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Zitate

Medien-Zitate ab 1. Dezember 2017

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Neue Höchstwerte:

„Die Zahl der in Österreich lebenden Staatsangehörigen aus Nicht-EU-Staaten erhöhte sich im Laufe des Jahres 2017 um 15.948 Personen (+2,32 %) auf 702.354 Personen, was einem Anteil von 50,3% an allen ausländischen Staatsangehörigen in Österreich entspricht. Unter den ausländischen Staatsangehörigen waren die Zuwächse im Jahr 2017 bei Bürgerinnen und Bürgern aus Rumänien (+10.147), Ungarn (+6.590) und Syrien (+6.444) besonders hoch.“
Statistik Austria, Pressemitteilung vom 6. Februar 2018

Durchschnittliches Bildungsniveau:

„Im Vergleich zu den anderen Migrationsgruppen ist das durchschnittliche Bildungsniveau von AsylwerberInnen und -berechtigten gering. Dies wirkt sich hinderlich für eine bessere Arbeitsmarktintegration aus. Daher führt die Migration hier zu einem merklichen Anstieg der Arbeitslosenquote.“
ÖIF (Hrsg.), „Fiskalische und ökonomische Effekte verschiedener Migrationsformen“ (2017), S. 8

Arbeitslosenquote 20- bis 29-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2016):


Österreich:
Großbritannien:
Schweden:
EU-Mittelwert:
Frankreich:
 Inland
  7,1 %
  7,2 %
  8,3 %
13,3 %
16,4 %
EU-Ausland
  9,1 %
  5,1 %
11,3 %
12,2%
15,9%
Drittstaaten:
17,1 %
11,0 %
23,9 %
23,5 %
28,2 %
Eurostat, Abfrage vom 5. Dezember 2017

NEET-Anteil unter den 15- bis 24-Jährigen (Stand 2016):


Deutschland:
Österreich:
OECD-Mittelwert:
Großbritannien:
Frankreich:
Im Land Geborene
  5,3 %
  8,0 %
11,9 %
12,4 %
13,7 %
Zugewanderte
16,4 %
18,9 %
17,8 %
10,4 %
20,6 %
ECD (Hrsg.), „International Migration Outlook 2017“ (2017), Figure 2.11.

Anm.: Der NEET-Anteil gibt den Anteil derer an, die sich weder in Ausbildung, noch in Arbeit oder Schulung befinden.

Großbritanniens hochselektive Einwanderungspolitik:

„Foreign-born men and women showed higher educational attainment than their UK-born counterparts during this period (Anm.: 1993-2015), with the educational attainment gap rising over time. […] In 2015, nearly one in two recent migrants was in the highest educational category compared to one in four UK-born workers.“
http://www.migrationobservatory.ox.ac.uk am 23. März 2017

„Migration policies have become increasingly skill-selective“

„For example, in Ireland in 2003, more than 40 % of immigrant students were raised by a mother who had not attained upper secondary education; by 2012, this percentage had fallen to 9 %.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 53“ (2015), S. 2

Besondere Herausforderung:

„Es ist kein Zufall, dass die meisten Flüchtlinge und Migranten nach Schweden, Deutschland und Österreich wollten. Das liegt nicht an den klaren Seen, sondern an der guten wirtschaftlichen Lage sowie den finanziellen Anreizen. Hinzu kommt, dass vor allem schlecht Qualifizierte auf den Arbeitsmarkt zuwandern und nicht – wie in den klassischen Zuwanderungsländern – hoch Qualifizierte aus aller Welt.“
Dr. Franz Schellhorn, „Agenda Austria“-Direktor. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration - Sozialstaat“ (Jänner 2018), S. 35

Educational differentials:

„Area of origin accounts for a substantial portion of educational differentials between foreign and native-born individuals.“
Dr. Mehtap Akgüc u. a., „Educational Attainment and Labor Market Performance: An Analysis of Immigrants in France“ (2015), S. 1

Faktor Umgangssprache:

„Im Allgemeinen profitieren die Schüler davon, wenn im Elternhaus die Sprache des Aufnahmelands gesprochen wird. In Nordeuropa, Frankreich und der Schweiz verringern sich die Leistungsabstände bei den PISA-Ergebnissen zwischen Schülern mit im Inland geborenen Eltern und Schülern mit im Ausland geborenen Eltern um mehr als die Hälfte, wenn die Zuwanderer zu Hause eine PISA-Testsprache – d.h. Sprache des Aufnahmelands – sprechen.“
OECD (Hrsg.), „Integration von Zuwanderern: Indikatoren 2015“ (2015), S. 250

Voraussetzung für gelingende Integration:

„Die Erwartungen klar zu machen und gleichzeitig strikt, aber fair auf die Einhaltung gewisser Regeln zu pochen, ist in diesem Zusammenhang die ganz große Herausforderung.“
Demetrios G. Papademetriou, Präsident a. D. des „Migration Policy Institute. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration - Sozialstaat“ (Jänner 2018), S. 41

Von den Erfahrungen anderer lernen!

„Wer in Ländern wie England und den USA beobachtet hat, welche Konsequenzen die Publikation von globalen Testdaten einzelner Schulen z.B. auf die Immobilienpreise von Stadtteilen hat, wird sich keine Illusionen machen, was den verständigen Umgang mit solchen Daten in der Öffentlichkeit betrifft.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Brügelmann, „Vermessene Schulen – standardisierte Schüler“ (2015), S. 110

Wie wahr!

„Ich bin immer für mehr Transparenz, aber es ist zu befürchten, dass eine Veröffentlichung der Schulergebnisse massive negative Konsequenzen hätte.“
Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, Die Presse online am 5. Juli 2016

Konsequenz öffentlicher Rankings:

„In the United Kingdom […] the permanent exclusion rate in schools increased 300 % in the three years following the implementation of league tables.“
OECD (Hrsg.), „Governing Education in a Complex World“ (2016), S. 85

Finnlands Stärke:

„In Sweden many parents are demanding, whereas in Finland very few put pressure on the school in relation to academic standards. […] In Finland, it is commonly believed in the research community that one of the most important explanations for good PISA outcomes is trust.“
Tomas Matti (Hrsg.), „Northern Lights on PISA 2006“ (2009), S. 71

Vertrauen statt Kontrolle:

„Finnish society and its education system place great importance on their schools and day-care facilities and trust the proficiency of their school leaders, teachers and educational staff, with no national standardised tests or high-stakes evaluation.“
OECD (Hrsg.), „Education Policy Outlook: Finland“ (2013), S. 4

Responsibility:

„Accountability is the remainder that is left when responsibility is subtracted. Responsibility grows from trust.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Learning First“. In: Gariepy u.a., „Educational Accountability“ (2009), S. 11

Fehlsteuerung:

„Rankings machen vieles kaputt, weil sie die falschen Anreize setzen.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 73

Vertrauen und pädagogische Freiheit:

„Teachers, for their part, need to be able to trust that they are allowed to work like other highly educated experts, as autonomous pedagogical professionals, in a way that takes full advantage of their potential. This Finnish model of the teacher’s role, which is based on trust, seems to be yielding excellent results in international comparison.“
Univ.-Prof. Dr. Tiina Silander u. a., „The Theory and practice of Building Pedagogical Skill in Finnish Teacher Education“.
In: Heinz-Dieter Meyer u. a., „PISA, Power und Policy“ (2013), S. 95

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Ländervergleichende Analysen zeigten, dass die Leistungen 15-jähriger SchülerInnen in keinem Zusammenhang mit der freien Schulwahl und dem Wettbewerb, dem Schulen ausgesetzt waren, standen.“
Dr. Barbara Herzog-Punzenberger, „Migration und Mehrsprachigkeit – wie fit sind wir für die Vielfalt?“ (2017), Policy Brief Nr. 5, S. 5

Broad, rich and deep education!

„Childhood isn’t deferrable; young people get one opportunity to learn in school and we owe it to them make sure they all get an education that is broad, rich and deep. There is more to a good education than league tables.“
Amanda Spielman, seit Jänner 2017 Englands Chief Inspector of Education, Children's Services and Skills, The Telegraph online am 10. März 2017

Bildungswissenschaftliche Zitate zu „Ranking“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/ranking 


Resiliente SchülerInnen:

„Die Analyse von PISA-Daten zeigt, dass es heute in Deutschland deutlich mehr Schülerinnen und Schüler gibt, die trotz eines eher bildungsfernen Elternhauses solide Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erwerben. Der Anteil dieser Schülerinnen und Schüler ist hierzulande im vergangenen Jahrzehnt so stark gewachsen wie in kaum einem anderen OECD-Land. Waren es im Jahr 2006 nur 25 Prozent, galten im Jahr 2015 schon 32,3 Prozent der sozioökonomisch benachteiligten Schülerinnen und Schüler als ‚resilient‘, was heißt, dass sie trotz ihres ungünstigen sozioökonomischen Hintergrunds im PISA-Test solide Leistungen zeigen.“
Vodafone Stiftung (Hrsg.), „Erfolgsfaktor Resilienz“ (2018), S. 3

In denselben neun Jahren ist der Anteil resilienter SchülerInnen in Österreich dank einer inferioren „Schulpolitik“ von 28 Prozent auf 23 Prozent zurückgegangen.

Die Bilanz eines Jahrzehnts von Schulreformen, die in Österreich für mehr „soziale Gerechtigkeit“ sorgen wollten:

„Die Abhängigkeit der Leseleistung vom Bildungshintergrund der Eltern hat sich verstärkt, das heißt, dass sich der Leistungsabstand von Kindern aus Akademiker-Haushalten zu jenen, deren Eltern höchstens Pflichtschulabschluss haben, seit 2006 kontinuierlich vergrößert hat.“
Presseaussendung des BMB vom 5. Dezember 2017

Leistungskluft mit 10:

„Bedrückend ist die zunehmende Leistungskluft zwischen Kindern von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss und Akademikerkindern. Diese Differenz beträgt derzeit im Mittel 96 Punkte, was rund drei bis vier Lernjahren entspricht. […] Damit scheitern die Volksschulen bei ihrer wichtigsten schulischen und demokratischen Aufgabe: dem Ausgleich unterschiedlicher Startbedingungen.“
Mag. Dr. Wolfgang Feller, Projektleiter Bildung der „Agenda Austria“, Der Standard online am 28. Dezember 2017

Gesamtschulstaat Frankreich:

„Wer in armen Verhältnissen aufwächst, hat nur eine kleine, zweiprozentige Chance, in der Schule zu den Klassenbesten zu gehören.“
Die Zeit online am 20. August 2017

Maximale inegalité:

„Frankreich ist […] eines der zwei Länder innerhalb der OECD (zusammen mit Neuseeland), in denen der Unterschied zwischen Schülern mit hohem ökonomischen, kulturellen und sozialen Status der Eltern einerseits und Schülern mit schwachem ökonomischen, kulturellen und sozialen Status der Eltern andererseits am größten ist.“
Univ.-Prof. Dr. Christine Delory-Momberger, „Der Umgang mit Diversität als ein fundamentales Problem der französischen Schule“
in Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle u. a., „Schule und Unterricht in Frankreich“ (2012), S. 16

Die sechs OECD-Staaten, in denen die Wahrscheinlichkeit zu studieren mit Abstand am stärksten vom Bildungsabschluss der Eltern abhängt (Stand 2012):

1. Italien
2. Polen
3. USA
4. England
5. Nordirland
6. Frankreich
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2014: OECD Indicators“ (2014), Table A4.1b

USA – immer mehr Segregation nach der Wohnadresse:

„The increasing concentration of income and wealth (and therefore of resources such as schools, parks, and public services) in a small number of neighborhoods results in greater disadvantages for the remaining neighborhoods where low- and middle-income families live.“
Univ.-Prof. Dr. Sean Reardon u. a., „Growth in the Residential Segregation of Families by Income“ (2011), S. 1

Unfaire Problementsorgung:

„Aktuell sind alle westlichen Gesellschaften von einem Anstieg an Ungleichheit gekennzeichnet, die Bildung alleine ist überfordert, wenn die Gesellschaft nicht ebenfalls versucht, Gleichheit zu schaffen.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, progress-online.at am 21. Juni 2017

Sturheit beenden!

„Einheitsschulen, Ganztagsschulen, individuelle Förderung, längeres gemeinsames Lernen - alle diese Maßnahmen erzeugen keine ‚Bildungsgerechtigkeit‘ (der Begriff gehört eingemottet). Wollen wir immer wieder mit längst gescheiterten Strategien aufs Neue scheitern?“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase, Presseberichte Wolfgang Kuert vom 21. Jänner 2018

Die Chance schulischer Vielfalt:

„Nichts ist jedenfalls so ungerecht wie die gleiche Behandlung Ungleicher. Man macht die Schwachen nicht stärker, indem man die Starken schwächt.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wir brauchen gebildete Eliten“,
58. Internationales Bodenseetreffen, Bregenz am 30. September 2017

Von anderen Staaten lernen:

„Man wolle den getrennten Deutschunterricht semesterweise installieren und so kurz wie möglich halten. Ziel sei der möglichst rasche Umstieg in den Regelunterricht. Faßmann verwies auch auf Beispiele anderer Länder (Deutschland, Kanada), in denen bereits so vorgegangen werde.“
Die Presse online am 24. Jänner 2018

Anders als in Österreich:

„In Frankreich, den Niederlanden und Deutschland sprechen fast 50 % der fremdsprachigen Zuwanderer zu Hause die Sprache des Aufnahmelands.“
OECD (Hrsg.), „Integration von Zuwanderern: Indikatoren 2015“ (2015), S. 66

Estland, Europas PISA-Sieger:

„In Estonia, there is a particular focus on early intervention for children whose home language differs from the national language. It is reported that, in 50 % of ECE settings, specialist professional staff are provided to support the targeted groups with speech and language therapists and 'special' pedagogues.“
IEA (Hrsg.), „Early Childhood Policies and Systems in Eight Countries“ (2016), S. 79

Österreichs enorme integrationspolitische Herausforderung:

„Mehr als drei Viertel (77 %) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hatten eine andere Muttersprache als Deutsch.“
ÖIF (Hrsg.), „migration & integration. zahlen.daten.indikatoren“ (2017), S. 50

Die Konsequenz politischen Versagens:

„Von den 18- bis 24-Jährigen mit Migrationshintergrund, unter denen Jugendliche mit Abstammung aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie mit türkischer Herkunft dominieren, zählen 18,0 % zu frühen Schul- und Ausbildungsabgängerinnen und -abgängern. In der Bevölkerungsgruppe ohne Migrationshintergrund fallen dagegen nur 4,3 % in diese Kategorie.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2015/16 – Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2017), S. 124

Gelingensbedingungen:

„Ohne das Beherrschen der deutschen Sprache, ohne das Bekenntnis zu unseren gemeinsamen Werten und Regeln und ohne Arbeitsplatz wird Integration nicht gelingen.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF in ÖIF (Hrsg.), „Frauen – Statistiken zu Migration & Integration 2016“ (2017), S. 5

Österreich eines der führenden Einwanderungsländer:

„Der aktuelle Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung liegt zwischen 10 % (Burgenland) und 19 % (Vorarlberg), mit Ausnahme der 31 % in Wien.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Österreichischer Zahlenspiegel“ vom Dezember 2015, S. 3

Chancenhalbierung:

„Students who do not speak the language of instruction at home are only about half as likely to be resilient, compared to students who speak the language of instruction at home, after accounting for socio-economic status.“
Prof. Dr. Tommaso Agasisti u. a., „Academic resilience“ (2018), S. 25

Bis zu 5-jährige Integrationsprogramme im hohen Norden Europas:

„In Denmark […] illiterate refugees who lack basic skills may receive additional language training, which goes beyond the scope of the official three-year induction programme and lasts for up to five years in total. There are similar arrangements in Norway and Sweden, where training may be extended according to the needs of individual refugees and the capacity of the local authority concerned.“
OECD (Hrsg.), „Making Integration Work“ (2016), S. 36

Grenzen des pädagogisch Machbaren verstehen:

„Innere Differenzierung wird besonders an den Pflichtschulen seit vielen Jahren mit größtem Engagement praktiziert, sie stößt aber angesichts des stetig wachsenden Anteils an Schülern mit unzureichenden Sprachkenntnissen längst an die Grenzen des pädagogisch Machbaren.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zum Thema „Migration“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-l-bis-p/migration 


Familie unter Druck:

„Über die letzten beiden Jahrzehnte hat sich der Zeitdruck auf die Familien kontinuierlich erhöht. Sowohl Männer als auch Frauen sind nun mehr und persistenteren Zeitrestriktionen ausgesetzt.“
ÖIF (Hrsg.), „Familienzeit – Wie die Erwerbsarbeit den Takt vorgibt“ (2018), S. 41

„Immer mehr lebensuntüchtige, unglückliche junge Menschen“

„In der Absicht, das Beste für die durchschnittlich 1,3 Kinder pro Familie in Österreich zu ermöglichen, erreichen Eltern (und Institutionen) genau das Gegenteil: Wir entlassen immer mehr lebensuntüchtige, unglückliche junge Menschen ins Erwachsenenleben.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom Dezember 2017

Die digitale Revolution und ihre Opfer:

„Man ist ständig im Katastrophenmodus und deshalb versucht man, Kinder auch schnellstmöglich ruhig zu stellen. Im schlimmsten Fall setzt man sie noch vor den Fernseher oder vor ein Tablet, dann sind sie für mehrere Stunden beschäftigt.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, www.businessinsider.de am 6. Juli 2017

„All parents can help their children“

„The evidence shows all parents can help their children achieve their full potential by spending some time talking and reading with their children – even, perhaps especially, when their children are very young.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Wales“ (2014), S. 49

Die ersten fünf Lebensjahre:

„Experts have noted that most behavioural and cognitive ability gaps that can explain discrepancies in adult outcomes already exist at age five, and emphasise that schooling plays a minor role in either limiting or widening those gaps.“
Benoit Guerin, „Breaking the cycle of disadvantage“ (2014), S. 2

„A poor strategy”

„Gaps in skills emerge early, before formal schooling begins. Waiting until kindergarten to address these gaps is a poor strategy. It creates achievement gaps for disadvantaged children that are costly to close.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 11

„Ein hinreichendes und verlässlich verfügbares Maß an Zeit“

„Um zu gewährleisten, dass Familien die ihnen zugeschriebenen Aufgaben auch zukünftig erfüllen können, brauchen sie Schutz und Unterstützung durch Staat und Gesellschaft. Eines der wesentlichen Unterstützungsmerkmale, auf die Familien dabei angewiesen sind, ist ein hinreichendes und verlässlich verfügbares Maß an Zeit für Familie.“
Bundesministerium für Familie, Deutschland (Hrsg.), „Zeit für Familie. Familienzeitpolitik als Chance einer nachhaltigen Familienpolitik“ (2012), S. 1

Investition in die Bildung:

„Parental engagement with the child is in the form of investments in educational goods analogous to firm investments in capital equipment.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „The economics of human development and social mobility“ (2014), S. 3

Frühe Prägung:

„The Progress in International Reading Literacy Study (PIRLS) study has demonstrated a positive relationship between early literacy activities at home and reading performance at the age of ten. The study found that children whose parents read, sang and played with alphabet toys with them on a daily basis had much higher reading performances than their peers who had minimum parental engagement in reading.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 69

Stärkung der Familie:

„Um jungen Menschen eine gelingende Bildungsbiografie zu ermöglichen, ist die Stärkung der Familie unerlässlich.“
Univ.-Prof. Dr. Alexander Lorz, Bildungsminister Hessens, „Werteorientierung, Wahlfreiheit und Chancengerechtigkeit“ (2017), S. 6

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-f-k/famumfeld 


„Eltern müssen altersadäquat Grenzen setzen“

„Es ist ein Erziehungsbankrott, wenn Eltern ihre Leitungsverantwortung zurücklegen und an das Kind delegieren. Eltern verlassen sich oft auf die Selbstregulation des Kindes. Sie strukturieren die Umwelt für das Kind nicht. Das überfordert es komplett. Außerdem lernen Kinder weder Frustrationstoleranz noch Bedürfniskontrolle.“
Prof. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, Kurier online am 19. Jänner 2018

Nachhaltige Schädigung:

„Children who are bullied are likely to experience a range of negative psychological outcomes, including depression, anxiety, thoughts of suicide and low life satisfaction. […] The social, emotional and psychological effects of bullying can be severe and can persist throughout childhood into adulthood.“
UNICEF (Hrsg.), „Hidden in Plain Sight: A statistical analysis of violence against children“ (2014), S. 120

Mobbing 4.0:

„Eine neue Qualität ist das Cybermobbing, also die Benutzung von Smartphones und Neuen Medien, sozialen Medien. Das hat wirklich eine neue Qualität, weil dort die Täter anonymisiert sind, und das führt zu einer Enthemmung und natürlich auch zu einer extremen Verbreitung.“
Klaus Seifried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin a. D., Deutschlandfunk online am 19. April 2017

Fehlende Lebenstüchtigkeit:

„Es ist Wahnsinn, wenn Eltern ihre Kinder völlig allein lassen im Medienkonsum. Ich sehe in meiner Arbeit in der Praxis, wohin so etwas führt: Es kommen immer mehr Jugendliche, die überhaupt nicht lebenstüchtig sind, 18-Jährige etwa, die psychisch gesehen auf der Stufe von Kleinkindern stehen, und dazu häufig noch hochaggressiv sind.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, heute.de am 11. Juni 2017

Anteil der 13-Jährigen, die nach eigener Angabe in den letzten Monaten mindestens zweimal pro Monat Opfer von „bullying“ waren (Stand 2013/14):

Schweden:
Niederlande:
Deutschland:
Finnland:
England:
Internat. Mitelwert:
Frankreich:
Estland:
Österreich:
5 %
9 %
11 %
11 %
12 %
12 %
13 %
16 %
19 %
WHO (Hrsg.), „HBSC-Studie 2013/14“ (2016), S. 201

Mobbing und Diskriminierung im Netz:

„Mobbing oder Diskriminierung im Netz kommt relativ häufig vor: Acht Prozent der Jugendlichen waren schon einmal betroffen.“
Die Presse online am 24. Jänner 2017

Die Folgen von Cyber-Mobbing:

„Wir wissen aus der Neurologie, dass die Schmerzzentren des Gehirns auf Demütigung reagieren. Manche Opfer bekommen Depressionen und Schlafprobleme. Schüler können sich dann oft nicht konzentrieren, die Noten lassen nach.“
Univ.-Prof. Dr. Joachim Bauer, Neurobiologe der Uniklinik Freiburg, Morgenpost online am 7. Februar 2017

„Victims of bullying often decide to stay out of school“:

„On average across OECD countries, about 9% of frequently bullied students (but only 4% of students who are not frequently bullied) reported that they had skipped school more than three or four times in the two weeks prior to the PISA test.“
OECD (Hrsg.), „PISA In Focus 74“ (Juli 2017), S. 4

Unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht in Asien selten:

„High-performing school systems, such as those in Japan, Korea and Shanghai-China have very low levels of student truancy: less than 5 % of students had skipped classes in these school systems.“
OECD (Hrsg.), „Resources, Policies and Practices in Sweden’s Schooling System“ (2014), S. 22

Österreich liegt mit mehr als 11 % deutlich über dem OECD-Mittelwert von 7 % …

Erhebung unter SchulabbrecherInnen Schwedens:

„For more than half of them, bullying is the foremost reason for dropping-out. For many, bullying started as early as their later compulsory school years. School personnel and other adults working closely with the young people have been criticized because they do nothing despite the fact that they are aware of what is going on.“
EU-Kommission (Hrsg.), „10 reasons for dropping-out” (2013), S. 6

Gravierende Auswirkungen auf den Schulerfolg:

„Schools where the incidence of bullying is high by international standards (more than 10 % of students are frequently bullied) score 47 points lower in science, on average, than schools where bullying is less frequent (schools where less than 5 % of students are frequently bullied). This difference in performance between the two types of schools remains substantial (around 25 score points) even after accounting for differences in schools’ socio-economic profile.“
OECD (Hrsg.), „PISA In Focus 74“ (Juli 2017), S. 3

Viele bildungswissenschaftliche Zitate auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Basis für Resilienz:

„Einer der Hauptfaktoren, die Resilienz positiv beeinflussen, also Schüler trotz sozialer Nachteile gute Ergebnisse erzielen lassen, ist ein Unterricht, der von den Schülern als störungsfrei und geordnet wahrgenommen wird.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“, Presseaussendung vom 29. Jänner 2018

Effektive und gerechte Disziplinsysteme:

„Schulen mit hohen Dropout-Raten haben überdurchschnittlich häufig ineffektive und in den Augen der SchülerInnen ungerechte Disziplinsysteme. Sie gehen einher mit verbreitetem Schulschwänzen, das mehrheitlich unbeachtet und ungeahndet bleibt.“
BMB (Hrsg.), „AusBildung bis 18 für alle!“ (2017), S. 87

Gelebte Respektlosigkeit:

„Der Umgang mit den Lehrern ist insgesamt respektloser und würdeloser geworden. […] Allein wie sich viele Schüler schon an ihren Platz hinlümmeln, hat etwas Respektloses. Da steht die Trinkflasche vor dem Gesicht, das Käppi wird nicht abgenommen und mit dem Handy wird gespielt.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Focus online am 13. Juni 2017

Unübersehbar:

„Wir Kinderärzte verschließen nicht die Augen, wir sehen täglich in den Vorsorgeuntersuchungen, was längst belegt ist: Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen, insbesondere im Bereich der Konzentration, Sprache und Motorik, nehmen zu.“
Dr. Michael Hauch, Kinderarzt, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 22. Februar 2014

Making teaching and learning easier:

„Deference toward authority will make certain kinds of teaching and learning easier, as children will accept a teacher’s authority without challenge or contradiction.“
Univ.-Prof. Dr. Heinz-Dieter Meyer u. a., „Gauging the Role of Non-educational Effects in Large-scale Assessments: socio-economics, culture and PISA outcomes“. In: Heinz-Dieter Meyer u. a., „PISA, Power und Policy“ (2013), S. 214

„Time-out-Plätze“

„Es braucht tatsächlich Räume bzw. Orte, wohin Schüler gehen können, um ihre emotionale Übererregung zu regulieren.“
Dr. Luise Hollerer, Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP), Die Presse vom 29. Oktober 2014

Respekt Basis für Bildungserfolg:

„Wenn Schüler oder Eltern der Schule keinen Respekt entgegenbringen, ist sie untauglich für die Lebensvorbereitung unseres Nachwuchses.“
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Berliner Umschau vom 8. Mai 2014

Unterstützung durch die Schulleitung:

„Too often, teachers complained that their senior leaders did not assert their authority.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 6

Wertlose Regeln:

„Wenn es keine Sanktionen gibt, haben Regeln relativ wenig Wert für die Kinder.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Die Ganze Woche vom 30. Jänner 2018

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Several studies based on cross-country analysis of PISA data have highlighted the importance of a positive classroom climate for students’ academic achievement.“
Prof. Dr. Tommaso Agasisti u. a., „Academic resilience“ (2018), S. 19

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung von Disziplin für Schulerfolg auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Fast 2 Lernjahre Leistungsrückstand von 10-Jährigen mit Migrationshintergrund:

„Ergebnisse einer Regressionsanalyse zeigen, dass im Jahr 2016 15 Punkte (= 29 %) des gesamten Leistungsunterschieds von 51 Punkten durch ein – nach Zuwanderungshintergrund – unterschiedlich hohes kulturelles Kapital (in Form von Buchbesitz) in den Familien erklärt werden können. Dies weist darauf hin, dass ein Großteil des Kompetenzunterschieds zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund nicht auf unterschiedliche soziale Lagen zurückgeführt werden kann.“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS 2016. Die Lesekompetenz am Ende der Volksschule. Erste Ergebnisse“ (2017), S. 78f

Die Integrationsaufgabe wächst weiter:

„Zuwanderungsbedingt wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre steigen, wobei bis 2035 ein Anstieg um 8% von derzeit 1,71 Mio. auf 1,86 Mio. zu erwarten ist. Dazu tragen sowohl die zuwandernden unter 20-Jährigen als auch Geburten der Immigrantinnen bei. Ohne Zuwanderung nach Österreich würde die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2035 um 7% auf 1,59 Mio. absinken.“
Statistik Austria, Pressemitteilung vom 23. November 2017

Österreich und Deutschland an Europas Spitze:

„In der Europäischen Union insgesamt wurden im Zeitraum 2015 bis April 2017 2,8 Millionen Asylanträge registriert. […] Die 2,8 Millionen Anträge entsprechen 0,55 % der Bevölkerung der EU. Demgegenüber stehen u.a. Schweden, Österreich und Deutschland mit einer deutlich höheren Betroffenheit. In Österreich zum Beispiel wurden Asylanträge im Ausmaß von 1,6 % der Wohnbevölkerung gestellt – also dreimal mehr als im EU-Schnitt.“
ÖIF (Hrsg.), „Fiskalische und ökonomische Effekte verschiedener Migrationsformen“ (2017), S. 14

Rasantes Wachstum:

„Der Anteil der 15-jährigen SchülerInnen mit zwei zugewanderten Elternteilen ist von 11 % im Jahr 2000 auf 18 % im Jahr 2012 gestiegen. Weitere 9 % wiesen einen im Ausland geborenen Elternteil auf.“
Dr. Barbara Herzog-Punzenberger, „Migration und Mehrsprachigkeit – wie fit sind wir für die Vielfalt?“ (2017), Policy Brief Nr. 1, S. 15

In Wien verfügt fast die Hälfte der 10-Jährigen über kein ausreichendes Leseverständnis:

38 % der 10-Jährigen Österreichs verfügen über kein ausreichendes Leseverständnis. In Wien sind es sogar 44 %.
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2015 – Deutsch, 4. Schulstufe, Landesergebnisbericht Wien“ (2016), S. 31

Kein Platz für stures Festhalten:

„Manche haben offensichtlich noch immer nicht realisiert, dass viele bildungspolitische Maßnahmen der letzten Jahre nicht die gewünschten Ergebnisse für die Betroffenen gebracht haben. Wer jetzt mit kampfrhetorischen Vokabeln wie ‚Ghettoklassen‘ politisches Kleingeld machen möchte, handelt nicht nur unverantwortlich, sondern verkennt auch die schwierige Situation an vielen Schulen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Deutsch-Förderklasse Gebot der Stunde:

„Generationen von Kindern erhalten nun erstmals die Chance, mit gleichen Chancen und Möglichkeiten eine erfolgreiche Schulkarriere zu starten. Die Einrichtung von Deutsch-Förderklassen ist vor allem in Wien ein Gebot der Stunde sowie eine Frage der Fairness, der Vernunft und der Chancengerechtigkeit.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 30. Jänner 2018

Zahlreiche Vorbilder:

„In almost half of European countries, education authorities allow for intensive training in the language of schooling for newly arrived migrants in preparatory classes. Normally, when the newly arrived student enters a preparatory class in a local school, more emphasis is initially put on the language of schooling and, as the student’s knowledge of the language improves, other school subjects are gradually introduced.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Key Data on Teaching Languages at School in Europe 2017“ (2017), S. 134

Integrationsbarometer 2/2017:

„Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass in Österreich Parallelgesellschaften existieren. 8 von 10 Befragten sprechen sich dafür aus, dass islamische Kindergärten und Moscheen strenger kontrolliert werden.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbarometer 2/2017“ (2017), S. 7

„It is not enough to rely on the belief that integration will happen in time“:

„If targeted interventions, such as language and integration programmes, are to be effective, it is critical that they reach immigrants as soon after their arrival as possible. Without such intervention, the immigrants may become segregated from society, and the longer they are not provided with education intervention, the worse this segregation can become. Segregation has serious and negative long-term effects for the immigrants, their children and their host country. It is not enough to rely on the belief that integration will happen in time.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 126

Direkt anleitender, ermutigender Unterricht:

„‚Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder aus bildungsfernem Milieu.‘ Während leistungsstärkere Schüler mit fast allen Lehrstilen zurechtkämen (zur Not unter elterlicher Mithilfe), bedürfe gerade das sozial benachteiligte Kind eines direkt anleitenden, ermutigenden Unterrichts.“
Univ.-Prof. Dr. Hermann Giesecke, ziert nach Prof. Dr. Michael Felten, Kölner Stadt-Anzeiger am 5. Oktober 2017

„Für die schwächeren Schüler besonders wirksam“

„Studien zeigen auch, dass frontale Unterrichtsphasen gerade für die schwächeren Schüler besonders wirksam sind. Die sind von sehr offenen Formaten schnell überfordert.“
Univ.-Prof. Dr. Miriam Vock, Süddeutsche Zeitung online am 7. April 2017

„Beide, die Starken und die Schwachen profitieren davon“

„Wissen im direkten Gespräch mit dem Schüler zu vermitteln, Frontalunterricht also, das war auf einmal ein pädagogisches Verbrechen. Wieso eigentlich? Das Max-Planck-Institut in Berlin bescheinigte dieser Methode bereits 1996 große Überlegenheit. Zu demselben Ergebnis kommt eine umfangreiche amerikanische Studie aus dem Jahr 2012. Demnach führt der Frontalunterricht dazu, dass die Schüler besser zuhören, weniger diskutieren und experimentieren und dafür das Wissen vertiefen. Beide, die Starken und die Schwachen profitieren davon.“
Berliner Zeitung online am 18. Oktober 2017

Eine Ursache für Finnlands PISA-Erfolge:

„Bei den ersten Pisa-Testungen zehrte Finnland vom strengen Frontalunterricht. […] Finnlands Lehrer waren noch nicht zu ‚Lernbegleitern‘ degradiert.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), S. 32

Wenn Lernen fast unmöglich wird:

„Wenn vier oder mehr Gruppen mit einem einzigen Lehrer in einem Raum an unterschiedlichen Themen arbeiten, sind Lärm und Chaos vorprogrammiert.
Kinderpsychiater Michael Winterhoff: ‚Lernen ist in so einer Umgebung fast unmöglich. Das Gehirn ist nämlich damit beschäftigt, den Lärm auszublenden.‘“
Bild online am 18. November 2017

Propaganda versus bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Nicht zu viel Frontal-Unterricht, weniger direkte Instruktion sei seit einiger Zeit rigoros die Devise. Doch das sei nicht effektiv und ‚empirisch Unfug‘.“
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Südwest Presse online am 2. Mai 2017

Profil eines erfolgreichen Lehrers:

„Sozialarbeiter, Berater, Hilfestellungsleistender und väterlicher Freund muss der Lehrer sicherlich auch gelegentlich sein, er muss aber vor allem eine Respektsperson sein, eine Autorität im Auftreten, in der psychosozialen Kompetenz und in seinem pädagogisch-didaktischen Vorgehen und seinem Fachwissen.“
Univ.-Prof. DDr. Gerhard Roth, „Bildung braucht Persönlichkeit – Wie Lernen gelingt“ (2011), S. 288

Schulpolitik mit Sachkenntnis in Deutschland:

„Ein bisschen weniger Open Space und Gruppenpuzzle wäre gut. Dafür mehr Unterricht, der zur Ruhe beiträgt und Wissen vermittelt. Die Fachleute sagen: je größer die Leistungsunterschiede in einer Gruppe, desto wichtiger diese Art des Unterrichts.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands des Jahres 2017, Der Spiegel vom 4. November 2017

Schulpolitik mit Sachkenntnis in England:

„The PISA report found that teacher-led approaches such as explaining how a science idea can be applied to a number of different phenomena had a net positive impact on pupil scores. Whereas allowing pupils to design their own experiments; allowing pupils to investigate and test their ideas; holding class debates about investigations; and requiring pupils to argue about science questions and a number of other ‘child-centred’ teaching approaches resulted in a net negative impact on science outcomes.“
Nick Gibb, Englands Schulminister, Ansprache vor dem Education World Forum, 24. Jänner 2017

Lehrerausbildung auf den letzten Stand bringen!

„Zu frühe Eigenverantwortlichkeit, zu viel selbstgesteuertes Lernen, zu oft unstrukturierte Gruppenarbeit – was in der Lehrerausbildung vielfach noch Trend ist, überfordert gerade die schwächeren Schüler.“
Prof. Dr. Michael Felten, Kölner Stadt-Anzeiger am 5. Oktober 2017

Weitere bildungswissenschaftliche Zitate zu „Unterrichtsmethoden“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/unterrichtsmethoden


Keine Zeit zu verlieren:

„Das Problem, dass so viele Kinder dem Unterricht nicht folgen können, ist so ernsthaft, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 25. Jänner 2018

„Wir haben in Graz einen hohen Bedarf“

„In Graz liege der Anteil an außerordentlichen Schülern und Schülerinnen bei rund 20 Prozent - daher begrüße man die Initiative des Bundes ausdrücklich.“
Kurt Hohensinner, MBA, Grazer Stadtrat für Bildung, Integration und Sport, ORF Steiermark online am 22. Jänner 2018

Enorme Versäumnisse:

„Viel zu lange wurde das Problem der sprachlichen Integration von den bildungspolitischen Verantwortungsträgern vernachlässigt und die Lehrerinnen und Lehrer sehr oft alleingelassen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Enorme Herausforderung:

„Betrachtet man die Gesamtheit aller österreichischen VolksschülerInnen, so besuchen 8 % eine Klasse, in der mehr als drei Viertel der SchülerInnen zuhause eine andere Sprache als Deutsch sprechen.“
Dr. Barbara Herzog-Punzenberger, „Migration und Mehrsprachigkeit – wie fit sind wir für die Vielfalt?“ (2017), Policy Brief Nr. 5, S. 15

Von Österreichs Politik oft geleugnet, bildungswissenschaftlich aber nachgewiesen:

„The percentage of native pupils in schools has a positive effect on the educational performance of native pupils (10 % more native pupils is related with 1.5 points more at the math test), despite all controls for ESCS, school composition, curriculum level, urban living, private schools, and so forth.“
Tijana Prokic-Breuer u.a., „The high performance of Dutch and Flemish 15-year-old native pupils“ in „Educational Research and Evaluation: An International Journal on Theory and Practice“ (2012), S. 769f

Schulpolitik ohne Scheuklappen:

„Das so dringend nötige Förderkonzept für Kinder mit Sprachdefiziten wird endlich dem gerecht, was die Lehrerinnen und Lehrer seit Jahren fordern, nämlich einen vernünftigen Mix aus sozialer Integration und sinnvoller Differenzierung. […] BM Faßmanns Initiative zeigt, was bildungspolitisch möglich ist, wenn die Sicht auf die wahren Probleme der pädagogischen Praxis nicht durch ideologische Scheuklappen verengt wird!“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Die 4 europäischen Staaten, in denen die meisten 15-Jährigen entweder selbst zugewandert sind oder Eltern haben, von denen zumindest ein Elternteil zugewandert ist (Stand 2015):

Schweiz:
Belgien:
Deutschland:
Österreich:
Zum Vergleich:
Finnland:
53,0 %
34,4 %
32,4 %
31,1 %
 
10,9 %
Univ.-Prof. Dr. Kristina Reiss u. a., „PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation“ (2016), S. 326

Das Scheitern des finnischen Schulwesens:

„Der Unterschied bei den Erfolgsquoten zwischen Schülern ohne Migrationshintergrund und Schülern mit Migrationshintergrund der ersten Generation beträgt in Finnland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden mehr als 10 Prozentpunkte – obwohl weniger als 5 Prozent der Anfängerkohorte in Finnland einen Migrationshintergrund der ersten Generation aufweisen.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2017“ (2017), S. 192

Österreich europaweit an dritter Stelle (hinter Luxemburg und Malta):

„Mit rund 19 Personen je 1.000 Einwohner/-innen lag die Zuwanderung nach Österreich im Jahr 2015 unter den europäischen Staaten an dritter Stelle.“
ÖIF (Hrsg.), „migration & integration. zahlen.daten.indikatoren“ (2017), S. 34

Zum Vergleich: In Frankreich waren es 5 Personen.

Der Wirklichkeit ins Auge sehen:

„‚Die Praxis hat jede ideologische Debatte überholt.‘ Es gebe eine ‚praktische Notwendigkeit‘ für die Klassen, auch weil sich das Deutschniveau der neu Zugewanderten seit den 1980er-Jahren verschlechtert habe.“
BM Dr. Karin Kneissl, Oberösterreichische Nachrichten online am 25. Jänner 2018

Früh intervenieren!

„Von denjenigen, die später jugendliche Gewalt- und Intensivtäter werden, sind die allermeisten schon in der Grundschulzeit auffällig. Vor allem bei Selbst- und Fremdgefährdung kann nicht jedes Kind zu jeder Zeit seines Lebens am gemeinsamen Unterricht teilnehmen. Das muss man anerkennen.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Deutsche Welle online am 26. Jänner 2018

Frühe Prägung:

„Disobedient and aggressive behaviors measured as early as ages 3-5 predict later childhood conduct disorders and adolescent arrests. Most children with conduct disorders experience social difficulties in adulthood, whereas only 8 percent of children without conduct disorders experience such difficulties. Similarly, many children with antisocial behavior around ages 8-10 become antisocial adults and chronic criminal offenders. Almost all antisocial adults were antisocial children.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „Understanding the mechanisms through which an influential early childhood program boosted adult outcomes“ (2013), S. 19

„Wirklich sehr hart“:

„Die Kinder werden nicht mehr zur Disziplin erzogen. Die Eltern erwarten von den Lehrern, dass sie alles in Ordnung bringen, was sie selbst nicht geschafft haben in der Erziehung. Es ist wirklich sehr hart geworden für Lehrer.“
Primar Dr. Peter Michael Roth, Die Welt online am 8. April 2014

Gesetzesmangel:

„‚Es gibt derzeit keine Möglichkeit, dass ein Schüler, der wirklich und auch mehrfach gewalttätig und unangenehm und provokant ist, die Schule verlassen muss und die Lehrer und vor allem auch die anderen Kinder Schule wieder freudvoll erleben können.‘ Leider gehe es häufiger darum, wie dem einen gewalttätigen Kind geholfen werden kann, und nicht ‚wie geht es den 24 anderen, die da in der Klasse sitzen und zum Teil mit Angst in die Schule gehen.‘“
Christian Klar, Direktor einer Wiener NMS, ORF Wien online am 19. Jänner 2018

Empfehlungen des englischen Unterrichtsministeriums für schulische Disziplinarmaßnahmen:

„Good schools will have a range of disciplinary measures clearly communicated to school staff, pupils and parents. These can include:

- A verbal reprimand.
- Extra work or repeating unsatisfactory work until it meets the required standard.
- The setting of written tasks as punishments, such as writing lines or an essay.
- Loss of privileges – for instance the loss of a prized responsibility or not being able to participate in a non-uniform day (sometimes referred to as ‘mufti’ days).
- Missing break time.
- Detention including during lunch-time, after school and at weekends.
- School based community service or imposition of a task – such as picking up litter or weeding school grounds; tidying a classroom; helping clear up the dining hall after meal times; or removing graffiti.
- Regular reporting including early morning reporting; scheduled uniform and other behaviour checks; or being placed “on report” for behaviour monitoring.
- In more extreme cases schools may use temporary or permanent exclusion.“

 
English Department for Education (Hrsg.), „Behaviour and discipline in schools. Advice for headteachers and school staff“ (2014), S. 9

Regeln ohne Konsequenzen …

„In vielen Klassenräumen, in denen ich gewesen bin, hängen Plakate mit Regeln. Aber es fehlt meist das ergänzende Plakat: Welche Konsequenzen folgen bei Regelübertretungen?“
Dr. Walter Kowalczyk, Schulpsychologe und vielfacher Buchautor, www.bildungsklick.de am 5. August 2014

UNESCO:

„School violence and bullying harms the physical health and emotional well-being of children and adolescents.“
UNESCO (Hrsg.), „School Violence and Bullying“ (2017), S. 9

Die drei mit Abstand häufigsten Gründe, warum Eltern eine Schule für ihre Kinder wählen (Stand 2015):

1.
„There is a safe school environment“
2.
„The school has a good reputation“
3.
„The school has an active and pleasant school climate“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), Table II.4.15

Nachhaltige Gefährdung:

„Children who are victimized by their peers are at heightened risk for a wide range of emotional problems, including depression, loneliness, social anxiety, diminished self-worth and increased risk of suicide.“
UNICEF (Hrsg.), „Hidden in Plain Sight: A statistical analysis of violence against children“ (2014), S. 112

Rütli ist an viel zu vielen Orten:

„Vereinzelt würde es schon helfen, wenn man zum Beispiel Taschen durchsuchen dürfte. Dass mit Messern und Schlagringen auf dem Schulhof zumindest angegeben wird, ist keine absolute Ausnahme. Und es wird von der Politik immer nur reagiert, sobald etwas Schlimmes passiert. Die Rütli Schule in Berlin wurde zu einer Modellschule ausgebaut, da sieht man ja, dass es geht.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 24. Jänner 2018

Wunsch nach mehr Zeit für Familie:

„Über 60 % der Väter mit schulpflichtigen Kindern wollen mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Auch der Anteil bei Vätern mit Kindern unter sechs Jahren ist mit 58 % nur wenig niedriger.“
ÖIF (Hrsg.), „Familienzeit – Wie die Erwerbsarbeit den Takt vorgibt“ (2018), S. 9

Wertvolle Investition:

„Shared book reading may be a particularly important bedtime routine to encourage healthy cognitive development because it facilitates children’s vocabulary development, language and reading skills, and positive attitudes toward literacy.“
Dr. Lauren Hale u. a., „A Longitudinal Study of Preschoolers’ Language-Based Bedtime Routines,
Sleep Duration, and Well-Being“. In: „Journal of Family Psychology“, 2011, Vol. 25, No. 3, S. 424

Gemeinsames Lesen:

„An extra day per week of parent-child reading during the first ten years of life raises a child’s performance on standardized reading tests by about half of a standard deviation.“
Univ.-Prof. Dr. Joseph Price, „The Effect of Parental Time Investments“ (2012), Abstract

„Substantial“

„The size of the effects of parental reading to children on the reading and other cognitive skills of their children is substantial. As indicated before, comparing it to the effect of being older in age, reading on 3-5 days per week to boys has a similar effect as being just under half a year older, whereas reading on 6-7 days per week has a similar effect as being just under one year older. For girls the effects are slightly larger relative to age than for boys, comparing to just over half a year increase in age and just over one year increase in age respectively.“
Univ.-Prof. Dr. Guyonne Kalb u. a., „Reading to Young Children: A Head-Start in Life?“ (2013), S. 25

Fehlende Anregung:

„Children born into low SES families are more likely to be insufficiently stimulated owing to a poor home learning environment. Such insufficient stimulation in early childhood can result in significant differences in brain size and abnormal cortex development by the age of 3, reflected in poorer cognitive and social development. The gap in cognitive performance across socioeconomic groups at 22 months has been found to correlate with schooling outcomes at the age of 26.“
Benoit Guerin, „Breaking the cycle of disadvantage“ (2014), S. 5

Smartphones fressen wertvolle Zeit:

„Schauen Sie mal bei einem Spaziergang durch die Stadt, wie Erwachsene an ihren Smartphones hängen und die Welt um sie herum kaum noch wahrnehmen. […] Smartphones fressen auch die Zeit, die eigentlich uns und unseren Kindern gehört.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, heute.de am 11. Juni 2017

„Zentrale Rolle“

„Eltern spielen eine zentrale Rolle in Bezug auf emotionale, materielle und konkret-inhaltliche Unterstützung ihrer Kinder. Indem sie ihre eigene Bildungsaspiration und -motivation an ihre Kinder weitergeben, beeinflussen sie deren Einstellung zur Schule genauso wie deren Bildungslaufbahnentscheidungen.“
BMB (Hrsg.), „AusBildung bis 18 für alle!“ (2017), S. 76

Die Prägung des Elternhauses:

„Studies show that children from high SES families receive far more words of praise from their parents than children from low SES families. Children hailing from low-income families are exposed to negative reinforcement statements more frequently than their privileged peers. What is more, children from high SES families experience, on average, six encouragements for every discouragement. Children from families with the lowest socioeconomic statuses receive two discouragements for every encouragement.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 64

Armut der anderen Art:

„The absence of parental guidance, nourishment, and encouragement is the most damaging condition for child development. Quality parenting – stimulation, attachment, encouragement, and support – is the true measure of child advantage, and not the traditional measures of poverty commonly used in policy discussions.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and
Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 12

Erziehungsverpflichtung:

„Die beste Schule hat keine Chance, wenn in den ersten Lebensjahren Wichtiges versäumt wurde. Eltern als Erziehungs-Verpflichteten (nicht nur Erziehungs–Berechtigten) ist ihre Bedeutung für und ihr Einfluss auf die Kinder oft nicht (mehr) bewusst.“
Mag. Isabella Zins, Vorsitzende der AHS-DirektorInnen Österreichs und
stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCL news vom September 2017, S. 4

Weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum familiären Umfeld auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-f-k/famumfeld 


Blockade durchbrochen:

„Eigene Klassen, in denen Kinder, die nicht ausreichend gut Deutsch können, erst einmal die Unterrichtssprache erlernen, um dann dem Regelunterricht auch folgen zu können, waren für viele – nicht zuletzt eben auch für die Sozialdemokraten in den bisherigen Regierungen – lange Zeit ein No-go. Diese Haltung ist allerdings mehr und mehr mit der Realität kollidiert.“
Die Presse online am 22. Jänner 2018

Teppich gehoben:

„Jahrelang hat Österreichs Politik insgesamt und die Bildungspolitik im Besonderen das Problem der sprachlichen Integration unter den Teppich gekehrt. Mit BM Faßmann kann eine neue Ära beginnen, in der Leistung und Vielfalt im Bildungswesen wieder den ihnen gebührenden Stellenwert erhalten.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“
(www.bildungsplattform.or.at), Presseaussendung vom 22. Jänner 2018

Leistungsrückstand 10-Jähriger von weit mehr als einem Lernjahr im Lesen:

„In Österreich erreichen mehrsprachige Kinder im Mittel 500 Punkte auf der Lese-Gesamtskala, einsprachige Kinder hingegen 550 Punkte. Mit einer Leistungsdifferenz von 50 Punkten zählt Österreich neben Bulgarien, der Slowakischen Republik und Slowenien zu den Ländern mit dem größten Leistungsnachteil mehrsprachiger Kinder.“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS 2016. Die Lesekompetenz am Ende der Volksschule. Erste Ergebnisse“ (2017), S. 55

Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfungen bestätigen enorme Rückstände bei den 10-Jährigen:

„The testing of educational standards for mathematics in the fourth grade confirms the finding of strong inequity from international studies.“
Michael Bruneforth, MA, u. a., „Country Background Report for Austria“ (2015), S. 48

Mehr als doppelt so viele schaffen nicht den Bildungsaufstieg:

„Von den 15- bis 34-Jährigen, deren Eltern maximal eine Pflichtschule abgeschlossen haben, schaffen 23 % der Personen ohne Migrationshintergrund ebenfalls nur die Pflichtschule als höchsten Abschluss. Hingegen schließen von den Personen mit Migrationshintergrund 50 % wie ihre Eltern höchstens mit der Pflichtschule ab.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt“ (2017), S. 40

Bildungsabschlüsse der in Österreich lebenden 25- bis 64-Jährigen (Stand 2014):

„12 % der Personen ohne Migrationshintergrund (25 bis 64 Jahre) hatten als höchste abgeschlossene Ausbildung einen Pflichtschulabschluss, bei Migrant/innen waren es 27 %. Mit 60 % traf dies vor allem auf Zugewanderte aus der Türkei zu.“
Österreichischer Integrationsfonds (Hrsg.), „Migration und Bildung“ (2015), S. 2

Bildungssprachliche Fähigkeiten:

„Für den schulischen Erfolg sind die bildungssprachlichen Fähigkeiten in der Unterrichtssprache ausschlaggebend. Es genügt also für einen weitergehenden Schulerfolg für mehrsprachige SchülerInnen in höheren Schulstufen ebenso wenig, ein passables Alltagsdeutsch zu sprechen, wie für einsprachig deutschsprachige SchülerInnen. […] Bildungssprachliche Kenntnisse sind in Vokabular, Grammatik, Semantik und Pragmatik vom Alltagsdeutsch klar unterschieden – je höher die Schulstufe desto unterschiedlicher.“
Dr. Barbara Herzog-Punzenberger, „Migration und Mehrsprachigkeit – wie fit sind wir für die Vielfalt?“ (2017), Policy Brief Nr. 2, S. 10

7.400 quereinsteigende SchülerInnen:

„Die Schulstatistik weist im Jahr 2012 knapp 3.900 ankommende Kinder im Alter zwischen 5 und 9 Jahren aus sowie 3.500 zwischen 10 und 14 Jahren.“
Dr. Barbara Herzog-Punzenberger, „Migration und Mehrsprachigkeit – wie fit sind wir für die Vielfalt?“ (2017), Policy Brief Nr. 1, S. 10

Schweden:

„On 18 December 2014, the government presented a comprehensive proposal (Swedish Government 2014) for reforming the process of receiving and schooling newly arrived students in Sweden. […] The proposal introduces the concept and organisational form of ‘introductory class’, legalising a practice that has existed for decades. Students can be taught in introductory classes for a maximum of two years. After this, students need to be accommodated in mainstream classes but with special educational support, if needed.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015 - Country analysis“ (2015), S. 264

„Die Vernunft hat hier die Polemik weitgehend ersetzt“:

„Warum nicht gleich, ließe sich fragen. Weil manche länger gebraucht haben, um das zu verstehen. Und manche das partout nicht verstehen wollten – weil es nicht in ihr Weltbild gepasst hat, ihre Ideologie das verbietet. Die Grünen („Trennung statt Integration“) beispielsweise haben sich hier nach wie vor keinen Millimeter bewegt – möglicherweise auch ein Grund dafür, dass sie nun sind, wo sie sind. Und auch den gestrigen Wortmeldungen des Wiener SPÖ-Bildungsstadtrats, Jürgen Czernohorszky, und des SPÖ-Stadtschulratspräsidenten, Heinrich Himmer, merkte man das noch an.“
Die Presse online am 22. Jänner 2018

Mit 10 abgehängt:

„Among first- or second-generation migrants (not counting pupils from neighbouring Germany and Switzerland), the percentage of students below level 1 is more than twice that of native Austrians (24 % compared to 11 %) and the educational background of the students’ parents has a substantial influence on scores.“
Michael Bruneforth, MA, u. a., „Country Background Report for Austria“ (2015), S. 48

Leistungsrückstand mit 10:

„Alarmierend ist […] die Leistungsdifferenz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie beträgt im Durchschnitt 51 Punkte und entspricht damit dem Fortschritt von zwei Lernjahren. Damit scheitern die Volksschulen bei ihrer wichtigsten schulischen und demokratischen Aufgabe: dem Ausgleich unterschiedlicher Startbedingungen.“
Mag. Dr. Wolfgang Feller, Projektleiter Bildung der „Agenda Austria“, Der Standard online am 28. Dezember 2017

Deutliches Aufholen während der differenzierten Sekundarstufe I:

„Beim Vergleich dieser beiden Studien (Anm.: PIRLS und PISA) zeigt sich, dass die Effektstärke des Leistungsunterschieds zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund am Ende der Grundschule deutlich höher liegt als bei PISA.“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS & TIMSS 2011“ (2015), S. 79

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Wenn nach Leistung differenziert unterrichtet wird, gibt es weniger große Unterschiede zwischen Migranten und Nicht-Migranten, als wenn nicht leistungsdifferenziert unterrichtet wird.“
Univ.-Prof. Dr. Janna Teltemann, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2015, S. 13

Rechtzeitig intervenieren:

„Native-born children of immigrants who attend ECEC (Anm.: ECEC = early childhood education and care) are a full one year ahead in reading skills at the age of 15, according to PISA data. These effects persist even after controlling for parental education, reasons for migration, and the language spoken at home.“
OECD (Hrsg.), „International Migration Outlook 2014“ (2014), S. 91f

Sprachkenntnis Voraussetzung für Schulerfolg:

„Fehlende Deutschkenntnisse dürfen nicht dazu führen, dass einzelne Schülerinnen und Schüler die anderen vom Fortschritt im Unterricht abhalten. Wir brauchen eigene Klassen, die nur darauf fokussiert sind, den Schülerinnen und Schülern die deutsche Sprache beizubringen. Erst wenn die Kinder ausreichende Sprachkenntnisse haben, sollen sie in den Regelschulbetrieb eingeschult werden. Dabei geht es aber eben nicht um Ausgrenzung, denn die Klassen sollen wie Vorschulklassen parallel an normalen Volksschulen geführt werden, so dass es auch zum Austausch mit den anderen Schülerinnen und Schülern kommt.“
„Der neue Weg. Das Programm der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“,
Teil 2, veröffentlicht am 13. September 2017, S. 48f

Schönreden reicht nicht:

„Es reicht nicht zu sagen, Zuwanderung ist schön. In Wahrheit integrieren wir gerade nicht genug, sondern überlassen viele Leute sich selbst.“
Sigmar Gabriel, Außenminister Deutschlands, SPD, Die Welt online am 23. Dezember 2017

Der Vernunft folgen:

„Es ist vernünftig, Kinder, die neu ins Land kommen, zuerst in Sprachkurse zu geben, und sie nicht unbegleitet in das Sprachbad der Mitschüler zu werfen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 22. Dezember 2017

Das Denkverbot durchbrechen:

„Erst langsam wird man sich auch in der Öffentlichkeit dessen bewusst bzw. traut man sich, darüber zu reden, dass der zunehmende Anteil von Kindern mit geringen Deutschkenntnissen ein Problem für das Bildungssystem und ganz besonders ein Problem für die Lehrkräfte ist.“
Mag. Robert Michelic, Obmann der VCL-Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Dezember 2017, S. 1

One of the most severe forms of stress:

„Being bullied is one of the most severe forms of stress that children can experience. Prolonged exposure to the stress hormone cortisol can alter parts of the brain architecture, such as the amygdala and the hippocampus, that are critical for regulating emotions. These negative effects are more problematic for young people because the body’s system for handling stress is particularly sensitive during this period of development.“
OECD (Hrsg.), „PISA In Focus 74“ (Juli 2017), S. 4

Gefährliches Schweigen:

„Many victims of school violence and bullying do not tell anyone about their experience. Reasons include lack of trust in adults, including teachers, fear of repercussions or reprisals, feelings of guilt, shame or confusion, concerns that they will not be taken seriously or not knowing where to seek help.“
UNESCO (Hrsg.), „School Violence and Bullying“ (2017), S. 9

Risk of being bullied:

„Both sexes are at about equal risk of being bullied, but boys are more likely to be subjected to physical violence and threats, while girls seem more prone to be victims of psychological/relational forms of bullying, which can involve such actions as excluding others or spreading rumours.“
UNICEF (Hrsg.), „A Familiar Face. Violence in the lives of children and adolescents“ (2017), S. 39

Psychische Probleme junger Menschen als Folge von Bullying:

„The percentages of tenth grade students with low psychological health were 6.5 % for those who had not been bullied, 12.1 % for those who had been bullied only in the past, 30.7 % for those bullied only currently, and 44.6% for those bullied both in the past and present (nearly 7 times the percentage of those who had not been bullied).“
Dr. Laura Bogart u. a., „Peer Victimization in Fifth Grade and Health in Tenth Grade“ in „PEDIATRICS“, Volume 133 (März 2014), S. 443

Langzeitfolgen:

„The psychological and behavioural consequences of bullying victimisation are detrimental. Aside from its immediate health and psychological impact, being a bully victim in school is a predictor of low self-esteem, anxiety, and depression during adulthood, and has a negative impact on subsequent socio-economic attainment.“
Dr. Stella Chatzitheochari, „Bullying experiences among disabled children and young people in England“ (2014), S. 4

Anteil der 13-Jährigen, die nach eigener Angabe in den letzten Monaten mindestens zweimal pro Monat Opfer von „bullying“ waren (Stand 2013/14)

Schweden:
Niederlande:
Deutschland:
Finnland:
England:
intern. Mittelwert:
Frankreich:
Estland:
Österreich:
5 %
9 %
11 %
11 %
12 %
12 %
13 %
16 %
19 %
WHO (Hrsg.), „HBSC-Studie 2013/14“ (2016), S. 201

Early antisocial behaviors:

„The literature in criminology and psychology demonstrates that early antisocial behaviors are highly predictive of adolescent and adult antisocial behaviors. Antisocial behaviors measured between ages 7 and 11 strongly predict criminal behaviors in adulthood.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „Understanding the mechanisms through which an influential early childhood program boosted adult outcomes“ (2013), S. 19

Schulen benötigen Support:

„Von alleine höre Mobbing im Regelfall nicht auf, Jugendliche könnten die Probleme untereinander nicht lösen. Da brauche es professionelle Hilfe.“
Dr. Gerd Schulte-Körne, Direktor des Klinikums für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität München,
Bayerische Staatszeitung online am 20. April 2017

Lernen fürs Leben …

„Viele Mobbing-Opfer wandeln sich eines Tages zu Tätern. Mobbing, also die andauernde, absichtliche, eine Machtposition ausnutzende Schädigung eines anderen Menschen durch Wort und Tat, setzt einen sich selbst nährenden Teufelskreis in Gang.“
Bayerische Staatszeitung online am 20. April 2017

Dutzende bildungswissenschaftliche Zitate zum Thema „Disziplin“ sind auf www.bildungswissenschaft.at nachzulesen unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Die unverblümte Wahrheit:

„Die Neue Oberstufe hat mehr Probleme mit sich gebracht, als sich der letzte Gesetzgeber gedacht hatte.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 16. Jänner 2018

Balsam auf die Wunden der von Österreichs „Schulpolitik“ lang genug geplagten Betroffenen:

„Es tut gut zu sehen, dass am Minoritenplatz (Sitz des Bildungsministeriums, Anm.) endlich auf die Expertise der Betroffenen gehört wird und nicht nur auf die Meinung selbsternannter Experten.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Niederösterreichische Nachrichten online am 16. Jänner 2018

SOS:

„Das Bildungswesen kennt den Schiffbruch von Projekten, die unter der Flagge des Paradieses segeln.“
Prof. Dr. Michael Felten, „Die Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert“ (2017), S. 8

Traurig, aber wahr:

„Im Laufe der Jahre und vieler, vieler erfolgloser Reformen ist leider das System fast kaputt gegangen.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier online am 29. November 2017

Geht der Wunsch des Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGA) jetzt in Erfüllung?

„Statt sich von ‚Bildungsexperten‘ steuern zu lassen, möge Österreichs Schulpolitik ab sofort den Stimmen der Fachleute der Schulwirklichkeit Gehör schenken und Positionen, die von den Schulpartnern gemeinsam vertreten werden, höchste Priorität einräumen.“
Presseaussendung des Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGA) vom 13. November 2015

Besonnenheit und Realitätssinn:

„Minister Faßmanns Vorgangsweise ist ein erfreuliches Indiz für die Einkehr von Besonnenheit und Realitätssinn in der Ressortleitung des Bildungsministeriums.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Presseaussendung vom 16. Jänner 2018

Schonzeit für die Bildung:

„Ich glaube, der größte Segen für das Bildungssystem wäre, wenn es von Reformen verschont bliebe. Diese gleichen oft Heilsversprechen, die nicht eingelöst werden können.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Österreichs „Bildungsforschung“ der Vergangenheit:

„Die Bildungsforschung ist durch die starke Politisierung in einen deutlichen Gegensatz zur Praxis gekommen, und wird kaum als mögliche Unterstützung wahrgenommen, was aber ihre eigentliche Rolle sein sollte.“
Dr. Lorenz Lassnigg, „Politics – Policy – Practice. Eckpunkte einer sinnvollen Weiterentwicklung des Schulwesens“ (2015), S. XIV

Fakten- und wissenschaftsbasiert:

„Ich bin sozialisiert als Wissenschaftler, daher ist für mich die Ideologie weit weg. Ich bin mehr Sach- als Parteipolitiker. Ich will fakten- und wissenschaftsbasiert arbeiten.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 22. Dezember 2017

Angebot zur Zusammenarbeit:

„Schulentwicklung wird dann – und nur dann – gelingen, wenn auf Phasen des Vordenkens auch solche des Nachdenkens folgen. Minister Faßmann hat mit seiner ersten Gesetzesnovelle einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Gewerkschaft wird auf dem Weg der Besonnenheit und Praxisnähe gerne mit dem Minister zusammenarbeiten.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Presseaussendung vom 16. Jänner 2018

Vernünftiges Maß finden!

„Es ist nicht alles messbar, und es passt auch nicht alles in eine Rangliste. Die OECD, die Medien sowie übermütige Wissenschafter und Politiker haben die Messbarkeit von Bildung überschätzt.“
Dr. Hans Ambühl, Generalsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) a. D.,
Neue Zürcher Zeitung online am 30. Dezember 2017

Qualität hat viele Dimensionen:

„Bei aller Notwendigkeit, Schulpolitik faktenbasiert zu betreiben, sollte allen Beteiligten klar sein, dass man ‚gute‘ Schulen nicht so leicht in Metern und Sekunden messen kann wie etwa ‚gute‘ Skirennläufer/innen.“
HR LSI Dr. Michael Sörös, Präsident der Vereinigung österreichischer Landesschulinspektor/innen, Kurier online am 19. März 2017

Wichtig ist nicht, was leicht messbar ist:

„Eine große Gefahr besteht darin, dass vor allem das gemessen wird, was sich leicht messen lässt. Doch das muss nicht unbedingt das Wesentliche sein.“
Univ.-Prof. Dr. Remo Largo, „Lernen geht anders. Bildung und Erziehung vom Kind her denken“ (2010), S. 169

Vielfalt von Faktoren:

„‚Wir haben nichts gegen eine Leistungsorientierung, aber man kann das nicht an die Ergebnisse der Bildungsstandardtests knüpfen.‘ Denn für das Abschneiden der Klasse sei nicht nur der Lehrer verantwortlich, es komme auch auf andere Faktoren an wie beispielsweise auf das Klima und den Zusammenhalt der Klassen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Der Standard online am 30. November 2017

Bewertung von Schulen anhand der Leistungen der SchülerInnen bei standardisierten Tests „Schwachsinn“:

„Man kann anhand solcher Daten nicht die Qualität einer Schule beschreiben. Das wurde umfassend erforscht. Und das zweite Problem: Wenn Lehrkräfte solche Beurteilungen kennen, gehen sie dorthin, wo es für sie leichter ist, zu unterrichten.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kurier online am 29. November 2017

Bildung lebt von vielfältigen Lehrerpersönlichkeiten:

„Identitätslose Unangreifbarkeit auf Kosten persönlicher Eigenart ist der Totengräber jeglicher Bildung und Erziehung.“
Univ.-Prof. Dr. Joachim Bauer, „Lob der Schule“ (2007), S. 28

Das Maßband gefährdet die Bildung:

„Kompetenzen sind eben messbar, Bildung nicht. Sobald man anfängt, ‚Bildungserfolge‘ zu messen, ergibt sich zwangsläufig eine Zielverschiebung. Diese lässt sich zurückführen auf eine mächtige Koalition zwischen Bildungsforschern, denen es um quantifizierbare Ergebnisse geht, und Wirtschaftseliten, die an verwertbaren Kompetenzen interessiert sind.“
Univ.-Prof. Dr. Richard Münch, „Globale Eliten, lokale Autoritäten“ (2009), S. 57

Und das aus dem Mund der OECD:

„A country’s performance in PISA is […] unrelated to the use of standardised testing. Among countries and economies that perform near the top in science, the use of mandatory standardised tests is widespread in Beijing-Shanghai-Jiangsu-Guangdong (China), Singapore and the United Kingdom, but relatively uncommon in Germany, Korea and Switzerland.“
OECD (Hrsg.), „„PISA in Focus“, Nr. 79, Dezember 2017, S. 4

Finnland:

„The supervision of work done in Finnish schools is minimal by international standards. All traditional forms of control over the teacher’s work had disappeared by the beginning of the 1990s.“
Univ.-Prof. Dr. Hannu Simola u.a., „Education Politics and Contingency“ in Pereyra u.a. (Hrsg.), „PISA Under Examination“ (2011), S. 237

Permanentes kontrollieren und vermessen beenden!

„Wir müssen weg von diesem Phantasma permanenter Kontrollierbarkeit und der permanenten Vergleichstests. Das schafft nur unglückliche Lehrer und damit unglückliche Schüler.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, t-online.de am 26. Dezember 2017

Dutzende bildungswissenschaftliche Zitate zum Testen, Vermessen und Evaluieren sind auf www.bildungswissenschaft.at nachzulesen: http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/testen-vermessen-und-evaluieren


Schule in der Zwangsjacke:

„Die effizienz- und kompetenzorientierte Schule hindert junge Menschen, die nötige Fantasie und Kreativität zu entwickeln. […] Die Bildung des Menschen beinhaltet Formung, Entfaltung, Orientierung, Selbstgestaltung und das Gewinnen einer auch ästhetischen Urteilskraft. Bildung lässt sich nicht reduzieren auf den Erwerb von Wissen, aber auch nicht auf den Erwerb von Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, t-online.de am 26. Dezember 2017

Der Kompetenzen-Dschungel:

„Curricular verankerte Kompetenzen: Methoden-Kompetenz, Lern-Kompetenz, Medien-Kompetenz, Führungs-Kompetenz, professionelle Kompetenz, Umsetzungs-Kompetenz, Human-Kompetenz, Kritik-Kompetenz, mentale Kompetenz, Kern-Kompetenz, Frage-Kompetenz, Orientierungs-Kompetenz, Begriffs-Kompetenz, Strukturierungs-Kompetenz, Analyse-Kompetenz, Wahrnehmungs-Kompetenz, Urteils-Kompetenz, De-Konstruktions-Kompetenz, Re-Konstruktions-Kompetenz, Narrative Kompetenz. (Narrative Kompetenz hieß einmal Geschwätzigkeit.)“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), S. 82

Schmalspur-Bildung:

„Wenn die Kompetenzen so beschrieben werden, dass sie in Aufgabenstellungen umgesetzt und prinzipiell mit Hilfe von Testverfahren erfasst werden können, dann heißt dies umgekehrt, dass nur noch beschrieben wird, was testbar ist – und dass dieses Testbare plötzlich zu Bildung erklärt wird.“
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer, Süddeutsche online am 2. Dezember 2013

Faktenwissen unverzichtbar:

„If you do not know the facts, you will not know if there is anything that needs questioning.“
Daisy Christodoulou, „Seven Myths about Education“ (2014), S. 23

Mystifizierender Nonsens:

„Dieser ganze Nonsens um die kompetenzorientierte Leistungsmessung. Da ist wieder die Idee dahinter, das haben wir ja bei der Zentralmatura gesehen, dass es irgendwie mystisch möglich sein sollte, Gleichverteilung von Kompetenzen zu garantieren.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, BundeslehrerInnentag 2014 der ÖPU Oberösterreich, Linz am 19. März 2014

Ohne Wissen keine Bildung:

„Die Schule muss ein Allgemeinwissen vermitteln, das Bildungsprozesse auslösen und fördern kann.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, www.bildung-wissen.eu am 2. Oktober 2013

Bildungsferne am Steuerrad des Bildungswesens:

„Als bildungsfern erweisen sich hier die Bildungsplaner und die Agenten der kompetenzorientierten Unterrichtsbürokratie.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 124

„Kompetenzorientierte“ Misshandlung der Dichtung:

„Dichtung soll an der Schule nicht als bloße Stichwortlieferantin für aktuelle politisch-ideologische Erörterungen missbraucht werden. Lektüre vermag das kritische Bewusstsein junger Menschen zu schärfen.“
Dr. Daniela Strigl, Die Furche vom 5. Jänner 2017

Wissen rehabilitieren:

„Children need to be taught the body of knowledge that we all take for granted. In too many countries – including Britain – educationalists have argued against knowledge and in favour of skills. I believe this has been deeply damaging to millions of children, particularly those from disadvantaged backgrounds.“
Nick Gibb, Englands Schulminister, Ansprache vor dem Education World Forum, 24. Jänner 2017

Lehrpläne wieder erden:

„Die Bildungspläne haben zuletzt sehr stark auf Kompetenzen abgehoben und den Begriff des Lernens weit gefasst. Das wird gerade zurückgedreht. Denn insbesondere heterogene Gruppen benötigen konzentrierten Unterricht.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, Der Spiegel vom 4. November 2017

Wo es in Österreich schon längst Handlungsbedarf gäbe:

„On average across OECD countries, about 42 % of students who are frequently bullied – but only 15 % of students who are not frequently bullied – reported feeling like an outsider at school. Bullying can lead to depression, anxiety and sleep disorders. About 26 % of frequently bullied students reported relatively low satisfaction with life (a value less than or equal to 4 on a scale from 0 to 10). Only around 10 % of students who are not frequently bullied reported such low satisfaction with their life.“
OECD (Hrsg.), „PISA In Focus 74“ (Juli 2017), S. 4

Kein Thema?

„Jeder fünfte Schüler in Österreich wird regelmäßig gemobbt. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Sonderauswertung der Pisa-Daten zum Lernumfeld und dem Lernverhalten von 15-Jährigen.“
Der Standard online am 19. April 2017

Opfer des Laissez-faire:

„Students who are bullied are more likely to experience academic difficulties, including underachievement, lower attendance and dropping out, among others.“
UNICEF (Hrsg.), „Hidden in Plain Sight: A statistical analysis of violence against children“ (2014), S. 120

„Fürs Leben lernen …“:

„The literature in criminology and psychology demonstrates that early antisocial behaviors are highly predictive of adolescent and adult antisocial behaviors. Antisocial behaviors measured between ages 7 and 11 strongly predict criminal behaviors in adulthood.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „Understanding the Mechanisms Through Which an
Influential Early Childhood Program Boosted Adult Outcomes“ (2014), S. 19

Faktoren für Bildungserfolg:

„Completing high school requires many other skills besides those measured by achievement tests, including showing up in school, paying attention, and behaving in class.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 16

Disziplin Voraussetzung für Erfolg:

„Unsere Schüler bedürfen […] für die erfolgreiche Unterrichtsarbeit einer inneren und äußeren Anerkennung der dafür erforderlichen Disziplin. Es geht um die Stärkung und Durchsetzung von Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft und die Vermittlung und Förderung von Pflichtbewusstsein, Fleiß, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit.“
Bund Freiheit der Wissenschaft (Hrsg.), „Manifest zur Bildungs- und Schulpolitik im Jahr 2014“ (2014), S. 4

„Der Mangel an Manieren beeinflusst den Unterricht sehr stark“:

„In problematischen Klassen muss die Lehrkraft oft ein Drittel wenn nicht sogar die Hälfte der Unterrichtszeit darauf verwenden, wieder einigermaßen Gesprächs- und Unterrichtsdisziplin herzustellen. Da kommt der Lehrstoff natürlich viel zu kurz. Das schadet am meisten den leistungsschwachen Schülern, die mehr Erklärungen und Übungen bräuchten. Es ist also im ursprünglichen Sinn des Wortes asozial, wenn man den Unterricht flegelhaft stört.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Focus online am 13. Juni 2017

„Establishing the right ethos“:

„Many teachers indicated that senior leaders were not visible or assertive enough in enforcing discipline, school rules or establishing the right ethos.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 16

Orientierungslosigkeit:

„Alles in der Schule muss nach Lust und Laune erlebt werden, die Lehrer werden als Lernbegleiter bezeichnet und keiner zeigt den Kindern, dass man auch mal stillsitzen und zuhören muss.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, www.businessinsider.de am 6. Juli 2017

„Disziplin ist eine elementare Bedingung menschlichen Zusammenlebens“:

„Klare Regularien geben auch Sicherheit, Verlässlichkeit und Entspannung. Nichts ist schlimmer, als die Welt jeden Tag neu erfinden zu müssen.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Wie wahr!

„Die Schule ist nichts Spielerisches. Es braucht ein Mindestmaß an Leistungsbereitschaft.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Oberösterreichische Nachrichten online am 29. November 2017

Gewissenhaftigkeit zweitwichtigster Faktor für Bildungserfolg:

„In the case of school, conscientiousness is the most important factor aside from cognitive abilities when it comes to school performance.“
Dr. Richard Göllner u. a., „Is doing your homework associated with becoming more conscientious?“.
In: „Journal of Research in Personality“ 71 (2017), S. 1

Schule fürs Leben nach der Schule:

„‚Schule soll zur Anstrengung anhalten, um die Schüler auf das spätere Berufsleben vorzubereiten.‘ Zu Erfolgsaussichten würden Chancen schließlich erst durch Anstrengung. Und schließlich bereite Leistung gerade jungen Menschen auch Freude, weil sie etwas sehr Individuelles sei.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, www.dtoday.de am 9. April 2014

Fördernde Elternliebe:

„Wenn Eltern ihre Kinder wirklich lieben, räumen sie ihnen nicht jedes Hindernis aus dem Weg, sondern fördern ihr Durchhaltevermögen und bieten ihnen viele Anreize, Neues zu lernen. Das ist die beste Basis für eine gelingende Schullaufbahn.“
Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“
(www.bildungsplattform.or.at), Kurier online am 28. November 2017

Üben, Wiederholen, …

„Einst waren diese heute aus der pädagogischen Mode gekommenen Methoden unabdingbare Voraussetzung für ein verstehendes Lernen und dessen Festigung. Dazu gehören ebenso Anstrengungsbereitschaft, Disziplin, Pflichtbewusstsein, Gewissenhaftigkeit, Fleiß.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, „Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen“ (2016), S. 218

Zielorientierung:

„Lernen darf nicht nur vom momentanen Empfinden des Lernenden her gedacht werden, sondern auch von Zielen, die es zu erreichen gilt. Persönliche aber auch gesellschaftliche Ziele.“
HR Fritz Enzenhofer, LSR-Präsident Oberösterreichs, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2016, S. 5

„Wir brauchen eine Renaissance des Leistungsgedankens“:

„Wir müssen konkretes Wissen und Können wieder schätzen lernen. Wir brauchen wieder Zeugnisse, die keine ungedeckten Schecks sind.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, www.deutsche-handwerks-zeitung.de am 13. Juni 2017

Pädagogische Autorität, die junge Menschen emanzipiert:

„Wir dürfen nicht auf Autorität verzichten, eine Autorität, die durch fachliche Expertise begründet und auf Auflösung angelegt ist.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW; http://bildung-wissen.eu),
„Leistungsdruck oder Erleichterungspädagogik? Ansprüche der Schule“, Vortrag an der Universität Wien vom 14. Oktober 2015

Wie wahr!

„Lernen sei nicht immer nur Spaß, es gehe dabei natürlich auch um Disziplin.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 21. Dezember 2017

Jugendarbeitslosigkeit:

„In 2016, 24.6 % of persons aged 15-24 were unemployed in France, compared to an OECD average of 13 %.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right. France“ (2017), S. 17

Die Folgen der „Matura für alle“-Politik:

„In Frankreich machen viel mehr Menschen Abitur als etwa in Deutschland. Aber außer für die Eliteuniversitäten gibt es keine Zugangsbeschränkung zum Studieren. Das hat dazu geführt, dass es extrem viele Unis gibt, die aber auf einem sehr niedrigen Niveau unterrichten. Entweder Sie machen einen Abschluss, der fast nichts wert ist, oder Sie gewinnen im Lotto und werden an einer der Eliteunis aufgenommen.“
Univ.-Prof. Dr. Louis Chauvel, Die Zeit online am 8. April 2017

Frankreich:

„Only students from elite schools or with a Doctorate stand a very good chance at getting top level jobs. In that respect, the gap has increased between universities students and elite school ones.“
Univ.-Prof. Dr. Marie Duru-Bellat, „Access to Higher Education: the French case“ (2015), S. 36

Exorbitant hohe Abbrecherquote:

„In Frankreich machen drei Viertel eines Jahrgangs das Abitur (Baccalauréat). Diese außerordentlich hohe Studienanfängerquote wird nicht nur mit dem Preis einer extrem hohen Jugendarbeitslosigkeit von 22 Prozent, also rund zweieinhalbmal so hoch wie in Deutschland, bezahlt, sondern auch mit einer exorbitant hohen Abbrecherquote in Höhe von 50 Prozent eines Jahrgangs!“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, in Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 81

Von égalité ist in Frankreichs Bildungswesen keine Rede:

„Den etwa 80 Universitäten auf der einen Seite stehen als traditionsreiche Elitehochschulen die Grandes Ecoles auf der anderen gegenüber. […] Diese Einrichtungen dienen explizit der Eliterekrutierung – in ihnen werden Führungskräfte für Politik, Verwaltung, Militär, Wirtschaft und Industrie ausgebildet.“
Univ.-Prof. Dr. Peter Brenner, „Schule und Elite“ in Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Talente finden – Begabungen fördern – Eliten bilden“ (2014), S. 52

Akademisierungsfalle:

„In historischer Perspektive zeigte sich, dass die Verlängerung der Ausbildung in Frankreich seit den siebziger Jahren mit steigender Jugendarbeitslosigkeit einherging. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Seit Jahren liegt die Erwerbslosigkeit der 15 bis 24 Jahre alten Bevölkerungsgruppe zumeist über 20 Prozent und deshalb mehr als doppelt so hoch wie heute in Deutschland (knapp acht Prozent).“
Dr. Rainer Bölling, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 4. Dezember 2014

Das Ergebnis des französischen Gesamtschulwesens:

„A significant share of students still leave education without upper secondary degree. […] The family background of students is a strong determinant for the probability of early school leaving. In general, education outcomes in France are strongly influenced by the socio-economic background of the individual.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right. France“ (2017), S. 64

Neither in employment nor in education or training (NEET):

„High NEET rates close or above 20 % are still recorded in a number of countries (Croatia, Bulgaria, Italy and Romania, the latter even showing a substantial increase in 2015). There are also indications that the NEET rate is going in the wrong direction in Denmark, Finland, France and Slovakia.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Joint Employment Report 2017“ (2017), S. 38

Österreichs duale Bildung internationales Vorbild:

„Viele Länder, u. a. das Vereinigte Königreich (modern apprenticeships), Spanien (nuevo contrato de la formación y aprendizaje) und Frankreich (apprentissage nouveau), setzen auf neue/modifizierte duale Ausbildungssysteme, um den hohen Jugendarbeitslosigkeits- und Schulabbruchquoten entgegenzuwirken.“
ibw (Hrsg.), „Befragung österreichischer LehrabsolventInnen zwei Jahre nach Lehrabschluss“ (2016), S. 11

Arbeitslosenquoten im internationalen Vergleich (Stand 29. Dezember 2017):

Tschechien:
Deutschland:
Großbritannien
Niederlande:
Österreich:
Schweden:
EU-Mittelwert:
Finnland:
Frankreich:
Italien:
Spanien:
2,7 %
3,6 %
4,2 %
4,4 %
5,4 %
6,4 %
7,4 %
8,4 %
9,4 %
11,1 %
16,7 %
AMS, Pressemitteilung vom 2. Jänner 2018

Die „Matura für alle“-Politik beginnt zu wirken:

„Während es bei Personen mit maximal Pflichtschulausbildung (-3,8 Prozent), Lehrausbildung (-5,2 Prozent) und mittlerer Ausbildung (-1,9 Prozent) zu einem Rückgang der Arbeitslosen kam, verzeichnete das AMS bei Personen mit höherer Ausbildung (+2,8 Prozent) und akademischer Ausbildung (+4,8 Prozent) einen Anstieg.“
Die Presse online am 2. Jänner 2018

„Der Mensch scheint für viele immer noch beim Abitur zu beginnen“:

„Diese Verschiebung ist ein maßgeblicher Grund für den eklatanten Fachkräftemangel, den wir haben, und dafür, dass viele Sozial- und Geisteswissenschaftler als formal Überqualifizierte unterqualifizierte Stellen annehmen müssen.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik –
eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand Dezember 2017):



Deutschland:
Tschechien:
Niederlande:
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Schweden
Finnland:
Frankreich: 
Italien:
Spanien:

 
6,6 %
7,2 %
7,8 %
9,3 %
12,0 %
16,5 %
17,2 %
19,4 %
22,0 %
34,7 %
38,2 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
11
12
10
16

16
16
15
14
16
AMS, Pressemitteilung vom 2. Jänner 2018

Frankreich:

„At a staggering 59.6 % in 2015, France has one of the highest incidences of temporary employment among youth in OECD countries for which the average stands at just 25 %.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right. France“ (2017), S. 18

Spanien:

„The country’s incidence of involuntary temporary employment, 91.5 percent, is one of the highest. In comparison, the rate in Austria, which ranks first place on this indicator, is 8.8 percent.“
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), „Social Justice in the EU – Index Report 2015“ (2015), S. 138

Großbritannien:

„The foreign-born population in the United Kingdom has better labour market performance than the OECD average for foreign-born populations. In 2015, settled working-age migrants faced an unemployment rate of 5.9 %, compared with 5.2 % for the native-born, a gap of only 0.7 percentage points, which is low relative to the OECD average gap of 4.1 percentage points.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right: United Kingdom“ (2017), S. 16

In Österreich ist dieser Gap mit 6,1 % (10,7 % versus 4,6 %) besonders groß.

Jugendarbeitslosenquoten nach Bundesländern (Stand November 2017):

Oberösterreich:
Steiermark:
Salzburg:
Tirol:
Vorarlberg:
Niederösterreich:
Burgenland:
Kärnten:
Wien:
4,8 %
5,6 %
5,7 %
5,9 %
5,9 %
6,9 %
7,0 %
9,4 %
12,2 %
AMS-Datenbank, Abfrage vom 2. Jänner 2018

Arbeitslosigkeit von Flüchtlingen:

„Fast drei Viertel aller Syrer/innen sowie knapp die Hälfte aller Afghan/innen – zwei Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen in Österreich – im erwerbsfähigen Alter waren 2015 arbeitslos.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf“ (2017), S. 5

Arbeitslosigkeit von Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft:

„Auffällig ist […] die mit 42,5 % sehr hohe Arbeitslosigkeit unter serbischen Staatsbürger/innen, insbesondere auch im Vergleich mit Staatsbürger/innen der Türkei (19,8 %) oder anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens wie Kroatien und Bosnien-Herzegowina, die eine deutlich geringere Arbeitslosigkeit aufweisen (18,1 % bzw. 15,7 %).“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf“ (2017), S. 5

Viele weitere Zitate zum Thema „Arbeitslosigkeit“ befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/arbeitslosigkeit2 


Zeit und Zuwendung der Eltern:

„Students whose parents reported ‘spending time just talking to my child’, ‘eating the main meal with my child around a table’ or ‘discussing how well my child is doing at school’ regularly were between 22 % and 39 % more likely to report high levels of life satisfaction.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015. Students’ Well-Being“ (2017), S. 6

„Ein bisschen Frühenglisch bringt gar nichts“:

„Viel wichtiger für den späteren schulischen Erfolg ist es, mit Kindern von Anfang an viel zu sprechen, ihnen Geschichten vorzulesen, ihnen zuzuhören und ihren Wortschatz ständig zu erweitern. Sehr früh sind Kinder auch auf eine korrekte Sprache und Grammatik angewiesen. Damit kann man viel bewirken. Ein Fernseher kann diese Art der Kommunikation nicht ersetzen.“
Univ.-Prof. Dr. Elsbeth Stern, Basler Zeitung online am 24. Oktober 2014

„Substantial influence”:

„There is no doubt about substantial influence of the genetic disposition on an individual's intelligence. However, we know from various fields that a cognitively stimulating environment also has positive effects on individual cognitive abilities.“
Dr. Karin Guill u. a., „Academic tracking is related to gains in students' intelligence over four years“.
In: „Learning and Instruction 47 (2017), S. 44

Das Elternhaus ist nicht zu ersetzen:

„To a large extent, especially in the early years of life, competency formation, especially relating to language, takes place through informal learning or primary socialization in the family context. The family is also important in nourishing curiosity and motivation to learn in children.“
Natascha Massing u. a., „Degrees of competency: the relationship between educational qualifications
and adult skills across countries“ (2017), S. 5

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„We find a positive association between engaging in a language-based bedtime routine and better cognitive skills (PPVT-R) for preschoolers […] This higher PPVT score among children engaging in regular language-based bedtime routines likely reflects the cognitive stimulation that occurs through the process of nightly engagement with a child through reading, storytelling, talking, singing, praying, and/or playing games.“
Dr. Lauren Hale u. a., „A Longitudinal Study of Preschoolers’ Language-Based Bedtime Routines, Sleep Duration, and Well-Being“.  In: „Journal of Family Psychology“, 2011, Vol. 25, No. 3, S. 431

„A head-start in life“:

„It is important that young children are being read to. This is an early-life intervention that seems to be beneficial for the rest of their lives. […] There is an important role for parents in the educational performance of their children. The evidence strongly suggests that parental reading to children gives them a head-start in life.“
Univ.-Prof. Dr. Guyonne Kalb u. a., „ Reading to Young Children: A Head-Start in Life?“ (2013), S. 26

Nachhaltige Investition:

„The effects of parent-child reading investments during the first years of life carry over into increased performance even after the mother stops reading to the child.“
Univ.-Prof. Dr. Joseph Price, „The Effect of Parental Time Investments“ (2012), S. 17f

Familie, das erste Bildungsumfeld:

„Der Einfluss in der kindlichen Entwicklung, der auf die Familie oder andere primäre Bezugspersonen des Kindes zurückgeführt werden kann, ist größer als der einer Krippe oder eines Kindergartens.“
IV (Hrsg.), „Elementarpädagogik: Beste Bildung von Anfang an.“ (2015), S. 11

PIRLS 2016:

„29 percent of the students were able to perform early literacy tasks very well when they began primary school. These students had higher reading achievement in the fourth grade than their classmates who started school with only moderate literacy skills or few skills.“
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. X

In Österreich sind es mit nur 13 % leider nicht einmal halb so viele. (Quelle: ibidem, S. 168)

Elternhaus stärken:

„By the age of three, children with high SES know many more words than children with low SES. Hart and Risley found that three-year-old children from low SES families may hear up to 30 million fewer words than their high SES counterparts. They also found that 86-98 % of the words used by three-year-old children were derived from their parents’ vocabularies.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 63

Über 100 bildungswissenschaftliche Zitate zum familiären Umfeld auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-f-k/famumfeld 


Nichts ist geschehen!

„Dass mangelnde Disziplin der Schülerinnen und Schüler für viele Lehrkräfte eine Arbeitserschwernis ist, weiß man eigentlich. Das Thema poppt immer wieder mal auf, um dann kurz darauf wieder aus der öffentlichen Diskussion zu verschwinden. Hat die Gesellschaft, hat die Politik in der Vergangenheit hier irgendetwas unternommen? Wurde der Versuch gemacht, an den Schulen Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Auseinandersetzung mit arbeitsunwilligen, renitenten, einen sinnvollen Unterricht unmöglich machenden Schülerinnen oder Schülern erleichtern? Nichts ist geschehen.“
Mag. Robert Michelic, Obmann der VCL-Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“
(Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Dezember 2017, S. 1

Dringender Handlungsbedarf:

„Wir haben heute massenhaft Heranwachsende, die keine Frustrationstoleranz haben, die eigene Bedürfnisse nicht hintenanstellen können, die nicht in der Lage sind, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Der Staat muss dringend handeln, wenn wir nicht eine ganze Generation von Narzissten heranziehen wollen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Focus online am 17. Oktober 2017

Das verschwiegene Problem:

„Gewalt gegen Lehrpersonen, auch körperliche, kommt öfter vor, als man denkt. Wir sind erschüttert über Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern zum Thema Gewalt.“
Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbands der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH),
Blick online am 26. Oktober 2017

Schule wird zur „traurigen Lachnummer“ degradiert:

„Wenn als Reaktion auf Lehrkräfte-Mobbing in so genannten sozialen Netzwerken von einer Anzeige abgeraten wird, um den Schulfrieden nicht zu stören, dann haben solche Maßnahmen die Qualität einer traurigen Lachnummer.“
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Berliner Umschau vom 8. Mai 2014

Resignation:

„Too many school leaders, especially in secondary schools, underestimate the prevalence and negative impact of low-level disruptive behaviour. Many teachers have come to accept some low-level disruption as a part of everyday life in the classroom.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 5

Englands Politik steuert gegen:

„Teachers have power to discipline pupils for misbehaviour which occurs in school and, in some circumstances, outside of school. The power to discipline also applies to all paid staff (unless the headteacher says otherwise) with responsibility for pupils, such as teaching assistants.“
English Department for Education (Hrsg.), „Behaviour and discipline in schools.
Advice for headteachers and school staff“ (2014), S. 3

Anteil der 10-Jährigen, an deren Schulen es laut Schulleitung nahezu keine disziplinären Probleme gibt (Stand 2016):

England:
Finnland:
USA:
Internationaler Mttelwert:
Österreich:
82 %
78 %
65 %
62 %
51 %
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. 145

Disziplinlosigkeit in Zeiten personeller Autonomie:

„Teacher shortage and disciplinary climate are interrelated: most teachers tend to avoid schools with more disciplinary problems, while a shortage of qualified teachers adversely affects disciplinary climate.“
Dr. Andreas Schleicher, PISA-Koordinator der OECD, „Equity, Excellence and Inclusiveness in Education“ (2014), S. 102

Ventil:

„Jungs haben das Problem, dass ihre Körperkraft heute nicht mehr gebraucht wird und ihre Geschlechtsreife nach außen hin erst relativ spät zu bemerken ist. Viele versuchen deshalb, ihre Männlichkeit anders unter Beweis zu stellen: durch Gewalt, oft auch nur virtuelle Gewalt, gestyltes Outfit, großtuerisches Gehabe, riskantes Verhalten, Provokation und so weiter.“
Tilman Gerstner, Kinder- und Jugendtherapeut, Esslinger Zeitung vom 24. März 2014

Der goldene Mittelweg:

„Zwischen der Forderung nach bedingungslosem Gehorsam und Verzicht auf jegliche Vorgabe infolge einer libertinären Pädagogik gilt es, die Mitte zu finden. Das ist die Balance zwischen purer Pflichterfüllung und individuellen Freiheiten, zwischen Machtausübung und Verzicht auf jegliche Regelung.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Dutzende weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Thema „Disziplin“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Relativ schlank:

„Im internationalen Vergleich ist der öffentliche Dienst in Österreich relativ schlank, er nimmt 16 Prozent der Erwerbsbevölkerung auf. In Norwegen sind es 30, in Frankreich 21,4 und im OECD-Schnitt 18,1 Prozent …“
Der Standard online am 6. November 2017

Anteil der Öffentlich Bediensteten an allen Berufstätigen (Stand 2015):

Norwegen:
Dänemark:
Schweden:
Finnland:
Frankreich:
OECD-Mittelwert:
Österreich:
30,0 %
29,1 %
28,6 %
24,9 %
21,4 %
18,1 %
15,9 %
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 13

Ahnungslos oder verlogen:

„Wer in Österreich die Stammtischparole von der ‚aufgeblähten‘ Verwaltung gebraucht – und das tun (zu) viele PolitikerInnen und JournalistInnen -, ist entweder ahnungslos oder agiert wider besseres Wissen.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom März 2017, S. 11

Personalstand des Öffentlichen Bundesdienstes (in Vollbeschäftigungsäquivalenten; inkl. der ausgegliederten Bereiche):

1997: 172.835
2016: 139.026
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 48

Die Wirklichkeit des Staates:

„Der Staat: Dieser wird von uns gerne, im Guten wie im Schlechten, wie eine Instanz angerufen, die sich außerhalb von uns befindet und deshalb Adressat unserer Sorgen und Nöte, Wünsche und Bedürfnisse, Ängste und Ahnungen sein kann. Zumindest in einer Demokratie aber sind wir alle der Staat, und der öffentliche Dienst, das Beamtenwesen und seine unterschiedlichen Organisationsformen sind die Wirklichkeit des Staates.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Mangel an Kenntnis:

„Das Image des Öffentlichen Dienstes ist oft durch Vorurteile und Pauschalierungen geprägt. Es zeigt sich, dass je umfassender die Kenntnis über Aufgaben und Tätigkeitsfelder einzelner Bereiche des Öffentlichen Dienstes ist, desto differenzierter und besser ist das Bild in der Öffentlichkeit.“
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 97

Verantwortung für das Funktionieren des Staates:

„Die Regierung sei auch verantwortlich dafür, dass der Rechtsstaat nicht ausgehöhlt werde und Gesetze vollzogen werden können.“
Dr. Norbert Schnedl, Vorsitzender der GÖD, Salzburger Nachrichten online am 19. Dezember 2017

Deutschland und Österreich an EU-Spitze:

„Bezogen auf die Bevölkerung lag Österreich bei der Zahl der Asylwerber/-innen an zweiter Stelle unter den EU-Staaten. Die meisten Anträge pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in Deutschland gestellt.“
ÖIF (Hrsg.), „migration & integration. zahlen.daten.indikatoren“ (2017), S. 36

Österreichs schwierige Aufgabe:

„Die Integration derer, die 2015 und 2016 gekommen sind, wird schwierig, da sollte man sich nichts vormachen.“
Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, seit 18. Dezember 2017 Österreichs Bildungsminister,
Kleine Zeitung online am 24. August 2017

Die große Herausforderung unseres Schulwesens:

„Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht in der Primar- und Sekundarstufe: Österreich hat bezüglich Migration & Integration eine der größten Herausforderungen in ganz Europa.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom September 2017, S. 5

„Effective integration policies”:

„Most of the refugees originate from Syria (nearly 30 %), Afghanistan (another 30 %) and Iraq (around 15 %), with employment histories and qualifications rooted in different market conditions. This makes their integration in Austria more demanding than for most earlier immigrant cohorts and calls for effective integration policies. Concerning young cohorts, around 18 000 children with a refugee status currently attend Austrian schools.“
OECD (Hrsg.), „OECD Economic Surveys – AUSTRIA“ (2017), S. 21

In Österreich emotional nicht angekommen:

„So fühlen sich einer aktuellen Erhebung zufolge etwas mehr als die Hälfte aller Befragten mit türkischem Migrationshintergrund eher der Türkei als Österreich zugehörig.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration.
Menschen türkischer Herkunft in Österreich“ (2017), Vorwort

Akkulturation durch Spracherwerb:

„Der Erwerb der Landessprache ist ein zentrales Merkmal in der Dimension Akkulturation.“
Bertelsmann (Hrsg.), „Muslime in Europa“ (2017), S. 28

Anteil der 15-Jährigen, die entweder selbst zugewandert oder von denen beide Elternteile zugewandert sind:


Finnland:
Estland:
Niederlande:
OECD-Mittelwert:
Frankreich:
Großbritannien:
Deutschland:
Schweden:
Österreich: 
2006
1,5 %
11,6 %
11,3 %
9,4 %
13,0 %
8,6 %
14,2 %
10,8 %
13,2 %
2015
4,0 %
10,0 %
10,7 %
12,5 %
13,2 %
16,7 %
16,9 %
17,4 %
20,3 %
OECD (Hrsg.), "PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung" (2016), Table 1.7.1

4. Steirische Jugendstudie:

„Besorgniserregend ist sicherlich die Tatsache, dass 24 % der Jugendlichen berichteten, dass sie (sehr) oft Konflikte zwischen Personen mit unterschiedlichen Kulturen bzw. Nationalitäten erlebt haben.“
Dr. Christian Scharinger u. a., „4. Steirische Jugendstudie 2014“ (2014), S. 5

Schweden: Gewalt gegen MitschülerInnen mit Migrationshintergrund:

„The largest difference in prevalence of bullying victimization was measured in Sweden 2011, where 8.6% of the native children were bullied, to be compared with the 27.8% of the immigrant children.“
Ylva Bjereld u. a., „Differences in prevalence of bullying victimization between native and immigrant children in the Nordic countries“.  In: „Child: care, health and development“, 41, 4, 2015, S. 593

„Segregation und Kriminalität drohen“:

„Um die Leseungleichheit im Land nicht weiter wachsen zu lassen, hilft eigentlich nur eines: Bessere vorschulische Bildung. Ich bin für eine bundesweite Einführung von Sprachstandstests, wie sie es bereits in einigen Bundesländern ansatzweise gibt. Dabei werden alle Kinder vor ihrem vierten Lebensjahr getestet. Hat ein Kind signifikante Defizit in der Sprachentwicklung, muss es einen entsprechenden Förderkurs besuchen.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Huffingtonpost online am 8. Dezember 2017

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-l-bis-p/migration 


Fachkräftemangel wächst:

„In den kommenden Jahren droht eine riesige Personallücke. Schon jetzt klagt jedes dritte Unternehmen über Fachkräftemangel, erhob die KMU Forschung Austria, mehr als 20.000 Stellen könnten nicht besetzt werden.“
Kurier online am 3. Oktober 2017

Von OECD emanzipieren!

„Der Standort Österreich profitiert von einem vielfältigen öffentlichen Bildungssystem und braucht nicht – wie von der OECD gefordert - noch mehr MaturantInnen und AkademikerInnen, sondern auch mehr gut ausgebildete Fachkräfte.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom September 2017, S. 5

Anteil der armutsgefährdeten Menschen, differenziert nach ihrem Bildungsabschluss (Stand 2016):

Lehre oder mittlere Schule:
Hochschule oder Akademie:
Matura:
maximal Pflichtschule:
10,0 %
10,8 %
15,1 %
22,1 %
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2015/16 – Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2017), S. 105

Gleichwertigkeit statt Gleichheit!

„Nicht alle Kinder sind fürs Gymnasium geeignet – und es müssen auch nicht alle sein. Kognitive und handwerkliche Begabung sind gleich viel wert, akademische und berufliche Ausbildung sind gleich viel wert.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, Der Spiegel vom 4. November 2017

Interesse Jugendlicher widerspricht dem Klischee:

„Dass rund 20-25 % der Befragten aus Akademikerhaushalten sowie von Eltern mit Matura eine Lehre als ‚sehr interessant‘ und weitere rund 20 % als ‚überlegenswert‘ einstuften, ist bemerkenswert. Dies widerspricht gängigen Vorstellungen enger sozial konnotierter Bildungsaspirationen.“
ibw (Hrsg.), „Schul- und Ausbildungsabbrüche in der Sekundarstufe II in Oberösterreich“ (2014), S. 82

Deutschland im Jahr 2017:

„Hunderttausende junge Menschen streben an die ohnehin schon überfüllten Hochschulen; an den beliebten Studienorten wird der Numerus clausus immer strenger. Jedes dritte Unternehmen in Industrie und Handel aber findet nicht mehr genügend Auszubildende, im Handwerk sieht es kaum besser aus.“
Die Zeit vom 30. März 2017

Englands Regierung setzt auf duale Bildung:

„The government committed to increase the number of apprenticeship starts in England to 3 million by 2020, and to improve the quality of apprenticeships. […] The new Institute of Apprenticeships (introduced in April 2017) will co-ordinate employer panels to establish apprenticeship standards, approve or reject them, and quality assure some end-point assessments.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right: United Kingdom“ (2017), S. 23

Österreichs und Deutschlands duales System international wiederentdeckt:

„Was noch vor wenigen Jahren als altmodisch und rückständig galt, wird nun international zunehmend kopiert, nämlich die in vergleichsweise starren Ausbildungsordnungen festgelegten nichtakademischen Bildungswege im dualen System Deutschlands.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 112

Das „Niveau“ der Schulpolitik:

„Vor lauter Akademisierungs- und Bildungsaufstiegsenthusiasmus hatte man eine schlichte Tatsache vergessen. Wenn alle studieren, macht keiner mehr eine berufliche Ausbildung.“
Wirtschaftswoche online am 13. April 2017

Rückkehr zur Vernunft:

„Die duale Ausbildung und die Facharbeiter-Ausbildung sind international anerkannte Besonderheiten des österreichischen Bildungssystems. Wir wollen den Wert und die Bedeutung dieser Ausbildungsformen stärken und wollen jene, die eine solche Ausbildung anstreben, zusätzlich unterstützen.“
„Zusammen. Für unser Österreich“ (Regierungsprogramm 2017-2012), präsentiert am 16. Dezember 2017, S. 66

Ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung des Bildungswesens:

„Im Bildungssystem muss zunehmend berücksichtigt werden, dass man es zu großen Teilen nicht mit fertig erzogenen Kindern zu tun hat, die nunmehr gebildet werden müssen. Erziehung ist ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung des Bildungswesens, insbesondere im Hinblick auf Bildungschancen benachteiligter Gruppen.“
Konrad Adenauer Stiftung (Hrsg.), „Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland“ (2017), S. 177

Notwendiger Halt für Heranwachsende:

„An Herausforderungen in Gestalt von Vorschriften und Regularien kann ein Individuum wachsen, wenn Einhaltung oder Nichteinhaltung je entsprechende Folgen haben. Ist alles möglich und bleibt alles folgenlos – „anything goes-Erziehung“ -, entsteht Desorientierung und im wahren Sinne des Wortes Haltlosigkeit.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Das Wichtigste für das Leben nach der Schule:

„Die Einordnung in Regeln, in eine Ordnung, in Gesetze, in Leistungsbereitschaft ist zusammen mit Lesen, Schreiben, Rechnen das Wichtigste, was Jugendliche aus der Schule ins künftige Berufsleben mitnehmen sollten.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 5. Dezember 2017

„Almost all antisocial adults were antisocial children”:

„Many children with antisocial behavior around ages 8-10 become antisocial adults and chronic criminal offenders. Almost all antisocial adults were antisocial children.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „Understanding the Mechanisms Through Which an Influential Early Childhood Program Boosted Adult Outcomes“ (2014), S. 19

Erfolgsfaktor Disziplin:

„Disruptive behaviours result in less time for teaching and ultimately interfere with student learning.“
OECD (Hrsg.), „TALIS 2013 Results“ (2014), S. 169

Maximising the learning:

„A teacher’s abilities to make efficient use of lesson time, to coordinate classroom resources and space, and to manage students’ behaviour with clear rules that are consistently enforced, are all relevant to maximising the learning that can take place.“
Dr. Robert Coe u. a., „What makes great teaching?“ (2014), S. 3

Disziplin ein zentrales Anliegen:

„Parents consistently say that good discipline is the foundation stone of a good school.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 5

Bundesweite Schulstudie in Deutschland:

82 % der Befragten stimmen der Aussage „Das Verhalten des Schülers (Betragen, Ordnung und Fleiß, Respekt, Eigenverantwortung) sollte bewertet werden.“ zu.
Insa Consulere, „Schulstudie 2014“ (2014)

Resignation macht sich breit:

„Viele Lehrer haben schon resigniert und schauen über ein zugemülltes Klassenzimmer hinweg. Dabei wäre es so wichtig, dass das Lehrerkollegium, gerade was grundsätzliche Dinge wie Sauberkeit und Umgangsformen betrifft, an einem Strang zieht. Wenn solche Werte allerdings nicht schon zu Hause von den Eltern vorgelebt werden, kann ein Lehrer in der Schule auch nichts mehr ausrichten. […] Im Grunde genommen sehen wir in der Schule unsere Gesellschaft in einem Vergrößerungsglas.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands (1987-2017), Focus online am 13. Juni 2017

Arbeitsunfähig:

„Immer mehr Heranwachsende sind nach Schulabschluss nicht im herkömmlichen Sinne arbeitsfähig. Es fehlt ihnen an Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit, Akzeptanz von Strukturen und Abläufen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Focus online am 17. Oktober 2017

Die Gesellschaft droht zu zerbrechen:

„Jeder, der heute in eine Grundschulklasse kommt, bemerkt sie: Es ist die Spaltung zwischen denjenigen, die lesen können - und denjenigen, die das Lesen kaum beherrschen. Die Schere zwischen diesen beiden Gruppen geht immer weiter auf. […] Diese Entwicklung, für die mit Sicherheit die Grundschullehrkräfte am wenigsten können, macht mich wütend. Denn sie hat nicht nur verheerende Folgen für unsere Kinder, sondern auch für den Zusammenhalt und die wirtschaftliche Zukunft dieses Landes.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Huffingtonpost online am 8. Dezember 2017

Anteil der 15-Jährigen, die entweder selbst zugewandert oder von denen beide Elternteile zugewandert sind:


Finnland:
Estland:
Niederlande:
OECD-Mittelwert:
Frankreich:
Großbritannien:
Deutschland:
Schweden:
Österreich: 
2006 
15 %
11,6 %
11,3 %
9,7 %
13,0 %
8,6 %
14,2 %
10,8 %
13,2 %
2015:
4,0 %
10,0 %
10,7 %
12,5 %
13,2 %
16,7 %
16,9 %
17,4 %
20,3 %
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), Table I.7.1

30 % der bereits in Österreich geborenen 6-Jährigen mit Migrationshintergrund sprechen nicht Deutsch als Umgangssprache!

„Während bei den Kindern der ersten Generation nicht klar ist, ob sie den Kindergarten bereits in Österreich besucht haben, haben Kinder der zweiten Generation von PIRLS 2016 jedenfalls bereits ein verpflichtendes Kindergartenjahr in Österreich absolviert. Es zeigt sich allerdings, dass Eltern von Kindern der zweiten Generation im Jahr 2016 nicht häufiger als in den Jahren davor angeben, dass ihr Kind bereits vor Schuleintritt Deutsch gesprochen hat. Tendenziell ist dieser Anteil sogar rückläufig ...“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS 2016. Die Lesekompetenz am Ende der Volksschule. Erste Ergebnisse“ (2017), S. 81

10 Jahre davor waren es 28 % gewesen.

11 % versus 60 %:

„Verfügten 2014 nur 11 % der inländischen Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren maximal über einen Pflichtschulabschluss, war dieser Anteil bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit 27 % mehr als doppelt so hoch. Insbesondere Migrantinnen und Migranten aus der Türkei hatten überwiegend (60 %) keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abgeschlossen.“
Statistik Austria (Hrsg.), „migration & integration – zahlen.daten.indikatoren 2015“ (2015), S. 48

Deutschland:

„In Germany in 2003, 65 % of immigrant students were raised by a mother who had not attained upper secondary education; by 2012, this percentage had fallen to 44 %.“
OECD (Hrsg.), „Immigrant Students at School“ (2015), S. 33

Anteil der 10-Jährigen Österreichs, die über kein ausreichendes Leseverständnis verfügen (Stand 2015):

Deutsch als Erstsprache:
Andere Erstsprache:
33 %
63 %
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2015 – Deutsch, 4. Schulstufe, Bundesergebnisbericht“ (2016), S. 39

Sprachstartklassen sinnvoll:

„Die hohe Zuwanderung und die spezifische Altersstruktur der Zugewanderten muss auch im Schulbereich bewältigt werden, die Einführung von Sprachstartklassen ist dabei aus praktischer Sicht sinnvoll. Hier gilt es von der Projekt- zur Regelstruktur zu kommen und ein durchgängiges, österreichweites System zu etablieren. Damit dies aber sinnvollerweise geschehen kann, sind die unterschiedlichen Modelle von integrierten, teilintegrierten oder vollständig getrennten Sprachfördersystemen systematisch zu überprüfen, um dann verbindliche Rahmenbedingungen formulieren zu können.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2017“ (2017), S. 44

Schule nicht alleinlassen:

„Die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien ist besonders wichtig. Allerdings können durch institutionelle Förderung im Elementar- und Schulbereich die Kompetenznachteile nicht vollständig kompensiert werden, vielmehr sollte versucht werden, die Eltern verstärkt in die Fördermaßnahmen einzubeziehen.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2017“ (2017), S. 68

Junge Menschen mit nichtdeutscher Umgangssprache:

„Die Gesamtzahl beläuft sich mittlerweile auf 262.000 Schülerinnen und Schüler und diese Zahl steigt jährlich um 5-7 %, während die Anzahl der Kinder mit deutscher Umgangssprache jedes Jahr abnimmt. Die größten Helden in diesem System sind natürlich die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in den Schulklassen stehen und mit diesen Herausforderungen konfrontiert sind. Sie werden leider viel zu oft vergessen. Wir müssen sie bei ihrer Arbeit stärker unterstützen und ihnen den Rücken starken.“
„Der neue Weg. Das Programm der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“,
Teil2, veröffentlicht am 13. September 2017, S. 48

Niederösterreich startet im Februar 2018 Deutschklassen-Offensive:

„Die deutsche Sprache ist die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Integration und auch eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander.“
Mag. Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreichs, Presseaussendung vom 3. Dezember 2017

Viele weitere Daten zu „Migration & Integration“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/statistik/category/17-migration 


Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Auch die Eltern müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Die bildungsfernen müssen gezielt unterstützt und bei ihrer Pflicht gepackt werden. Wer Kindern keine lesefreundliche Umgebung schafft, ihnen nie vorliest, nicht mit ihnen redet, in den ständig laufenden Fernseher starrt oder am Handy spielt, der kann auch nicht erwarten, dass die Kinder sich für Bücher begeistern.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 5. Dezember 2017

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Wichtige Websites

OPU4U - Website für
JunglehrerInnen

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Initiative
"Pro Gymnasium"

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bildungswissenschaft

Aktuelle Zitate

 

 

Wertlose Regeln:

„Wenn es keine Sanktionen gibt, haben Regeln relativ wenig Wert für die Kinder.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Die Ganze Woche vom 30. Jänner 2018

Deutsch-Förderklasse Gebot der Stunde:

„Generationen von Kindern erhalten nun erstmals die Chance, mit gleichen Chancen und Möglichkeiten eine erfolgreiche Schulkarriere zu starten. Die Einrichtung von Deutsch-Förderklassen ist vor allem in Wien ein Gebot der Stunde sowie eine Frage der Fairness, der Vernunft und der Chancengerechtigkeit.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 30. Jänner 2018

Keine Zeit zu verlieren:

„Das Problem, dass so viele Kinder dem Unterricht nicht folgen können, ist so ernsthaft, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 25. Jänner 2018

Enorme Versäumnisse:

„Viel zu lange wurde das Problem der sprachlichen Integration von den bildungspolitischen Verantwortungsträgern vernachlässigt und die Lehrerinnen und Lehrer sehr oft alleingelassen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Teppich gehoben:

„Jahrelang hat Österreichs Politik insgesamt und die Bildungspolitik im Besonderen das Problem der sprachlichen Integration unter den Teppich gekehrt. Mit BM Faßmann kann eine neue Ära beginnen, in der Leistung und Vielfalt im Bildungswesen wieder den ihnen gebührenden Stellenwert erhalten.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), Presseaussendung vom 22. Jänner 2018

Leistungsrückstand mit 10:

„Alarmierend ist […] die Leistungsdifferenz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie beträgt im Durchschnitt 51 Punkte und entspricht damit dem Fortschritt von zwei Lernjahren. Damit scheitern die Volksschulen bei ihrer wichtigsten schulischen und demokratischen Aufgabe: dem Ausgleich unterschiedlicher Startbedingungen.“
Mag. Dr. Wolfgang Feller, Projektleiter Bildung der „Agenda Austria“, Der Standard online am 28. Dezember 2017

Balsam auf die Wunden der von Österreichs „Schulpolitik“ lang genug geplagten Betroffenen:

„Es tut gut zu sehen, dass am Minoritenplatz (Sitz des Bildungsministeriums, Anm.) endlich auf die Expertise der Betroffenen gehört wird und nicht nur auf die Meinung selbsternannter Experten.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Niederösterreichische Nachrichten online am 16. Jänner 2018

Vernünftiges Maß finden!

„Es ist nicht alles messbar, und es passt auch nicht alles in eine Rangliste. Die OECD, die Medien sowie übermütige Wissenschafter und Politiker haben die Messbarkeit von Bildung überschätzt.“
Dr. Hans Ambühl, Generalsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) a. D., Neue Zürcher Zeitung online am 30. Dezember 2017

Schule in der Zwangsjacke:

„Die effizienz- und kompetenzorientierte Schule hindert junge Menschen, die nötige Fantasie und Kreativität zu entwickeln. […] Die Bildung des Menschen beinhaltet Formung, Entfaltung, Orientierung, Selbstgestaltung und das Gewinnen einer auch ästhetischen Urteilskraft. Bildung lässt sich nicht reduzieren auf den Erwerb von Wissen, aber auch nicht auf den Erwerb von Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, t-online.de am 26. Dezember 2017

Wie wahr!

„Lernen sei nicht immer nur Spaß, es gehe dabei natürlich auch um Disziplin.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 21. Dezember 2017

Die „Matura für alle“-Politik beginnt zu wirken:

„Während es bei Personen mit maximal Pflichtschulausbildung (-3,8 Prozent), Lehrausbildung (-5,2 Prozent) und mittlerer Ausbildung (-1,9 Prozent) zu einem Rückgang der Arbeitslosen kam, verzeichnete das AMS bei Personen mit höherer Ausbildung (+2,8 Prozent) und akademischer Ausbildung (+4,8 Prozent) einen Anstieg.“
Die Presse online am 2. Jänner 2018

Österreichs schwierige Aufgabe:

„Die Integration derer, die 2015 und 2016 gekommen sind, wird schwierig, da sollte man sich nichts vormachen.“
Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, seit 18. Dezember 2017 Österreichs Bildungsminister, 
Kleine Zeitung online am 24. August 2017

Rückkehr zur Vernunft:

„Die duale Ausbildung und die Facharbeiter-Ausbildung sind international anerkannte Besonderheiten des österreichischen Bildungssystems. Wir wollen den Wert und die Bedeutung dieser Ausbildungsformen stärken und wollen jene, die eine solche Ausbildung anstreben, zusätzlich unterstützen.“
„Zusammen. Für unser Österreich“ (Regierungsprogramm 2017-2012), präsentiert am 16. Dezember 2017, S. 66

Das Wichtigste für das Leben nach der Schule:

„Die Einordnung in Regeln, in eine Ordnung, in Gesetze, in Leistungsbereitschaft ist zusammen mit Lesen, Schreiben, Rechnen das Wichtigste, was Jugendliche aus der Schule ins künftige Berufsleben mitnehmen sollten.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 5. Dezember 2017

Niederösterreich startet im Februar 2018 Deutschklassen-Offensive:

„Die deutsche Sprache ist die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Integration und auch eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander.“
Mag. Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreichs, Presseaussendung vom 3. Dezember 2017

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Auch die Eltern müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Die bildungsfernen müssen gezielt unterstützt und bei ihrer Pflicht gepackt werden. Wer Kindern keine lesefreundliche Umgebung schafft, ihnen nie vorliest, nicht mit ihnen redet, in den ständig laufenden Fernseher starrt oder am Handy spielt, der kann auch nicht erwarten, dass die Kinder sich für Bücher begeistern.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 5. Dezember 2017

„System überstrapaziert“:

„Natürlich müssen die Schulen die Folgen einer nicht gelungenen Zuwanderungs- und Integrationspolitik ausbaden. Wobei es eine Illusion ist, jede Integrationsaufgabe in der Regelklasse zu lösen: Das hat das System überstrapaziert.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier online am 29. November 2017

„Außerordentliche SchülerInnen“:

„Im Schuljahr 2016/17 sprachen rund 40.000 Schüler in Österreich nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht ausreichend folgen zu können. […] Am höchsten ist der Anteil der ‚Außerordentlichen‘ an den Wiener Volksschulen mit knapp 20 Prozent (12.300 von ca. 68.000 Schülern).“
Kleine Zeitung online am 28. November 2017

OECD-Empfehlungen waren verhängnisvoll:

„Die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen ist in Deutschland so niedrig wie in keinem anderen EU-Land. Das spricht meiner Meinung nach gegen die konstante Forderung nach höheren Abitur- und Studierquoten, wie sie die OECD oder die Bertelsmann-Stiftung unablässig formulieren.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Weser Kurier online am 18. November 2017

Gescheitertes Konzept:

„Das Absenken des Anspruchsniveaus ist das Ergebnis einer sozialpolitisch geprägten Bildungspolitik, die gut gemeint ist, aber keine guten Ergebnisse erzielen kann. Sie geht von der Idee aus, dass unterprivilegierte Schichten mitgenommen werden, wenn man das Niveau für sie absenkt. Damit werden aber gerade Kinder aus bildungsfernen Schichten in ihren Herkunftsmilieus eingekerkert, wohingegen bildungsnahe Familien die Defizite der Schulbildung ausgleichen können.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Weser Kurier online am 18. November 2017

Mobbing unter 15-Jährigen:

„Fast jeder sechste 15-Jährige aus Deutschland (15,7 Prozent) wird Opfer von teils massivem Mobbing an seiner Schule. Das geht aus einer PISA-Sonderauswertung zum Wohlbefinden von Jugendlichen hervor, die im Frühjahr dieses Jahres vorgestellt wurde.“
Abendblatt online am 10. November 2017

In Österreich sind es sogar 19,1 Prozent.

Inklusion: Eltern schätzen der Mehrwert:

„In Baden-Württemberg wählen drei Viertel der Eltern von Kindern mit Behinderungen weiterhin den geschützten Bereich der Förderschulen. Ein Viertel entscheidet sich für Inklusionsbeschulung.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, 
Der Spiegel vom 4. November 2017

Höchste Zeit für Besinnung:

„Der Leistungsgedanke ist uns in der Schule abhanden gekommen. Eltern, Lehrer und auch Schüler wollen, dass der wieder in die Klassenzimmer einzieht. Lernen funktioniert nicht ohne Anstrengung, das gilt für das Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf genauso wie für Hochbegabte."
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 29. Oktober 2017

Eine wachsende Anzahl von Eltern lässt aus:

„Die Eltern sind nicht nur erziehungsberechtigt, sondern auch erziehungsverpflichtet. Wir stellen aber fest, dass es eine zunehmende Zahl gibt, die wenig Unterstützung leisten können oder wollen. Das zeigt sich in der Entwicklung der Kinder. Viele können nicht schwimmen oder Rad fahren.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, Der Spiegel vom 4. November 2017