ÖPU Logo offensiv :: professionell :: unabhängig

A- A A+

  f   

 
A- A A+

  f   

Medien-Zitate Jänner 2017
(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!) 

In Finnland hat fast jeder fünfte 20- bis 29-Jährige (noch) keinen Sek II-Abschluss:

„In 2015, there were 115,816 persons aged 20 to 29 with only basic level of education, which is 17 per cent of the age group. Among men, 19 per cent of the age group had only basic level education and 15 per cent among women.“
Statistics Finland online am 4. November 2016

Österreichs Jugend in einer privilegierten Situation:

„Der Anteil früher Schul- und AusbildungsabgängerInnen (18-24-Jährige ohne weiterführenden Bildungsabschluss, die an keiner Aus- und Weiterbildung teilnehmen) liegt in Österreich 2015 (7,3 %) deutlich unter dem EU-Schnitt (10,9 %).“
ibw (Hrsg.), „research brief“, Nr. 97, Oktober 2016, S. 2

Österreichs bewährte Vielfalt der Bildungswege:

„Trotz generell steigender Arbeitslosigkeit befindet sich Österreich bei der Jugendbeschäftigung weiterhin im EU-Spitzenfeld, vor allem dank der dualen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.“
Parlamentskorrespondenz vom 15. Juni 2016

Österreich und Deutschland als Vorbild:

„Expanding apprenticeship is a potential game-changer for improving the lives of millions of Americans and for increasing the efficiency of government dollars spent on developing the workforce.“
Univ.-Prof. Dr. Robert I. Lerman, „Expanding Apprenticeship Opportunities in the United States“ (2014), S. 8

First and most sustained …

„Parents are their children’s first and most sustained teachers.“
Dr. Erin A. Maloney u. a., „Intergenerational Effects of Parents’ Math Anxiety on Children’s Math Achievement and Anxiety“
in „Psychological Science“ 2015, Vol. 26(9), S. 1480

Politik der Bevormundung:

„Leider ist in Österreich die Tendenz dahingehend, dass Elternarbeit, Familienarbeit zunehmend durch Institutionen ersetzt wird. Individualität, freie Wahl des Lebens- und Familienkonzeptes werden als Hirngespinste abgetan und Einheitsbrei wird als Bildungserfolg tituliert.“
Mag. Bernhard Baier, Präsident des österreichischen Familienbundes,
„Familie“ (Zeitschrift des Österreichischen Familienbundes) vom Dezember 2016, S. 5

„It takes a whole village“:

„Finns don’t believe a few super-teachers can save their children and their schools. It takes a whole village to raise a child.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, finnischer Bildungsexperte, Ansprache zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 7. Oktober 2014

Mit eineinhalb Jahren:

„The roots of many cognitive and behavioral differences that appear in middle childhood and adolescence are often already present by 18 months, and their origins, we now know, lie even earlier in the child’s life.“ Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam,
„Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 109f

Auf den Anfang kommt es an:

„Long before a child enters the classroom, inequities can create a lasting imprint on the architecture of the brain. […] In the first few years of life, a child’s brain creates 700 to 1,000 new neural connections every second, a pace that later diminishes.“
UNICEF (Hrsg.), „A fair chance for every child“ (2016), S. 50

Eltern legen Basis:

„Eltern, welche dem Spiel einen hohen Stellenwert beimessen, legen nicht nur die Basis für die Freude am Lernen, sondern auch für den langfristigen und stabilen Schulerfolg ihres Kindes. Väter und Mütter, die schon ihre kleinen Kinder zum Spielen motivieren und es auch mit ihnen tun (Mensch ärgere dich nicht, Memory, Domino etc.), signalisieren ihnen damit, dass sie etwas können und dass sie ihnen auch etwas zutrauen.“
Univ.-Prof. Dr. Margrit Stamm, „Lasst die Kinder los: Warum entspannte Erziehung lebenstüchtig macht“ (2016), S. 238

Long shadow:

„There is evidence of a long shadow of the effect of early maternal time inputs on later outcomes, especially in the case of cognitive skill development.“
Univ.-Prof. Dr. Emilia Del Bono u. a., „Early maternal time investment and early child outcomes“ (2014), Abstract

Höchste „Produktivität“:

„Educational activities such as reading a story, being talked to, or helping with chores are the most “productive”, particularly when they are done with the parents.“
Dr. Mario Fiorini u. a., „How the Allocation of Children’s Time Affects Cognitive and Noncognitive Development“
in „Journal of Labor Economics“, 2014, vol. 32, no. 4, S. 830f

Die falsche Lösung:

„Plato hatte die Idee, alle Kinder Athens in Waisenhäuser zu stecken, damit alle die gleichen Chancen haben. Das ist aber freilich die falsche Lösung. Die tiefe Liebe der Eltern kann man durch nichts ersetzen. Man kann ihnen nur helfen, sie zu ergänzen.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman, Nobelpreisträger des Jahres 2000 für Wirtschaftswissenschaften, Der Standard online am 17. Jänner 2017

Sicherung der Zukunft:

„Die Zukunft einer Gesellschaft wird durch die Familien bestimmt, die durch ihr Vorbild, ihre Erziehungsarbeit und auch andere Formen der Familienarbeit die nachfolgenden Generationen prägen und deren Chancen maßgeblich beeinflussen. Eine Gesellschaft, die daher Familien stärkt, sichert damit die eigene Zukunft.“
„Familie“ (Zeitschrift des Österreichischen Familienbundes), Jänner 2017, S. 2

Was BM Hammerschmid als „Autonomie“ verkaufen möchte:

„In den Plänen zum Autonomiepaket im Zuge der Bildungsreform ist unter anderem vorgesehen, dass die Schulpartner in pädagogischen Fragen wie der Gruppengröße oder der Festlegung von Aufnahmekriterien (an höheren Schulen) ihre Mitentscheidungsrechte verlieren.“
ORF online am 29. Jänner 2017

Nein zu Hammerschmids pädagogischem Sparpaket:

„Sonja Hammerschmid hat ein pädagogisches Sparpaket vorgelegt, zu dem es von mir in der derzeitigen Form keine Zustimmung geben wird.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 29. Jänner 2017

Zentralismus als „Autonomie“ getarnt:

„‚Die Wünsche sind noch sehr unterschiedlich und eine wirkliche Abstimmung hat noch nicht stattgefunden.‘ Außerdem spreche man häufig von Autonomie, meine aber Zentralismus.“
HR Fritz Enzenhofer, LSR-Präsident Oberösterreichs, Neues Volksblatt online am 11. Jänner 2017

„Ideologiegeleitete Schulpolitik der Bevormundung“:

„Schülern, Eltern und Lehrern vor Ort fundamentale Mitwirkungsrechte entziehen zu wollen, um eine ideologiegeleitete Schulpolitik der Bevormundung durchzusetzen, ist für uns inakzeptabel. Die Schulpartner auf Bundesebene, der B-SGA, weisen eine Schulpolitik über die Köpfe der Betroffenen hinweg mit Entschiedenheit zurück.“
Presseaussendung des B-SGA vom 2. Dezember 2016

Politik auf Kosten der Schulqualität beenden!

„Wir wissen, worum es wirklich geht. Wir können gemeinsam mit Lehrern und Schülern vor Ort besser entscheiden, was unsere Kinder tatsächlich brauchen. Wir wollen die Voraussetzungen für unsere Kinder verbessern.“
Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen,
Die Presse online am 7. Jänner 2017

Massive Bedrohung durch Verordnung von „Schulclustern“:

„Als Höhepunkt könnten dann im Zuge dieser Schulcluster auch die Schulformen geändert werden – AHS-Unterstufen könnten relativ leicht zu Neuen Mittelschulen mutieren. Auf der Strecke bleibt die Leistungsorientierung; sie gehört gesteigert, darin sind sich alle ‚echten Experten, und das sind die Lehrer‘, einig. Das wäre auch der wichtigste Beitrag zur Sicherung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich.“
Mag. Dr. Rainer Gögele, Bundesvorsitzender von „Pro Gymnasium“, www.progymnasium.at am 19. November 2016

Finger weg von der tatsächlichen Autonomie!

„An der Mitbestimmung von Eltern, Lehrern und Schülern darf nicht gerüttelt werden.“
NR-Abg. Dr. Walter Rosenkranz, Bildungssprecher der FPÖ, Presseaussendung vom 23. Oktober 2016

Freiheit und Vertrauen als Basis für erfolgreiches Wirken:

„Lehrer sollten eine gewisse Gestaltungsfreiheit haben, man sollte ihnen vertrauen, dass sie ihre Arbeit richtig machen. Bei Ärzten steht auch keiner daneben und kontrolliert, was sie tun.“
Univ.-Prof. Dr. Mareike Kunter, Die Zeit online am 10. März 2016

Pädagogische Freiheit statt Einsparungen!

„Die Ministerin verstehe unter Autonomie nur ‚Einsparungen und Machtspiele. Dem kann ich nichts abgewinnen, denn ich will pädagogische Freiheit für unsere Schulen.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 29. Jänner 2017

So lautete die Ankündigung vor 8 Monaten …

„Es sei wichtig, den Lehrern mehr Möglichkeiten zu geben, denn diese wüssten am besten, was die Kinder brauchen.“
BM Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Pressemeldung vom 31. Mai 2016

So einiges läuft in der Wiener Bildungspolitik falsch:

„In regelmäßigen Abständen zeigen uns Testungen, wie zum Beispiel die Bildungsstandards, klar und deutlich, dass in der Wiener Bildungspolitik so einiges falsch läuft.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 11. November 2016

Nach der Hauptschule bzw. NMS haben ihre Ausbildung nicht fortgesetzt (Stand 2013/14):

Niederösterreich:
Tirol:
Salzburg:
Oberösterreich:
Vorarlberg:
Steiermark:
Burgenland:
Kärnten:
Wien:
3,3 %
3,8 %
4,1 %
4,4 %
4,5 %
5,1 %
5,2 %
5,3 %
11,8 %
Dr. Sabine Buchebner-Ferstl u. a., „Bildungsentscheidungen in der Familie beim Übergang von der Volksschule
in die weiterführende Schule“ (2016), S. 12

15- bis 24-Jährige, die ihre Schullaufbahn ohne einen über den Pflichtschulabschluss hinausgehenden Schulabschluss beendet haben (Stand 31. Oktober 2011):

Burgenland:
Steiermark:
Salzburg:
Niederösterreich:
Kärnten:
Tirol:
Oberösterreich
Vorarlberg:
Wien:
8,8 %
9,6 %
10,6 %
10,8 %
11,3 %
11,4 %
11,5 %
12,8 %
19,1 %
Statistik Austria (Hrsg.), „Ergebnisse aus dem Bildungsbezogenen Erwerbskarrierenmonitoring (BibEr)“ (2015), S. 47

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung:

„Wer heute nur einen Pflichtschulabschluss hat, für den gibt es keinen Job mehr.“
Dr. Michael Häupl, Wiens Bürgermeister, Der Standard online am 22. Jänner 2017

Wien könnte anders „anders sein“:

„[Es] … liegt die heimische Bildungs-Misere durchaus auch an der Landespolitik. So könnte die Stadt Wien aus ihrem reich gefüllten Event-Budget ein paar Millionen für die Schulen lockermachen und die dringend notwendigen Stützlehrer sowie Sozialarbeiter damit zahlen.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier online am 28. Mai 2013

LehrerIn sein in Wien …

„Wiens und Österreichs LehrerInnen unterscheiden sich bei ihrem Burnout-Risiko in einigen Punkten auffällig: Im Bundesländervergleich des Burnout-Risikos gemessen am Skalenmittelwert am MBI zeigt sich, dass die Wiener LehrerInnen das höchste Burnout-Risiko aufweisen.“
Mag. Christina Mogg, „Arbeitssituation und -zufriedenheit von LehrerInnen: Von der Berufung zum Burnout“ (2013), S. 143

Jeder einzelne Schulabbrecher verursacht in Summe Kosten von fast einer Viertelmillion Euro:

„In a comparison of those who drop out of high school and those who complete high school, the average high school dropout costs the economy approximately $260,000 over his or her lifetime in terms of lower tax contributions, higher reliance on Medicaid and Medicare, higher rates of criminal activity, and higher reliance on welfare.“
ies (Hrsg.), „Trends in High School Dropout and Completion Rates in the United States: 2013“ (2016), S. 1

Was der EU-Kommission an Österreichs Schulwesen auffällt:

„The early school leaving rate is markedly better than the EU average.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016“ (2016), S. 11

Early intervention:

„One of the best solutions to limit the risk of drop-out from education is to intervene early at school with special programmes suited to disadvantaged groups.“
Univ.-Prof. Dr. Stéphane Carcillo u. a., „NEET Youth in the Aftermath of the Crisis“ (2015), S. 53

Dropout kündigt sich schon in der Volksschule an:

„Grades from primary school have the absolute highest significance for completion.“
Cecilia Lyche, „Taking on the Completion Challenge: A Literature Review on Policies to Prevent Dropout and Early School Leaving“ (OECD Education Working Papers Nr. 53, 2010), S. 15

Schafft Österreichs Schulpolitik deshalb in der Volksschule die Noten ab?

Besinnung auf das Wesentliche:

„Der Reformeifer war viel zu groß und was die Schulen jetzt bräuchten, wäre Ruhe und eine Neubesinnung auf das Wesentliche.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW;
http://bildung-wissen.eu), Kölner Stadtanzeiger online am 6. Dezember 2016

Vergeudung kostbarer Energien:

„Strukturreformen belasten die Kollegien und können dafür sorgen, dass die Lehrerinnen und Lehrer Aufgaben falsch priorisieren. Sie planen und sitzen in Konferenzen, anstatt den Unterricht vorzubereiten oder einzelne Schüler zu fördern. Sie sind abgelenkt vom Kerngeschäft.“
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Der Spiegel online am 29. Oktober 2016

Wie wahr:

„Wenn dauernd umgestellt wird, ist es schwierig. […] Reformen um der Reformen Willen brauchen wir nicht.“
Prof. Dr. Johanna Wanka, Bildungsministerin Deutschlands, Nordwest Zeitung online am 30. Dezember 2016

Ahnungslose haben viel zu viel zu sagen:

„Unser Hauptproblem ist, dass viele Reformentwürfe von Leuten kommen, die wenig Ahnung von der Praxis haben – außer dass sie selbst einmal in die Schule gegangen sind.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Die Furche vom 24. November 2016

„Es geht um die beste und wertvollste Ressource für die Zukunft: unsere Kinder“:

„Die Bildung der Jugend ist kein beliebiges Experimentierfeld. Es wird viel zu viel an der Schule herumgedoktert, anstatt Schule in Ruhe arbeiten zu lassen.“
Mag. Johann Heuras, Landesschulratspräsident Niederösterreichs,
Niederösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Reformen, die ins Desaster führen:

„[Es …] weisen die Ergebnisse der liberalen Länder ziemlich eindringlich darauf hin, dass die vermeintlichen Königswege ‚neoliberaler‘ zeitgenössischer Bildungsreformen – die teilweise auch in einem Konsens der Reformkräfte verfolgt werden – möglicherweise eher zu desaströsen Wirkungen als zum Erfolg führen könnten.“
Dr. Lorenz Lassnigg u. a., „Das österreichische Modell der Formation von Kompetenzen im Vergleich“ in Statistik Austria (Hrsg.), „Schlüsselkompetenzen von Erwachsenen – Vertiefende Analysen der PIAAC-Erhebung 2001/12“ (2014), S. 73

In den USA schon vor einem halben Jahrhundert gescheitert:

„Today’s reformers assert that ‘the money should follow the child’ and they herald this as a bold new reform idea. But it is not new. It is the same idea that was behind vouchers more than half a century ago.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement
and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 21

Aktueller denn je:

„After being tried time after time, in place after place, the repeated failure of the reforms does not deter their advocates from driving them through with even greater ferocity.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Hargreaves u. a., „The global fourth way“ (2011), Preface, S. X

„Mehr Zeit statt Reform-Wirrwarr“:

„Zukunftsfähigkeit heißt für mich nicht, dass man das Rad der Pädagogik ständig neu erfinden muss. Wir sollen uns zurückhalten mit der Lust, ständig an unseren Kindern herumzuexperimentieren.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Furche vom 5. Jänner 2017

Entschleunigung, Besonnenheit, Stabilität und Sicherheit:

„In einer sich – angeblich – rasch verändernden Gesellschaft benötigen Bildungssysteme Entschleunigung, nicht Hektik, Besonnenheit, nicht Tempo, Stabilität, nicht permanenten Wandel, Sicherheit, nicht medialen und politischen Dauerbeschuss.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 29

Anteil der 15-Jährigen, die außerhalb des Landes geboren sind (Stand 2015):

Estland:
Niederlande:
Finnland:
Deutschland:
Österreich:
1,6 %
3,8 %
3,9 %
5,1 %
9,3 %
PISA 2015-Datenbank, Abfrage vom 24. Jänner 2017

Österreichs 15-Jährige, die außerhalb des Landes geboren sind, liegen in ihren PISA-Leistungen um über eineinhalb Jahre zurück.

Gebot der Stunde:

„Wer die Absicht hat, im Land zu bleiben, sich hier mit seiner Familie ein neues Leben aufzubauen und Teil der österreichischen Gesellschaft zu werden, muss die deutsche Sprache bestmöglich beherrschen. Die Forderung nach verpflichtenden Kursen ist daher kein Zeichen einer ‚rechten‘ Gesinnung, wie manche meinen, sondern ein Gebot der Stunde!“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform
„Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom März 2016, S. 5

Gegen Hineinsetzen von Kindern, die die Unterrichtssprache nicht verstehen:

„Das ist Zeitverschwendung für alle Beteiligten, das ist Ressourcenverschwendung, und den Kindern tut man einen wesentlich größeren Gefallen, wenn man sie in Kleingruppen ordentlich in der Sprache fördert mit Lehrerinnen und Lehrern, die auch dafür ausgebildet sind, die das auch in ihrem Lehrplan stehen haben und sich nicht gerade mit dem zweiten Weltkrieg oder Physik auseinandersetzen sollten.“
Sebastian Kurz, Außen- und Integrationsminister, Bundeslehrertag 2016 der ÖPU/FCG, Linz am 3. März 2016

Ein bescheidener Anfang, aber für Österreich schon ein Fortschritt:

„Es wird nicht mehr infrage gestellt, dass wir mehr Deutschkurse brauchen, dass wir Qualifikations- und Wertekurse brauchen. Man hat hier Tritt gefasst, nachdem die Bundespolitik jahrzehntelang nicht existent war und man alles den Gemeinden oder zivilgesellschaftlichen Einrichtungen überlassen hat. Das Verständnis, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, dass wir dauerhafte Zuwanderung haben, ja auch brauchen werden, ist zum Allgemeingut geworden. Das ist ein Fortschritt.“
Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Vorsitzender des Expertenrates für Integration,
Salzburger Nachrichten online am 5. Jänner 2017

Focus on both school and home:

„Not understanding the language of the country of residence upon arrival is a disadvantage; but so is insufficient exposure to that language outside of school. Policies aimed at supporting immigrant students who do not speak the language of assessment at home should focus on both school and home.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2012 Results: Excellence through Equity“ (2013), S. 80

Neue Rekordwerte:

„35 % der in Wien lebenden Personen wurden im Ausland geboren, in Vorarlberg waren es 20 % und in Salzburg 18 %.“
ÖIF (Hrsg.), „Jahresrückblick: Integration und Asyl 2016“ (Dezember 2016), S. 2

Sprachunterricht schon vor dem Eintritt in die Schule:

„Angesichts der gestiegenen Zahl von Volksschülern nicht-deutscher Muttersprache – Österreichweit 20 Prozent, in Wien 48 Prozent – können […] auch die besten Volksschul-, NMS- oder StützlehrerInnen nur dann Erfolg haben, wenn der Sprachunterricht schon vor dem Eintritt in die Schule beginnt. Und zwar nicht ab dem fünften, sondern ab dem vierten, noch besser dem dritten Lebensjahr. Denn schon zu diesem Zeitpunkt saugen Kinder Sprache wie Schwämme auf.
Peter Michael Lingens, Profil online am 16. Dezember 2016

Frankreich:

„Es gibt besondere Französischkurse und auch an den weiterführenden Schulen Willkommensklassen für Kinder, die noch nie in der Schule waren. Bis zu 18 Stunden Französisch pro Woche, dazu jeweils eine Stunde Mathe, Musik, Kunst und Sport gemeinsam mit französischen Schülern.“
Der Spiegel online am 25. Mai 2014

Ideologie auf Kosten der Betroffenen:

„Bei den quereinsteigenden SchülerInnen wurde und wird mit dem Hinweis auf ‚Ghettoklassen‘ jegliche ernsthafte und auch altersgerechte Form der Vermittlung von Deutschkenntnissen für jene, die zuwandern und über keine Deutschkenntnisse verfügen, abgewehrt.“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2015“ (2015), S. 64

Politisches Verantwortungsbewusstsein gefragt:

„Deutsch-Vorbereitungsklassen für alle Kinder mit sprachrelevanten Defiziten sind das Gebot der Stunde. Wer diesen Zug verabsäumt, hat die volle Verantwortung zu tragen, wenn Kinder in Wien nach Ende der Schulpflicht Deutsch nur in Satzfragmenten sprechen, kaum lesen, schreiben und rechnen können und wegen Unvermittelbarkeit ihr Leben lang in AMS-Kursen und der Mindestsicherung verbringen.“
Mag. Gernot Blümel, Obmann der ÖVP-Wien, Presseaussendung vom 16. März 2016

„Kostenneutralität“ ist Sparprogramm:

„Neue Angebote wie längere Öffnungszeiten oder Unterstützungspersonal seien zwar erwünscht, müssen aber kostenneutral sein: ‚Das ist nur durch Einsparungen, nämlich größere Klassen, möglich.‘“
HR Mag. Wilhelm Zillner, Vorsitzender der AHS-DirektorInnen Österreichs,
Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Autonomie erfordert zusätzliche Ressourcen:

„Mehr Verantwortung heißt bessere Rahmenbedingungen und heißt auch bessere Bezahlung. […] Mehr Schulautonomie funktioniert ohne zusätzliche Ressourcen nicht.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen,
Oberösterreichische Nachrichten online am 29. Oktober 2016

Sparpaket namens „Autonomiepaket“:

„Das ‚kostenneutrale‘ Autonomiepaket droht zu einem pädagogischen Sparpaket zu werden, wenn Schulleitungen am Standort zugunsten von übergeordneten Clusterleitungen eingespart oder Lehrer/innenressourcen in Unterstützungs- und Supportkräfte umgewandelt werden.“
Aus der am 18. November 2016 einstimmig beschlossenen Resolution der ARGE LehrerInnen

Schulen werden zu Cluster-Bereichen degradiert:

„Die bisherigen Schulleiter werden abgeschafft bzw. völlig entmachtet. Im Ministerratsvortrag heißt es dazu wörtlich: ‚Die Aufgaben der bisherigen Schulleitungen übernimmt die zentrale Schulclusterleitung …‘ An den einzelnen Schulstandorten ‚können‘ sogenannte ‚Bereichsleitungen‘ eingerichtet werden.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Kleine Zeitung online am 24. Oktober 2016

An den Schulen brodle es:

„Wir wollen nicht, dass auf Kosten der Kinder gespart wird. […] Wir werden uns wehren.“
Mag. Sylvia Bäck, Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich,
Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Irrweg:

„Ich halte nichts davon, Strukturfragen mit Clustern zu lösen. Wenn es fünf kleine Standorte in einer Region gibt, bringt auch ein Cluster nichts.“
HR Fritz Enzenhofer, LSR-Präsident Oberösterreichs, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Rechtswidrigkeit und nicht das Recht beseitigen!

„Die Bedenken der Professorenunion (ÖPU) bezüglich der Teilungszahlen versteht Enzenhofer. In OÖ sitzen etwa in der Hälfte aller Klassen der AHS-Unterstufe mehr als 25 Kinder. Durch die Schulautonomie könnten die Klassen noch größer werden.“
Neues Volksblatt online am 11. Jänner 2017

Gilt das Wort der Unterrichtsministerin?

„Die Schulen entscheiden selbst, ob sie sich zu Clustern zusammenschließen. Wir diktieren das in keiner Weise.“
BM Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Betroffene stehen im Weg:

„Man will eine Einheitsschule ohne störenden Einfluss der Eltern. Ziel ist offenbar, die Schuldemokratie zu ruinieren.“
Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen,
Die Presse online am 30. November 2016

Der Bundeskanzler will sich von Schulpartnern nicht mehr „stören“ lassen:

„Die Absicht des Bundes ist klar: Er will das alleinige Sagen in der Bildungspolitik haben. Bundeskanzler Kern formulierte es am 2. November 2016 besonders deutlich vor dem ÖGB-Bundesvorstand: Die schulpolitischen Vorgaben des Bundes sollen ohne die ‚störende‘ Einmischung der Länder oder Schulpartner (Eltern, Lehrer, Schüler) umgesetzt werden.“
Mag. Dr. Rainer Gögele, Bundesvorsitzender von „Pro Gymnasium“, www.progymnasium.at am 19. November 201

Englands staatliches Gesamtschulwesen und seine diskriminierende Wirkung:

„In medicine, nearly two thirds (61 %) of top doctors were educated at independent schools, nearly one quarter at grammar schools (22 %) and the remainder (16 %) comprehensives. […] In journalism, about half (51 %) of the country’s leading journalists were educated privately, less than one in five (19 %) went to comprehensives.“
Sutton Trust (Hrsg.), „Leading People 2016 - The educational backgrounds of the UK professional elite“ (2016), S. 2

Enormes Potenzial:

„Wir haben bei bildungsbürgerlichen Eltern ein zunehmendes Bewusstsein: Das einzige, was wir mit Sicherheit vererben können, ist Bildung. Ob das Haus noch da ist, die Firma noch da ist, die Aktien noch etwas wert sind, wissen wir nicht. Das heißt je nach Gesellschaft und je nach schulischem System sind die Leute bereit, bis zur Hälfte des Familieneinkommens für diese Aufgabe aufzuwenden. Das gilt nicht für alle, sondern nur für die, die nicht verhungern, wenn sie die Hälfte des Familieneinkommens dafür aufwenden können.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Bildungsreform 2015 – Fortschritt oder Rückschritt?“,
Keynote beim „Weis[s]en Salon“ vom 10. Dezember 2015

Japan:

„Die Plätze an elitären Bildungsinstituten sind in Japan hart umkämpft, weil im Prinzip nur diese Schulen einen sicheren Werdegang in die Topliga der Gesellschaft garantieren.“
Die Presse online am 5. September 2016

Südkorea:

„Families in Korea pay a substantial share of the total expenditure on education.“
OECD (Hrsg.), „Lessons from PISA for Korea“ (2014), S. 79

China:

„Eltern in Chengdu zahlen 3000 bis 4000 Yuan pro Monat für den Kindergartenbesuch ihres Sprösslings, wohingegen eine Primarschullehrerin auch nach 25 Jahren Arbeit nur gerade 4500 Yuan monatlich verdient.“
Neue Zürcher Zeitung online am 11. September 2015

In Frankreich „klafft ein Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit“:

„Im Land von ‚Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit‘ beschwören Politiker die Schule oft als Motor für soziale Gerechtigkeit und Integration. Seit 1975 gibt es ein Gesamtschulmodell - alle Kinder gehen nach der Grundschule auf das Collège. Doch die PISA-Studien zeigen seit Jahren wachsende Ungleichheiten.“
Süddeutsche Zeitung online am 6. Dezember 2016

Was die OECD mit Bildung zu tun hat:

„Education, including public education, is a massive new market for global capital investment that is worth tens of billions of dollars.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Hargreaves u. a., „The global fourth way“ (2011), S. 1

Anteil der frei finanzierten Privatschulen (Stand PISA 2015):

Japan:
Südkorea:
Frankreich:
Großbritannien:
Österreich:
28,1 %
11,6 %
6,3 %
5,5 %
1,5 %
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results. Policies and Practices for Successful Schools“ (2016), Table II.4.7

Frei finanzierte Privatschulen werden nicht einmal zur Hälfte mit öffentlichen Geldern finanziert und verlangen dementsprechend hohe Schulgebühren.

„res publica“:

„Man könnte als grobe Richtlinie sagen, dass alles, was das Gemeinwesen als solches betrifft, und alles, worauf Menschen kraft ihrer Teilhabe an diesem Gemeinwesen einen Rechtsanspruch haben, nicht zum Gegenstand privater Interessen degradiert werden kann.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Bildung unser kostbarstes Kulturgut:

„Bildung als unser kostbarstes Kulturgut darf dem ökonomischen Markt nicht überantwortet werden.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 46

PISA 2015 zeigt:

„Längeres gemeinsames Lernen führt offenbar nicht ohne weiteres zu größerem oder schnellerem Lernfortschritt, wie die schulformvergleichenden Pisa-Auswertungen zeigen. Tatsächlich rangieren Integrierte Gesamtschulen in den Pisa-Vergleichen weit hinter Gymnasien und Realschulen sowie knapp vor den Hauptschulen, die wesentlich kompliziertere Schülerstrukturen aufweisen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 4. Dezember 2016

Bayerns „Geheimnis“:

„Mit differenzierten Bildungsangeboten können wir die unterschiedlichen Talente an den unterschiedlichen Schularten besonders nachhaltig fördern und so die optimale Entfaltung der jungen Menschen sicherstellen.“
Dr. Ludwig Spaenle, Kultusminister Bayerns, „Das Gymnasium in Bayern“ vom Jänner 2017, S. 27

Baden-Württemberg hat seine Lektion aus dem Desaster der grün-roten Gesamtschulpolitik gelernt:

„‚Das Gymnasium ist eine tragende Säule in unserem Schulsystem und wird es auch bleiben.‘ […] Ruhe und Verlässlichkeit sollten den Lehrkräften die Möglichkeit geben, sich wieder auf ihr Kerngeschäft, den Unterricht, zu konzentrieren.“
Dr. Susanne Eisenmann, seit 12. Mai 2016 Kultusministerin Baden-Württembergs, CDU,
Pressemitteilung vom 12. Dezember 2016

Erfolgreichstes Bundesland im ehemaligen Ostdeutschland:

„Unter den ostdeutschen Bundesländern gibt es bis heute einzig in Sachsen keine Gesamtschule als reguläre Schulform.“
Prof. Dr. Marcel Helbig u. a., „Die Unvergleichbaren.
Der Wandel der Schulsysteme in den deutschen Bundesländern seit 1949“ (2015), S. 92

Einsicht auch in Englands Regierung:

„We know that grammar schools provide a good education for their disadvantaged pupils, which is why we want more pupils from lower income backgrounds to benefit from them.“
Nick Gibb, Englands Bildungsminister, The Guardian online am 6. Dezember 2016

Der Vielfalt Rechnung tragen;

„Wenn die Annahme zutrifft – und dafür sprechen alle Studien –, dass die Begabungen in der Bevölkerung sehr unterschiedlich ausgebildet sind, muss das Bildungssystem dieser Vielfalt Rechnung tragen.“
Univ.-Prof. Dr. Remo Largo, „Lernen geht anders. Bildung und Erziehung vom Kind her denken“ (2010), S. 159

Differenzierung hilft allen:

„In tracked education systems, teachers appear to provide more equal support and caring to low and high achievers and to students from different socioeconomic backgrounds within the same school. Moreover, schools with disadvantaged student populations seem to develop an especially supportive learning environment.“
Dr. Svenja Vieluf u. a., „Who has a good relationship with the teachers? A comparison of comprehensive education systems with education systems using between-school tracking“ in „Oxford Review of Education“ (2015), Vol. 41, No. 1, S. 19

Hollands differenziertes Schulwesen:

„In secondary education, the highest performing Dutch students seem to catch up with their international peers to some extent, which could be due to ability tracking.“
Univ.-Prof. Dr. Henry Levin u. a., „Does educational privatisation promote social justice?“
in „Oxford Review of Education“, 2014, Vol. 39, No. 4, S. 524

Jeden Menschen seinen Weg finden zu lassen:

„Die Aufgabe von Bildungsangeboten besteht darin, Menschen ihren Weg finden zu lassen, einen Weg, der zu ihnen passt.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a.,
„Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 58

Warum Gesamtschulen versagen:

„Es gibt den Wunderwuzzi-Lehrer nicht, der es allen recht machen kann. Also orientiert er sich am Durchschnitt – den Guten ist langweilig und die Schlechten kommen nicht mit.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Neue Vorarlberger Tageszeitung vom 8. Dezember 2016

Die Bombe tickt:

„Bis zum Jahr 2025 werden laut Bildungsministerium knapp 34.000 der insgesamt rund 120.000 heimischen Lehrer in Pension gehen, gleichzeitig werden durch die längere neue Lehrerausbildung 2017/2018 weniger Junglehrer als bisher auf den Markt kommen.“
Die Presse online am 11. Jänner 2017

Österreichs Schulpolitik ist im Klassenzimmer angekommen:

Im OECD-Mittel wollen 4,8 % der 15-Jährigen LehrerInnen werden, in Österreich hingegen nur mehr 1,6 %.
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus“ Nr. 58 (Dezember 2015), S. 2

Politik auf Kosten der Zukunft:

„Wir haben in Teilbereichen, etwa bei den Naturwissenschaften oder den Sonderpädagogen, schon jetzt zu wenig Lehrer, es muss allen klar sein, dass wir derzeit viel zu wenig Menschen für den Lehrerberuf ausbilden.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 10. Jänner 2017

Vermehrtes Abwandern aus Österreich:

„Die geografische Lage Vorarlbergs führte in den letzten Jahren zu vermehrten Abwanderungen von Lehrkräften in die Schweiz und nach Liechtenstein, weil die Verdienstmöglichkeiten dort deutlich besser waren.“
RH (Hrsg.), „Bundeslehrkräfte: Vergleich Dienstrecht alt/neu“ (2016), S. 15

Die Top-Performer gewinnen die Leistungsstärksten als Lehrkräfte:

„Singapore and Finland pay for teacher education, and students receive salaries or stipends while they train.“
McKinsey (Hrsg.), „Closing the Talent Gap: Attracting and Retaining Top Third Graduates to a Career in Teaching“ (2010), S. 24

Wissenschaftlich evident:

„Research shows that salaries and alternative employment opportunities are important influences on the attractiveness of teaching. Teachers’ starting salaries relative to other non-teaching occupations and the likely growth in earnings have a huge influence over a graduate’s decision to become a teacher.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2016“ (2016), S. 411

Dänemark fehlt der Lehrernachwuchs ebenso wie Österreich:

„It is not popular to become a teacher, the teacher training colleges usually have several vacant study positions, and enrollment qualifications are easily met.“
Dr. Frans Ørsted Andersen, „Danish and Finnish PISA results in a comparative, qualitative perspective: How can the stable and distinct differences between the Danish and Finnish PISA results be explained?“ in „ Educational Assessment, Evaluation and Accountability” (2010) 22, S. 169

Die schulpolitische Talfahrt beenden:

„Weil die Qualität eines Bildungssystems von der Qualität der Lehrpersonen abhängt, wollen wir die Besten.“
HR Fritz Enzenhofer, Landesschulratspräsident Oberösterreichs, Kurier online am 10. Jänner 2017

Woran es Österreichs Schulpolitik fehlt:

„Schule braucht Verständnis und Wertschätzung.“
Mag. Johann Heuras, Landesschulratspräsident Niederösterreichs, Niederösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Anerkennung und Wertschätzung:

„Wir alle streben nach Anerkennung und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Die Anerkennung ist die Währung, über die wir etwas über unseren Wert erfahren.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Ein Politiker, der die Wahrheit ohne Beschönigung ausspricht:

„Tatsache ist, dass im OECD-Durchschnitt die Länder 3,8 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Schule ausgeben und Österreich dafür nur 3,2 Prozent aufwendet. Die Differenz auszugleichen, hieße zusätzlich zwei Milliarden Euro pro Jahr in die Schulen zu stecken.“
Mag. Johann Heuras, Landesschulratspräsident Niederösterreichs, Niederösterreichische nachrichten online am 13. Jänner 2017

Anteil am BIP aussagekräftig:

„Um einen europäischen Vergleich der Bildungsausgaben zu ermöglichen, bietet es sich an, die jeweiligen Anteile am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu vergleichen.“
Dr. Kerstin Drossel u. a., „Merkmale der Lehr- und Lernbedingungen im Primarbereich“ in
Univ.-Prof. Dr. Wilfried Bos u. a., „TIMSS 2011“ (2012), S. 173

Pseudo-ExpertInnen täuschen Politik:

„Alle sagen immer, dass unser Schulsystem so teuer ist, dabei könnten noch zwei Milliarden Euro pro Jahr investiert werden, um überhaupt den OECD-Schnitt zu erreichen. Banken werden auch gerettet, warum nicht Bildung?“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 16. Dezember 2016

„Schulpolitische“ Quadratur des Kreises:

„Die Politik sucht nach der Quadratur des Kreises, so scheint es: Spitzenleistungen der Schüler sollen unter Einsparung von möglichst viel Geld von immer weniger Lehrern ermöglicht werden.“ (S. 19)
Dr. Wolfgang Hagemann, „Burnout bei Lehrern: Ursachen, Hilfen, Therapien“ (2009), S. 19

Horrende Botschaft an die Jugend:

„Angesichts der Mangelwirtschaft im Bildungssystem nehmen die Schüler heute aber vor allem folgende niederschmetternde Erkenntnis ins Leben mit: Bildung kann nicht allzu viel wert sein, weil sie ja auch Vater Staat nichts wert ist.“
Salzburger Nachrichten online am 3. Oktober 2015

The „minimum level of spending“:

„Quality outcomes cannot be achieved below a minimum level of spending. Money is necessary to secure high quality and equitable participation in school, but it is not the only factor that guarantees high performance.“
EU-Kommission (Hrsg.), „PISA 2015 - EU performance and initial conclusions regarding education policies in Europe“ (2016), S. 11

Überwältigende Mehrheit für mehr Ressourcen für Bildung:

„About 90 percent of Americans of all political persuasions say they support more spending on public education to try to ensure that everyone gets a fair start in life.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 32

In eine erfolgreiche Zukunft investieren:

„Investing in education is crucial to support both short-term recovery and long-term economic growth.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015“ (2015), S. 24

China auf der Überholspur:

„The Chinese government assigns a high value to education. It holds the belief that education is the basis of national development and modernisation.“
OECD (Hrsg.), „Education in China“ (2016), S. 12

„Die Zeit ist reif“:

„Die Zeit ist reif für eine Besinnung auf den hohen Stellenwert aller unserer Schularten. Diese Einsicht muss in ein klares Bekenntnis zur hohen Professionalität und Expertise der österreichischen Lehrerinnen und Lehrer und zu entsprechenden Investitionen in allen pädagogischen und organisatorischen Bereichen der einzelnen Schultypen münden.“
Aus dem Leitantrag zum 17. Bundeskongress der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, beschlossen am 11. Oktober 2016

„Weil unser duales Ausbildungssystem Weltklasse ist“:

„Unsere Zukunft und die Stärke unserer Wirtschaft hängt von der Qualität unserer Facharbeiter ab. Das ist der größte Wettbewerbsvorteil, den wir haben.“
Bundeskanzler Mag. Christian Kern, Rede zur Zukunft Österreichs, Wels am 11. Jänner 2017

In Deutschland weiß es die Politik schon länger:

„Durch die hochqualifizierten Facharbeiter in diesem Land sind unsere Industrie und unser Mittelstand international wettbewerbsfähig und konnten in der Vergangenheit Krisen erfolgreich bewältigen.“
„Aufstieg, Sicherheit, Perspektive – Das Nordrhein-Westfalen-Programm“
(Grundsätze der CDU Nordrhein-Westfalen, beschlossen am 13. Juni 2015), S. 53

Bewährte Vielfalt:

„Besonders deutlich wurden die Vorteile des deutschen Berufsbildungssystems in der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise, so dass in anderen EU-Staaten angesichts hoher Jugendarbeitslosenquoten ebenfalls Schritte zur Begründung oder zum Ausbau dualer Ausbildungssysteme unternommen wurden.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2016“ (2016), S. 68

„Erfolgsfaktor für Deutschland“:

„Lassen Sie uns die duale Ausbildung verteidigen, sie ist ein Erfolgsfaktor für Deutschland. […] Je höher die Akademisierungs-Quote, desto höher die Jugendarbeitslosigkeit.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Rheinische Post online am 13. Jänner 2016

Deutschlands Bildungsministerin:

„Mit 7,4 Prozent hat Deutschland die mit Abstand niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich mit anderen Staaten der Europäischen Union. Dies dokumentiert die hohe Integrationskraft der dualen Berufsausbildung und ihr große Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft.“
Prof. Dr. Johanna Wanka, Bildungsministerin Deutschlands,
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 15. April 2015

Jugendarbeitslosigkeit 2008-2016:


Deutschland:
Österreich:
2008 
10,6 %
8,0 %
2016:
6,9 %
11,1 %
http://www.sozialministerium.at, Abfrage vom 2. Jänner 2017

„Many recent initiatives … in several European countries”:

„Considering the high levels of youth unemployment in Europe, many recent initiatives attempt to increase the number of apprenticeships in several European countries with the aim to improve the labour market outcomes of young individuals.“
Univ.-Prof. Dr. Samuel Mühlemann, „The Cost and Benefits of Work-based Learning“ (2016), S. 6

„It is a mistake”:

„It is a mistake to believe that all youth enjoy work with abstract symbols possibly combined with a lot of red tape and endless meetings. Many prefer practical work and work with which they can connect some meaning and which gives them a personal identity.“
Univ.-Prof. Dr. Günther Schmid, „Youth Unemployment in Korea: From a German and
Transitional Labour Market Point of View“ (2013), S. 9

Nobelpreisträger James Heckman:

„Workplace-based learning helps students develop an occupational identity, a professional ethic, and self-esteem based on accomplishment.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman, „Fostering and measuring skills: Interventions that improve character and cognition“ (2013), S. 67

Wenn man die jungen Menschen selbst zu Wort kommen lässt:

„Für den Erfolg des Ausbildungsmodells ‚Lehre‘ insgesamt spricht, dass sich 84 % der Befragten, für den Fall, dass sie nochmals im Alter von fünfzehn Jahren eine Ausbildungsentscheidung treffen müssten, wieder für eine Lehrausbildung entscheiden würden.“
ibw (Hrsg.), „Nach der Lehre: Ausbildungs- und Berufserfolg von Lehrabsolventen und Lehrabsolventinnen in Österreich“ (2016), S. 92

Autonomie, wie wir sie fordern:

„Ich muss den Schulen so viel Freiheit einräumen, dass sie den Unterricht für genau die Schüler gestalten können, die sie haben. Das geht, man muss sie nur lassen. Für die Politik würde das aber Machtabgabe bedeuten. Und das will man nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Neue Vorarlberger Tageszeitung vom 8. Dezember 2016

„Bedrohung für die Qualität der Bildung in Österreich“:

„Das Schul-Autonomie-Projekt beinhaltet zahlreiche Maßnahmen, die Schulstandorte schwächen, anstatt sie zu stärken. Deshalb sehe ich in der Umsetzung des Schulpakets eine Bedrohung für die Qualität der Bildung in Österreich. Als stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der AHS-Direktoren in NÖ weiß ich, dass dieses Paket von den Schulleitern abgelehnt wird.“
Mag. Michael Päuerl, Direktor des BG/BRG Mödling, Keimgasse und stv. Vorsitzender der AHS-DirektorInnen Niederösterreichs,
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Dezember 2016

Autonomie auf Abwegen:

„Autonomy and transparency are good ideas that have gone bad.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Hargreaves, „Autonomy and Transparency –
Two Good Ideas Gone Bad“ in Jelmer Evers u. a., „Flip the System“ (2015), S. 131f

Missbrauch des Begriffs:

„Ein Paket, das weniger Sprachenteilungen, größere Klassen und weniger Individualisierung bringt, Autonomiepaket zu nennen, halte ich für kühn.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Der Standard online am 2. Dezember 2016

Missbrauch beenden!

„Betroffene sind am politischen Prozess zu beteiligen. Eine Schulpolitik, die Beteiligte nur mehr betroffen macht, ist schleunigst zu beenden.“
Presseaussendung des B-SGA vom 2. Dezember 2016

Ressourcen vor Ort nutzen!

„Die geplante ‚Entmachtung der Schulpartner‘ sei nicht tolerierbar. Zudem müssten die Länder, aber auch die Gemeinden und die Gewerkschaft stärker eingebunden werden.“
Mag. Barbara Schwarz, Bildungslandesrätin Niederösterreichs, Kurier online am 2. Dezember 2016

Wozu die finanzielle Autonomie in Lettland geführt hat:

„Allowing municipalities the discretion to reallocate teaching funds across schools, and permitting schools themselves to distribute work among teachers, has resulted in an unacceptable level of variation in teacher remuneration for performance of essentially similar tasks.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 76

„Die Pervertierung der Autonomie“:

„Die Regierung droht, die heiklen, ungelösten Fragen an die Schulen zu delegieren. […] Autonomie ist das neue Zauberwort und soll alle Probleme lösen, für die die Regierung keine Antwort findet.“
Der Standard online am 25. März 2015

Autonomie erfordert Freiheit:

„Wenn Schulen die Verantwortung für die Qualität des Unterrichts übernehmen sollen, müsse man sie selbst entscheiden lassen, wie sie dieses Ziel erreichen und sie nicht mit Hunderten Vorschriften gängeln.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Bildungswissenschaftler, Kurier online am 20. September 2012

Auf die PÄDAGOGISCHE Freiheit kommt es an:

„When schools enjoy more autonomy over curricula and assessments, the share of low performers in mathematics across the education system is smaller; but this association is not observed when schools have more autonomy over resource allocation.“
OECD (Hrsg.), „Low-Performing Students“ (2016), S. 172

Schein und Wirklichkeit:

„Inklusion klingt zunächst menschenfreundlich, ist aber erstens ein Sparprogramm für die Länder, die die teuren Sonderschulen nicht länger unterhalten müssen. Zweitens machen sich viele hoch qualifizierte und engagierte Praktiker aus der Sonderpädagogik Sorgen um ihre Schützlinge, die sie in den Facheinrichtungen keineswegs ausgrenzen, sondern so gut wie irgend möglich fördern wollten.“
Die Welt vom 22. Oktober 2015

Eltern setzen auf Differenzierung:

„Viele Eltern von behinderten Kindern geben Förderschulen den Vorzug gegenüber Regelschulen.“
Rheinische Post online am 22. Jänner 2016

Grenzen der Inklusion werden erkannt:

„Kritisiert wird […], dass die Integration v. a. geistig beeinträchtigter Kinder in die Gemeinschaftsschule eine interne Segregation der Schülerschaft nach sich zieht. Beispielsweise hat sich in Finnland die Zahl der Schüler/innen, die dauerhaft sonderpädagogische Förderung in einer von der Hauptgruppe zeitweise oder dauerhaft separierten Lerngruppe erhalten, vergrößert.“
BIFIE (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band 2“ (2016), S. 41

Nach Skandinavien schauen statt über Skandinavien phantasieren:

„Auch die traditionell sehr integrationsbereiten und -erfahrenen skandinavischen Länder verzichten nicht auf klassische Sonderschulen.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Vortrag vor der Fachtagung der Paritätischen Sprachheilkindergärten Niedersachsen am 5. März 2013

Frühkindliche Offensive für Kinder mit „Special Needs or Disability“:

„In Denmark and Estonia, where there is publicly-funded universal ECE (Anm.: Early Childhood Education), the enrollment level of these children is very high: in Denmark, 91 % for ECED (Anm.: Early Childhood Education für die ersten drei Lebensjahre) and 97 % for PPE (Anm.: Pre-Primary education zwischen dem 3. Geburtstag und dem Schuleintritt) and, in Estonia, 100 % for both.“
IEA (Hrsg.), „Early Childhood Policies and Systems in Eight Countries“ (2016), S. 68

Aus der Geschichte lernen!

„Wir hatten ja bereits in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts integrative Schulversuche in der Sekundarstufe I. Kaum bekannt ist, dass ab der 7. Klasse in etwa die Zahl der ‚Rückläufer‘ in die Förderschulen sprunghaft anstieg – und das nicht etwa, weil die Integrationsschule sie loswerden wollte. Im Gegenteil.“
Gabriele Behler, 1995-2002 Kultusministerin Nordrhein-Westfalens, SPD, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Oktober 2015, S. 32

Die brutale Schulwirklichkeit:

„Es gibt kein Entrinnen. Die Inklusion duldet kein Außen. Andere Schulräume und –formen kommen nicht mehr in Betracht. Unversehens macht sich die Grundbedeutung von inclusio geltend: Einsperrung.“
Univ.-Prof. Dr. Christoph Türcke, „Lehrer raus!“ in „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Juni 2016, S. 21

Keine Entmündigung der Eltern!

„Ich bin überzeugt, dass Eltern ihre Kinder am besten kennen und auch wissen, was gut für sie ist. Daher ist es wichtig, dass die Option Sonderschule erhalten bleibt. Nicht für jedes Kind ist der Unterricht an einer Inklusionsschule möglich.“
MMag. Damaris Schwarzfurtner, Klinische Psychologin, Presseunterlage vom 1. Juni 2016

Die Idylle schlichter Gedanken:

„Manche Beiträge zur Inklusionsdiskussion scheinen mir ein bisschen zu schlicht zu sein.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Institut für Rehabilitationswissenschaft an der Berliner Humboldt Universität, www.bildungsklick.de am 18. Mai 2012

Das politische „Spiel“ beenden!

„Kinder mit und ohne Behinderung sind kein Spielball – weder für Sparfüchse noch für Schulideologen.“
Dr. Michael Felten, „Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung“ (2016), S. 118

Eine Frage der Schulqualität:

„Ob der Lehrer eine tragfähige Beziehung zu seinen Schülern herstellen kann, hängt wesentlich von der Größe und Zusammensetzung der Klasse ab. Ist diese zu groß oder zu heterogen, so ist es auch für einen hoch kompetenten Lehrer schwer oder sogar unmöglich, für alle Kinder emotional ausreichend verfügbar zu sein. Zwangsläufig gehen Kinder verloren, weil sie sich nicht aufgehoben fühlen. Die Frage der Klassengröße ist vordergründig eine finanzpolitische, letztlich aber eine bildungspolitische, denn sie bestimmt die Qualität der Schule wesentlich mit.“
Univ.-Prof. Dr. Remo Largo, „Lernen geht anders. Bildung und Erziehung vom Kind her denken“ (2010), S. 127f

„Nicht aus Jux und Tollerei“:

„In Niederösterreich haben wir in dem Bereich, wo wir für die Schule Verantwortung tragen, eine Klassenschülerhöchstzahl von 25 festgeschrieben. Das wird eingehalten. Und zwar nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil wir wissen, dass es pädagogisch sinnvoll ist.“
Dipl.-Ing. Dr. Erwin Pröll, Landeshauptmann Niederösterreichs, „Österreich“ online am 22. April 2014

Kleinere Klassen gemeinsame Forderung von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern:

„So legen 76 Prozent der Lehrer und 80 Prozent der Eltern besonderen Wert auf kleine Klassen, allerdings sehen diese nur 23 Prozent der Lehrer sowie 19 Prozent der Eltern auch umgesetzt.“
www.psychologie-aktuell.de am 17. Mai 2013

Größere Klassen = weniger Lernzeit:

„Larger classes seem to be associated with a higher percentage of students with behavioural problems and with more class time spent keeping order as opposed to teaching and learning.“
OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2015: OECD Indicators“ (2015), S. 416

Rahmenbedingungen für erfolgreichen Unterricht:

„Smaller class sizes may not facilitate learning per se but may provide a learning context that enhances the development of non-cognitive competences and learning behaviors that are important for a successful life at an individual level and for economic growth and progress for the society.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Teaching Practices in Primary and Secondary Schools in Europe“ (2015), S. 168

Will Österreichs Unterrichtsministerin LehrerInnen schneller ausbrennen lassen?

„Große Klassen sind laut, bergen ein hohes Störpotential. Insbesondere im Pubertätsalter sind die Entwicklungs- und damit auch die Leistungsunterschiede gravierend groß. Leistungsminderndes und stressreiches Multitasking lassen den Alltag des Lehrerberufes schnell belastend werden, zumal wenn die Pausen notwendigerweise noch Schülern zu Verfügung gestellt werden.“
Dr. Wolfgang Hagemann, „Burnout bei Lehrern: Ursachen, Hilfen, Therapien“ (2009), S. 47

Auch langfristige Auswirkungen größerer Klassen:

„The evidence suggests that increasing class size will harm not only children’s test scores in the short run, but also their long-run human capital formation.“
Dr. Diane Whitmore Schanzenbach, „Does Class Size Matter?“ (2014), Executive Summary

Aktueller denn je:

„Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand Dezember 2016):



Deutschland:
Niederlande:
Tschechien:
Österreich:
Schweden:
EU-Mittelwert:
Finnland:
Frankreich: 
Italien:


6,9 %
10,5 %
10,7 %
11,1 %
18,3 %
18,4 %
20,2 %
25,8 %
36,4 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
12
11
10
16

16
15
14
www.sozialministerium.at am 2. Jänner 2017
FaceBook  Twitter

Counter

Zugriffe total: 1168861

Wichtige Websites

OPU4U - Website für
JunglehrerInnen

-------------------------------
Initiative
"Pro Gymnasium"

----------------------------------
bildungswissenschaft

Aktuelle Zitate

 

 

 

Mobbing unter 15-Jährigen:

„Fast jeder sechste 15-Jährige aus Deutschland (15,7 Prozent) wird Opfer von teils massivem Mobbing an seiner Schule. Das geht aus einer PISA-Sonderauswertung zum Wohlbefinden von Jugendlichen hervor, die im Frühjahr dieses Jahres vorgestellt wurde.“
Abendblatt online am 10. November 2017

In Österreich sind es sogar 19,1 Prozent.

Inklusion: Eltern schätzen der Mehrwert:

„In Baden-Württemberg wählen drei Viertel der Eltern von Kindern mit Behinderungen weiterhin den geschützten Bereich der Förderschulen. Ein Viertel entscheidet sich für Inklusionsbeschulung.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, 
Der Spiegel vom 4. November 2017

Höchste Zeit für Besinnung:

„Der Leistungsgedanke ist uns in der Schule abhanden gekommen. Eltern, Lehrer und auch Schüler wollen, dass der wieder in die Klassenzimmer einzieht. Lernen funktioniert nicht ohne Anstrengung, das gilt für das Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf genauso wie für Hochbegabte."
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 29. Oktober 2017

Eine wachsende Anzahl von Eltern lässt aus:

„Die Eltern sind nicht nur erziehungsberechtigt, sondern auch erziehungsverpflichtet. Wir stellen aber fest, dass es eine zunehmende Zahl gibt, die wenig Unterstützung leisten können oder wollen. Das zeigt sich in der Entwicklung der Kinder. Viele können nicht schwimmen oder Rad fahren.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, Der Spiegel vom 4. November 2017

Berlins Schulweg am unteren Ende der Leistungsskala angelangt:

„Der Lehrer wurde für praktisch überflüssig erklärt, ‚Partnerarbeit‘ und ‚Selbstkontrolle‘ waren die neuen Zauberworte. Keine Namen, Zahlen und Vokabeln sollten die Schüler lernen, sondern nur noch ‚Kompetenzen‘ erwerben.“
Berliner Zeitung online am 18. Oktober 2017

Es wäre höchste Zeit:

„Statt teure Berater zu engagieren, sollte besser das große Know-how unserer Kolleginnen und Kollegen genutzt werden.“
Dr. Norbert Schnedl, Vorsitzender der GÖD, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom Mai-Juni 2017, S. 3

Höchste Zeit für Österreichs Politik:

„Der Lehrerberuf muss auch in Österreich für die leistungsstärksten jungen Menschen wieder attraktiv werden. Ein erfolgreiches Schulwesen braucht leistungsstarke und motivierte Lehrerinnen und Lehrer. Wer diese Berufsgruppe schwächt, handelt auf Kosten der Zukunft.“
Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA), Presseaussendung vom 20. Oktober 2017

„Vollkommen verfehlt“:

„Dass es keine Sonderschullehrerausbildung und Sonderschulen, in denen ja Reintegration stattfinden kann, mehr geben soll, halte ich für vollkommen verfehlt.“
HR Fritz Enzenhofer, LSR-Präsident Oberösterreichs, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2017, S. 5 

„Verheerende Erleichterungsdidaktik“:

„Dass die Lese- und Denkschwächen von Kindern und Jugendlichen auch mit einer verheerenden Erleichterungsdidaktik zu tun haben, die von der unseligen Rechtschreibreform bis zur «Leichten Sprache» alles tut, um Bildung als ein anspruchsloses Angebot für Anspruchslose zu installieren, sollte langsam ins allgemeine Bewusstsein rücken. Wer etwas für das Bildungswesen tun will, soll es mit solchen und ähnlichen Reformen verschonen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

„Die Ignoranz, mit der über Bildung gesprochen wird“:

„Wir sind eine Wissensgesellschaft, heißt es, jeder kann alles wissen, weil er es googlen kann. Das ist das Dümmste, das aktuell zu vernehmen ist. Und es ist nicht gut für die Idee der Bildung.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Begabtenförderung, das Stiefkind österreichischer Schulpolitik:

„Wir geben für die Begabtenförderung genau so viel Geld aus wie alle anderen restlichen Bundesländer zusammen.“
Mag. Christine Haberlander, Bildungslandesrätin Oberösterreichs, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Oktober 2017, S. 1 

Von Thomas Edison lernen!

„Bildung geht nur mit Anstrengung, Disziplin, Sorgfalt, Durchhaltevermögen, Selbstkritik, Wissensdurst. Das gilt auch für das Entstehen und für die Förderung von Kreativität. Hier halte ich es mit Edison: 10 Prozent von Kreativität sind Inspiration, 90 Prozent sind Transpiration.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wir brauchen gebildete Eliten“, 58. Internationales Bodenseetreffen, Bregenz am 30. September 2017

Schonungslose Bilanz österreichischer Schulpolitik:

„Vor lauter Angst, zu viel Leistung zu verlangen, jemanden zu frustrieren oder zu diskriminieren, haben wir das Schulwesen den Bach runtergehen lassen.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier online am 8. Juli 2017

Gleichheitsfetischismus:

„Unser Bildungssystem möchte seine Absolventen am liebsten vom Kommunismus in die Marktwirtschaft schicken. Aber es ist nicht sinnvoll, alle gleich zu machen! Wenn die Grünen sagen: ‚Jedes Kind ist sehr gut‘, so ist das schlicht falsch.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, NEWS online am 1. Oktober 2017

Versagen und Gewalt:

„Wer schon einmal an einer Gesamt- oder Sekundarschule unterrichtet hat, konnte erleben, dass die Schüler, die auf Grund mangelnder Begabung oder schlechter häuslicher Fürsorge ins Hintertreffen geraten, ihre Versagensgefühle durch Aggressivität und Mobbing kompensieren.“
guteschuleblog.wordpress.com am 2. September 2017