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Medien-Zitate Dezember 2017

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Arbeitslosigkeit von Flüchtlingen:

„Fast drei Viertel aller Syrer/innen sowie knapp die Hälfte aller Afghan/innen – zwei Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen in Österreich – im erwerbsfähigen Alter waren 2015 arbeitslos.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf“ (2017), S. 5

Arbeitslosigkeit von Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft:

„Auffällig ist […] die mit 42,5 % sehr hohe Arbeitslosigkeit unter serbischen Staatsbürger/innen, insbesondere auch im Vergleich mit Staatsbürger/innen der Türkei (19,8 %) oder anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens wie Kroatien und Bosnien-Herzegowina, die eine deutlich geringere Arbeitslosigkeit aufweisen (18,1 % bzw. 15,7 %).“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf“ (2017), S. 5

Viele weitere Zitate zum Thema „Arbeitslosigkeit“ befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/arbeitslosigkeit2 


Zeit und Zuwendung der Eltern:

„Students whose parents reported ‘spending time just talking to my child’, ‘eating the main meal with my child around a table’ or ‘discussing how well my child is doing at school’ regularly were between 22 % and 39 % more likely to report high levels of life satisfaction.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015. Students’ Well-Being“ (2017), S. 6

„Ein bisschen Frühenglisch bringt gar nichts“:

„Viel wichtiger für den späteren schulischen Erfolg ist es, mit Kindern von Anfang an viel zu sprechen, ihnen Geschichten vorzulesen, ihnen zuzuhören und ihren Wortschatz ständig zu erweitern. Sehr früh sind Kinder auch auf eine korrekte Sprache und Grammatik angewiesen. Damit kann man viel bewirken. Ein Fernseher kann diese Art der Kommunikation nicht ersetzen.“
Univ.-Prof. Dr. Elsbeth Stern, Basler Zeitung online am 24. Oktober 2014

„Substantial influence”:

„There is no doubt about substantial influence of the genetic disposition on an individual's intelligence. However, we know from various fields that a cognitively stimulating environment also has positive effects on individual cognitive abilities.“
Dr. Karin Guill u. a., „Academic tracking is related to gains in students' intelligence over four years“.
In: „Learning and Instruction 47 (2017), S. 44

Das Elternhaus ist nicht zu ersetzen:

„To a large extent, especially in the early years of life, competency formation, especially relating to language, takes place through informal learning or primary socialization in the family context. The family is also important in nourishing curiosity and motivation to learn in children.“
Natascha Massing u. a., „Degrees of competency: the relationship between educational qualifications
and adult skills across countries“ (2017), S. 5

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„We find a positive association between engaging in a language-based bedtime routine and better cognitive skills (PPVT-R) for preschoolers […] This higher PPVT score among children engaging in regular language-based bedtime routines likely reflects the cognitive stimulation that occurs through the process of nightly engagement with a child through reading, storytelling, talking, singing, praying, and/or playing games.“
Dr. Lauren Hale u. a., „A Longitudinal Study of Preschoolers’ Language-Based Bedtime Routines, Sleep Duration, and Well-Being“.  In: „Journal of Family Psychology“, 2011, Vol. 25, No. 3, S. 431

„A head-start in life“:

„It is important that young children are being read to. This is an early-life intervention that seems to be beneficial for the rest of their lives. […] There is an important role for parents in the educational performance of their children. The evidence strongly suggests that parental reading to children gives them a head-start in life.“
Univ.-Prof. Dr. Guyonne Kalb u. a., „ Reading to Young Children: A Head-Start in Life?“ (2013), S. 26

Nachhaltige Investition:

„The effects of parent-child reading investments during the first years of life carry over into increased performance even after the mother stops reading to the child.“
Univ.-Prof. Dr. Joseph Price, „The Effect of Parental Time Investments“ (2012), S. 17f

Familie, das erste Bildungsumfeld:

„Der Einfluss in der kindlichen Entwicklung, der auf die Familie oder andere primäre Bezugspersonen des Kindes zurückgeführt werden kann, ist größer als der einer Krippe oder eines Kindergartens.“
IV (Hrsg.), „Elementarpädagogik: Beste Bildung von Anfang an.“ (2015), S. 11

PIRLS 2016:

„29 percent of the students were able to perform early literacy tasks very well when they began primary school. These students had higher reading achievement in the fourth grade than their classmates who started school with only moderate literacy skills or few skills.“
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. X

In Österreich sind es mit nur 13 % leider nicht einmal halb so viele. (Quelle: ibidem, S. 168)

Elternhaus stärken:

„By the age of three, children with high SES know many more words than children with low SES. Hart and Risley found that three-year-old children from low SES families may hear up to 30 million fewer words than their high SES counterparts. They also found that 86-98 % of the words used by three-year-old children were derived from their parents’ vocabularies.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 63

Über 100 bildungswissenschaftliche Zitate zum familiären Umfeld auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-f-k/famumfeld 


Nichts ist geschehen!

„Dass mangelnde Disziplin der Schülerinnen und Schüler für viele Lehrkräfte eine Arbeitserschwernis ist, weiß man eigentlich. Das Thema poppt immer wieder mal auf, um dann kurz darauf wieder aus der öffentlichen Diskussion zu verschwinden. Hat die Gesellschaft, hat die Politik in der Vergangenheit hier irgendetwas unternommen? Wurde der Versuch gemacht, an den Schulen Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Auseinandersetzung mit arbeitsunwilligen, renitenten, einen sinnvollen Unterricht unmöglich machenden Schülerinnen oder Schülern erleichtern? Nichts ist geschehen.“
Mag. Robert Michelic, Obmann der VCL-Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“
(Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Dezember 2017, S. 1

Dringender Handlungsbedarf:

„Wir haben heute massenhaft Heranwachsende, die keine Frustrationstoleranz haben, die eigene Bedürfnisse nicht hintenanstellen können, die nicht in der Lage sind, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Der Staat muss dringend handeln, wenn wir nicht eine ganze Generation von Narzissten heranziehen wollen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Focus online am 17. Oktober 2017

Das verschwiegene Problem:

„Gewalt gegen Lehrpersonen, auch körperliche, kommt öfter vor, als man denkt. Wir sind erschüttert über Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern zum Thema Gewalt.“
Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbands der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH),
Blick online am 26. Oktober 2017

Schule wird zur „traurigen Lachnummer“ degradiert:

„Wenn als Reaktion auf Lehrkräfte-Mobbing in so genannten sozialen Netzwerken von einer Anzeige abgeraten wird, um den Schulfrieden nicht zu stören, dann haben solche Maßnahmen die Qualität einer traurigen Lachnummer.“
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Berliner Umschau vom 8. Mai 2014

Resignation:

„Too many school leaders, especially in secondary schools, underestimate the prevalence and negative impact of low-level disruptive behaviour. Many teachers have come to accept some low-level disruption as a part of everyday life in the classroom.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 5

Englands Politik steuert gegen:

„Teachers have power to discipline pupils for misbehaviour which occurs in school and, in some circumstances, outside of school. The power to discipline also applies to all paid staff (unless the headteacher says otherwise) with responsibility for pupils, such as teaching assistants.“
English Department for Education (Hrsg.), „Behaviour and discipline in schools.
Advice for headteachers and school staff“ (2014), S. 3

Anteil der 10-Jährigen, an deren Schulen es laut Schulleitung nahezu keine disziplinären Probleme gibt (Stand 2016):

England:
Finnland:
USA:
Internationaler Mttelwert:
Österreich:
82 %
78 %
65 %
62 %
51 %
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. 145

Disziplinlosigkeit in Zeiten personeller Autonomie:

„Teacher shortage and disciplinary climate are interrelated: most teachers tend to avoid schools with more disciplinary problems, while a shortage of qualified teachers adversely affects disciplinary climate.“
Dr. Andreas Schleicher, PISA-Koordinator der OECD, „Equity, Excellence and Inclusiveness in Education“ (2014), S. 102

Ventil:

„Jungs haben das Problem, dass ihre Körperkraft heute nicht mehr gebraucht wird und ihre Geschlechtsreife nach außen hin erst relativ spät zu bemerken ist. Viele versuchen deshalb, ihre Männlichkeit anders unter Beweis zu stellen: durch Gewalt, oft auch nur virtuelle Gewalt, gestyltes Outfit, großtuerisches Gehabe, riskantes Verhalten, Provokation und so weiter.“
Tilman Gerstner, Kinder- und Jugendtherapeut, Esslinger Zeitung vom 24. März 2014

Der goldene Mittelweg:

„Zwischen der Forderung nach bedingungslosem Gehorsam und Verzicht auf jegliche Vorgabe infolge einer libertinären Pädagogik gilt es, die Mitte zu finden. Das ist die Balance zwischen purer Pflichterfüllung und individuellen Freiheiten, zwischen Machtausübung und Verzicht auf jegliche Regelung.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Dutzende weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Thema „Disziplin“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Relativ schlank:

„Im internationalen Vergleich ist der öffentliche Dienst in Österreich relativ schlank, er nimmt 16 Prozent der Erwerbsbevölkerung auf. In Norwegen sind es 30, in Frankreich 21,4 und im OECD-Schnitt 18,1 Prozent …“
Der Standard online am 6. November 2017

Anteil der Öffentlich Bediensteten an allen Berufstätigen (Stand 2015):

Norwegen:
Dänemark:
Schweden:
Finnland:
Frankreich:
OECD-Mittelwert:
Österreich:
30,0 %
29,1 %
28,6 %
24,9 %
21,4 %
18,1 %
15,9 %
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 13

Ahnungslos oder verlogen:

„Wer in Österreich die Stammtischparole von der ‚aufgeblähten‘ Verwaltung gebraucht – und das tun (zu) viele PolitikerInnen und JournalistInnen -, ist entweder ahnungslos oder agiert wider besseres Wissen.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom März 2017, S. 11

Personalstand des Öffentlichen Bundesdienstes (in Vollbeschäftigungsäquivalenten; inkl. der ausgegliederten Bereiche):

1997: 172.835
2016: 139.026
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 48

Die Wirklichkeit des Staates:

„Der Staat: Dieser wird von uns gerne, im Guten wie im Schlechten, wie eine Instanz angerufen, die sich außerhalb von uns befindet und deshalb Adressat unserer Sorgen und Nöte, Wünsche und Bedürfnisse, Ängste und Ahnungen sein kann. Zumindest in einer Demokratie aber sind wir alle der Staat, und der öffentliche Dienst, das Beamtenwesen und seine unterschiedlichen Organisationsformen sind die Wirklichkeit des Staates.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Mangel an Kenntnis:

„Das Image des Öffentlichen Dienstes ist oft durch Vorurteile und Pauschalierungen geprägt. Es zeigt sich, dass je umfassender die Kenntnis über Aufgaben und Tätigkeitsfelder einzelner Bereiche des Öffentlichen Dienstes ist, desto differenzierter und besser ist das Bild in der Öffentlichkeit.“
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 97

Verantwortung für das Funktionieren des Staates:

„Die Regierung sei auch verantwortlich dafür, dass der Rechtsstaat nicht ausgehöhlt werde und Gesetze vollzogen werden können.“
Dr. Norbert Schnedl, Vorsitzender der GÖD, Salzburger Nachrichten online am 19. Dezember 2017

Deutschland und Österreich an EU-Spitze:

„Bezogen auf die Bevölkerung lag Österreich bei der Zahl der Asylwerber/-innen an zweiter Stelle unter den EU-Staaten. Die meisten Anträge pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in Deutschland gestellt.“
ÖIF (Hrsg.), „migration & integration. zahlen.daten.indikatoren“ (2017), S. 36

Österreichs schwierige Aufgabe:

„Die Integration derer, die 2015 und 2016 gekommen sind, wird schwierig, da sollte man sich nichts vormachen.“
Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, seit 18. Dezember 2017 Österreichs Bildungsminister,
Kleine Zeitung online am 24. August 2017

Die große Herausforderung unseres Schulwesens:

„Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht in der Primar- und Sekundarstufe: Österreich hat bezüglich Migration & Integration eine der größten Herausforderungen in ganz Europa.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom September 2017, S. 5

„Effective integration policies”:

„Most of the refugees originate from Syria (nearly 30 %), Afghanistan (another 30 %) and Iraq (around 15 %), with employment histories and qualifications rooted in different market conditions. This makes their integration in Austria more demanding than for most earlier immigrant cohorts and calls for effective integration policies. Concerning young cohorts, around 18 000 children with a refugee status currently attend Austrian schools.“
OECD (Hrsg.), „OECD Economic Surveys – AUSTRIA“ (2017), S. 21

In Österreich emotional nicht angekommen:

„So fühlen sich einer aktuellen Erhebung zufolge etwas mehr als die Hälfte aller Befragten mit türkischem Migrationshintergrund eher der Türkei als Österreich zugehörig.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration.
Menschen türkischer Herkunft in Österreich“ (2017), Vorwort

Akkulturation durch Spracherwerb:

„Der Erwerb der Landessprache ist ein zentrales Merkmal in der Dimension Akkulturation.“
Bertelsmann (Hrsg.), „Muslime in Europa“ (2017), S. 28

Anteil der 15-Jährigen, die entweder selbst zugewandert oder von denen beide Elternteile zugewandert sind:


Finnland:
Estland:
Niederlande:
OECD-Mittelwert:
Frankreich:
Großbritannien:
Deutschland:
Schweden:
Österreich: 
2006
1,5 %
11,6 %
11,3 %
9,4 %
13,0 %
8,6 %
14,2 %
10,8 %
13,2 %
2015
4,0 %
10,0 %
10,7 %
12,5 %
13,2 %
16,7 %
16,9 %
17,4 %
20,3 %
OECD (Hrsg.), "PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung" (2016), Table 1.7.1

4. Steirische Jugendstudie:

„Besorgniserregend ist sicherlich die Tatsache, dass 24 % der Jugendlichen berichteten, dass sie (sehr) oft Konflikte zwischen Personen mit unterschiedlichen Kulturen bzw. Nationalitäten erlebt haben.“
Dr. Christian Scharinger u. a., „4. Steirische Jugendstudie 2014“ (2014), S. 5

Schweden: Gewalt gegen MitschülerInnen mit Migrationshintergrund:

„The largest difference in prevalence of bullying victimization was measured in Sweden 2011, where 8.6% of the native children were bullied, to be compared with the 27.8% of the immigrant children.“
Ylva Bjereld u. a., „Differences in prevalence of bullying victimization between native and immigrant children in the Nordic countries“.  In: „Child: care, health and development“, 41, 4, 2015, S. 593

„Segregation und Kriminalität drohen“:

„Um die Leseungleichheit im Land nicht weiter wachsen zu lassen, hilft eigentlich nur eines: Bessere vorschulische Bildung. Ich bin für eine bundesweite Einführung von Sprachstandstests, wie sie es bereits in einigen Bundesländern ansatzweise gibt. Dabei werden alle Kinder vor ihrem vierten Lebensjahr getestet. Hat ein Kind signifikante Defizit in der Sprachentwicklung, muss es einen entsprechenden Förderkurs besuchen.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Huffingtonpost online am 8. Dezember 2017

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-l-bis-p/migration 


Fachkräftemangel wächst:

„In den kommenden Jahren droht eine riesige Personallücke. Schon jetzt klagt jedes dritte Unternehmen über Fachkräftemangel, erhob die KMU Forschung Austria, mehr als 20.000 Stellen könnten nicht besetzt werden.“
Kurier online am 3. Oktober 2017

Von OECD emanzipieren!

„Der Standort Österreich profitiert von einem vielfältigen öffentlichen Bildungssystem und braucht nicht – wie von der OECD gefordert - noch mehr MaturantInnen und AkademikerInnen, sondern auch mehr gut ausgebildete Fachkräfte.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom September 2017, S. 5

Anteil der armutsgefährdeten Menschen, differenziert nach ihrem Bildungsabschluss (Stand 2016):

Lehre oder mittlere Schule:
Hochschule oder Akademie:
Matura:
maximal Pflichtschule:
10,0 %
10,8 %
15,1 %
22,1 %
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2015/16 – Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2017), S. 105

Gleichwertigkeit statt Gleichheit!

„Nicht alle Kinder sind fürs Gymnasium geeignet – und es müssen auch nicht alle sein. Kognitive und handwerkliche Begabung sind gleich viel wert, akademische und berufliche Ausbildung sind gleich viel wert.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, Der Spiegel vom 4. November 2017

Interesse Jugendlicher widerspricht dem Klischee:

„Dass rund 20-25 % der Befragten aus Akademikerhaushalten sowie von Eltern mit Matura eine Lehre als ‚sehr interessant‘ und weitere rund 20 % als ‚überlegenswert‘ einstuften, ist bemerkenswert. Dies widerspricht gängigen Vorstellungen enger sozial konnotierter Bildungsaspirationen.“
ibw (Hrsg.), „Schul- und Ausbildungsabbrüche in der Sekundarstufe II in Oberösterreich“ (2014), S. 82

Deutschland im Jahr 2017:

„Hunderttausende junge Menschen streben an die ohnehin schon überfüllten Hochschulen; an den beliebten Studienorten wird der Numerus clausus immer strenger. Jedes dritte Unternehmen in Industrie und Handel aber findet nicht mehr genügend Auszubildende, im Handwerk sieht es kaum besser aus.“
Die Zeit vom 30. März 2017

Englands Regierung setzt auf duale Bildung:

„The government committed to increase the number of apprenticeship starts in England to 3 million by 2020, and to improve the quality of apprenticeships. […] The new Institute of Apprenticeships (introduced in April 2017) will co-ordinate employer panels to establish apprenticeship standards, approve or reject them, and quality assure some end-point assessments.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right: United Kingdom“ (2017), S. 23

Österreichs und Deutschlands duales System international wiederentdeckt:

„Was noch vor wenigen Jahren als altmodisch und rückständig galt, wird nun international zunehmend kopiert, nämlich die in vergleichsweise starren Ausbildungsordnungen festgelegten nichtakademischen Bildungswege im dualen System Deutschlands.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 112

Das „Niveau“ der Schulpolitik:

„Vor lauter Akademisierungs- und Bildungsaufstiegsenthusiasmus hatte man eine schlichte Tatsache vergessen. Wenn alle studieren, macht keiner mehr eine berufliche Ausbildung.“
Wirtschaftswoche online am 13. April 2017

Rückkehr zur Vernunft:

„Die duale Ausbildung und die Facharbeiter-Ausbildung sind international anerkannte Besonderheiten des österreichischen Bildungssystems. Wir wollen den Wert und die Bedeutung dieser Ausbildungsformen stärken und wollen jene, die eine solche Ausbildung anstreben, zusätzlich unterstützen.“
„Zusammen. Für unser Österreich“ (Regierungsprogramm 2017-2012), präsentiert am 16. Dezember 2017, S. 66

Ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung des Bildungswesens:

„Im Bildungssystem muss zunehmend berücksichtigt werden, dass man es zu großen Teilen nicht mit fertig erzogenen Kindern zu tun hat, die nunmehr gebildet werden müssen. Erziehung ist ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung des Bildungswesens, insbesondere im Hinblick auf Bildungschancen benachteiligter Gruppen.“
Konrad Adenauer Stiftung (Hrsg.), „Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland“ (2017), S. 177

Notwendiger Halt für Heranwachsende:

„An Herausforderungen in Gestalt von Vorschriften und Regularien kann ein Individuum wachsen, wenn Einhaltung oder Nichteinhaltung je entsprechende Folgen haben. Ist alles möglich und bleibt alles folgenlos – „anything goes-Erziehung“ -, entsteht Desorientierung und im wahren Sinne des Wortes Haltlosigkeit.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Das Wichtigste für das Leben nach der Schule:

„Die Einordnung in Regeln, in eine Ordnung, in Gesetze, in Leistungsbereitschaft ist zusammen mit Lesen, Schreiben, Rechnen das Wichtigste, was Jugendliche aus der Schule ins künftige Berufsleben mitnehmen sollten.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 5. Dezember 2017

„Almost all antisocial adults were antisocial children”:

„Many children with antisocial behavior around ages 8-10 become antisocial adults and chronic criminal offenders. Almost all antisocial adults were antisocial children.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „Understanding the Mechanisms Through Which an Influential Early Childhood Program Boosted Adult Outcomes“ (2014), S. 19

Erfolgsfaktor Disziplin:

„Disruptive behaviours result in less time for teaching and ultimately interfere with student learning.“
OECD (Hrsg.), „TALIS 2013 Results“ (2014), S. 169

Maximising the learning:

„A teacher’s abilities to make efficient use of lesson time, to coordinate classroom resources and space, and to manage students’ behaviour with clear rules that are consistently enforced, are all relevant to maximising the learning that can take place.“
Dr. Robert Coe u. a., „What makes great teaching?“ (2014), S. 3

Disziplin ein zentrales Anliegen:

„Parents consistently say that good discipline is the foundation stone of a good school.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 5

Bundesweite Schulstudie in Deutschland:

82 % der Befragten stimmen der Aussage „Das Verhalten des Schülers (Betragen, Ordnung und Fleiß, Respekt, Eigenverantwortung) sollte bewertet werden.“ zu.
Insa Consulere, „Schulstudie 2014“ (2014)

Resignation macht sich breit:

„Viele Lehrer haben schon resigniert und schauen über ein zugemülltes Klassenzimmer hinweg. Dabei wäre es so wichtig, dass das Lehrerkollegium, gerade was grundsätzliche Dinge wie Sauberkeit und Umgangsformen betrifft, an einem Strang zieht. Wenn solche Werte allerdings nicht schon zu Hause von den Eltern vorgelebt werden, kann ein Lehrer in der Schule auch nichts mehr ausrichten. […] Im Grunde genommen sehen wir in der Schule unsere Gesellschaft in einem Vergrößerungsglas.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands (1987-2017), Focus online am 13. Juni 2017

Arbeitsunfähig:

„Immer mehr Heranwachsende sind nach Schulabschluss nicht im herkömmlichen Sinne arbeitsfähig. Es fehlt ihnen an Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit, Akzeptanz von Strukturen und Abläufen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Focus online am 17. Oktober 2017

Die Gesellschaft droht zu zerbrechen:

„Jeder, der heute in eine Grundschulklasse kommt, bemerkt sie: Es ist die Spaltung zwischen denjenigen, die lesen können - und denjenigen, die das Lesen kaum beherrschen. Die Schere zwischen diesen beiden Gruppen geht immer weiter auf. […] Diese Entwicklung, für die mit Sicherheit die Grundschullehrkräfte am wenigsten können, macht mich wütend. Denn sie hat nicht nur verheerende Folgen für unsere Kinder, sondern auch für den Zusammenhalt und die wirtschaftliche Zukunft dieses Landes.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Huffingtonpost online am 8. Dezember 2017

Anteil der 15-Jährigen, die entweder selbst zugewandert oder von denen beide Elternteile zugewandert sind:


Finnland:
Estland:
Niederlande:
OECD-Mittelwert:
Frankreich:
Großbritannien:
Deutschland:
Schweden:
Österreich: 
2006 
15 %
11,6 %
11,3 %
9,7 %
13,0 %
8,6 %
14,2 %
10,8 %
13,2 %
2015:
4,0 %
10,0 %
10,7 %
12,5 %
13,2 %
16,7 %
16,9 %
17,4 %
20,3 %
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), Table I.7.1

30 % der bereits in Österreich geborenen 6-Jährigen mit Migrationshintergrund sprechen nicht Deutsch als Umgangssprache!

„Während bei den Kindern der ersten Generation nicht klar ist, ob sie den Kindergarten bereits in Österreich besucht haben, haben Kinder der zweiten Generation von PIRLS 2016 jedenfalls bereits ein verpflichtendes Kindergartenjahr in Österreich absolviert. Es zeigt sich allerdings, dass Eltern von Kindern der zweiten Generation im Jahr 2016 nicht häufiger als in den Jahren davor angeben, dass ihr Kind bereits vor Schuleintritt Deutsch gesprochen hat. Tendenziell ist dieser Anteil sogar rückläufig ...“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS 2016. Die Lesekompetenz am Ende der Volksschule. Erste Ergebnisse“ (2017), S. 81

10 Jahre davor waren es 28 % gewesen.

11 % versus 60 %:

„Verfügten 2014 nur 11 % der inländischen Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren maximal über einen Pflichtschulabschluss, war dieser Anteil bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit 27 % mehr als doppelt so hoch. Insbesondere Migrantinnen und Migranten aus der Türkei hatten überwiegend (60 %) keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abgeschlossen.“
Statistik Austria (Hrsg.), „migration & integration – zahlen.daten.indikatoren 2015“ (2015), S. 48

Deutschland:

„In Germany in 2003, 65 % of immigrant students were raised by a mother who had not attained upper secondary education; by 2012, this percentage had fallen to 44 %.“
OECD (Hrsg.), „Immigrant Students at School“ (2015), S. 33

Anteil der 10-Jährigen Österreichs, die über kein ausreichendes Leseverständnis verfügen (Stand 2015):

Deutsch als Erstsprache:
Andere Erstsprache:
33 %
63 %
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2015 – Deutsch, 4. Schulstufe, Bundesergebnisbericht“ (2016), S. 39

Sprachstartklassen sinnvoll:

„Die hohe Zuwanderung und die spezifische Altersstruktur der Zugewanderten muss auch im Schulbereich bewältigt werden, die Einführung von Sprachstartklassen ist dabei aus praktischer Sicht sinnvoll. Hier gilt es von der Projekt- zur Regelstruktur zu kommen und ein durchgängiges, österreichweites System zu etablieren. Damit dies aber sinnvollerweise geschehen kann, sind die unterschiedlichen Modelle von integrierten, teilintegrierten oder vollständig getrennten Sprachfördersystemen systematisch zu überprüfen, um dann verbindliche Rahmenbedingungen formulieren zu können.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2017“ (2017), S. 44

Schule nicht alleinlassen:

„Die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien ist besonders wichtig. Allerdings können durch institutionelle Förderung im Elementar- und Schulbereich die Kompetenznachteile nicht vollständig kompensiert werden, vielmehr sollte versucht werden, die Eltern verstärkt in die Fördermaßnahmen einzubeziehen.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2017“ (2017), S. 68

Junge Menschen mit nichtdeutscher Umgangssprache:

„Die Gesamtzahl beläuft sich mittlerweile auf 262.000 Schülerinnen und Schüler und diese Zahl steigt jährlich um 5-7 %, während die Anzahl der Kinder mit deutscher Umgangssprache jedes Jahr abnimmt. Die größten Helden in diesem System sind natürlich die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in den Schulklassen stehen und mit diesen Herausforderungen konfrontiert sind. Sie werden leider viel zu oft vergessen. Wir müssen sie bei ihrer Arbeit stärker unterstützen und ihnen den Rücken starken.“
„Der neue Weg. Das Programm der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“,
Teil2, veröffentlicht am 13. September 2017, S. 48

Niederösterreich startet im Februar 2018 Deutschklassen-Offensive:

„Die deutsche Sprache ist die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Integration und auch eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander.“
Mag. Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreichs, Presseaussendung vom 3. Dezember 2017

Viele weitere Daten zu „Migration & Integration“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/statistik/category/17-migration 


Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Auch die Eltern müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Die bildungsfernen müssen gezielt unterstützt und bei ihrer Pflicht gepackt werden. Wer Kindern keine lesefreundliche Umgebung schafft, ihnen nie vorliest, nicht mit ihnen redet, in den ständig laufenden Fernseher starrt oder am Handy spielt, der kann auch nicht erwarten, dass die Kinder sich für Bücher begeistern.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 5. Dezember 2017

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Aktuelle Zitate

 

 

Kontinuität statt Reformitis:

„Bildung braucht Kontinuität und die zerstört man mit dem Reformfuror mutwillig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Langfristige Perspektiven statt Reformitis:

„Ich plädiere für Entschleunigung und Relaxtheit. Es muss nicht jeden Tag eine neue Nachricht geben. Politiker müssten sagen: Ich habe eine langfristige Perspektive und da muss nicht gleich morgen alles realisiert sein. Da braucht es eine vernünftige Analyse und eine breite Diskussion mit Tiefgang. Wir lassen die Dinge reifen und brechen sie nicht übers Knie.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse vom 11. November 2018

Eltern Schlüsselpersonen für Bildungserfolg

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

Kompetenzorientierung auf Kosten der Bildung:

„Viele Lehrerinnen und Lehrer bedauern, dass die Kompetenzorientierung die konkreten Inhalte verdrängt hat.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Die Furche vom 6. September 2018

Pädagogik braucht Freiheit:

„Es wäre ein Fehler, würde die heutige Bildungspolitik dazu führen, dass Schulen und Lehrkräfte das eigenständige Denken, Erkennen und Urteilen nicht mehr schulen und fördern könnten – zum Beispiel, weil sie immer weniger Freiheiten geniessen, mit sogenannten ‚Bildungsreformen‘ überhäuft werden und von bürokratischem Unsinn zugedeckt werden.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

Wie wahr!

„Sonderproblem des heimischen Schulwesens ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bis 40 Prozent sind bewältigbar, sagt der OECD-Experte Andreas Schleicher im KURIER. Darüber wird es schwierig. Doch in Österreich gibt es nicht wenige Klassen, in denen 100 Prozent der Schüler eine andere Umgangssprache haben als Deutsch.“
Dr. Martina Salomon, Chefredakteurin, Kurier online am 6. Oktober 2018

Mehr Investitionen, mehr Miteinander, mehr Ernsthaftigkeit:

„Wir müssen mehr in die Qualität investieren. Und es müssen Eltern und Schule an einem Strang ziehen, um die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft klarzumachen. Die Ernsthaftigkeit dem Schulsystem gegenüber möchte ich schon einmahnen. Das ist woanders viel klarer. In Singapur ist die Meinung: Bildung ist das einzig Entscheidende.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 2. Oktober 2018

Vertauschte Rollen:

„Die moderne Didaktik betont, Unterricht müsse vor allem anregend sein, Spaß machen. Die Eigenanstrengung beim Lernen blendet sie gerne aus. Wenn Spaß die höchste pädagogische Kategorie ist, drängt man die Lehrkraft in die Rolle des Entertainers und gibt letztlich ihm die Schuld, wenn der Schüler bei der Klassenarbeit oder Prüfung versagt.“
guteschuleblog.wordpress.com am 4. September 2018

Auf das Interesse der SchülerInnen fokussieren!

„Es macht wenig Sinn, Schüler mitzunehmen, die die Bildungsziele nicht erreicht haben. Es vergrößern sich eher die Unterschiede zwischen jenen, die es können, und jenen, die es nicht können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Österreich online am 2. Oktober 2018

„Da muss man gegensteuern“:

„Wenn nur Kinder von Arbeitern und Immigranten im Gymnasium – das dann auch noch Gesamtschule heißt – sitzen, und die Kinder der Generaldirektoren vom Kindergarten bis zur Uni durch Privatinstitutionen laufen, ist dieses gemeinschaftliche Element verloren gegangen. Das ist ein zu hoher Preis für eine gemeinsame Schule, die dann eben keine gemeinsame Schule mehr ist. Da muss man gegensteuern.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Durchschnittsniveau über- und unterfordert:

„Studien zeigen, dass für einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler Unterricht, in dem die Lehrkraft sich am Durchschnittsniveau orientiert, nicht fördernd und anregend genug ist. Je heterogener die Schüler sind, umso schwieriger wird es, die einzelnen möglichst gut zu fördern.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

Schule allein kann nicht alles lösen:

„Es brauche jetzt dringend ein ganzes Bündel an Maßnahmen – aber dabei dürfe man die Schule auf keinen Fall alleine lassen. Denn die Schule allein könne nicht alles lösen. Es gehe auch um die Wohn-, Sicherheits- und Familienpolitik. […] Man sei jetzt an einem Punkt angelangt, wo man nur mit pädagogischen Mitteln nichts mehr ausrichten könne.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Überforderung:

„Kinder sind heute nicht durch schulische Inhalte, sondern durch die außerschulischen überfordert! Feststellungen, dass es vielen jungen Menschen von heute an sozialen Grundfertigkeiten und Benehmen fehlt und diese Kulturtechniken in den Familien zu wenig vermittelt werden, müssen endlich dazu führen, die Ursachen ‚an der Wurzel zu packen‘. Nicht die Schule und wir Lehrerinnen und Lehrer versagen, wenn immer mehr Eltern an der Entwicklung ihrer Kinder nicht mehr teilnehmen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2018, S. 3

Mut zur Wahrheit:

„Manchmal ist sanfter Zwang nötig. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann man nicht davon ausgehen, dass Menschen immer für sich selbst wissen, was sie tun sollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Ergebnis einer Erhebung im Auftrag des Familienbunds:

„Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier (Anm.: Mag. Bernhard Baier, Präsident des Österreichischen Familienbunds). Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird.“
Kurier online am 28. August 2

PISA auf den zweiten Blick:

„Während knapp drei Viertel aller SchülerInnen ohne Migrationshintergrund Grundkenntnisse in den drei PISA-Kategorien (Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften) vorweisen können (Anm.: in Wirklichkeit mit 76,3 % knapp mehr als drei Viertel; OECD-Schnitt: 72,0 %), sind es bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund nur etwas weniger als die Hälfte (Anm.: 47,3 %).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 37

Weitere Maßnahmen notwendig:

„Der Bedarf betrifft nicht nur Kinder, die als Flüchtlinge kommen, sondern auch viele aus Familien, die schon in zweiter, dritter Generation hier leben. Man müsste da schon früher ansetzen, zum Beispiel im Vorschul-Bereich.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 3. September 2018

„Ohne Deutschkenntnisse gibt es definitiv keine gleichen Chancen für alle“:

„Die bisherigen Maßnahmen dieser Stadtregierung haben nicht dazu geführt, dass die Kinder ordentlich und ausreichend Deutsch lernen. Ganz im Gegenteil, alle Tests zeigen, die bisherigen Maßnahmen versagen. Andere und wirksamere Maßnahmen sind deshalb jetzt gefordert, um tatsächlich allen Kindern einen gleichen Start in der Bildungslaufbahn zu ermöglichen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 29. August 2018