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Medien-Zitate Juni 2017

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Politisch herbeigeführtes Chaos:

„Unsere Schulen brauchen Zeit zur Konsolidierung. Wenn eine Reform die nächst jagt, dann haben wir Chaos.“
Josef Kraus, Präsident des deutschen Lehrerverbands, www.deutsche-handwerks-zeitung.de am 13. Juni 2017

Die Hysterie der Unbildung:

„Kein Wunder, dass sich gerade im Bereich der Bildung die Entrümpler, Kürzer, Entsorger, Ballastabwerfer nur so tummeln. In der Katastrophen-, Test- und Dauerreformrhetorik zeigt sich die Praxis der Unbildung in ihrer hysterisierten Gestalt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 28

Die Agitation der „Reformierer“:

„Die Zauberworte, zu denen neuerdings auch Inklusion gehört, sind Transmissionsriemen der Agitation, dienen nicht der Aufklärung, sondern der Stimmungsmache.“
Univ.-Prof. Dr. Hermann Giesecke, „Inklusion. Ein pädagogisch-politischer Irrtum“ (2015), S. 40

Bildungsferne Interessen:

„Zahllose Analysen und Publikationen haben längst deutlich gemacht, dass das Grundmotiv des größten Teils jüngerer Bildungsreformen ein bildungsfremdes ist, nämlich die Übertragung eines ökonomistischen Denkens auf Schule und Hochschule, das deren Auftrag im Kern verfehlt.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“ in
„COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 107f

Wie wahr!

„Den aktuellen Bildungsreformen fehlt es an einer kulturellen Leitidee und entsprechend widersprüchlich und kurzatmig fallen diese aus.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 195

Die Macht der Sprache:

„Das wohl deutlichste begriffliche Indiz für die Inszenierung von Geschichtslosigkeit ist der im neoliberalen Jargon allgegenwärtige Begriff ‚Reform‘, der schon deswegen mit wenig öffentlichem Widerstand zu rechnen braucht, weil er grundsätzlich positiv konnotiert ist, transportiert er doch das Versprechen, einen bis dahin mangelhaften Zustand grundlegend und möglichst nachhaltig zu verbessern.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, „Vermessene Bildungsforschung“ (2015), S. 174

Gut für unsere Gesundheit:

„Nun sollte man meinen, dass bei enttäuschenden Ergebnissen irgendwann einmal die Einsicht den Daten folgt. Hier unterscheiden sich Medizin und Pädagogik jedoch grundlegend.“
Univ.-Prof. Dr. Manfred Spitzer, „Cyberkrank!“ (2015), S. 251

Der Niedergang des schwedischen Schulwesens:

„Student performance started to fall already in the 1980s, but it seems likely that extensive reforms undertaken in the 1990s added to the decline.“
Jon Kristian Pareliussen u. a., „Skills and Inclusive Growth in Sweden“ (2015), S. 18

Finnlands Schulpolitik war anders:

„In the world of educational change Finland is therefore an educational lone wolf that has traveled its own path while most other countries have joined the global education reform movement in their quest for better education.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Finnish Schools and the Global Education Reform Movement“ in Jelmer Evers u. a., „Flip the System“ (2015), S. 162

Österreichs Schulpolitik hat Reformbedarf:

„Reformen können nur erfolgreich sein, wenn eine breite Einbindung der Betroffenen mit dem Ziel einer sozialpartnerschaftlichen Einigung stattfindet.“
Dr. Norbert Schnedl, Vorsitzender der GÖD, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom Mai-Juni 2017, S. 3

Österreichs Bundesschulsprecher erteilt der Politik Nachhilfe:

„Wenn ich nach Deutschland schaue: Im Süden gibt’s keine Gesamtschule, im Norden schon. Wo die bessere Schule ist? Es ist ganz klar Bayern und nicht der Norden.“
Harald Zierfuß, Bundesschulsprecher, „Hohes Haus“, ORF 2 am 25. Juni 2017

40 Jahre Misserfolg:

„Die Einheitsschule in Deutschland ist gescheitert. Deshalb gibt es keinen Grund, sie jetzt im Gewande der Gemeinschaftsschule neu aufzulegen. Seit den 70/80 Jahren hat sie in allen Studien schlecht abgeschnitten.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Mai 2015, S. 18

Lang genug gescheitert:

„Die Gesamtschule wurde europaweit, auch im deutschen Sprachraum, hinreichend erprobt – die großen Erwartungen, die man in sie gesetzt hat, wurden alle nicht erfüllt.“
Mag. Dr. Rainer Gögele, Bundesvorsitzender von „Pro Gymnasium“ (www.progymnasium.at), Presseaussendung vom 2. September 2015

Vom eigenen Scheitern getrieben:

„Menschen neigen anscheinend dazu, auch dann noch an irgendwelchen Zielen festzuhalten, wenn sich diese bereits als unerreichbar erwiesen haben – einfach, weil man schon so viel investiert hat.“
Michael Felten, „Die Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert“ (2017), S. 110

Teils radikale Gegenbewegung in England:

„A primary school in Cambridge has just taken the obvious next step: it is now streaming four-year-olds into classes according to perceived ability.“
The Guardian online am 9. Juni 2015

Zusammenfassung für PolitikerInnen, die für www.bildungswissenschaft.at keine Zeit haben:

„Für die beiden Hauptargumente, die hier verwenden werden, Chancengleichheit und Leistung, haben solche Modellregionen, Modellversuche, nachweislich noch nie einen messbaren nachhaltigen Effekt gehabt.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Hohes Haus“, ORF 2 am 25. Juni 2017

Ungleichheiten werden durch Einheitsschulen vergrößert:

„Das von der Regierung anvisierte Modell der gemeinsamen Schule bis 14 Jahre könne keine Brücken für die Gesellschaft bauen, sondern nur Ungleichheiten vergrößern und ein Auseinanderdriften beschleunigen.“
Rudolf Luftensteiner, Leiter des neuen Bildungsreferats der Orden, www.erzdioezese-wien.at am 20. Oktober 2015

Achtjähriges Gymnasium wichtiger Teil des vielfältigen Schulwesens:

„Die auf acht Jahre ausgelegte Langform des Gymnasiums vermittelt nachgewiesener Maßen eine breite und fundierte Allgemeinbildung als optimale Voraussetzung für weiterführende (auch akademische) Aus- und Weiterbildungswege, für die Studierfähigkeit, unabhängig von der gewählten Studienrichtung.“
Stellungnahme der VCL Österreich, beschlossen in der Bundesleitungssitzung am 23. Februar 2015

Auf Basis dieses Programms hat die CDU in Nordrhein-Westfalen ihren Stimmanteil um ein Viertel vergrößert:

„Eine Einheitsschule lehnen wir ab, denn wir sind überzeugt, dass die Unterschiedlichkeit der Kinder schulische Vielfalt braucht. Deshalb wollen wir das Gymnasium stärken und das Abitur so aufwerten, dass es dem Qualitätssiegel einer allgemeinen Hochschulreife entspricht. Unsere Gesellschaft ist zwingend auf eine qualifizierte Leistungselite angewiesen.“
„Aufstieg, Sicherheit, Perspektive – Das Nordrhein-Westfalen-Programm“ (Grundsätze der CDU Nordrhein-Westfalen, beschlossen am 13. Juni 2015), S. 50

Gesamtschulpolitik wird an Bevölkerung scheitern:

„Selbst wenn Landeshauptleute und Bildungsministerin samt irgendeiner Zeitung eine intensive Gehirnwäsche versuchen sollten, kann ich mir weder bei Eltern noch Lehrern eine Mehrheit vorstellen, die jemals einer solchen Zwangsgesamtschule zustimmen würde. Genau deswegen wollten die Grünen das Ganze ja ursprünglich auch per Obrigkeitszwang durchdrücken.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 20. Juni 2017

Echte Probleme bleiben ungelöst:

„Es gibt nicht mehr Geld für die Frühförderung, es gibt kein Unterstützungspersonal für die Schulen, die sprachliche Förderung der stark steigenden Zahl der Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, kommt zu kurz.“
Mag. Wolfgang Türtscher, Obmann der Lehrerinnen und Lehrer im ÖAAB-Vorarlberg, www.oeaab-lehrer.at am 22. Juni 2017

Themenverfehlung „Autonomiepaket“:

„Unser Problem ist, dass uns das Autonomiepaket bei den täglichen Problemen in den Schulen nicht helfen wird. Es fehlen so wichtige Dinge wie Sprachförderung oder Integrationsmaßnahen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 16. März 2017

Was brauchen die Schulen wirklich?

„Wir sollten uns die Frage stellen, welchen pädagogischen Mehrwert diese Reform hat – oder noch besser: Was brauchen die Schulen wirklich?“
Mag. Dr. Rainer Gögele, Bundesvorsitzender von „Pro Gymnasium“, www.progymnasium.at am 22. Mai 2017

Unbotmäßig?

„Ist es zu hoch gegriffen oder womöglich unbotmäßig, wenn wir Veränderungen als sinnvoll erleben und eine positive Relation zum Mehraufwand erkennen wollen? Die Sinnhaftigkeit erkennen wir bei der Reifeprüfung noch teilweise, bei der gerade in Umsetzung befindlichen ‚Neuen Oberstufe‘ nur wenig – beim geplanten Autonomiepaket gar nicht!“
Mag. Isabella Zins, Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at), stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“
(www.bildungsplattform.or.at) und Vorsitzende der AHS-Direktoren NÖ, www.andreas-unterberger.at am 8. Mai 2017

Peinlich bis zum Ende:

„Es bringt für Schulen und Kinder absolut nichts wirklich Positives, auch wenn die Kurzzeit-Bildungsministerin jetzt wie ein begeistertes Kind vor Freude hüpft.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 20. Juni 2017

An der Schulwirklichkeit vorbei:

„Wie wir glauben, ist das bildungspolitisch kein guter Wurf.“
Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen,
„Hohes Haus“, ORF 2 am 25. Juni 2017

Echte Selbstbestimmung statt „Autonomie“-Schwindel:

„Könnte der Schule Besseres widerfahren, als wieder mehr echte, weil finanziell ausreichend dotierte Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit zurückzubekommen? Denn wer sollte besser wissen als die Lehrerinnen und Lehrer, was für die eine Klasse passt, für die andere aber nicht?“
Mag. Dr. Eckehard Quin, GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, „vorrangmensch“ (Magazin der FCG im ÖGB) vom Frühling 2017, S. 4

Respekt vor den Betroffenen!

„Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) fordert von allen politischen Parteien Respekt vor den Menschen, die Schule leben und erleben, und ein verantwortungsbewusstes Handeln – auch in Vorwahlzeiten.“
Presseaussendung des Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGS) vom 14. Juni 2017

Forderungen des Bundesschulsprechers:

„Wir fordern eine Beibehaltung des differenzierten Schulsystems und Mitsprache der Schülerinnen und Schüler in Bildungsfragen.“
Harald Zierfuß, Bundesschulsprecher, Presseaussendung vom 12. Juni 2017

P-Ä-D-A-G-O-G-I-K:

„Ich wünsche mir auch von der künftigen Bundesregierung, dass es endlich um Pädagogik geht, um Inhalte, die uns in der Schule helfen, und nicht irgendwelche Organisationsstrukturen, die in Wirklichkeit keiner braucht.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Hohes Haus“, ORF 2 am 25. Juni 2017

Zum 250. Geburtstag Wilhelm von Humboldts:
Freiheit und Vielfalt statt Normierung und Kontrolle:

„Wilhelm von Humboldt sagte einmal, das Wichtigste für Bildung wären Freiheit und die ‚Mannigfaltigkeit‘ der Situationen. Heute glaubt man an Standards, Evaluierungen und Kontrollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Wiener Zeitung vom 9. Oktober 2014

Humboldts Bildungsideal weder veraltet noch verstaubt:

„Für Humboldt geht es nicht darum, dem Individuum ein Curriculum überzustülpen und einem systematischen Bildungsdrill zu unterwerfen, um dann am Ende ein möglichst flächendeckend homogenes Humankapital erzeugt zu haben, dessen Kompetenzen sich gut mit standardisierten Bildungstests überprüfen lassen.“
Mag. Bernhard Heinzlmaier, Sozialforscher, jugendkultur.at, Download am 12. April 2013

Das Fehlen der kulturellen Leitidee:

„In den letzten fünfzehn, zwanzig Jahren gab es eine dichte Folge von Bildungsreformen, mit vielen Details und Fehlschlägen. Ihnen allen fehlte – anders als den großen Bildungsreformen Anfang des 19. Jahrhunderts – eine kulturelle Leitidee.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 31

Reformen als ministerielle „Duftmarken“:

„Da wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten viele Minister hatten, mussten die Schulen schon viele ‚Reformen‘ über sich ergehen lassen. Und auch jetzt kommt schon wieder eine neue, obwohl die letzten, etwa die (überflüssige) Oberstufenreform, die (dumme) Abschaffung der Hauptschule und die (in der Intention richtige, aber in der Durchführung mangelhafte) Zentralmatura noch überhaupt nicht richtig angekommen sind.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 11. Juni 2017

Die Innovationsfalle:

„Die Moderne habe stets das Neuere mit dem Besseren identifiziert, deshalb sei es heute auch so schwierig, gescheiterte Reformen wieder zurückzunehmen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Welt online am 13. Dezember 2015

Schulpolitik ohne bildungswissenschaftliches Fundament:

„Wir setzen Reformen mit ideologischem Schwung – aber fast nie auf wissenschaftlicher Grundlage – durch, sind dann irgendwann über ihr Ergebnis enttäuscht, und am Ende darf jede Schule individuell mit den Folgen weiterwursteln, so gut sie es eben hinbekommt.“
Die Welt vom 22. Oktober 2015

„Die Wirtschaft“ klagt über die Folgen ihres eigenen Tuns:

„Merkwürdigerweise führen gerade die im Namen ‚der Wirtschaft‘ durch OECD und EU konzipierten und national von großen Wirtschaftsverbänden und Stiftungen forcierten Bildungsreformen zu einem rapiden Verfall von realem Können und Wissen von Schülern und Studierenden. Dies wird mittlerweile gerade aus der Wirtschaft selbst beklagt.“
Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“
in „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 124f

Die Paranoia der Reformbesessenen:

„Bevor etwas überhaupt die Chance hatte, Erfolg zu haben oder zu scheitern, wurde und wird es durch die nächste Reformaktion überholt.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, „Der Bildungs-Rat der Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (2015), S. 54

Von Nordrhein-Westfalens Schuldebakel lernen!

„Dieses Bundesland zählt ja schon seit Jahrzehnten zum Vorreiter bei Schulreformen – und gehört andererseits bekanntlich zu den PISA-Schlusslichtern.“
Michael Felten, „Die Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert“ (2017), S. 68

Eine unverschämte Forderung?

„Was spräche dagegen, es einmal wieder mit einem modernen ‚altmodischen‘ Unterricht zu versuchen? Ausgeübt von Lehrern, die die Sachverhalte, um die es geht, gründlich fachlich und didaktisch studiert haben und deshalb über die ‚Kunst des Beibringens‘ und über ein reiches Methodenrepertoire verfügen? […] Eine neue alte Schule, deren oberstes Gebot ist: Du sollst nicht vergeuden deiner Schüler Lebenszeit!“
Univ.-Prof. Dr. Hermann Giesecke, „Inklusion. Ein pädagogisch-politischer Irrtum“ (2015), S. 44

Zurück zur Vernunft!

„Zunächst wäre es nötig, die Zeit der Reformen zu beenden. Seit Jahrzehnten werden die Bildungseinrichtungen von ihnen und einer Reformklasse heimgesucht, die im Ändern einen eigenen Beruf gefunden hat.“
Jürgen Kaube, „Im Reformhaus. Zur Krise des Bildungssystems“ (2015), (S. 18f)

Haftung für politisch Verantwortliche!

„Die Verursacher vorhandener oder heraufziehender Bildungsdesaster sind diejenigen, die nicht nur postfaktische, sondern parafaktische Politik machen. Denn es werden Reformen über Reformen in den Sand gesetzt, ohne Produkthaftung von Seiten derjenigen, die all dies inszeniert haben.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik
– eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

Differenzierung statt Eintopf!

„Es wird keine Verbesserung der Chancen für Schülerinnen und Schüler geben, wenn man sie alle in einen Topf wirft. Ein differenziertes Schulsystem fördert Talente und Aufstiegschancen von Schülerinnen und Schülern.“
Harald Zierfuß, Bundesschulsprecher, Presseaussendung vom 12. Juni 2017

Mogelpackung „Bildungscluster“:

„Die großen Bildungscluster […] könnten ein Schlüssel sein, um die AHS-Unterstufe (die ohnehin finanziell ausgehungert wird) noch weiter an den Rand zu drücken, um sie irgendwann ganz durch die Gesamtschule zu ersetzen.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier vom 9. Juni 2017

Berlin, wo die Politik auf Einheitsschulen setze:

„In der Schulqualität rangiert Berlin weit abgeschlagen auf dem letzten Rang. Dies erscheint auf den ersten Blick verwunderlich, belegt Berlin doch bei den Betreuungsbedingungen (Unterrichtsstunden je Klasse, Lehrer-Schüler-Relation) den 2. Platz und bei der Förderinfrastruktur (Kitabesuch, Anzahl der gebundenen Ganztagsschulen) den 4. Platz.“
guteschuleblog.wordpress.com am 19. August 2016

Wie wahr!

„Die Debatte über die Schulform wird heute vielfach zum Ersatzschauplatz erhoben, um von Problemen der Sozialpolitik abzulenken.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“
(GBW; http://bildung-wissen.eu), „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Juni 2015, S. 2

Wahlfreiheit erhalten!

„Die Wahlfreiheit für Eltern und Schüler muss erhalten bleiben. Denn das Gymnasium ist ein Schultyp, der bestens angenommen wird und bestens funktioniert. Man kann nicht die Wiener Bildungsprobleme beseitigen, indem man einen funktionierenden Schultyp abschafft.“
Mag. Gernot Blümel, Obmann der ÖVP-Wien, Presseaussendung vom 12. Juni 2017

Chancengerechtigkeit durch Begabungsgerechtigkeit:

„Die für einen optimalen Schulerfolg notwendige Passung (sog. matching) zwischen individuellen Lernvoraussetzungen sowie schulischen Lern- und Leistungsanforderungen gelingt im Sinne des Aptitude-Treatment-Interaction (ATI)-Modells in homogeneren Lerngruppen besser als in stark heterogenen Begabungs- und Leistungsgruppen. Zudem wird damit das Prinzip der Chancengerechtigkeit nachweislich stärker unterstützt als in Einheitsschulen.“
Univ.-Prof. Dr. Kurt Heller, „news&science“, Ausgabe 2, 2015, S. 8

OECD-weiter Trend zu mehr Differenzierung:

„Students with different academic abilities and needs were less likely to attend the same school in 2012 than in 2003, on average across OECD countries.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 52“ (Juni 2015), S. 1

„Es gibt Grenzen des Gemeinsamen“:

„Schnelle Lerner haben auch ein Recht auf besondere Herausforderungen – und Schwächere brauchen Schutz vor dem ständigen Vergleich mit den Besten.“
Michael Felten, „Die Inklusionsfalle. Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert“ (2017), S. 14

Differenzierung schon in der Grundschule:

„In primary education, differentiation is a topic of great concern to teachers. […] The desire to fit their instruction to the needs of individual students has led to some widely adopted grouping practices in primary education.“
Dr. Marjolein Deunk u. a., „Differentiation within and across classrooms“ (2015), S. 26

Respekt vor den Betroffenen!

„Die Betroffenen haben sich, wo immer man ein Gymnasium seiner Unterstufe berauben wollte, dem Versuch widersetzt. Die Antwort hätte schon längst ein Nachdenken der Politik über die Gründe dafür sein müssen.“
Presseaussendung des Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGS) vom 14. Juni 2017

Österreichs Schulwesen von Schulpolitik geschädigt:

„Die Politik hat Druck auf die Schulen ausgeübt, keine schlechten Noten mehr zu vergeben und alle, auch schwerst geistig Behinderte, in den Unterricht zu integrieren. Das Leistungsprinzip wurde damit gesprengt und die Motivation der Lehrenden untergraben. Das rächt sich jetzt bitter.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier vom 9. Juni 2017

Die OECD über die Ursachen des PISA-Absturzes von Schweden:

„Swedish students are not always putting in the necessary effort. The relatively low perseverance and students’ frequent belief that their underperformance is caused by something other than their own lack of effort support this conclusion.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Sweden: An OECD Perspective“ (2015), S. 37

Leistungsprinzip suspendiert:

„Viele junge Menschen fühlen sich nicht mehr selbst für ihren Lern- und Lebenserfolg verantwortlich. […] Schulen und Hochschulen selbst züchten die Anspruchshaltung, unter der sie anschließend wortgewaltig leiden. Sie haben das Leistungsprinzip suspendiert.“
www.tagesspiegel.de am 21. März 2015

An den Kindern und der Natur liegt es nicht:

„Es ist nicht so, dass Kinder nicht leistungsbereit sind, sie mögen auch Leistungsvergleiche.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 119

Leistungsdrang natürlich:

„Kinder haben einen natürlichen Leistungsdrang, sie wollen sich beweisen – gegenüber sich selbst, den Eltern, Lehrern und auch den Mitschülern. Es ist einer der größten Schäden der deutschen Schulgeschichte, dass seit den 1960er Jahren schulische Leistungen mit Stress, Druck und Leistungsterror assoziiert werden.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, www.kath.net/news am 2. April 2014

Sozialer Aufstieg längst möglich:

„Kinder aus sogenannten Arbeitermilieus konnten schon in der Nachkriegszeit, aber spätestens in den 1970er-Jahren mit Witz und Fleiß über die Matura ins Studium gelangen, während träge Fabrikanten- und Lehrerkinder an den Leistungshürden scheiterten.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW;
http://bildung-wissen.eu), Die Presseonline am 27. März 2015

Leistungsfeindlichkeit auf Kosten sozial Schwacher:

„Wenn […] Einfachheit zum neuen Bildungsideal erklärt wird, um maximale Gleichheit zu erzielen, tritt das krasse Gegenteil dessen ein, was sich seine Verfechter wünschen. Die soziale Ungleichheit wird nicht geringer, sondern größer.“
Univ.-Prof. Dr. Hannah Bethke, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 14. Juli 2015

Politik auf Kosten der Zukunft:

„Wer Leistung zur Missgunst-Vokabel macht, versündigt sich an der Zukunft unserer Kinder und unserer Gesellschaft.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik – eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

Leistungsorientierte Lehrerinnen und Lehrer stärken:

„Wichtig wäre, das Fachpersonal an allgemeinbildenden Schulen bei der Hinführung zu Leistung (nicht gleichzusetzen mit Überforderung) zu stärken, denn nicht selten entstehen Absenkung des Leistungsniveaus und beschönigende Notengebung auf massiven Druck seitens Eltern und auch Politik, die in Folge Probleme junger Menschen in Ausbildung und Studium beklagen.“
Dr. Christine Henry-Huthmacher u. a., „Ausbildungsreife & Studierfähigkeit“ (2016), S. 8

Rückbesinnung täte gut:

„Dass der Begriff der Bildung im bürgerlichen Zeitalter mit dem der Leistung assoziiert wurde, hatte eine gegen die Privilegien der Aristokratie gerichtete Spitze: Nicht Geburt oder Geld, sondern die individuelle, aber messbare Leistung in entscheidenden Bereichen der Wissenschaft und der Kultur sollte für die Eröffnung von Chancen zentral sein.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Die inklusive Gesellschaft“, inklusion-als-problem.de am 9. Juni 2017

„Küchensoziologisches Missverständnis“:

„Inklusion - wie jetzt ins Werk gesetzt - ist eine problemproduzierende Problemlösung. Schuld daran ist das küchensoziologische Missverständnis, dass die Bildungsgerechtigkeit durch den Besuch ein- und derselben Schulklasse möglich sei.“
Univ.-Prof. Dr. Werner Dollase, „Soziale Ablehnung statt institutioneller Separierung?“, inklusion-als-problem.de am 9. Juni 2017

Verlogenheit der Politik:

„Was Politiker als gesellschaftlichen Fortschritt propagieren und als überfällige Umsetzung einer UN-Richtlinie zur Integration von Behinderten vorantreiben, ist in vielen Bundesländern in Wahrheit nichts anderes als ein sozial verbrämtes Sparprogramm. Denn die Inklusion macht viele der teuren Förderschulen, in denen Behinderte in Kleinstgruppen intensiv und passgenau unterrichtet werden, überflüssig.“
Die Welt online am 29. Mai 2017

Bestmögliche Bildung für alle:

„Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr sonderpädagogische Förderung: Alle Kinder, ob mit Defizit oder Hochbegabungen, sollen die für sie bestmögliche Bildung erhalten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom Mai-Juni 2017, S. 16

Das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt stellen!

„Bei allen Maßnahmen der Inklusion muss das Wohl aller Kinder mitreflektiert werden. Auch Kinder ohne Behinderung haben ein Recht auf bestmögliche Förderung.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Referat bei der Tagung „Alles inklusive!?
Teilhabe und Wertschätzung in der Leistungsgesellschaft“, Mössingen am 9. November 2013

Rund 30 % der finnischen SchülerInnen erhalten sonderpädagogische Förderung:

„Some 30 percent of Finnish comprehensive school students receive special education services, by all accounts a much higher fraction of the school population than in other OECD countries.“
Univ.-Prof. Charles Sabel u.a., „Individualized Service Provision in the New Welfare State - Lessons from
Special Education in Finland“ (2011), S. 12

„Inklusiver Unterricht“ bedeutet in den USA, die meiste Zeit KEINE sonderpädagogische Förderung zu bekommen:

„Most inclusion classes are usually held during language arts and mathematics, which means that other core areas do not allot service delivery time for special education services. This would likely mean that a child who has a deficit in reading comprehension would struggle to read for understanding in subjects such as social studies and science, where reading is a critical part of the curriculum.“
Marquis C. Grant, „The New Segregation: An Analysis of Current Contexts of Inclusive Education“ (Juli 2014), S. 10

Missbrauch der UN-Konvention:

„Je offensiver Inklusionisten unter der Fahne der ‚Haltung‘ pädagogische und rechtliche Einwände in den Wind schlagen, desto wichtiger etwa der Hinweis, dass in der auch von Deutschland ratifizierten UN-Konvention, an deren Umsetzung die Kultusminister derzeit arbeiten, explizit an keiner Stelle davon die Rede ist, dass Sonderschulen (die auch Förderschulen heißen) abzuschaffen seien.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Juni 2014

Bundesweite Schulstudie in Deutschland erteilt einer Politik der „Inklusion statt Sonderschulen“ eine glatte Abfuhr:

„Die große Mehrheit der Befragten (89 %) erachtet die Förderschulen als wichtigen Bestandteil eines ganzheitlichen Bildungssystems. Lediglich 6 Prozent wollen Förderschulen abschaffen.“
Insa Consulere, „Schulstudie 2014“ (2014)

Der Ideenhimmel Schulfremder:

„Die Idee ‚Inklusion‘ ist nicht in der Schulpraxis entstanden. Sie gehört zum hohen Ideenhimmel, der sich über den Sozialwissenschaften wölbt und von dort in der Bildungsforschung Fuß gefasst hat. So war es schon bei der Idee ‚Gemeinschaftsschule‘ oder bei dem zeitweiligen Versuch, die deutsche duale Berufsausbildung schlechtzureden.“
Die Welt online am 7. Juli 2014

Vielfalt statt Bevormundung:

„Zum Wohl des Kindes bedarf es auch weiterhin unterschiedlicher schulischer Settings, Wahlmöglichkeiten müssen erhalten bleiben. Dann kann jedes Kind das bekommen, was es für seine Entwicklung benötigt.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, „Inklusion darf zu keiner Paradiesmetapher werden“, inklusion-als-problem.de am 9. Juni 2017

Österreichs „Schulpolitik“ sollte endlich ihre Lesekompetenz beweisen:

„Schon vor einem Jahr hat das Bildungsforschungsinstitut Bifie festgestellt, dass vier von zehn Kindern nach Ende der Volksschulzeit nicht sinnerfassend lesen können. Das ist dramatisch, weil die Schüler diesen Nachteil später kaum mehr aufholen können.“
Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin, Kurier vom 9. Juni 2017

Weder notwendig noch sinnvoll:

„Ein Aufschub schulischer Differenzierungsmaßnahmen über die vierjährige Grundschulzeit hinaus ist […] weder schuleignungsdiagnostisch notwendig noch pädagogisch sinnvoll.“
Univ.-Prof. Dr. Kurt Heller, „news&science“, Ausgabe 2, 2015, S. 8

„Experimente an Schutzbefohlenen“:

„Da können Bildungsexperimente, die immer zugleich Experimente an Schutzbefohlenen sind, noch so völlig scheitern, sie werden dennoch durchgezogen oder – wie etwa im Fall der Gesamtschule mit ihrer durchschlagenden Erfolglosigkeit – in neuem Gewand unter dem Etikett ‚Gemeinschaftsschule‘ präsentiert.“
Josef Kraus, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), S. 10

Fördern durch Fordern, ohne zu überfordern:

„Ability grouping or tracking during secondary schooling is widespread. […] Our results underline the importance of a cognitively stimulating learning environment in school to support students' cognitive development.“
Dr. Karin Guill u. a., „Academic tracking is related to gains in students' intelligence over four years“.
In: „Learning and Instruction 47 (2017), S. 43

Bei Weitem nicht nur in Europa:

„In school systems with hierarchical tracks, as they are common in some European countries (e.g. Germany, Luxembourg, Switzerland, Austria), but also in Korea, China, Brazil, Russia, and Japan, tracking does take place at the school level. In these school systems, students are allocated by teachers to different schools with different curricula and different final degrees on the basis of their achievements and interests in primary school.“
Prof. Dr. Florian Klapproth, „Do Algorithms Homogenize Students’ Achievements in Secondary School Better Than Teachers’ Tracking Decisions?“ in „Educatrion Policy Analysis Archives“, 23(62), 2015, S. 3

Klares Ablehnung der Gesamtschule:

„Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien bekräftigt seine Ablehnung der Gesamtschule und geht in einer Aussendung am Freitag heftig mit der Wiener Bildungspolitik ins Gericht. Diese arbeite an den Bedürfnissen der Familien vorbei, so der Vorwurf. ‚Die Zahlen zeigen es deutlich: Eltern wollen, dass die AHS-Unterstufe flächendeckend erhalten bleibt.‘“
www.kathpress.at am 9. Juni 2017

Schulpolitik auf Basis von Fakten!

„Internationale Erfahrungen und Studien zeigen deutlich, dass Gesamtschulen kein Schlüssel zum Erfolg sind.“
Stellungnahme der VCL Österreich, beschlossen in der Bundesleitungssitzung am 23. Februar 2015

Grenzen erfolgreichen Unterrichts:

„Während kulturelle und soziale Vielfalt eine Bereicherung sind – übrigens eine Stärke des öffentlichen Schulwesens –, bedeutet die extreme Leistungsheterogenität das Ende von Unterricht als Kernelement von Schule.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW; http://bildung-wissen.eu), „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Juni 2015, S. 3

Ausdruck von Qualität:

„Am Ende guten Unterrichts steht eine größer gewordene Heterogenität der Schülerschaft. Richtig guter Unterricht fördert jedes Kind, soweit das aufgrund des Potentials, das es mitbringt, möglich ist.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gold, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 22. Mai 2015

Vielfalt und Leistung statt einfältiger Gleichmacherei:

„Wir stehen ganz klar für mehr Vielfalt statt Einfalt in dieser Stadt, wo Leistung gefordert und gefördert werden soll und nicht durch Gleichmacherei verhindert wird.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP-Wien, Presseaussendung vom 8. Juni 2017

Absage an rot-grüne Forderung:

„Eine größere Möglichkeit, in einigen Bundesländern die Gesamtschule einzuführen, das können wir uns nicht vorstellen.“
BM Sebastian Kurz, ZIB2, ORF2 vom 7. Juni 2017
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Enorme Herausforderung:

„Wir haben über hunderttausend Kinder mit Migrationshintergrund der zweiten, dritten oder vierten Generation in unseren Schulen, die nur rudimentär Deutsch können, und die nicht ausreichend gefördert werden.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 18. Juni 2018

Eine in Österreichs Schulwesen ungewohnte Situation:

„Wir haben nach einer langen Durststrecke endlich einen Minister, der die Bedenken der Betroffenen ernst nimmt und versucht, jene Reformen, die in den letzten Jahren, vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz optimal gelaufen sind, in eine richtige Richtung zu lenken.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 23

Zu viel verlangt?

„Es muss auch in Deutsch möglich sein, dass die einen mehr Hofmannsthal und Rilke, die anderen dafür mehr Handke und Jelinek machen – ohne den Fall, dass dann bei der Matura mit einem 0815-Text drübergefahren wird.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Kurier online am 10. Juni 2018

Ehrlich gesagt:

„Zu uns kommt nicht, wie in viele klassische Einwanderungsländer, die mittlere oder höhere Bildungsschicht, sondern wir haben ein hohes Ausmaß an gering qualifizierter Zuwanderung. Die niedrige Qualifikation setzt sich leider von einer Generation zur anderen fort und das Bildungssystem ist nur begrenzt in der Lage, Bildungsvererbung zu kompensieren. Es gibt kein Patentrezept, um diese Zusammenhänge zu durchbrechen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Academia“ vom Mai 2018, S. 18f

Keine Toleranz für Gewalt:

„Ganz wichtig aus unserer Sicht ist, dass Lehrer überhaupt reagieren, wenn sie Gewaltvorfälle beobachten, ob gegen sich selbst gerichtet oder unter Schülern. Unsere Studie zeigt, dass das nicht immer passiert. Und das sendet ganz ungünstige Signale. Der Lehrer als Modell signalisiert damit ja auch, dass er das als tolerabel und nicht relevant einschätzt."
Univ.-Prof. Dr. Ludwig Bilz, Mobbingforscher, Mitteldeutscher Rundfunk online am 1. Juni 2018

Extremes Risiko für Burnout:

„Bei einer Umfrage, die 2016 von der Arge Burnout im Auftrag der Lehrergewerkschaft durchgeführt wurde, gaben fast ein Drittel der Lehrpersonen an, überlastet zu sein oder bereits der Burn-out-Risikogruppe anzugehören. Eine 2014 vom Institut für Psychoneuronalogie erstellte Studie identifizierte fünf Prozent Lehrerinnen und Lehrer in Österreich, die bereits ausgebrannt waren, und weitere 20 Prozent, die nach eigenen Angaben knapp davor standen.“
NEWS vom 25. Mai 2018

Bildung ist mehr:

„Bildung ist mehr als die Akkumulation von Kompetenzen in beliebiger Montierbarkeit von Einzelteilen. Wir brauchen den Umweg über das denkende Subjekt, das Sachen aneignet und Handeln verantwortet.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Neu aufsetzen!

„Der Bundeselternverband fordert zum wiederholten Mal, die gesamte Zentralmatura, inklusive VWA, dringend neu aufzusetzen. Im Fach Mathematik sind unter anderem der ‚harte‘ Notenschlüssel – nur zu 100 % richtige und keine Teilantworten werden gewertet – und die sprachlastigen ‚Texträtsel‘ zu hinterfragen.“
Bundeselternverband, Pressemitteilung vom 27. Mai 2018

Der Verlust von Grenzen:

„‚Die Hemmschwelle sinkt. Die Gewalt geht ein Stück weit ins Grenzenlose. Wenn früher einer am Boden gelegen hat, ist man nicht auch noch draufgetreten.‘ Das sei mittlerweile anders. Und zwar nicht nur in Schulen, sondern auch im öffentlichen Raum.“
Mag. Jürgen Bell, Schulpsychologe beim Wiener Stadtschulrat, Kurier online am 2. Mai 2018

Gesamtschulland England:

„Gesicherte Chancen haben nur die, die schon einen privilegierten Hintergrund haben. Oder aber Eltern, die sich intensiv um diese Frage kümmern. Jene aber, deren Eltern wenig Zeit, Geld und soziales Kapital haben, um das Bildungssystem zu durchdringen, sind klar im Nachteil.“
Alice Bradbury, Bildungsexpertin am University College London, Die Welt online am 31. März 2018 

Methodenmix und üben, üben, üben:

„Es gibt keine allein seligmachende Unterrichtsmethode. Das Beste ist der Methodenmix, eine Kombination aus Frontalunterricht, Gruppenunterricht und selbstständigem Lernen. Schüler lernen unterschiedlich. Der eine hört besser zu, der andere muss etwas selber machen, der Dritte arbeitet gerne in der Gruppe. Und dann natürlich: üben, üben, üben.“
Univ.-Prof. DDr. Gerhard Roth, bildungsklick.de am 16. April 2018

„Am Limit“:

„Viele Lehrer sind am Limit. Mit Solidarität oder gar Unterstützung können sie jedoch kaum rechnen.“
Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 18

Erstmals mehr als ein Drittel der Arbeitslosen Österreichs ohne österreichische Staatsbürgerschaft:

„Inländer hatten 256.005 (minus 9,6 Prozent) keinen Job, Ausländer 128.481 (minus 1,7 Prozent).“
Wiener Zeitung online am 2. Mai 2018

Schutz der Gemeinschaft:

„‚Wir müssen Schülerinnen und Schüler, die massiv und kontinuierlich den Unterricht stören und gewalttätig gegenüber Mitschülern und Schulpersonal sind, zeitweise auch aus dem Regelunterricht herausnehmen können.‘ Sie könnten dann in temporären Kleingruppen unterrichtet werden.“
Dipl.-Päd. Sandra Scheeres, Bildungssenatorin Berlins (SPD), Berliner Zeitung online am 24. April 2018

Aus der Erfahrung Konsequenzen ziehen:

„Die Resultate der bisherigen Modelle sind alles andere als berauschend. Es hat wenig Sinn, Schülerinnen und Schüler ohne Vorbereitung ins Sprachbad der Mehrheitsgesellschaft eintauchen zu lassen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 17. April 2018

Österreichs Spitzenwert trotz des enorm hohen Migrantenanteils:

„2016 verfügten im EU-28-Durchschnitt nur 83,1 % über einen weiterführenden Abschluss; Österreich lag mit 89,5 % deutlich über dem Durchschnitt.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2016/17. Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2018), S. 124

Die besondere Herausforderung für Österreichs Schulwesen:

„Österreichs Schule ist vor eine Aufgabe gestellt, die in anderen Staaten nicht annähernd in dieser Dimension existiert. Wenn Österreichs Schule sie bewältigen können soll, braucht sie für Aufgaben, die keine ursächlich schulischen sind, Ressourcen, die dem Schulwesen dafür zusätzlich zur Verfügung gestellt werden.“
Stellungnahme der AHS-Gewerkschaft vom 11. April 2018

Wohlfühlstimmung statt Leistungsorientierung:

„Schule soll heute offenbar vor allem für eine Wohlfühlstimmung sorgen. Niemand darf herausgefordert, angestrengt oder kränkend benotet werden. Und da Lob und gute Noten zum Wohlbefinden nötig sind, erwächst den Lernenden gleichsam ein Anspruch auf beides – egal, ob sie sich das verdient haben oder nicht.“
Deutschlandfunkkultur online am 5. April 2018

Wie wahr!

„Integration ist eine Riesenherausforderung und eine Kulturleistung auf Gegenseitigkeit, für die die Schulen dringend mehr Mittel brauchen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. März 2018

Zeit für Besinnung:

„Es kann nicht sein, dass, wenn Schüler ein Klassenzimmer verwüsten, diese nicht fünf Minuten länger bleiben dürfen, um dieses wieder in Ordnung zu bringen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Wiener Zeitung online am 20. März 2018

Dropout als extremer Risikofaktor:

„Das mit Abstand höchste Arbeitslosigkeitsrisiko ergibt sich für Personen, die keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss vorweisen können. Im Jahresdurchschnitt 2017 liegt diese Quote bei 24,8 %, für Frauen beträgt sie 22,5 %, für Männer 27,1 %.“
AMS (Hrsg.), „Spezialthema zum Arbeitsmarkt“ (April 2018), S. 1

Bildung ist mehr als Kompetenzenerwerb:

„Der Mensch formt und gestaltet sich in einem persönlichen Bildungsprozess, nicht durch Aneignen von Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, www.kathpress.at am 15. März 2018

Betroffene lehnen Abschaffung von Sonderschulen ab:

„Aus ihrer Erfahrung in Kärnten könne sie sagen, dass die Mehrheit der Eltern es ablehne, dass ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen im Regelschulsystem unterrichtet werden, da sie befürchten, dass dort nicht die benötigte intensive Betreuung zur Verfügung steht.“
NR-Abg. Angelika Kuss-Bergner, Parlamentskorrespondenz vom 13. März 2018

„Das ist eine einzige Katastrophe“

„Wenn Sie heute deutsche Schulen, insbesondere in den sogenannten ‚weichen‘ Fächern besuchen, dann werden sie erkennen, dass die Kompetenzorientierung dazu führt, dass die Schüler inhaltlich fast nichts mehr lernen. Es gibt keine Lernherausforderung mehr.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, bildungsklick.de am 5. März 2018

Immer mehr Aufgaben für LehrerInnen:

„Ständig kommen zum normalen Unterricht neue Aufgaben von Inklusion bis Digitalisierung dazu, für Eltern und Schüler sollen sie möglichst jederzeit erreichbar sein, Korrekturarbeit und Stundenvorbereitung findet spätabends und am Wochenende statt.“
Süddeutsche Zeitung online am 9. Februar 2018

Fehlende Schulreife:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar.
Prof. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 23. Februar 2018

„Die Gewalt gegen Lehrer nimmt zu, die Angriffe steigen qualitativ und quantitativ an“

„Das beginne in Sozialen Netzwerken. ‚Da hagelt es Beschimpfungen und Ehrenbeleidigungen.‘ Und es ende in roher körperlicher Gewalt. Bei vielen Attacken sei Gefahr im Verzug, sodass die Polizei eingeschaltet werden müsse.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 24. Februar 2018

Hoffen auf die Zeit nach BM Häupl:

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die Stadtregierung endlich aufwacht und die richtigen Reformen im Wiener Bildungsbereich angeht. […] Ich hoffe, dass der künftige Bürgermeister Ludwig diese gravierenden Probleme im Wiener Bildungsbereich erkennt und löst. […] Das ist Rot-Grün den Wiener Schülerinnen und Schülern für ihre erfolgreiche Zukunft in unserer Stadt schuldig.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 20. Februar 2018

Wertlose Regeln:

„Wenn es keine Sanktionen gibt, haben Regeln relativ wenig Wert für die Kinder.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Die Ganze Woche vom 30. Jänner 2018

Deutsch-Förderklasse Gebot der Stunde:

„Generationen von Kindern erhalten nun erstmals die Chance, mit gleichen Chancen und Möglichkeiten eine erfolgreiche Schulkarriere zu starten. Die Einrichtung von Deutsch-Förderklassen ist vor allem in Wien ein Gebot der Stunde sowie eine Frage der Fairness, der Vernunft und der Chancengerechtigkeit.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 30. Jänner 2018

Keine Zeit zu verlieren:

„Das Problem, dass so viele Kinder dem Unterricht nicht folgen können, ist so ernsthaft, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 25. Jänner 2018

Enorme Versäumnisse:

„Viel zu lange wurde das Problem der sprachlichen Integration von den bildungspolitischen Verantwortungsträgern vernachlässigt und die Lehrerinnen und Lehrer sehr oft alleingelassen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Teppich gehoben:

„Jahrelang hat Österreichs Politik insgesamt und die Bildungspolitik im Besonderen das Problem der sprachlichen Integration unter den Teppich gekehrt. Mit BM Faßmann kann eine neue Ära beginnen, in der Leistung und Vielfalt im Bildungswesen wieder den ihnen gebührenden Stellenwert erhalten.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), Presseaussendung vom 22. Jänner 2018

Leistungsrückstand mit 10:

„Alarmierend ist […] die Leistungsdifferenz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie beträgt im Durchschnitt 51 Punkte und entspricht damit dem Fortschritt von zwei Lernjahren. Damit scheitern die Volksschulen bei ihrer wichtigsten schulischen und demokratischen Aufgabe: dem Ausgleich unterschiedlicher Startbedingungen.“
Mag. Dr. Wolfgang Feller, Projektleiter Bildung der „Agenda Austria“, Der Standard online am 28. Dezember 2017

Balsam auf die Wunden der von Österreichs „Schulpolitik“ lang genug geplagten Betroffenen:

„Es tut gut zu sehen, dass am Minoritenplatz (Sitz des Bildungsministeriums, Anm.) endlich auf die Expertise der Betroffenen gehört wird und nicht nur auf die Meinung selbsternannter Experten.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Niederösterreichische Nachrichten online am 16. Jänner 2018