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Medien-Zitate Dezember 2017

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Arbeitslosigkeit von Flüchtlingen:

„Fast drei Viertel aller Syrer/innen sowie knapp die Hälfte aller Afghan/innen – zwei Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen in Österreich – im erwerbsfähigen Alter waren 2015 arbeitslos.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf“ (2017), S. 5

Arbeitslosigkeit von Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft:

„Auffällig ist […] die mit 42,5 % sehr hohe Arbeitslosigkeit unter serbischen Staatsbürger/innen, insbesondere auch im Vergleich mit Staatsbürger/innen der Türkei (19,8 %) oder anderen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens wie Kroatien und Bosnien-Herzegowina, die eine deutlich geringere Arbeitslosigkeit aufweisen (18,1 % bzw. 15,7 %).“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf“ (2017), S. 5

Viele weitere Zitate zum Thema „Arbeitslosigkeit“ befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/arbeitslosigkeit2 


Zeit und Zuwendung der Eltern:

„Students whose parents reported ‘spending time just talking to my child’, ‘eating the main meal with my child around a table’ or ‘discussing how well my child is doing at school’ regularly were between 22 % and 39 % more likely to report high levels of life satisfaction.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015. Students’ Well-Being“ (2017), S. 6

„Ein bisschen Frühenglisch bringt gar nichts“:

„Viel wichtiger für den späteren schulischen Erfolg ist es, mit Kindern von Anfang an viel zu sprechen, ihnen Geschichten vorzulesen, ihnen zuzuhören und ihren Wortschatz ständig zu erweitern. Sehr früh sind Kinder auch auf eine korrekte Sprache und Grammatik angewiesen. Damit kann man viel bewirken. Ein Fernseher kann diese Art der Kommunikation nicht ersetzen.“
Univ.-Prof. Dr. Elsbeth Stern, Basler Zeitung online am 24. Oktober 2014

„Substantial influence”:

„There is no doubt about substantial influence of the genetic disposition on an individual's intelligence. However, we know from various fields that a cognitively stimulating environment also has positive effects on individual cognitive abilities.“
Dr. Karin Guill u. a., „Academic tracking is related to gains in students' intelligence over four years“.
In: „Learning and Instruction 47 (2017), S. 44

Das Elternhaus ist nicht zu ersetzen:

„To a large extent, especially in the early years of life, competency formation, especially relating to language, takes place through informal learning or primary socialization in the family context. The family is also important in nourishing curiosity and motivation to learn in children.“
Natascha Massing u. a., „Degrees of competency: the relationship between educational qualifications
and adult skills across countries“ (2017), S. 5

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„We find a positive association between engaging in a language-based bedtime routine and better cognitive skills (PPVT-R) for preschoolers […] This higher PPVT score among children engaging in regular language-based bedtime routines likely reflects the cognitive stimulation that occurs through the process of nightly engagement with a child through reading, storytelling, talking, singing, praying, and/or playing games.“
Dr. Lauren Hale u. a., „A Longitudinal Study of Preschoolers’ Language-Based Bedtime Routines, Sleep Duration, and Well-Being“.  In: „Journal of Family Psychology“, 2011, Vol. 25, No. 3, S. 431

„A head-start in life“:

„It is important that young children are being read to. This is an early-life intervention that seems to be beneficial for the rest of their lives. […] There is an important role for parents in the educational performance of their children. The evidence strongly suggests that parental reading to children gives them a head-start in life.“
Univ.-Prof. Dr. Guyonne Kalb u. a., „ Reading to Young Children: A Head-Start in Life?“ (2013), S. 26

Nachhaltige Investition:

„The effects of parent-child reading investments during the first years of life carry over into increased performance even after the mother stops reading to the child.“
Univ.-Prof. Dr. Joseph Price, „The Effect of Parental Time Investments“ (2012), S. 17f

Familie, das erste Bildungsumfeld:

„Der Einfluss in der kindlichen Entwicklung, der auf die Familie oder andere primäre Bezugspersonen des Kindes zurückgeführt werden kann, ist größer als der einer Krippe oder eines Kindergartens.“
IV (Hrsg.), „Elementarpädagogik: Beste Bildung von Anfang an.“ (2015), S. 11

PIRLS 2016:

„29 percent of the students were able to perform early literacy tasks very well when they began primary school. These students had higher reading achievement in the fourth grade than their classmates who started school with only moderate literacy skills or few skills.“
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. X

In Österreich sind es mit nur 13 % leider nicht einmal halb so viele. (Quelle: ibidem, S. 168)

Elternhaus stärken:

„By the age of three, children with high SES know many more words than children with low SES. Hart and Risley found that three-year-old children from low SES families may hear up to 30 million fewer words than their high SES counterparts. They also found that 86-98 % of the words used by three-year-old children were derived from their parents’ vocabularies.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 63

Über 100 bildungswissenschaftliche Zitate zum familiären Umfeld auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-f-k/famumfeld 


Nichts ist geschehen!

„Dass mangelnde Disziplin der Schülerinnen und Schüler für viele Lehrkräfte eine Arbeitserschwernis ist, weiß man eigentlich. Das Thema poppt immer wieder mal auf, um dann kurz darauf wieder aus der öffentlichen Diskussion zu verschwinden. Hat die Gesellschaft, hat die Politik in der Vergangenheit hier irgendetwas unternommen? Wurde der Versuch gemacht, an den Schulen Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Auseinandersetzung mit arbeitsunwilligen, renitenten, einen sinnvollen Unterricht unmöglich machenden Schülerinnen oder Schülern erleichtern? Nichts ist geschehen.“
Mag. Robert Michelic, Obmann der VCL-Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“
(Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), Dezember 2017, S. 1

Dringender Handlungsbedarf:

„Wir haben heute massenhaft Heranwachsende, die keine Frustrationstoleranz haben, die eigene Bedürfnisse nicht hintenanstellen können, die nicht in der Lage sind, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Der Staat muss dringend handeln, wenn wir nicht eine ganze Generation von Narzissten heranziehen wollen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Focus online am 17. Oktober 2017

Das verschwiegene Problem:

„Gewalt gegen Lehrpersonen, auch körperliche, kommt öfter vor, als man denkt. Wir sind erschüttert über Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern zum Thema Gewalt.“
Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbands der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH),
Blick online am 26. Oktober 2017

Schule wird zur „traurigen Lachnummer“ degradiert:

„Wenn als Reaktion auf Lehrkräfte-Mobbing in so genannten sozialen Netzwerken von einer Anzeige abgeraten wird, um den Schulfrieden nicht zu stören, dann haben solche Maßnahmen die Qualität einer traurigen Lachnummer.“
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Berliner Umschau vom 8. Mai 2014

Resignation:

„Too many school leaders, especially in secondary schools, underestimate the prevalence and negative impact of low-level disruptive behaviour. Many teachers have come to accept some low-level disruption as a part of everyday life in the classroom.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 5

Englands Politik steuert gegen:

„Teachers have power to discipline pupils for misbehaviour which occurs in school and, in some circumstances, outside of school. The power to discipline also applies to all paid staff (unless the headteacher says otherwise) with responsibility for pupils, such as teaching assistants.“
English Department for Education (Hrsg.), „Behaviour and discipline in schools.
Advice for headteachers and school staff“ (2014), S. 3

Anteil der 10-Jährigen, an deren Schulen es laut Schulleitung nahezu keine disziplinären Probleme gibt (Stand 2016):

England:
Finnland:
USA:
Internationaler Mttelwert:
Österreich:
82 %
78 %
65 %
62 %
51 %
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. 145

Disziplinlosigkeit in Zeiten personeller Autonomie:

„Teacher shortage and disciplinary climate are interrelated: most teachers tend to avoid schools with more disciplinary problems, while a shortage of qualified teachers adversely affects disciplinary climate.“
Dr. Andreas Schleicher, PISA-Koordinator der OECD, „Equity, Excellence and Inclusiveness in Education“ (2014), S. 102

Ventil:

„Jungs haben das Problem, dass ihre Körperkraft heute nicht mehr gebraucht wird und ihre Geschlechtsreife nach außen hin erst relativ spät zu bemerken ist. Viele versuchen deshalb, ihre Männlichkeit anders unter Beweis zu stellen: durch Gewalt, oft auch nur virtuelle Gewalt, gestyltes Outfit, großtuerisches Gehabe, riskantes Verhalten, Provokation und so weiter.“
Tilman Gerstner, Kinder- und Jugendtherapeut, Esslinger Zeitung vom 24. März 2014

Der goldene Mittelweg:

„Zwischen der Forderung nach bedingungslosem Gehorsam und Verzicht auf jegliche Vorgabe infolge einer libertinären Pädagogik gilt es, die Mitte zu finden. Das ist die Balance zwischen purer Pflichterfüllung und individuellen Freiheiten, zwischen Machtausübung und Verzicht auf jegliche Regelung.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Dutzende weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Thema „Disziplin“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Relativ schlank:

„Im internationalen Vergleich ist der öffentliche Dienst in Österreich relativ schlank, er nimmt 16 Prozent der Erwerbsbevölkerung auf. In Norwegen sind es 30, in Frankreich 21,4 und im OECD-Schnitt 18,1 Prozent …“
Der Standard online am 6. November 2017

Anteil der Öffentlich Bediensteten an allen Berufstätigen (Stand 2015):

Norwegen:
Dänemark:
Schweden:
Finnland:
Frankreich:
OECD-Mittelwert:
Österreich:
30,0 %
29,1 %
28,6 %
24,9 %
21,4 %
18,1 %
15,9 %
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 13

Ahnungslos oder verlogen:

„Wer in Österreich die Stammtischparole von der ‚aufgeblähten‘ Verwaltung gebraucht – und das tun (zu) viele PolitikerInnen und JournalistInnen -, ist entweder ahnungslos oder agiert wider besseres Wissen.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom März 2017, S. 11

Personalstand des Öffentlichen Bundesdienstes (in Vollbeschäftigungsäquivalenten; inkl. der ausgegliederten Bereiche):

1997: 172.835
2016: 139.026
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 48

Die Wirklichkeit des Staates:

„Der Staat: Dieser wird von uns gerne, im Guten wie im Schlechten, wie eine Instanz angerufen, die sich außerhalb von uns befindet und deshalb Adressat unserer Sorgen und Nöte, Wünsche und Bedürfnisse, Ängste und Ahnungen sein kann. Zumindest in einer Demokratie aber sind wir alle der Staat, und der öffentliche Dienst, das Beamtenwesen und seine unterschiedlichen Organisationsformen sind die Wirklichkeit des Staates.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Mangel an Kenntnis:

„Das Image des Öffentlichen Dienstes ist oft durch Vorurteile und Pauschalierungen geprägt. Es zeigt sich, dass je umfassender die Kenntnis über Aufgaben und Tätigkeitsfelder einzelner Bereiche des Öffentlichen Dienstes ist, desto differenzierter und besser ist das Bild in der Öffentlichkeit.“
BKA (Hrsg.), „Das Personal des Bundes 2017“ (2017), S. 97

Verantwortung für das Funktionieren des Staates:

„Die Regierung sei auch verantwortlich dafür, dass der Rechtsstaat nicht ausgehöhlt werde und Gesetze vollzogen werden können.“
Dr. Norbert Schnedl, Vorsitzender der GÖD, Salzburger Nachrichten online am 19. Dezember 2017

Deutschland und Österreich an EU-Spitze:

„Bezogen auf die Bevölkerung lag Österreich bei der Zahl der Asylwerber/-innen an zweiter Stelle unter den EU-Staaten. Die meisten Anträge pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in Deutschland gestellt.“
ÖIF (Hrsg.), „migration & integration. zahlen.daten.indikatoren“ (2017), S. 36

Österreichs schwierige Aufgabe:

„Die Integration derer, die 2015 und 2016 gekommen sind, wird schwierig, da sollte man sich nichts vormachen.“
Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, seit 18. Dezember 2017 Österreichs Bildungsminister,
Kleine Zeitung online am 24. August 2017

Die große Herausforderung unseres Schulwesens:

„Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht in der Primar- und Sekundarstufe: Österreich hat bezüglich Migration & Integration eine der größten Herausforderungen in ganz Europa.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom September 2017, S. 5

„Effective integration policies”:

„Most of the refugees originate from Syria (nearly 30 %), Afghanistan (another 30 %) and Iraq (around 15 %), with employment histories and qualifications rooted in different market conditions. This makes their integration in Austria more demanding than for most earlier immigrant cohorts and calls for effective integration policies. Concerning young cohorts, around 18 000 children with a refugee status currently attend Austrian schools.“
OECD (Hrsg.), „OECD Economic Surveys – AUSTRIA“ (2017), S. 21

In Österreich emotional nicht angekommen:

„So fühlen sich einer aktuellen Erhebung zufolge etwas mehr als die Hälfte aller Befragten mit türkischem Migrationshintergrund eher der Türkei als Österreich zugehörig.“
Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration.
Menschen türkischer Herkunft in Österreich“ (2017), Vorwort

Akkulturation durch Spracherwerb:

„Der Erwerb der Landessprache ist ein zentrales Merkmal in der Dimension Akkulturation.“
Bertelsmann (Hrsg.), „Muslime in Europa“ (2017), S. 28

Anteil der 15-Jährigen, die entweder selbst zugewandert oder von denen beide Elternteile zugewandert sind:


Finnland:
Estland:
Niederlande:
OECD-Mittelwert:
Frankreich:
Großbritannien:
Deutschland:
Schweden:
Österreich: 
2006
1,5 %
11,6 %
11,3 %
9,4 %
13,0 %
8,6 %
14,2 %
10,8 %
13,2 %
2015
4,0 %
10,0 %
10,7 %
12,5 %
13,2 %
16,7 %
16,9 %
17,4 %
20,3 %
OECD (Hrsg.), "PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung" (2016), Table 1.7.1

4. Steirische Jugendstudie:

„Besorgniserregend ist sicherlich die Tatsache, dass 24 % der Jugendlichen berichteten, dass sie (sehr) oft Konflikte zwischen Personen mit unterschiedlichen Kulturen bzw. Nationalitäten erlebt haben.“
Dr. Christian Scharinger u. a., „4. Steirische Jugendstudie 2014“ (2014), S. 5

Schweden: Gewalt gegen MitschülerInnen mit Migrationshintergrund:

„The largest difference in prevalence of bullying victimization was measured in Sweden 2011, where 8.6% of the native children were bullied, to be compared with the 27.8% of the immigrant children.“
Ylva Bjereld u. a., „Differences in prevalence of bullying victimization between native and immigrant children in the Nordic countries“.  In: „Child: care, health and development“, 41, 4, 2015, S. 593

„Segregation und Kriminalität drohen“:

„Um die Leseungleichheit im Land nicht weiter wachsen zu lassen, hilft eigentlich nur eines: Bessere vorschulische Bildung. Ich bin für eine bundesweite Einführung von Sprachstandstests, wie sie es bereits in einigen Bundesländern ansatzweise gibt. Dabei werden alle Kinder vor ihrem vierten Lebensjahr getestet. Hat ein Kind signifikante Defizit in der Sprachentwicklung, muss es einen entsprechenden Förderkurs besuchen.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Huffingtonpost online am 8. Dezember 2017

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-l-bis-p/migration 


Fachkräftemangel wächst:

„In den kommenden Jahren droht eine riesige Personallücke. Schon jetzt klagt jedes dritte Unternehmen über Fachkräftemangel, erhob die KMU Forschung Austria, mehr als 20.000 Stellen könnten nicht besetzt werden.“
Kurier online am 3. Oktober 2017

Von OECD emanzipieren!

„Der Standort Österreich profitiert von einem vielfältigen öffentlichen Bildungssystem und braucht nicht – wie von der OECD gefordert - noch mehr MaturantInnen und AkademikerInnen, sondern auch mehr gut ausgebildete Fachkräfte.“
Dir. Mag. Isabella Zins, bis 11. Dezember 2017 Bundesobfrau der VCL (www.vcl-oe.at) und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), VCL news vom September 2017, S. 5

Anteil der armutsgefährdeten Menschen, differenziert nach ihrem Bildungsabschluss (Stand 2016):

Lehre oder mittlere Schule:
Hochschule oder Akademie:
Matura:
maximal Pflichtschule:
10,0 %
10,8 %
15,1 %
22,1 %
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2015/16 – Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2017), S. 105

Gleichwertigkeit statt Gleichheit!

„Nicht alle Kinder sind fürs Gymnasium geeignet – und es müssen auch nicht alle sein. Kognitive und handwerkliche Begabung sind gleich viel wert, akademische und berufliche Ausbildung sind gleich viel wert.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands, Der Spiegel vom 4. November 2017

Interesse Jugendlicher widerspricht dem Klischee:

„Dass rund 20-25 % der Befragten aus Akademikerhaushalten sowie von Eltern mit Matura eine Lehre als ‚sehr interessant‘ und weitere rund 20 % als ‚überlegenswert‘ einstuften, ist bemerkenswert. Dies widerspricht gängigen Vorstellungen enger sozial konnotierter Bildungsaspirationen.“
ibw (Hrsg.), „Schul- und Ausbildungsabbrüche in der Sekundarstufe II in Oberösterreich“ (2014), S. 82

Deutschland im Jahr 2017:

„Hunderttausende junge Menschen streben an die ohnehin schon überfüllten Hochschulen; an den beliebten Studienorten wird der Numerus clausus immer strenger. Jedes dritte Unternehmen in Industrie und Handel aber findet nicht mehr genügend Auszubildende, im Handwerk sieht es kaum besser aus.“
Die Zeit vom 30. März 2017

Englands Regierung setzt auf duale Bildung:

„The government committed to increase the number of apprenticeship starts in England to 3 million by 2020, and to improve the quality of apprenticeships. […] The new Institute of Apprenticeships (introduced in April 2017) will co-ordinate employer panels to establish apprenticeship standards, approve or reject them, and quality assure some end-point assessments.“
OECD (Hrsg.), „Getting Skills Right: United Kingdom“ (2017), S. 23

Österreichs und Deutschlands duales System international wiederentdeckt:

„Was noch vor wenigen Jahren als altmodisch und rückständig galt, wird nun international zunehmend kopiert, nämlich die in vergleichsweise starren Ausbildungsordnungen festgelegten nichtakademischen Bildungswege im dualen System Deutschlands.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 112

Das „Niveau“ der Schulpolitik:

„Vor lauter Akademisierungs- und Bildungsaufstiegsenthusiasmus hatte man eine schlichte Tatsache vergessen. Wenn alle studieren, macht keiner mehr eine berufliche Ausbildung.“
Wirtschaftswoche online am 13. April 2017

Rückkehr zur Vernunft:

„Die duale Ausbildung und die Facharbeiter-Ausbildung sind international anerkannte Besonderheiten des österreichischen Bildungssystems. Wir wollen den Wert und die Bedeutung dieser Ausbildungsformen stärken und wollen jene, die eine solche Ausbildung anstreben, zusätzlich unterstützen.“
„Zusammen. Für unser Österreich“ (Regierungsprogramm 2017-2012), präsentiert am 16. Dezember 2017, S. 66

Ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung des Bildungswesens:

„Im Bildungssystem muss zunehmend berücksichtigt werden, dass man es zu großen Teilen nicht mit fertig erzogenen Kindern zu tun hat, die nunmehr gebildet werden müssen. Erziehung ist ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung des Bildungswesens, insbesondere im Hinblick auf Bildungschancen benachteiligter Gruppen.“
Konrad Adenauer Stiftung (Hrsg.), „Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland“ (2017), S. 177

Notwendiger Halt für Heranwachsende:

„An Herausforderungen in Gestalt von Vorschriften und Regularien kann ein Individuum wachsen, wenn Einhaltung oder Nichteinhaltung je entsprechende Folgen haben. Ist alles möglich und bleibt alles folgenlos – „anything goes-Erziehung“ -, entsteht Desorientierung und im wahren Sinne des Wortes Haltlosigkeit.“
Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 18. Juni 2017

Das Wichtigste für das Leben nach der Schule:

„Die Einordnung in Regeln, in eine Ordnung, in Gesetze, in Leistungsbereitschaft ist zusammen mit Lesen, Schreiben, Rechnen das Wichtigste, was Jugendliche aus der Schule ins künftige Berufsleben mitnehmen sollten.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 5. Dezember 2017

„Almost all antisocial adults were antisocial children”:

„Many children with antisocial behavior around ages 8-10 become antisocial adults and chronic criminal offenders. Almost all antisocial adults were antisocial children.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „Understanding the Mechanisms Through Which an Influential Early Childhood Program Boosted Adult Outcomes“ (2014), S. 19

Erfolgsfaktor Disziplin:

„Disruptive behaviours result in less time for teaching and ultimately interfere with student learning.“
OECD (Hrsg.), „TALIS 2013 Results“ (2014), S. 169

Maximising the learning:

„A teacher’s abilities to make efficient use of lesson time, to coordinate classroom resources and space, and to manage students’ behaviour with clear rules that are consistently enforced, are all relevant to maximising the learning that can take place.“
Dr. Robert Coe u. a., „What makes great teaching?“ (2014), S. 3

Disziplin ein zentrales Anliegen:

„Parents consistently say that good discipline is the foundation stone of a good school.“
Ofsted (Hrsg.), „Below the Radar: Low-Level Disruption in the Country's Classrooms“ (2014), S. 5

Bundesweite Schulstudie in Deutschland:

82 % der Befragten stimmen der Aussage „Das Verhalten des Schülers (Betragen, Ordnung und Fleiß, Respekt, Eigenverantwortung) sollte bewertet werden.“ zu.
Insa Consulere, „Schulstudie 2014“ (2014)

Resignation macht sich breit:

„Viele Lehrer haben schon resigniert und schauen über ein zugemülltes Klassenzimmer hinweg. Dabei wäre es so wichtig, dass das Lehrerkollegium, gerade was grundsätzliche Dinge wie Sauberkeit und Umgangsformen betrifft, an einem Strang zieht. Wenn solche Werte allerdings nicht schon zu Hause von den Eltern vorgelebt werden, kann ein Lehrer in der Schule auch nichts mehr ausrichten. […] Im Grunde genommen sehen wir in der Schule unsere Gesellschaft in einem Vergrößerungsglas.“
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands (1987-2017), Focus online am 13. Juni 2017

Arbeitsunfähig:

„Immer mehr Heranwachsende sind nach Schulabschluss nicht im herkömmlichen Sinne arbeitsfähig. Es fehlt ihnen an Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit, Akzeptanz von Strukturen und Abläufen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Focus online am 17. Oktober 2017

Die Gesellschaft droht zu zerbrechen:

„Jeder, der heute in eine Grundschulklasse kommt, bemerkt sie: Es ist die Spaltung zwischen denjenigen, die lesen können - und denjenigen, die das Lesen kaum beherrschen. Die Schere zwischen diesen beiden Gruppen geht immer weiter auf. […] Diese Entwicklung, für die mit Sicherheit die Grundschullehrkräfte am wenigsten können, macht mich wütend. Denn sie hat nicht nur verheerende Folgen für unsere Kinder, sondern auch für den Zusammenhalt und die wirtschaftliche Zukunft dieses Landes.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Huffingtonpost online am 8. Dezember 2017

Anteil der 15-Jährigen, die entweder selbst zugewandert oder von denen beide Elternteile zugewandert sind:


Finnland:
Estland:
Niederlande:
OECD-Mittelwert:
Frankreich:
Großbritannien:
Deutschland:
Schweden:
Österreich: 
2006 
15 %
11,6 %
11,3 %
9,7 %
13,0 %
8,6 %
14,2 %
10,8 %
13,2 %
2015:
4,0 %
10,0 %
10,7 %
12,5 %
13,2 %
16,7 %
16,9 %
17,4 %
20,3 %
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), Table I.7.1

30 % der bereits in Österreich geborenen 6-Jährigen mit Migrationshintergrund sprechen nicht Deutsch als Umgangssprache!

„Während bei den Kindern der ersten Generation nicht klar ist, ob sie den Kindergarten bereits in Österreich besucht haben, haben Kinder der zweiten Generation von PIRLS 2016 jedenfalls bereits ein verpflichtendes Kindergartenjahr in Österreich absolviert. Es zeigt sich allerdings, dass Eltern von Kindern der zweiten Generation im Jahr 2016 nicht häufiger als in den Jahren davor angeben, dass ihr Kind bereits vor Schuleintritt Deutsch gesprochen hat. Tendenziell ist dieser Anteil sogar rückläufig ...“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS 2016. Die Lesekompetenz am Ende der Volksschule. Erste Ergebnisse“ (2017), S. 81

10 Jahre davor waren es 28 % gewesen.

11 % versus 60 %:

„Verfügten 2014 nur 11 % der inländischen Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren maximal über einen Pflichtschulabschluss, war dieser Anteil bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit 27 % mehr als doppelt so hoch. Insbesondere Migrantinnen und Migranten aus der Türkei hatten überwiegend (60 %) keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abgeschlossen.“
Statistik Austria (Hrsg.), „migration & integration – zahlen.daten.indikatoren 2015“ (2015), S. 48

Deutschland:

„In Germany in 2003, 65 % of immigrant students were raised by a mother who had not attained upper secondary education; by 2012, this percentage had fallen to 44 %.“
OECD (Hrsg.), „Immigrant Students at School“ (2015), S. 33

Anteil der 10-Jährigen Österreichs, die über kein ausreichendes Leseverständnis verfügen (Stand 2015):

Deutsch als Erstsprache:
Andere Erstsprache:
33 %
63 %
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2015 – Deutsch, 4. Schulstufe, Bundesergebnisbericht“ (2016), S. 39

Sprachstartklassen sinnvoll:

„Die hohe Zuwanderung und die spezifische Altersstruktur der Zugewanderten muss auch im Schulbereich bewältigt werden, die Einführung von Sprachstartklassen ist dabei aus praktischer Sicht sinnvoll. Hier gilt es von der Projekt- zur Regelstruktur zu kommen und ein durchgängiges, österreichweites System zu etablieren. Damit dies aber sinnvollerweise geschehen kann, sind die unterschiedlichen Modelle von integrierten, teilintegrierten oder vollständig getrennten Sprachfördersystemen systematisch zu überprüfen, um dann verbindliche Rahmenbedingungen formulieren zu können.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2017“ (2017), S. 44

Schule nicht alleinlassen:

„Die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien ist besonders wichtig. Allerdings können durch institutionelle Förderung im Elementar- und Schulbereich die Kompetenznachteile nicht vollständig kompensiert werden, vielmehr sollte versucht werden, die Eltern verstärkt in die Fördermaßnahmen einzubeziehen.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2017“ (2017), S. 68

Junge Menschen mit nichtdeutscher Umgangssprache:

„Die Gesamtzahl beläuft sich mittlerweile auf 262.000 Schülerinnen und Schüler und diese Zahl steigt jährlich um 5-7 %, während die Anzahl der Kinder mit deutscher Umgangssprache jedes Jahr abnimmt. Die größten Helden in diesem System sind natürlich die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich in den Schulklassen stehen und mit diesen Herausforderungen konfrontiert sind. Sie werden leider viel zu oft vergessen. Wir müssen sie bei ihrer Arbeit stärker unterstützen und ihnen den Rücken starken.“
„Der neue Weg. Das Programm der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“,
Teil2, veröffentlicht am 13. September 2017, S. 48

Niederösterreich startet im Februar 2018 Deutschklassen-Offensive:

„Die deutsche Sprache ist die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Integration und auch eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander.“
Mag. Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreichs, Presseaussendung vom 3. Dezember 2017

Viele weitere Daten zu „Migration & Integration“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/statistik/category/17-migration 


Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Auch die Eltern müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Die bildungsfernen müssen gezielt unterstützt und bei ihrer Pflicht gepackt werden. Wer Kindern keine lesefreundliche Umgebung schafft, ihnen nie vorliest, nicht mit ihnen redet, in den ständig laufenden Fernseher starrt oder am Handy spielt, der kann auch nicht erwarten, dass die Kinder sich für Bücher begeistern.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 5. Dezember 2017

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Mut zur Wahrheit:

„Manchmal ist sanfter Zwang nötig. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann man nicht davon ausgehen, dass Menschen immer für sich selbst wissen, was sie tun sollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Ergebnis einer Erhebung im Auftrag des Familienbunds:

„Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier (Anm.: Mag. Bernhard Baier, Präsident des Österreichischen Familienbunds). Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird.“
Kurier online am 28. August 2

PISA auf den zweiten Blick:

„Während knapp drei Viertel aller SchülerInnen ohne Migrationshintergrund Grundkenntnisse in den drei PISA-Kategorien (Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften) vorweisen können (Anm.: in Wirklichkeit mit 76,3 % knapp mehr als drei Viertel; OECD-Schnitt: 72,0 %), sind es bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund nur etwas weniger als die Hälfte (Anm.: 47,3 %).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 37

Weitere Maßnahmen notwendig:

„Der Bedarf betrifft nicht nur Kinder, die als Flüchtlinge kommen, sondern auch viele aus Familien, die schon in zweiter, dritter Generation hier leben. Man müsste da schon früher ansetzen, zum Beispiel im Vorschul-Bereich.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 3. September 2018

„Ohne Deutschkenntnisse gibt es definitiv keine gleichen Chancen für alle“:

„Die bisherigen Maßnahmen dieser Stadtregierung haben nicht dazu geführt, dass die Kinder ordentlich und ausreichend Deutsch lernen. Ganz im Gegenteil, alle Tests zeigen, die bisherigen Maßnahmen versagen. Andere und wirksamere Maßnahmen sind deshalb jetzt gefordert, um tatsächlich allen Kindern einen gleichen Start in der Bildungslaufbahn zu ermöglichen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 29. August 2018

Eine Zukunftsfrage Österreichs:

„Integration durch Bildung ist ein zentrales Thema. Die Zuwanderung nach Österreich in den letzten Jahren war quantitativ sehr beachtlich und sie brachte viele mäßig oder gar nicht qualifizierte Menschen in das Land. Österreich ist nicht Kanada. Wir haben daher durch das Bildungssystem einen ordentlichen Aufholbedarf zu leisten. Das ist eine Herausforderung.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 3. August 2018

Auf die Jugend schauen, nicht auf die OECD hören!

„Unser Ziel kann es sicher nicht sein, gescheiterten Konzepten der OECD zu folgen und so auch unseren Jugendlichen Chancen zu rauben. Seien wir stolz auf unser duales Bildungswesen! Sehen wir es endlich als Stärke unseres Landes, und arbeiten wir gemeinsam daran, das Image der Lehrberufe zu heben!“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, quintessenzen.at am 16. Juni 2018

Enorme Herausforderung:

„Wir haben über hunderttausend Kinder mit Migrationshintergrund der zweiten, dritten oder vierten Generation in unseren Schulen, die nur rudimentär Deutsch können, und die nicht ausreichend gefördert werden.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 18. Juni 2018

Eine in Österreichs Schulwesen ungewohnte Situation:

„Wir haben nach einer langen Durststrecke endlich einen Minister, der die Bedenken der Betroffenen ernst nimmt und versucht, jene Reformen, die in den letzten Jahren, vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz optimal gelaufen sind, in eine richtige Richtung zu lenken.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 23

Zu viel verlangt?

„Es muss auch in Deutsch möglich sein, dass die einen mehr Hofmannsthal und Rilke, die anderen dafür mehr Handke und Jelinek machen – ohne den Fall, dass dann bei der Matura mit einem 0815-Text drübergefahren wird.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Kurier online am 10. Juni 2018

Ehrlich gesagt:

„Zu uns kommt nicht, wie in viele klassische Einwanderungsländer, die mittlere oder höhere Bildungsschicht, sondern wir haben ein hohes Ausmaß an gering qualifizierter Zuwanderung. Die niedrige Qualifikation setzt sich leider von einer Generation zur anderen fort und das Bildungssystem ist nur begrenzt in der Lage, Bildungsvererbung zu kompensieren. Es gibt kein Patentrezept, um diese Zusammenhänge zu durchbrechen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Academia“ vom Mai 2018, S. 18f

Keine Toleranz für Gewalt:

„Ganz wichtig aus unserer Sicht ist, dass Lehrer überhaupt reagieren, wenn sie Gewaltvorfälle beobachten, ob gegen sich selbst gerichtet oder unter Schülern. Unsere Studie zeigt, dass das nicht immer passiert. Und das sendet ganz ungünstige Signale. Der Lehrer als Modell signalisiert damit ja auch, dass er das als tolerabel und nicht relevant einschätzt."
Univ.-Prof. Dr. Ludwig Bilz, Mobbingforscher, Mitteldeutscher Rundfunk online am 1. Juni 2018

Extremes Risiko für Burnout:

„Bei einer Umfrage, die 2016 von der Arge Burnout im Auftrag der Lehrergewerkschaft durchgeführt wurde, gaben fast ein Drittel der Lehrpersonen an, überlastet zu sein oder bereits der Burn-out-Risikogruppe anzugehören. Eine 2014 vom Institut für Psychoneuronalogie erstellte Studie identifizierte fünf Prozent Lehrerinnen und Lehrer in Österreich, die bereits ausgebrannt waren, und weitere 20 Prozent, die nach eigenen Angaben knapp davor standen.“
NEWS vom 25. Mai 2018

Bildung ist mehr:

„Bildung ist mehr als die Akkumulation von Kompetenzen in beliebiger Montierbarkeit von Einzelteilen. Wir brauchen den Umweg über das denkende Subjekt, das Sachen aneignet und Handeln verantwortet.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Neu aufsetzen!

„Der Bundeselternverband fordert zum wiederholten Mal, die gesamte Zentralmatura, inklusive VWA, dringend neu aufzusetzen. Im Fach Mathematik sind unter anderem der ‚harte‘ Notenschlüssel – nur zu 100 % richtige und keine Teilantworten werden gewertet – und die sprachlastigen ‚Texträtsel‘ zu hinterfragen.“
Bundeselternverband, Pressemitteilung vom 27. Mai 2018

Der Verlust von Grenzen:

„‚Die Hemmschwelle sinkt. Die Gewalt geht ein Stück weit ins Grenzenlose. Wenn früher einer am Boden gelegen hat, ist man nicht auch noch draufgetreten.‘ Das sei mittlerweile anders. Und zwar nicht nur in Schulen, sondern auch im öffentlichen Raum.“
Mag. Jürgen Bell, Schulpsychologe beim Wiener Stadtschulrat, Kurier online am 2. Mai 2018

Gesamtschulland England:

„Gesicherte Chancen haben nur die, die schon einen privilegierten Hintergrund haben. Oder aber Eltern, die sich intensiv um diese Frage kümmern. Jene aber, deren Eltern wenig Zeit, Geld und soziales Kapital haben, um das Bildungssystem zu durchdringen, sind klar im Nachteil.“
Alice Bradbury, Bildungsexpertin am University College London, Die Welt online am 31. März 2018 

Methodenmix und üben, üben, üben:

„Es gibt keine allein seligmachende Unterrichtsmethode. Das Beste ist der Methodenmix, eine Kombination aus Frontalunterricht, Gruppenunterricht und selbstständigem Lernen. Schüler lernen unterschiedlich. Der eine hört besser zu, der andere muss etwas selber machen, der Dritte arbeitet gerne in der Gruppe. Und dann natürlich: üben, üben, üben.“
Univ.-Prof. DDr. Gerhard Roth, bildungsklick.de am 16. April 2018

„Am Limit“:

„Viele Lehrer sind am Limit. Mit Solidarität oder gar Unterstützung können sie jedoch kaum rechnen.“
Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 18

Erstmals mehr als ein Drittel der Arbeitslosen Österreichs ohne österreichische Staatsbürgerschaft:

„Inländer hatten 256.005 (minus 9,6 Prozent) keinen Job, Ausländer 128.481 (minus 1,7 Prozent).“
Wiener Zeitung online am 2. Mai 2018

Schutz der Gemeinschaft:

„‚Wir müssen Schülerinnen und Schüler, die massiv und kontinuierlich den Unterricht stören und gewalttätig gegenüber Mitschülern und Schulpersonal sind, zeitweise auch aus dem Regelunterricht herausnehmen können.‘ Sie könnten dann in temporären Kleingruppen unterrichtet werden.“
Dipl.-Päd. Sandra Scheeres, Bildungssenatorin Berlins (SPD), Berliner Zeitung online am 24. April 2018

Aus der Erfahrung Konsequenzen ziehen:

„Die Resultate der bisherigen Modelle sind alles andere als berauschend. Es hat wenig Sinn, Schülerinnen und Schüler ohne Vorbereitung ins Sprachbad der Mehrheitsgesellschaft eintauchen zu lassen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 17. April 2018

Österreichs Spitzenwert trotz des enorm hohen Migrantenanteils:

„2016 verfügten im EU-28-Durchschnitt nur 83,1 % über einen weiterführenden Abschluss; Österreich lag mit 89,5 % deutlich über dem Durchschnitt.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2016/17. Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2018), S. 124

Die besondere Herausforderung für Österreichs Schulwesen:

„Österreichs Schule ist vor eine Aufgabe gestellt, die in anderen Staaten nicht annähernd in dieser Dimension existiert. Wenn Österreichs Schule sie bewältigen können soll, braucht sie für Aufgaben, die keine ursächlich schulischen sind, Ressourcen, die dem Schulwesen dafür zusätzlich zur Verfügung gestellt werden.“
Stellungnahme der AHS-Gewerkschaft vom 11. April 2018

Wohlfühlstimmung statt Leistungsorientierung:

„Schule soll heute offenbar vor allem für eine Wohlfühlstimmung sorgen. Niemand darf herausgefordert, angestrengt oder kränkend benotet werden. Und da Lob und gute Noten zum Wohlbefinden nötig sind, erwächst den Lernenden gleichsam ein Anspruch auf beides – egal, ob sie sich das verdient haben oder nicht.“
Deutschlandfunkkultur online am 5. April 2018

Wie wahr!

„Integration ist eine Riesenherausforderung und eine Kulturleistung auf Gegenseitigkeit, für die die Schulen dringend mehr Mittel brauchen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. März 2018

Zeit für Besinnung:

„Es kann nicht sein, dass, wenn Schüler ein Klassenzimmer verwüsten, diese nicht fünf Minuten länger bleiben dürfen, um dieses wieder in Ordnung zu bringen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Wiener Zeitung online am 20. März 2018

Dropout als extremer Risikofaktor:

„Das mit Abstand höchste Arbeitslosigkeitsrisiko ergibt sich für Personen, die keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss vorweisen können. Im Jahresdurchschnitt 2017 liegt diese Quote bei 24,8 %, für Frauen beträgt sie 22,5 %, für Männer 27,1 %.“
AMS (Hrsg.), „Spezialthema zum Arbeitsmarkt“ (April 2018), S. 1

Bildung ist mehr als Kompetenzenerwerb:

„Der Mensch formt und gestaltet sich in einem persönlichen Bildungsprozess, nicht durch Aneignen von Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, www.kathpress.at am 15. März 2018

Betroffene lehnen Abschaffung von Sonderschulen ab:

„Aus ihrer Erfahrung in Kärnten könne sie sagen, dass die Mehrheit der Eltern es ablehne, dass ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen im Regelschulsystem unterrichtet werden, da sie befürchten, dass dort nicht die benötigte intensive Betreuung zur Verfügung steht.“
NR-Abg. Angelika Kuss-Bergner, Parlamentskorrespondenz vom 13. März 2018

„Das ist eine einzige Katastrophe“

„Wenn Sie heute deutsche Schulen, insbesondere in den sogenannten ‚weichen‘ Fächern besuchen, dann werden sie erkennen, dass die Kompetenzorientierung dazu führt, dass die Schüler inhaltlich fast nichts mehr lernen. Es gibt keine Lernherausforderung mehr.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, bildungsklick.de am 5. März 2018

Immer mehr Aufgaben für LehrerInnen:

„Ständig kommen zum normalen Unterricht neue Aufgaben von Inklusion bis Digitalisierung dazu, für Eltern und Schüler sollen sie möglichst jederzeit erreichbar sein, Korrekturarbeit und Stundenvorbereitung findet spätabends und am Wochenende statt.“
Süddeutsche Zeitung online am 9. Februar 2018

Fehlende Schulreife:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar.
Prof. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 23. Februar 2018

„Die Gewalt gegen Lehrer nimmt zu, die Angriffe steigen qualitativ und quantitativ an“

„Das beginne in Sozialen Netzwerken. ‚Da hagelt es Beschimpfungen und Ehrenbeleidigungen.‘ Und es ende in roher körperlicher Gewalt. Bei vielen Attacken sei Gefahr im Verzug, sodass die Polizei eingeschaltet werden müsse.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 24. Februar 2018

Hoffen auf die Zeit nach BM Häupl:

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die Stadtregierung endlich aufwacht und die richtigen Reformen im Wiener Bildungsbereich angeht. […] Ich hoffe, dass der künftige Bürgermeister Ludwig diese gravierenden Probleme im Wiener Bildungsbereich erkennt und löst. […] Das ist Rot-Grün den Wiener Schülerinnen und Schülern für ihre erfolgreiche Zukunft in unserer Stadt schuldig.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 20. Februar 2018

Wertlose Regeln:

„Wenn es keine Sanktionen gibt, haben Regeln relativ wenig Wert für die Kinder.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Die Ganze Woche vom 30. Jänner 2018

Deutsch-Förderklasse Gebot der Stunde:

„Generationen von Kindern erhalten nun erstmals die Chance, mit gleichen Chancen und Möglichkeiten eine erfolgreiche Schulkarriere zu starten. Die Einrichtung von Deutsch-Förderklassen ist vor allem in Wien ein Gebot der Stunde sowie eine Frage der Fairness, der Vernunft und der Chancengerechtigkeit.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 30. Jänner 2018

Keine Zeit zu verlieren:

„Das Problem, dass so viele Kinder dem Unterricht nicht folgen können, ist so ernsthaft, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 25. Jänner 2018

Enorme Versäumnisse:

„Viel zu lange wurde das Problem der sprachlichen Integration von den bildungspolitischen Verantwortungsträgern vernachlässigt und die Lehrerinnen und Lehrer sehr oft alleingelassen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Teppich gehoben:

„Jahrelang hat Österreichs Politik insgesamt und die Bildungspolitik im Besonderen das Problem der sprachlichen Integration unter den Teppich gekehrt. Mit BM Faßmann kann eine neue Ära beginnen, in der Leistung und Vielfalt im Bildungswesen wieder den ihnen gebührenden Stellenwert erhalten.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), Presseaussendung vom 22. Jänner 2018

Leistungsrückstand mit 10:

„Alarmierend ist […] die Leistungsdifferenz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie beträgt im Durchschnitt 51 Punkte und entspricht damit dem Fortschritt von zwei Lernjahren. Damit scheitern die Volksschulen bei ihrer wichtigsten schulischen und demokratischen Aufgabe: dem Ausgleich unterschiedlicher Startbedingungen.“
Mag. Dr. Wolfgang Feller, Projektleiter Bildung der „Agenda Austria“, Der Standard online am 28. Dezember 2017

Balsam auf die Wunden der von Österreichs „Schulpolitik“ lang genug geplagten Betroffenen:

„Es tut gut zu sehen, dass am Minoritenplatz (Sitz des Bildungsministeriums, Anm.) endlich auf die Expertise der Betroffenen gehört wird und nicht nur auf die Meinung selbsternannter Experten.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Niederösterreichische Nachrichten online am 16. Jänner 2018