzen, mache einen massiven Unterschied aus.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Frühkindliche Stimulation:

„There is evidence that, in general, children from lower SES families experience less developmentally enhancing activities at home, exposure to books, reading, and verbal interactions with parents in comparison to higher SES children. And that parental cognitive stimulation affects student intrinsic motivation above and beyond the effect of SES.“
Dr. Daniel H. Caro, „Socio economic gaps in subject interest: the mediating role of parental cognitive involvement“. In: „Large-scale Assessments in Education“ (2018), 6:13, S. 6

Frühe Prägung:

„Children’s ability to regulate their emotions in early childhood is associated with later adjustment in multiple domains including social competence, lowered behavior problems, and mental health.“
Dr. Nicole Perry u. a., „Childhood Self-Regulation as a Mechanism Through Which Early Overcontrolling Parenting Is Associated With Adjustment in Preadolescence“ (2018), S. 2

Parent-child interactions:

„Psychologists suggest that the most crucial aspect of a child’s language development and cognitive development is the interaction between adult (parent) and child. Therefore, the quality of parent-child interactions may be critical to the development of the social-emotional and cognitive development of a child. This can be accomplished at home through conversation, positive and warm interactions between parents and child, emerging literacy skills and school readiness. […] Furthermore, parent-child interactions that are marked with mutual expressions of emotions such as shared laughter, smiling, and affectionate touch can also improve the quality of the relationship between parent and child and promote a secure attachment.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 15

Die Würfel fallen schon vor dem Kindergarten:

„Early academic skills are strongly associated with educational attainment during later childhood and adolescence. In a meta-analysis and subsequent study using the Early Childhood Longitudinal Study, Kindergarten Class of 1998-1999, both reading and numeracy skills at the beginning of kindergarten were strongly related to reading achievement at age 10 to 11.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 27

Literacy experiences at home:

„Extending and improving young children’s literacy experiences at home appears to be an effective way to improve children’s literacy development overall.“
Dr. Frank Niklas u. a., „Intervention in the home literacy environment and kindergarten children’s vocabulary and phonological awareness“.
In: „First Language“ (2017), Vol. 37(5), S. 434

Elternhäuser wertschätzen und stärken:

„‚Was ein Kind evolutionär, psychologisch, neurobiologisch braucht, sind zuerst einmal seine Eltern, oder wenigstens die Mutter.‘ Viel zu früh werden Kinder seiner Meinung nach aus den Familien gerissen und in Kitas ‚fremdbetreut‘. Anstatt mehr Kitas zu bauen und immer mehr Geld in das frühkindliche Betreuungssystem zu investieren, sollte man nach Ansicht des Forschers lieber die Familien finanziell stützen.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Viele bildungswissenschaftliche Aussagen zur Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


„Nur“ eine Frage des Könnens?

„Beim internationalen Vergleich von Testergebnissen wird oft der Fehler gemacht, dass man die Rahmenbedingungen in den verglichenen Ländern ausblendet. Ich bezweifle übrigens, dass dies unabsichtlich passiert.”
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 6

OECD & Co:

„Ich halte es für verhängnisvoll, diesen Institutionen so viel Bedeutung beizumessen, obwohl sie klare Interessen vertreten. Die OECD fordert beispielsweise Mantra-artig ‚hohe Akademikerquoten‘. Länder wie Spanien oder Italien, die dieser Forderung gefolgt sind, haben heute mit einer beunruhigenden hohen Akademiker-Arbeitslosigkeit zu kämpfen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Money, money, money:

„Investoren, allerlei Vertretern privater Interessen sowie internationalen Organisationen ist es in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten in Europa immer mehr gelungen, erheblichen Einfluss auf die Institutionen der öffentlichen Dienste in den verschiedenen Ländern zu nehmen – ein beunruhigender Umstand, der viele Fragen aufwirft.“
Dr. Beat Kissling, „Demokratie und Bildung im globalisierten Europa – die Geschichte einer schleichenden Usurpation.
Zum Hintergrund der Bildungssteuerung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 129

Die Motivation der „Bildungsverbesserer“:

„In der neuen Bildungswelt geht es um Geld, um viel Geld – nach Schätzungen des Bankhauses Merrill Lynch liegt das Finanzvolumen des globalen Bildungsmarkts bei etwa 2.000 Milliarden US-Dollar – pro Jahr.“
Dr. Herbert Renz-Polster, „Die Kindheit ist unantastbar (2014), S. 86f

Bildung vor und nach PISA:

„Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit gilt der OECD heute sogar als Schlüsselkompetenz. […] Bei allem Dissens über Bildungsfragen gerade in der deutschen Diskussion war vor Pisa unbestritten, dass Bildung mit Anpassung nichts zu tun hat, im Gegenteil.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, seit 26. Jänner 2019 Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Dezember 2013

Ware Bildung:

„Kindererziehung, Ausbildung und Bildung wurde in den letzten 30 Jahren radikal den Zugriffen des Marktes ausgesetzt.“
Mag. Bernhard Heinzlmaier u. a., „Generation Ego – Die Werte der Jugend im 21. Jahrhundert“ (2013), S. 39

Bildungspolitik von der Leine der OECD nehmen!

„Das Bildungswesen entgleitet insgesamt der demokratischen Verantwortung des Souveräns und wird postdemokratisch.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Imperative des ‚Wandels‘: Schulreform in der Postdemokratie“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 25

Bittere Bilanz der „Bildungsreformen“:

„PISA war der Bahnbrecher für den heute auf allen Feldern gängigen Vermessungswahn, für den irrwitzigen Glauben, Bildungsleistungen ließen sich in Zahlenkolonnen pressen, um daraus Tabellen nach dem Vorbild der Fußballbundesliga zu machen. Mit dem klassischen Bildungsbegriff, mit Aufklärung, Selbstbestimmung, Mündigkeit und Vernunft hat das nichts mehr gemein.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Widerstand im Interesse von Bildung, Wissenschaft und Demokratie!

„Zwanzig Jahre PISA und Bologna haben die Wirkung der Kontrollmacht auf Bildung und Wissenschaft – und Demokratie aufgezeigt. Sie scheinen jeweils im gesteuerten Wandel ohne Widerstand aufzugehen. Der Kompetenzbetrieb hat längst zum schleichenden Entzug der Kompetenz der Handelnden vor Ort geführt; die Kontrollgesellschaft zu persönlichem und demokratischem Kontrollverlust.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, „Ohne Widerstand? Was Bildung und Wissenschaft auszeichnet“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 48

Zurück zu pädagogischer Freiheit statt des Autonomie-Gefasels!

„[Es ist …] notwendig, darauf zu achten, dass die Definitionsmacht über das, was schulische Bildung ist und sein soll, nicht in einem Maße aus der Schule abwandert, das es ihr unmöglich macht, den Unterricht, das Lernen und die Leistungsbeurteilung entsprechend ihren eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen zu gestalten.“
Dr. Felix Winter, „Verfahren zur Erbringung, Überprüfung und Beurteilung von Leistungen in der Schule“.
In: Lin-Klitzing u. a., „Leistungsstandards und Leistungsbewertung an Gymnasien und Universitäten“ (2017), S. 68

Höchste Zeit für scholé!

„Es ist […] kein verstaubter humanistischer Traum, wenn man darauf verweist, dass Bildung scholé braucht: Wie das griechische Wort für Muße nahelegt, muss Bildung für Schüler wie für Lehrer mit einem Freiraum verbunden sein, der eine humane Entwicklung für beide Seiten überhaupt erst ermöglicht.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 17

Für eine Schule, die sich als Ort der Bildung versteht:

„Bildung fragt danach, inwiefern Menschen durch das Wissen, durch die Kenntnisse, die sie erwerben, durch die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie trainieren, in ihrer Persönlichkeit geformt und geprägt werden. Rein formale Kompetenzen haben deshalb mit Bildung wenig zu tun. Gebildet ist nicht derjenige, der eine Lesekompetenz aufweist, sondern derjenige, der ganz bestimmte Bücher gelesen hat und durch sie geprägt wurde.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 17. September 2017

Wider den Trend zur Oberflächlichkeit:

„Damit Lerner in den Bereich des Tiefenverständnisses kommen können, der als sinnstiftendes, kreatives und problemlösendes Denken das Ziel von Bildung darstellt, müssen sie ein gewisses Maß an reproduzierbarem Wissen erworben haben. Allein zu wissen, wo etwas steht und wo eine Information aufzufinden ist, reicht nicht aus. Tiefenverständnis basiert auf Oberflächenverständnis. Und damit Schüler das weiterverarbeiten können, müssen die Fakten im Kopf sein – und nicht in Rechnern.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 12. Oktober 2018

Plädoyer für die Vermittlung von Wissen:

„Auch wenn es den Bildungsexperten im Herzen weh tun mag, der Sinn der modernen Schule - neben den ökonomischen Notwendigkeiten, die etwa zu Alphabetisierungsprogrammen geführt haben - bestand und besteht darin, die zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse von einigen Jahrtausenden menschlichen Strebens nach Wissen zu bündeln, zu systematisieren und zu vermitteln, um überhaupt erst Grundlagen zu schaffen, auf denen sich jene Kreativität und Originalität entfalten können, von denen alle schwärmen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 13. September 2014

Das Diktat der Kompetenzorientierung:

„Jeder Kanon steht im Verdacht, die postulierte Gleichwertigkeit aller kulturellen Erzeugnisse infrage zu stellen, die Lust an alten Sprachen und an der Schönheit der Mathematik wird durch Praxisorientierung gehörig sabotiert, und die Lektüre von Texten, die nicht dem Erwerb problemlösungsorientierter Kompetenzen untergeordnet werden können, ist verpönt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 16. September 2017

Höchste Zeit für BILDUNGspolitik:

„Erstaunlich ist, wie kaltschnäuzig Österreichs Kompetenzfetischisten Liessmann seit Jahren ignorieren. Dass dies so locker möglich ist, zeigt, wie weit sich die ‚Bildungspolitik‘ von der Bildungsphilosophie entfernt hat. Auf die Nähe von Bildungswissenschaft, Bildungsphilosophie und Lehrergewerkschaft in so grundlegenden Fragen der Bildung bin ich übrigens sehr stolz.“
Mag. Georg Stockinger, stv. Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, FCG/ÖPU, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Juli 2018, S. 6

Verarmung von Bildung:

„Mit der Kompetenzenpädagogik findet eine operationalistische Verarmung von ‚Bildung‘ statt: Bildung ist das, was Pisa misst oder die OECD auszuzählen vorgibt, so scheint es.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), S. 93

Den Menschen stärken:

„Die breite Förderung von Kreativität im Rahmen von Schule und guter Kunstunterricht für die Heranwachsenden bilden einen soliden Schutzfaktor für die eigene Lebensfitness und Fähigkeit, sich flexibel auf neue Lebensbedingungen einzustellen.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 296

Demokratische Wachsamkeit ist angesagt:

„Lehrerinnen und Lehrer leisten ja einen wesentlichen Beitrag zur Demokratisierung bzw. Ermöglichung von Demokratie, indem sie junge Menschen befähigen, individuelle und öffentliche Lebensräume fantasievoll und verantwortlich gestalten zu können. Dazu sind vor allem Artikulationsfähigkeit, eigenständige Reflexion und Denken in Alternativen nötig. Das scheint mir sehr schwierig zu sein, wenn Lehrende wie Lernende zunehmend nur noch Vorgaben erfüllen, Arbeitsanweisungen abarbeiten und Kästchen ausfüllen. Demokratische Wachheit und Wachsamkeit verträgt sich nicht mit blinder Normerfüllung.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Eine Schule, die „zum Analphabetismus verurteilt“:

„Wer in eine Schule geht, in der aufgrund vorgegebener Bildungsstandards und anwendungsorientierter Kompetenzen diese Liebe zur Literatur nicht mehr vermittelt werden darf, wird zum Analphabetismus verurteilt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 147

Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Dänemark:

„In general, immigrant students perform less well than their native peers. In the Danish case, the share of immigrant students has an additional negative effect on student performance, when the share of immigrants exceeds a tipping point estimated to be around 50 per cent.“
Dr. Kurt Houlberg u. a., „Country Background Report – Denmark” (2016), S. 118

Grenzen des Machbaren:

„The empirical evidence to date, both from the US and Europe, indicates that having a high share of immigrants in the class has detrimental effects on children with an immigrant background.“
Dr. Maria de Paolo u. a., „Education as a tool for the economic integration of migrants“ (2016)

Österreich im europäischen Spitzenfeld:

„In only a few education systems do 10 % or more students attend schools where less than a quarter of students speak the language of instruction at home (Belgium – Flemish Community, Bulgaria, Germany, Latvia, Austria and the United Kingdom – England).“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 47

Frühe Intervention in Holland:

„In the Netherlands, young children, especially those from disadvantaged backgrounds, are entitled to receive language-development support. These children can participate in early childhood and education targeted programmes that provide support before and during the first years of school. All toddlers (2.5 to 4 years old) who are part of this programme receive 10 hours of language development per week. For the rest of the day, targeted toddlers attend the same early childhood and education programme as their non-targeted peers.“
OECD (Hrsg.), „The Resilience of Students with an Immigrant Background“ (2018), S. 271

Österreichs spezielles Problem:

„Austria faces challenges in increasing the participation of children from certain backgrounds in Early Childhood Education and Care (ECEC) (such as immigrant children), facilitating a smoother transition between ECEC and primary education, and reducing the achievement gaps between students from disadvantaged or immigrant backgrounds and their peers.“
OECD (Hrsg.), „Education Policy Outlook. Austria“ (2017), S. 4

Sozioökonomische Herausforderung:

„2017 hatten nur noch knapp 15% der österreichischen Frauen ausschließlich einen Pflichtschulabschluss, der Wert bei Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit lag noch bei 28%. […] Knapp 66% der türkischen und fast 40% der ex-jugoslawischen Migrantinnen verfügten nur über einen Pflichtschulabschluss.“
ÖIF (Hrsg.), „Frauen. Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration 2018“ (2019), S. 30

Von Österreichs Politik jahrzehntelang ignoriert:

„On average across OECD countries, immigrant students who do not speak the language of assessment at home are around eight percentage points less likely to be academically resilient (defined as scoring at least Level 2 in PISA in reading, science and mathematics) than native-speaking immigrant students.“
Mag. Dr. Neda Forghani-Arani u.a., „The lives of teachers in diverse classrooms“ (2019), S. 12

Im OECD-Mittel beträgt dieser Rückstand 8,3 Prozentpunkte, in Österreich sogar 13,7 Prozentpunkte. (Quelle: OECD (Hrsg.), „The Resilience of Students with an Immigrant Background“ (2018), Fig. 5.5a)

Finnlands Schulwesen scheitert schon an seinen wenigen MigrantInnen:

„The literacy disparity between the native-born children of the foreign-born and those with native-born parents is the largest among surveyed countries.“
OECD (Hrsg.), „Finding the way: A discussion of the Finnish migrant integration system“ (2017), S. 18

Hunderte bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration nachzulesen.


Sinnlose Namensschildpolitik:

„Wenn das Namensschild der Schule ausgetauscht würde: Glauben Sie nicht, dass es dann keine Differenzierung der Schulen mehr gibt. Es gibt dann halt private und öffentliche Schulen, oder Meinungen, wonach eine Schule besonders gut ist, eine andere weniger. Ich persönlich habe das amerikanische High-School-System kennengelernt, so gesehen eine gemeinsame Schule für Zehn bis 18-Jährige. Und wenn man da ein bisschen genauer hinschaut, sieht man eine Menge von Differenzen in diesem System.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Vorarlberger Nachrichten online am 27. Februar 2019

„Gesamtschulstaat“ Dänemark:

„The share of students attending private schools, including continuation schools, increased from 16.9 per cent in 2008 to 19.1 per cent in 2013. Thus, the Folkeskole faces increased competition from private schools.“
Dr. Kurt Houlberg u. a., „Country Background Report – Denmark” (2016), S. 36

„Gesamtschulstaat“ England:

„National sources point to significant inequalities based on gender, ethnicity and socioeconomic background in the English education system.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 290

England:

„Children from most disadvantaged backgrounds who attained high cognitive test scores at age 7 performed worse than their lower achieving counterparts from the least disadvantaged families by age 14-16.“
UNICEF (Hrsg.), „Poverty and Children’s Cognitive Trajectories: Evidence from the United Kingdom Millennium Cohort Study“ (2016), S. 7

Frankreich:

„Pupils’ performance is strongly linked to their socioeconomic background. Too many young people leave education with few or no qualifications.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 99

Großbritannien:

„Some 15 % of disadvantaged students in the United Kingdom are 'socially and emotionally resilient', meaning that they are satisfied with their life, feel socially integrated at school and do not suffer from test anxiety.“
OECD (Hrsg.), „Equity in Education: Breaking Down Barriers to Social Mobility. Country Note United Kingdom“ (2018), S. 2

Im OECD-Durchschnitt sind es 26 %, in Österreich 28 %.

Vielfalt statt staatlicher Monokultur:

„Ich habe die Vorstellung eines sich verzweigenden Strauchs: Am Anfang steht die Grundschule, in der es vor allem – aber nicht nur – um die Vermittlung von gemeinsamen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben oder Rechnen geht, und danach differenziert sich das immer mehr aus, bis dieser individuelle Bildungsweg gediehen ist.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 101

Hoffentlich nicht!

„Letztlich bewegen wir uns auf ein angloamerikanisches System der Zweiteilung der Bevölkerung auch im Bildungswesen zu: Ein Billigabitur für fast alle und Eliteschulen und -unis für die gut Betuchten, wie man das in Frankreich, England und den USA schon lange kennt.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Bayern weiß um die Stärke seines Schulwesens:

„Unser differenziertes Bildungssystem eröffnet vielfältige Optionen und Perspektiven, die dem einzelnen Menschen und seinen Talenten bestmögliche Entfaltung ermöglichen. Die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bieten passgenaue Angebote für jeden jungen Menschen und seine persönliche Berufs- und Lebensplanung.“
Herbert Püls, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus.
In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 19

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

Hunderte bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen „Gesamtschule/Differenzierung“ und „Chancengerechtigkeit sind auf www.bildungswissenschaft.at nachzulesen


Reformitis lässt LehrerInnen rotieren:

„Das permanente Rotieren entfremdet von der eigenen pädagogischen Professionalität und soll bereit machen, unbegründete Vorgaben nicht nur auszuführen, sondern selbst zu wollen. Der hechelnde Lehrer-Hamster soll auch selbst wollen, was er soll.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 18

Qualität statt Hektik!

„Kaum eine der Reformen der letzten Jahre hat das Evaluierungsstadium erreicht. […] Ist der Grund dafür vielleicht, dass man sich nicht den negativen Folgen der eigenen Reformen stellen will? Sind die Gründe für viele Reformen der letzten Jahre eher im ideologischen oder wirtschaftlichen Bereich zu suchen als im tatsächlichen Verbesserungswillen, oder geht es eventuell darum, nach außen hin Innovationsbereitschaft zu zeigen?“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 23

„All diese guten Ideen“:

„Niemandem fällt auf, dass es bei all diesen guten Ideen um alles Mögliche gehen mag – um Interessen der Internetkonzerne, um geschönte Statistiken, um sozialromantische Utopien und um beeindruckende Abiturnoten – aber nicht um Bildung.“ 
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Der Weg, der Baden-Württembergs Schulwesen abstürzen ließ:

„Im Vergleich mit anderen Bundesländern hatten wir in Baden-Württemberg in den vergangenen 15 Jahren eine Reformwut, bei der auf eine systematische Begleitung und Evaluation der Reformergebnisse verzichtet wurde.
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Stuttgarter Nachrichten online am 28. August 2017

„Unheilige Allianz“:

„Die unheilige Allianz zwischen den neoliberalen Apologeten des Wettbewerbs und den menschenfreundlichen Illusionspädagogen gehört […] zu den impliziten Voraussetzungen der deshalb oft widersprüchlichen Reformanstrengungen im Bildungsbereich.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 23

Auf dem Rücken der Schwächsten:

„Dass die allermeisten Reformen gerade denen schaden, denen sie zugutekommen sollten, nämlich den sozial Schwächsten, wird verdrängt. Die Kinder aus ‚gutem‘ Hause bekommen die Verirrungen der Schulpolitik durch elterliches Zutun kompensiert, die Kinder aus ‚bildungsfernen‘ Häusern aber bleiben in ihren Herkunftsmilieus eingekerkert.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik –
eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Widerstand gegen Unfug von oben!

„Wir müssen nicht akzeptieren, was von oben kommt, sondern wir gestalten mit und wir werden im besten Fall davon überzeugt. Und wenn wir nicht davon überzeugt sind, müssen unsere Argumente gehört werden.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
Bundeslehrertag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Wie wahr!

„In some countries, innovative change has been implemented without the care and diligence needed or appropriate prior testing, experimentation and evaluation.“
OECD (Hrsg.), „Schools at the crossroads of innovation in cities and regions“ (2017), S. 14

„Pseudoakademisierung“:

„Was hier als höherer Grad an Akademisierung daherkommt, ist eine Pseudoakademisierung zulasten der beruflichen Bildung und des Fachkräftenachwuchses.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Cicero online am 11. Jänner 2019

Tendenz stark steigend:

„Im Durchschnitt der OECD-Länder sind in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen 50 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer Absolventen des Tertiärbereichs.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 59

Anteil 25- bis 29-Jähriger mit tertiärem Bildungsabschluss (Stand 2017)

Großbriannien:
Schweden:
Österreich:
EU-Mittelwert:
Finnland:
Deutschland:
46,4 %
43,9 %
39,8 %
38,0 %
35,9 %
28,6 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 18. März 2019

Kritischer Wert überschritten:

„In den Vereinigten Staaten hat die Akademisierung längst einen kritischen Wert überschritten. Von den etwa 70 Prozent eines Jahrgangs, die ein Studium am College beginnen, hat im Alter von 25 Jahren nur etwa die Hälfte tatsächlich einen Abschluss erreicht. Und von diesen Absolventen sind wiederum etwa die Hälfte arbeitslos, oder sie arbeiten in Jobs, die nicht ihrem formalen Ausbildungsstand entsprechen.“
Dr. Rainer Bölling, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 4. Dezember 2014

OECD-Irrweg:

„Der generelle Trend, immer mehr Berufsausbildungsgänge zu Hochschulstudiengängen umzubilden, ist falsch.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 16

Chinas „Ameisenvölker“:

„Das Phänomen der arbeitslosen Akademiker ist in China mittlerweile so weit verbreitet, dass es einen eigenen Namen bekommen hat: Man nennt sie die sogenannten Ameisenvölker (yizu). Diese Studienabgänger arbeiten – ohne Sozial- und Krankenversicherung – im Dienstleistungssektor, im Verkauf, der IT-Branche oder in der Werbung. Aufgrund ihres niedrigen Einkommens sind sie mehrheitlich gezwungen, in engen und improvisierten Unterkünften zu leben. Sie sind zwar gut ausgebildet, aber gesellschaftlich marginalisiert.“
Univ.-Prof. Dr. Barbara Schulte, „Chinas Bildungssystem im Wandel: Elitenbildung, Ungleichheiten, Reformversuche“ (2014), S. 11

Armutsgefährdete AkademikerInnen:

„Laut Statistik Austria ist die Wahrscheinlichkeit, in Österreich zu den Armutsgefährdeten zu gehören, für AbsolventInnen von Hochschulen oder Akademien bereits größer als für die einer Lehre oder mittleren Schule; für MaturantInnen, die der Matura keinen tertiären Bildungsabschluss folgen ließen, ist das Armutsgefährdungsrisiko sogar um die Hälfte größer als für AbsolventInnen einer Lehre oder mittleren Schule.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, quintessenzen.at am 12. Mai 2018

„Das ist Unsinn“:

„Alle sollen studieren. Weil wir in einer sogenannten Wissensgesellschaft leben. Aber das ist Unsinn. Der Arbeitsmarkt hat gar nicht genug Platz für so viele Akademiker. Zehn Prozent der Uni-Abgänger arbeiten mittlerweile in Jobs im Niedriglohnsektor.“
Univ.-Prof. Dr. Felix Rauner, Die Zeit online am 2. August 2014

Handlungsbedarf für Politik:

„Was wir brauchen, ist ein Zugangsmanagement, das insgesamt zur Kenntnis nimmt, dass die derzeitigen Ressourcen nicht ausreichend sind für einen vollkommen freien und zahlenmäßig ungesteuerten Zugang von Studierenden.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Academia“ vom Mai 2018, S. 16

Menschen als Menschen behandeln!

„Wann immer es um Pädagogik geht, ist - solange wir Menschen als Menschen behandeln und nicht als Maschinen - die Investition in Menschen einer technisch zwar interessanten, pädagogisch aber wenig sinnvollen Investition vorzuziehen. Technik hat dem Menschen zu dienen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Süddeutsche Zeitung online am 28. Jänner 2019

„Digitaler Fetischismus“:

„Die aktuelle bildungspolitische Situation scheint […] von einem digitalen Fetischismus geprägt zu sein, vom Glauben, dass Geräte und Software das Problem der Bildung von selbst und besser zu lösen in der Lage wären als es die traditionelle Pädagogik konnte.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
„Digitalisierung in der beruflichen Bildung“, bbw 5/2017, S. 5

Finnland:

„Only 18.2 % of Finnish students use ICT for projects or class work, far below the average of the participating EU (34 %) and OECD countries (37.5 %). The weekly usage of desktop and laptop computers at grade 8 and 11 is among the lowest in the EU.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015 - Country analysis“ (2015), S. 91

Ergebnis einer Metastudie über den Einsatz digitaler Medien in der Sekundarstufe:

„Je länger mit den eingesetzten Medien im Unterricht gearbeitet wurde, desto weniger profitieren Schülerinnen und Schüler von den digitalen Lernumgebungen.“
Delia Hillmayr M.Sc. u. a., „Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe“ (2017), S. 11

Bemerkenswert, aber selten erwähnt:

„Man achte auf die Chefs von Apple, Yahoo und Amazon, die ihre Kinder alle auf Schulen geben, die vom Internet völlig entkoppelt sind.“
Dr. Alain Finkielkraut, Philosoph und Mitglied der Académie française, Die Zeit vom 21. Mai 2015

„Schüler für den Lernstoff entflammen“!

„Schüler für den Lernstoff zu entflammen, ist das Erfolgsrezept eines guten Unterrichts. […] Deshalb ist es bedauerlich, dass das formale Prinzip der Kompetenzorientierung dazu beiträgt, die Spannungsmomente im Unterricht, die durch den Lehrstoff gegeben sein könnten, abzutöten.“
Rainer Werner, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Jänner 2016

Vernunft statt Heilslehren:

„Wer glaubt: ‚Kauft Hardware, und die Welt wird eine bessere werden‘, irrt mit Sicherheit. Man muss das einbetten in ein pädagogisches Konzept und die Lehrenden motivieren, das sinnvoll, aber dosiert einzusetzen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 3. September 2018

Medien sind Hilfsmittel, nie Ersatz für Pädagogik:

„Es haben in der Vergangenheit viele mediale Neuerungen Eingang in die Schule gefunden, ohne sie im Kern wirklich verändert zu haben. Ich wüsste nicht, warum es bei der Digitalisierung anders sein soll.“
Mag. Wilfried Göttlicher, Bildungshistoriker, Die Presse online am 25. November 2015

„Ganze Menschen“ als Gegenüber:

„Schüler brauchen nicht ‚Moderatoren selbstgesteuerter Lernprozesse‘, die sich aus dem Unterrichtsgeschehen weitgehend zurückziehen, sondern Lehrer, die als ganze Menschen den Schülern ein Gegenüber sind.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „ÖkologiePolitik“, Nr. 168 (November 2015), S. 33

Qualität vor Quantität:

„Es ist beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht […] ganz besonders darauf zu achten, dass diese Technologien bewährte und effektive Lehr- und Lernmethoden nicht verdrängen, sondern da implementiert werden, wo ihr Einsatz effektiver ist als traditionelle Lernmethoden.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2018“ (2018), S. 119

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

VCL-Position des Jahres 2000:

„‚Werterziehung‘ ist im SchOG § 2, im allgemeinen Teil der Lehrpläne und auch in Fachlehrplänen grundgelegt und Aufgabe aller Unterrichtsgegenstände. Trotzdem scheint die Zeit reif, den Schülerinnen und Schülern zwischen 15 und 19 Jahren, die – aus welchen Gründen auch immer – keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, einen Pflichtgegenstand zu bieten, der systematisch und zusammenfassend ‚Werteorientierung‘ als Bildungsziel hat.“
Mag. Wolfgang Rank, Bundesobmann der VCL, „Thesen zum Unterrichtsgegenstand ‚Werteorientierung‘“, 11. Dezember 2000

Schluss mit Kaffeehaus statt Religionsunterricht!

„Ich wünsche mir dringend die Einführung des Ethikunterrichts als alternativen Pflichtgegenstand, damit die ‚Alternative‘ zum konfessionellen Reli¬gionsunterricht nicht weiterhin Kaffeehaus heißt.“
Mag. Isabella Zins als Bundesobfrau der VCL, parlamentarische Enquete „Werteerziehung durch Religions-
und Ethikunterricht in einer offenen, pluralistischen Gesellschaft“ vom 4. Mai 2011

Die ÖPU erinnert an ihre Forderung:

Dem vielfachen Bekenntnis zur Wertevermittlung müssen Taten folgen.

Die ÖPU fordert einen verpflöichtenden Ethik-Unterricht für alle SchülerInnen, die aus welchem Grund auch immer keinen konfessionellen Religonsunterricht besuchen

Es ist für die Schulen unzumutbar, den Ethik-Untericht noch länger aus eigenen Mitteln und auf Kosten anderer Bildungsangebote zu finanzieren.
ÖPU-Rundschreiben vom 8. Mai 2011

Mahnende Worte vor drei Jahren:

„Trotz der vielen befürwortenden Stimmen aus unterschiedlicher institutioneller Richtung ist eine Überführung in das Regelschulwesen für jene SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen, bisher nicht erfolgt. Auch in diesem Bereich wurde die Bildungsreform nicht zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit Werten des Zusammenlebens im Bildungsbereich genutzt.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2016“ (2016), S. 58

Verpflichtender Ethikunterricht für all jene, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen!

„Es kann doch nicht so sein, dass junge Leute ihre Schule abschließen, ohne sich philosophischen Fragen, ethischen Fragen und den Fragen der Weltreligionen gestellt zu haben.“
Mag. Johann Heuras, Bildungsdirektor Niederösterreichs, Niederösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Baden-Württemberg weitet den Ethik-Unterricht als Alternative zum Religionsunterricht auf die gesamte Sekundarstufe I aus:

„Die wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen ohne religiöse bzw. kirchliche Bindungen erfordert zusätzliche, vom konfessionsgebundenen Religionsunterricht unabhängige Zugänge der Wertevermittlung in der Schule.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 11. Mai 2018

Kein Dispens von Wertefragen mehr!

„‚Alle Schüler ab einem gewissen Alter sollten sich mit ethischen, moralischen und Wertefragen auseinandersetzen.‘ Im Religionsunterricht würde diese Wertevermittlung jetzt schon erfolgen, künftig könne man sich auch durch Abmeldung nicht mehr ‚davon dispensieren lassen‘.“
Fritz Enzenhofer, Obmann der Christlichen Lehrerschaft Österreich (CLÖ), ORF online am 5. März 2019

Wunsch der ÖPU endlich verwirklicht:

„Bildungsminister Faßmann erfüllt mit seinem Vorstoß für den verpflichtenden Ethikunterricht für alle, die an keinem Religionsunterricht teilnehmen, einen Wunsch der ÖPU, die seit Jahrzehnten für diesen Schritt eintritt.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, quintessenzen.at am 25. Jänner 2019

Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens:

„Ich möchte jedenfalls, dass sich alle SchülerInnen im Rahmen des Schulunterrichts fundiert mit den Grundfragen des Lebens beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern muss gefördert werden, um so einen Beitrag zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung und selbstständigen Reflexion zu leisten.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, stv. ÖPU-Vorsitzender und GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, quintessenzen.at am 9. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

OECD erkennt Anlass zur Sorge:

„Die NEETs unter den jungen Menschen geben aktuell Anlass zur Sorge, es können sich aber auch in der Zukunft schwerwiegende Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft ergeben, wenn keine geeigneten Maßnahmen zur Lösung dieses Problems ergriffen werden.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 72

OECD-weit 40 Millionen NEET:

„Across OECD countries, there are around 40 million young people who are NEET.“
Viktória Kis, „Work-based Learning for Youth at Risk“ (2016), S. 6

Kanada:

„In Canada, the proportion of NEET individuals aged 20–24 has increased over the past decade, approaching 15 per cent in 2016 (up from 13 per cent in 2006).“
ILO (Hrsg.), „World Employment and Social Outlook: Trends 2019“ (2019), S. 37

Europa:

„In 2017, 14.3 % of 18 to 24 year olds were neither in employment nor in education (NEET), exposing themselves to the risk of labour market exclusion and dependence on social security.“
Eurostat (Hrsg), „Smarter, greener, more inclusive? 2018 edition“ (2018), S. 36

In Österreich waren es mit 8,1 % wenig mehr als die Hälfte. (Quelle: Eurostat-Datenbank)

Spanien:

„Youth in Spain face difficulty making smooth transitions from school to work. The share of youth neither in employment, education nor training (NEET) has risen steadily and ranks near the top of the OECD.“
OECD (Hrsg.), „OECD Skills Strategy Diagnostic Report Spain 2015“ (2015), S. 36

Italien:

„With a NEET rate that has risen to 32 percent, Italy brings up an unhappy rear in this regard. […] By contrast, the Netherlands, Denmark, Germany and Austria take the first four places in the comparison, showing the lowest NEET rates.“
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), „Social Justice in the EU – Index Report 2015“ (2015), S. 52

„Einzigartiges System“:

„Wir haben ein einzigartiges System in Österreich, in dem über 200 Lehrberufe mit dem dualen System erlernen kann und so eine praktische und theoretische Ausbildung auf höchstem Niveau erhält.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, Presseaussendung vom 1. Dezember 2018

Den Unterschied von Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit endlich verstehen!

„Die berufliche Ausbildung sollte in den Medien anders dargestellt werden und eine Gleichwertigkeit – das heißt nicht Gleichartigkeit! – unterstrichen werden.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

„A major global challenge“:

„A major global challenge is the phenomenon of young people who are not in education, employment or training (NEET). Worldwide, 30 per cent of young women and 13 per cent of young men were classified as NEET in 2018.“
ILO (Hrsg.), „World Employment and Social Outlook: Trends 2019“ (2019), S. 20

Österreichs spezielle Situation:

„Im Durchschnitt der OECD-Länder gehören 18 Prozent der im Ausland geborenen 15- bis 29-Jährigen zur Gruppe der NEETs, verglichen mit 13 Prozent der im Inland geborenen.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 71

In Österreich gehören nur 7,7 Prozent der im Inland geborenen 15- bis 29-Jährigen zur Gruppe der NEET, aber nicht weniger als 23,9 Prozent der im Ausland geborenen.

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu NEET auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/neet.


Humboldt’sches Bildungsideal verkauft:

„Wir gehen dem Humboldtʼschen Bildungsideal immer seltener nach, sondern zielen stattdessen auf die Verwertbarkeit sowie die Drittmittelfähigkeit von Bildungsaktivitäten. Das führt leider auch dazu, dass vielfach ‚Stifter und Schenker‘ in Anspruch genommen werden, denen man nicht immer ein redliches Interesse nachsagen kann.“
Univ.-Prof. Dr. Tim Engartner, bildungsklick.de am 31. Oktober 2018

Rückbesinnung auf Bildung:

„Bildung ist eine leere Begriffshülle geworden, die von jedem nach Belieben und je nach politischer oder ökonomischer Interessenlage gefüllt werden kann. Eine Besinnung auf die grundlegenden Bedeutungen von Bildung, ihre Ansprüche, aber auch ihre Grenzen täte dringend not.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Die OECD-„Bildungspolitik“ und ihre Folgen:

„Vieles, was einmal zur Bildung gehörte und zur Humanisierung der Gesellschaft beitragen sollte, verkümmert heute: fundierte Sachkenntnisse, ein Können im Sinne des Sich-auf-etwas-Verstehens, Urteilskraft, Selbsterkenntnis, Gemeinschaftssinn …“
Dr. Matthias Burchardt, www.nachdenkseiten.de am 14. März 2016

Gymnasiale Bildung:

„In Leitungspositionen erwartet man, dass jemand umfassend gebildet ist. […] Ich finde den Einwand, dass das Gymnasium nicht auf die Praxis vorbereitet, nicht richtig.“
Univ.-Prof. Dr. Dorit Bosse, Die Welt online am 7. Juni 2015

Ware Bildung:

„Wenn wir Bildungsanstrengungen damit begründen, dass sie sich wirtschaftlich lohnen – heißt das nicht im Umkehrschluss, dass wir Bildung unterlassen sollten, wenn sie sich nicht ‚lohnt‘? Dass diejenige Bildung, die nicht zu mehr Wachstum führt, wertlos ist?“
Dr. Herbert Renz-Polster, „Die Kindheit ist unantastbar (2014), S. 80

Die „Heilsbotschaften“ der OECD:

„Die OECD, Testkonsortien und die Bertelsmann-Stiftung erscheinen als Bildungskirchen, deren Vertreter und Adepten als Priester und Propheten predigend durch die Lande ziehen, um ihre Heilsbotschaft zu verkünden. Denn in der Welt des real existierenden Bildungsgeschehens leben und arbeiten noch viel zu viele Sünder, die vom falschen Weg abgebracht werden müssen. Es gibt ja immer noch Menschen, die ein differenziertes Schulsystem für sinnvoll, geistig-kulturelle Inhalte und Wissen für notwendig, Kompetenzen für eine Chimäre, Leistung für wichtig, Inklusion für problematisch, Individualisierung für einen Trick und Tablets für verzichtbar halten.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 38

Bildungspolitik am Gängelband der OECD:

„Die Politik verzichtet auf ihren Gestaltungsfreiraum zugunsten einer übernationalen Organisation, die nach eigener Aussage eine bestimmte Wirtschaftsordnung und damit Wirtschaftspolitik vertritt. […] Die von der OECD finanzierten und in Auftrag gegebenen Studien entmachten de facto nationale Bildungspolitik.“
Univ.-Prof. Dr. Volker Ladenthin, „Zur Praxis pädagogischer empirischer Forschung“
in „COICIDENTIA – Zeitschrift für europäische Zeitgeschichte“, Beiheft 4/2014, S. 105f

Fundament der Demokratie:

„In einem Staat, der sich ‚Republik‘ nennt und als Demokratie definiert, spielen […] Bildung und Bildungswesen eine fundamentale Rolle für die Möglichkeit der Selbstbestimmung der Bürger.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 102f

Emanzipation des Geistes:

„Ich bin der Auffassung, dass die Allgemeinbildung eine größere Rolle spielen muss, damit die Menschen flexibler sind.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, bildungsklick.de am 27. Jänner 2016

„Intellektuelles Tor zur Welt“:

„Ich habe große Sympathien für den humanistischen Bildungsbegriff: Bildung als das intellektuelle Tor zur Welt. Diese humanistischen Ideale, die niemals die professionelle Ausbildung vernachlässigten, legten größten Nachdruck auf die Bildung von Werten, angefangen bei denen der Aufklärung, ebenso wie auf die Befähigung zum eigenständigen und kritischen Denken.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, BMBWF-Journal, 1.2018, S. 4

Sensitive periods of neural plasticity:

„Children’s early life experiences during sensitive periods of neural plasticity shape the brain structures and functions underlying their cognitive aptitudes. One critical experience is language exposure. Specifically, the language quantity (e.g., number of words) and quality (e.g., sentence complexity, lexical diversity) that young children hear are the foundation of later language and literacy skills and nonverbal capacities, including executive functioning, math ability, and social skills. Children’s language exposure varies substantially in relation to their socioeconomic status (SES).“
Dr. Rachel R. Romeo u. a., „Beyond the 30-Million-Word Gap: Children’s Conversational Exposure Is Associated With Language-Related Brain Function“.
In: „Psychological Science“, 2018, Vol. 29(5), S. 700

Auf die Eltern kommt es an:

„An infant’s developing sense of self and security is developed through their relationships with their carers and is strongly influenced by parent behaviours. The foundations of secure parent-child attachment develop during the first year of life, through parental attunement to infant cues and warm and responsive parenting.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 29

The most important childhood predictor:

„The BCS findings (Anm.: BCS = British Cohort Study) reveal that children’s emotional health, reported by mothers, was the most important childhood predictor of self-perceived emotional health (e.g. depression) at age 26 and overall life satisfaction at age 34. In fact, childhood emotional health was more strongly associated with these outcomes than family economic resources, family psychosocial resources, and children’s cognitive ability.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 20

Frühe Prägung:

„Gaps in children’s readiness to learn manifest themselves early. If unaddressed, they can affect children’s cognitive and noncognitive skills over the long term.“
World Bank Group (Hrsg.), „Growing Smarter“ (2018), S. 20

Die Differenz im Elternhaus wächst:

„An additional year of daily mother–child reading would increase children’s reading test scores in the early school grades by 41 percent of a standard deviation on average. […] Substantial numbers of parents do not read to their children on a regular basis. In 2007, 16 % of all parents of a child aged 3-5 years and 29 % of parents living below the poverty line reported that neither they nor other family members read to their children at least three times per week. This represents an increase since 2001 when the number was 26 % of poor parents. In addition, the gap in the amount of time that parents spend with their children overall and in educationally relevant activities has widened over the last 20 years because the rate at which highly educated mothers have increased amount of time in they spend in educational activities with their children has exceeded the rate at which mothers with less education increased such time with their children.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 5

Crucial for a child’s learning and cognitive, social and emotional development:

„Parental involvement is a key factor for educational success: a stimulating home environment and parental engagement is crucial for a child’s learning and cognitive, social and emotional development.“
EU-Kommission (Hrsg.), „A whole school approach to tackling early school leaving“ (2015), S. 15

Violence and/or neglect in childhood:

„Adults who experienced violence and/or neglect in childhood have lower levels of education, more limited opportunities for employment, lower earnings, and fewer assets.“
Gillian Huebner u. a., „Beyond Survival: The Case for Investing in Young Children Globally“ (2016), S. 16

Ergebnis einer Befragung der SchülerInnen Deutschlands:

„Fünf Prozent der Achtjährigen gaben an, dass sich niemand in der Familie wirklich um sie kümmere. Unter den Vierzehnjährigen meinte das sogar fast jeder zehnte.“
Der Spiegel online am 19. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Eingreifen zum Schutz der Kinder:

„Einige Eltern verstehen erst, wie ernst die Konsequenzen sein können, wenn finanzielle Leistungen gekürzt werden oder Bußgeldbescheide eintreffen. Von diesen Rechtsmitteln muss viel mehr und viel konsequenter Gebrauch gemacht werden. […] Der Gesetzgeber sollte sich klarmachen, dass diese Sanktionen keine Strafe für die Familie sein sollen, sondern vielmehr ein Ansporn, die Bildung der Kinder nicht zu vernachlässigen.“
Ahmad Mansour, „Klartext zur Integration – gegen falsche Toleranz und Panikmache“ (2018), S. 299f

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zur hohen Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


Studierbefähigung sinkt:

„Studienanfänger, die ein Mint-Fach, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik, wählen, haben immer öfter unverzeihliche Schwächen in Rechentechnik und im Verfolgen mathematischer Grundgedanken. An der Universität müssen sie Vorbereitungskurse besuchen. Das kostet unnötig Steuergeld.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Ernüchternde Bilanz:

„Die ‚kompetenzorientiert‘ trainierten Absolventen können schlicht nicht mehr hinreichend lesen, schreiben und rechnen, geschweige denn organisieren und unter Belastung den Überblick behalten.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 125

Bildungsreformern fehlt didaktisches Wissen:

„In Zeiten von Alexa und Siri mag für viele unstrittig sein, dass dank Digitalisierung Menschen kein Faktenwissen mehr brauchen. Wissen ist jederzeit und überall verfügbar, so dass sich Schüler voll und ganz auf die Kompetenzentwicklung konzentrieren können. Diese Argumentation verkennt den Unterschied zwischen Faktenwissen und Klugheit sowie den Zusammenhang von Oberflächenverständnis und Tiefenverständnis, wie er in der Didaktik seit jeher bekannt ist.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 12. Oktober 2018

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Kein Platz mehr für Bildung im klassischen Sinn?

„Kompetenzorientierung, Praxisnähe, Modularisierungen, Qualifikationsprofile, employability, Wettbewerbsvorteil, Kostenneutralität: Die Schlagworte aktueller Bildungspolitik markieren nicht nur neue Moden, sie signalisieren auch einen gravierenden Bruch mit den Idealen klassischer Bildungskonzeptionen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 28

„Nahezu absurd“:

„Alles primär unter den Leitstern der employability zu stellen – der Umbau des Bildungssystems nach Bologna mit der Verkürzung der Ausbildungsgänge und dieser oberflächlichen Orientierung an den Kompetenzen –, ist nahezu absurd.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 31

Bildung in der Falle der „Kompetenzmodellierung“:

„Hat man zur Maximierung von Effizienz erst einmal auf Kompetenzmodellierung gesetzt, ist man auch an sie gebunden, zumal wenn man für die Leistungsfähigkeit von Bildung gar kein anderes Kriterium mehr hat als Kompetenzgenerierung. Die Bildungspolitik ist damit in die Falle getappt, in der Unternehmen sitzen, die ihren ganzen Betrieb auf eine einzige Produktpalette eingestellt haben.“
Univ.-Prof. Dr. Christoph Türcke, „Lehrerdämmerung – Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet“ (2016), S. 40

Persönlichkeitsbildung statt Kompetenzrasterdenken:

„Die Qualität einer Schule macht nicht das Messbare und Vergleichbare aus, ihr Wert hängt nicht vom Abhaken erfüllter Kompetenzen ab. Entscheidend für eine Gesellschaft ist, dass das Schulwesen kritisch denkende und gebildete Persönlichkeiten hervorbringt.“
Mag. Christian Höfner, Schriftführer des FA Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich) vom Dezember 2018

„Das sollte uns Sorgen machen“:

„Worum man die Kinder betrügt, ist tatsächlich die Persönlichkeitsbildung. Man hinterlässt kulturell im Grunde verbrannte Erde, weil daraus nichts mehr wachsen kann. Denn diese Menschen werden dann selber über Studiengänge irgendwann wieder selber Lehrer. Und das sollte uns Sorgen machen.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, BundeslehrerInnen-Tag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Auch Wissen wieder wertschätzen!

„Wenn wir LehrerInnen unseren SchülerInnen beibringen, dass es nicht so nötig sei, etwas zu wissen, sondern nur darauf ankomme, zu wissen, wo das Wissen zu finden ist, dann dürfen wir nicht vergessen, dass es für sie wichtig und unverzichtbar ist zu wissen, was es überhaupt zu finden geben könnte, und wenigstens zu wissen, was man wissen wollen sollte.“
Univ.-Prof. MMag. DDr. Erwin Rauscher, Rektor der PH Niederösterreich, ÖGSR-Symposium, Wien am 23. Jänner 2019

Jahrelanges Lehrerbashing hinterließ schmerzliche Spuren:

„Es ist nicht verwunderlich, dass viele von uns das Gefühl haben, eher Häme und Kritik ausgesetzt zu sein, als öffentlich Dank und Anerkennung zu ernten für die großartige Leistung, die wir erbringen. […] Noch gilt es, Medien und breite Öffentlichkeit von der Qualität der österreichischen Lehrkräfte zu überzeugen, und hier sind eindeutig sämtliche Stakeholder gefragt.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 14

Berufliche Zufriedenheit:

„Results show that, across all participating countries and economies, students in schools with teachers who are satisfied with their current job score 15 points higher in science, on average, than students with less-satisfied teachers. This difference in performance persists (around five score points) even after accounting for students’ and schools’ socio-economic profile.“
Dr. Tarek Mostafa u. a., „Science teachers’ satisfaction: Evidence from the PISA 2015 teacher survey“ (2018), S. 53

„Advocate for public education”:

„Eliminating unions does not produce higher achievement, better teachers, or even higher test scores. Eliminating unions silences the most powerful advocate for public education in every state.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 126

Wo Finnland vorbildlich ist:

„The teaching force in Finland is highly unionized; almost all teachers are members of the Trade Union of Education.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Developing Effective Teachers and School Leaders. The Case of Finland“.
In: Darling-Hammond u. a., „Teaching in the Flat World“ (2015), S. 37

Die Basis für Finnlands Erfolg:

„TALIS 2013 results show 58.6% of Finnish teachers (primary and secondary) agreed that the teaching profession is valued in society – one of the highest proportions among participating countries and far above the TALIS average of 30.9%.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 153

Japan:

„One of the most marked characteristics of Japanese society is the high status attached to education, which is seen as being the bedrock of a successful career, social advancement and prestige.“
Matthias Pilz u. a., „Problematic transitions from school to employment: freeters and NEETs in Japan and Germany“.
In: „Compare“, 2015, Vol. 45, No. 1, S. 79

Global Teacher Status Index 2018:

„Our new data suggests that there is a correlation between the status accorded to teachers through the GTSI 2018 and student outcomes in their country. In other words, high teacher status is not just a ‘nice to have’ – increasing teacher status can directly improve the pupil performance of a country’s students. Ministers should take teacher status seriously and make efforts to improve it.“
Varkey Foundation (Hrsg.), „Global Teacher Status Index 2018“ (2018), S. 11

Nachhaltige Folgen einer fatalen „Schulpolitik“:

„Wie sollen solche Kinder in Ruhe lernen können, wenn sie zu Hause hören, wie die Lehrerinnen und Lehrer vom Vater oder der Mutter als unfähige Idioten bezeichnet werden?“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom November 2018, S. 13

Schäden schnellstmöglich beheben:

„Es ist notwendig, dass wir den Lehrberuf attraktiv machen. Das ist sehr wichtig, das ist ein ganz entscheidender Punkt, und ich kann Ihnen versprechen, wir werden uns darum wirklich äußerst bemühen, weil tatsächlich die Zukunft davon abhängt.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Aus Überzeugung für die LehrerInnen:

„Überzeugte Standesvertretung ist äußerst wichtig, es braucht sie, um nicht unterzugehen. Es ist eine schöne Aufgabe, sich für die Kollegenschaft zu engagieren und sie zu vertreten, und es ist es wirklich wert und unbedingt notwendig, sich für die AHS einzusetzen, für Chancengerechtigkeit, Entfaltung von Begabungen und die dafür entsprechende Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte und die SchülerInnen.“
Mag. Walter Klopf, Vorsitzender der ÖPU Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich) vom Dezember 2018

Ordnung und Sicherheit Basis für Bildungserfolg:

„School safety is an important element of student academic achievement across a wide range of heterogeneous countries, regardless of geography, dominant race/ethnicity, language, culture, and economic development.“
IEA (Hrsg.), „Do both boys and girls feel safe at school – and does it matter?“ (2019), S. 9

Wachsendes Problem:

„In Europe, where over 80 per cent of children between 5 and 14 years of age use mobile telephones, it is reported that between 2010 and 2014 cyberbullying increased from 8 to 12 per cent, especially among girls and children at younger ages.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 6

Frankreich:

„Ende Oktober hat Bildungsminister Jean-Michel Blanquer seinen Aktionsplan zum Schutz der Schule vorgestellt. Er verspricht unter anderem, Störfälle im Schulbereich konsequenter zu ahnden und zu sanktionieren. Und auch bei Bedarf Polizisten zum Sicherheitsdienst in der Schule anzufordern. Dafür plädierte auch gestern Staatspräsident Emmanuel Macron.“
Deutschlandfunk online am 7. November 2018

Hilflosigkeit:

„Schon im schulischen Alltag erleben Kinder und Jugendliche, dass alles meist nicht so ernst gemeint ist. Vieles wird angekündigt. Oft im Ärger, wenn eine Situation eskaliert. Aber wird das, was angekündigt wurde, auch umgesetzt? Die Erfahrung der betroffenen Schüler spricht dagegen.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 50

Mangel an Erziehung:

„Statt ‚erzogen‘ werden die Kinder ‚in ihrer Entfaltung begleitet‘, im Vertrauen darauf, dass sie ‚instinktiv spüren, was gut für sie ist‘. […] Diese Erziehungsverweigerung hat schlimme Folgen, bis hin zur Verachtung der Eltern oder zur völligen Abwendung der Kinder von ihren Eltern, die doch eigentlich immer ihre Freunde sein wollten.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform
„Leistung & Vielfalt“, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2016, S. 6

Dunkelziffer:

„Manche Schulleiter verschweigen Konflikte und Schwierigkeiten an ihren Einrichtungen, um den Ruf der Schule nicht zu gefährden. Wer schweigt, lässt Lehrer, Eltern und Schüler im Stich. Er tut niemandem einen Gefallen. Im Gegenteil.“
Ahmad Mansour, „Klartext zur Integration – gegen falsche Toleranz und Panikmache“ (2018), S. 296

„Right to learn”:

„All students have a right to learn. This means that if a student is making it impossible for a teacher to teach or students to learn, and in-class strategies have been attempted, they must be removed from the lesson temporarily until the situation can be resolved in some way.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 45

LehrerInnen als „ultimate operations managers“:

„They have to manage 25 or so often-unruly direct reports. Think it’s easy to effectively manage a large class for seven hours? Throw in a fair percentage of students with any number of impulse-control issues and it’s a wonder teachers can keep any semblance of order.”
Dr. Victor Lipman, „The (Underrated) Leadership Qualities Of Teachers“, forbes.com am 8. August 2016

Einhaltung von Regeln unverzichtbar:

„Die wenigsten Schüler mögen es, wenn im Klassenzimmer Chaos herrscht. […] Die Schule kann zwar keinen Einfluss auf die Familien nehmen. Doch sie kann klar vermitteln, dass in der Schule eben diese Regeln gelten.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

„Children‘s Worlds+“

„Laut einer repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung erleben viele Heranwachsende in Deutschland ihre eigene Schule als unsicheren Ort. Während immerhin acht von zehn Grundschülern dem Satz ‚Ich fühle mich sicher in meiner Schule‘ zustimmen, ändert sich das nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule deutlich.“
Der Spiegel online am 19. Februar 2019

Alles andere als Einzelfälle:

„Bullying affects a high percentage of children, compromising their health, emotional well-being and academic work, and is associated with long-lasting consequences continuing on into adulthood. […] Online or in person, bullying has a serious impact on both the victim and the perpetrator. Moreover, bullying comes at a high cost to society.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 2

Österreich im traurigen Spitzenfeld:

„The prevalence of bullying varies considerably across Europe. Lithuania, Belgium, Estonia, Austria and Latvia are some of the countries with relatively high victimisation rates between around 20 % and 30 %, compared to the lower rates of Denmark, Sweden, Czech Republic, Croatia, Italy and Spain below 10 %.“
NESET (Hrsg.), „How to Prevent and Tackle Bullying and School Violence“ (2017), S. 6

„Einzelfälle ...":

„Viele Übergriffe werden von Vorgesetzten verschwiegen und nicht gemeldet. Das Schweigen hilft schließlich fast allen: Direktoren müssen nicht um den Ruf ihrer Schule bangen, die Eltern bekommen keine größeren Probleme, und der Stadtschulrat kann sich weiterhin der Illusion hingeben, es sei alles in Ordnung. Wenn ein Vorfall an die Öffentlichkeit gelangt, spricht man einfach von einem tragischen Einzelfall.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 41

Unterstützung durch Schulbehörden notwendig:

„Hinschauen und Haltung einnehmen. Natürlich braucht es dafür auch die Unterstützung durch die Behörden. Wenn sich ein Schüler oder eine Schülerin permanent nicht an Regeln hält, den Unterricht stört, verbal und körperlich aggressiv ist und damit das Klassenklima und das Schulklima zerstört, dann muss es Konsequenzen geben, im Extremfall auch einen Schulverweis.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 15

Die Probe aufs Exempel:

„Wer Jugendliche in den öffentlichen Verkehrsmitteln darauf hinweist, das Rauchen zu unterlassen oder die Schuhe von den Sitzbänken zu nehmen, geht ein erhebliches Risiko ein.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 42

Grenzen:

„Es gibt einen Unterschied zwischen rigider, auf Macht oder Konvention beruhender Grenze einerseits und sinnvoller, Halt gebender Grenze andererseits. Diese Unterscheidung ist deswegen von Bedeutung, weil der Begriff der Grenze nämlich noch eine weitere Konnotation in sich trägt: die des Schutzes, der Leitlinie, des Geländers, an dem als festem Punkt gestützt man sich experimentell weiterentwickeln kann, bis man dieses Geländer dann wirklich nicht mehr braucht. Um diese Art von Grenzen geht es in der Erziehung.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 211f

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

In Österreich noch weitgehend unbekannt:

„All schools should have an area where students presenting temporarily challenging behaviour can be housed safely, quickly and quietly without fuss. This zone should be staffed with personnel trained in its management.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 48

Digitale „Brandbeschleuniger“:

„‚Bei Konflikten in der Schule, bei Mobbing, aber auch bei Rangkämpfen innerhalb von Klassen, wirken Messengerdienste wie etwa WhatsApp wie ein Brandbeschleuniger. Teilweise sind die Beiträge in den sozialen Netzwerken sogar die eigentliche Brandursache.‘ Es gebe heute keinen Mobbingfall an einer Schule mehr, der nicht gleichzeitig eine Online-Dimension habe.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heimatzeitung online am 20. Februar 2019

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Mobbing und Bullying auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/mobbing-bullying.


Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Fördern braucht Fordern:

„Man entwickelt Intelligenz nur, wenn sie auch gefordert wird, wenn man anspruchsvolle Aufgaben bekommt. Dann lernt man besser schlussfolgerndes Denken, effizienter Informationen zu verarbeiten.“
Univ.-Prof. Dr. Elsbeth Stern, Deutschlandfunk online am 24. Juli 2018

Anspruch auf individuelle Förderung:

„Alle Schülerinnen und Schüler haben gemäß schulgesetzlicher Aussagen einen Anspruch auf individuelle Förderung und die Gesellschaft hat ein Interesse an ihrer eigenen Reproduktion und Weiterentwicklung. Deshalb ist eine leistungsorientierte Forderung und Förderung aller Schülerinnen und Schüler eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung unserer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft.“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, seit Dezember 2017 Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes.
In: „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2015, S. 31

Erkenntnis aus Deutschlands Nationalem Bildungspanel (NEPS):

„Mit der strikten Differenzierung nach den Fähigkeiten steigen die Leistungen, und es gibt auch hierfür keine stärkeren Effekte der sozialen Herkunft als in integrierten Systemen. Der wichtigste Mechanismus dafür ist wirklich die kognitive Homogenität. Sie führt immer zu höheren Leistungen, also auch in integrativen Systemen. Am günstigsten aber ist die Kombination von kognitiver Homogenität der Schulklassen und der weiteren Homogenisierung durch eine strikte Differenzierung.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Slowenien:

„It is underlined that all children including those with special educational needs, the talented and the disabled alike, have a right to receive education corresponding to their abilities.“
Anna Cseh, „Programmes of talent identification and talent management in Slovenia“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 166

Dringender Handlungsbedarf:

„Es braucht dringend eine Ent-Heterogenisierung der Schulklassen im Hinblick auf die Nutzung der Lernfähigkeiten und der Lernwilligkeit. Lernen ist immer ein Integrieren von neuer Information in aktiviertes Vorwissen, und je homogener dieses Vorwissen von Lernenden ist, desto einfacher, aber auch sicherer ist die Steuerung der Lernprozesse im Klassenverband und desto besser werden die Lernresultate.“
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Steiner, „Im Würgegriff von LEHRPLAN 21“ (2018), S. 8f

Von Baden-Württembergs Absturz lernen!

„Bei allen Bildungsstudien, in denen Schulformen verglichen werden, schneiden die Schüler an egalitär organisierten Schulen schlechter ab als an gegliederten. Besonders problematisch sind die Leistungen an der jüngsten Schulform: der Gemeinschaftsschule. Baden-Württemberg stürzte beim Leistungstest des IQB innerhalb von fünf Jahren von einem Spitzenplatz unter den Bundesländern ins untere Mittelfeld ab, weil sich die Gemeinschaftsschule mit ihren Selbstlernmethoden als besonders leistungsschwach erwiesen hatte.“
Rainer Werner, guteschuleblog.wordpress.com am 7. Jänner 2018

Das „Equity-Paradox“:

„Je mehr unternommen wurde, durch Angleichung der schulischen Leistungsbedienungen und Erwartungen soziale Ungleichheit zu vermindern, umso mehr machte sie sich wieder bemerkbar. Ja es sind gerade die vermeintlich Gleichheit stiftenden Maßnahmen, die Ungleichheit perpetuieren und vergrößern.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Das „Equity-Paradox“. In: Rademacher u. a., „Bildungsqualen“ (2015), S. 95

Der Vielfalt gerecht werden:

„Ich wünschte mir von einer kindgerechten Schule, dass sie die enorme Vielfalt unter den Schülern endlich akzeptiert und die Kinder dort abholt, wo sie entwicklungsmäßig stehen.“
Univ.-Prof. Dr. Remo Largo, Focus online am 15. Jänner 2019

Trend in Richtung Vielfalt setzt ein:

„Menschen unterscheiden sich […] hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, Bedürfnisse und Präferenzen, daher versuchen die meisten Bildungssysteme, unterschiedliche Arten von Bildungsgängen und Formen der Bildungsteilnahme anzubieten, insbesondere in den höheren Bildungsbereichen (Sekundarbereich II und darüber hinaus) und für Erwachsene.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 185f

Viele weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Wert homogenerer Lerngruppen auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/gesamtschule-differenzierung.


Norwegen:

„In Norway, children born into low socio-economic backgrounds face a higher risk of becoming NEET in their youth. Young people whose mother did not have an uppersecondary education are more than twice as likely to be NEET as the children of tertiary educated mothers. This effect is strongest for 15-19 year-olds, indicating a particularly strong effect of parental education on upper-secondary school drop-out. This difference is somewhat higher than in Germany, the only other country for which comparative data are available.“
OECD (Hrsg.), „Investing in Youth: Norway“ (2018), S. 44

Großbritannien:

„The United Kingdom has very low social mobility compared to other OECD nations. Children’s academic attainment is closely linked with their parents’ income, occupation and educational qualifications.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 6

Schweden:

„Für Anders Trumberg, einen Erziehungswissenschafter der Universität Örebro mit Spezialgebiet Schulwahl und Segregation, steuert Schweden bei der Chancengleichheit im Erziehungswesen auf einen Tiefpunkt zu.“
Neue Zürcher Zeitung online am 23. Juni 2018

USA:

„The achievement gap between children from high- and low-income families is roughly 30-40 percent larger among children born in 2001 than among those born twenty-five years earlier.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 134

England:

„There is a larger gap in literacy and numeracy scores between the highest and lowest achievers than in most other countries and the impact of parental background on skills attainment is stronger than in most countries.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Green u. a., „Why are Literacy and Numeracy Skills in England so Unequal?“ (2015), S. 4

England, Frankreich, Kanada und die USA:

„England ranks equal fourth amongst countries and regions in numeracy inequality. Only France, English-speaking Canada and the USA are significantly more unequal in numeracy.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Green u. a., „Why are Literacy and Numeracy Skills in England so Unequal?“ (2015), S. 9

„Independent schools“, Englands elitäre Alternative:

„71 per cent of senior judges, 62 per cent of senior armed forces officers, 55 per cent of Permanent Secretaries, 53 per cent of senior diplomats, 50 per cent of members of the House of Lords, 45 per cent of public body chairs, 44 per cent of the Sunday Times Rich List, 43 per cent of newspaper columnists, 36 per cent of the Cabinet, 35 per cent of the national rugby team, 33 per cent of MPs, 33 per cent of the England cricket team, 26 per cent of BBC executives and 22 per cent of the Shadow Cabinet attended independent schools - compared to 7 per cent of the public as a whole.“
Social Mobility and Child Poverty Commission (Hrsg.), „Elitist Britain“ (2014), S. 10

„Alternative Formen der Segregation“:

„Die erhoffte soziale Chancengleichheit ist ein Irrtum. Fast alle Gesamtschulländer haben alternative Formen der Segregation entwickelt.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kleine Zeitung online am 28. Mai 2016

OECD-weites Faktum:

„Children with parents of a lower socio-economic status have lower educational performance, e.g. PISA mathematics scores are about one-fifth lower than for those with highly educated parents, which represents more than three years of equivalent additional schooling.“
OECD (Hrsg.), „A Broken Social Elevator? How to Promote Social Mobility“ (2018), S. 41f

Bildungswissenschaftlich längst nachgewiesen, von manchen „BildungsexpertInnen“ Österreichs aber leider noch immer verdrängt, ignoriert oder gar geleugnet :

„Die Gesamtschule schafft nachweislich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des differenzierten Bildungssystems.“
Univ.-Prof. Dr. Alexander Lorz, Bildungsminister Hessens, „Werteorientierung, Wahlfreiheit und Chancengerechtigkeit“ (2017), S. 6

„In all countries and economies”:

„In all countries and economies that participated in PISA 2015, socio-economic status has considerable influence on students’ performance in science, reading and mathematics. On average across OECD countries, the mean PISA science score among disadvantaged students was 452 points, while among advantaged students it was 540 points. This gap of 88 points is the equivalent of about three full years of schooling.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Am größten ist der sozioökonomisch bedingte Leistungsrückstand 15-Jähriger in Luxemburg und Frankreich.

Equity in Education:

„Im sozioökonomisch schwächsten Viertel der Schülerinnen und Schüler – und auf dieses Viertel fokussiert die OECD-Publikation – befinden sich in Österreich so viele junge Menschen mit Migrationshintergrund, so viele junge Menschen, die die Unterrichtssprache nicht verstehen, wie dies in kaum einem anderen OECD-Staat der Fall ist.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Aufs Elternhaus kommt es an:

„Die Integration der Migrantenmütter ist entscheidend für die Integration der Kinder.“
Dr. Thomas Liebig, Wiener Zeitung online am 29. Mai 2018

USA:

„According to one national study, 72 percent of middle-class children know the alphabet when starting school, as opposed to only 19 percent of poor children.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 116

Mit 2 Jahren sechs Monate Rückstand:

„Differences in vocabulary and language processing efficiency between infants from higher- and lower-SES families were evident at 18 months, and by 24 months there was a 6-month gap between SES groups.“
Univ.-Prof. Dr. Amy Pace u.a., „Identifying Pathways Between Socioeconomic Status and Language Development“.
In: „Annu. Rev. Linguist.“ 2017, S. 293

Bildungsstandardüberprüfung am Ende der Volksschule:

„10 % der Kinder von Eltern mit tertiärem Bildungsabschluss, 17 % der Kinder von Eltern mit maximal Matura, 28 % der Kinder von Eltern mit Berufsausbildung und 52 % der Kinder von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss erreichen die Bildungsstandards nicht oder nur teilweise.“
BIFIE (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band 2“ (2016), S. 26

Frühkindliche Prägung:

„Childhood socioeconomic status (SES), characterized by parental educational attainment, occupation and income, is associated with early experiences that are important for cognitive development. […] SES is linked to children’s neurocognitive func¬tion across numerous domains, including language, self-regulation, memory and socio-emotional processing.“
Univ.-Prof. Dr. Kimberly Noble u. a., „Family Income, Parental Education and Brain Structure in Children and Adolescents“ (2015), S. 1

Falscher Ansatz:

„Meines Erachtens ist es falsch zu denken, über Bildung könne man Bildungsgerechtigkeit erzeugen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 106

Themenverfehlung:

„Letztlich kann man sozialpolitische Fragen nicht nur durch Bildungspolitik lösen. Da muss man auch sozialpolitisch aktiv werden.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, Der Standard online am 5. Oktober 2015

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Zahlreiche Erkenntnisse zur Bedeutung außerschulischer Einflüsse auf den Bildungserfolg auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/chancengerechtigkeit.


Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

 

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Schluss mit dem Verdrängen!

„Das Problem Aggression von Schülern gegenüber Lehrern wird noch viel zu oft tabuisiert.“
Gerhard Seier, Vorsitzender der GÖD Tirol, Tiroler Tageszeitung online am 17. März 2019 

Fatale Verengung:

„Durch diese Reduktion auf nur drei Kompetenzen geht genau das an Bildung verloren, was eigentlich das Wesen von Bildung ausmachte, nämlich die Vielfalt, die unterschiedlichsten Dimensionen des Lebens, die unterschiedlichsten Dimensionen von Kultur und Gesellschaft, die unterschiedlichsten Formen von Weltaneignung, Weltverständnis und Selbstverständnis, die immer im Fokus von Bildungskonzepten und Bildungsanstrengungen gestanden sind.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Bundeslehrertag 2019 der ÖPU Oberösterreich, 27. März 2019

Sparen auf Kosten der Jugend beenden!

„Um eine Erhöhung des Budgets für die Schulen werden wir nicht herumkommen, wenn wir die Chancen für unsere Jugend nicht verschlechtern wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 7 

Ressourcen statt Privatisierung!

„Mehr Ressourcen, vor allem auch fürs Gymnasium, müssen endlich her, denn in vielen Ländern lautet die Alternative zu einem stiefmütterlich behandelten öffentlichen Schulwesen schlicht Privatschule.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Auf die Qualität kommt es an:

„Ich halte nichts davon, das Medium in den Vordergrund zu schieben und zu sagen, der Unterricht muss jetzt digital ablaufen. Der Unterricht muss zuerst und vor allem fachlich gut sein, und wenn digitale Medien einen guten Beitrag dazu leisten können, kann man das ja machen. Ich habe nur Sorge, dass gegenwärtig im politischen Diskurs angenommen wird, der Unterricht wird grundsätzlich besser, wenn wir ihn digital gestalten. Das glaube ich nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Thein, Standard online am 2. April 2019

Auf die ersten Lebensjahre kommt es an:

„‚Von Anfang an gehen aufgrund uneinheitlicher Startbedingungen sehr viele Chancen verloren. Auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten ist dieses Defizit nur schwer auszugleichen. Wir müssten früher, in den ersten Lebensjahren und im Kindergarten, mit individuellen Fördermaßnahmen ansetzen.‘ Ob einem Kind daheim vorgelesen oder mit ihm gesprochen werde, oder Kinder nur vor Fernseher oder Computer sitzen, mache einen massiven Unterschied aus.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019