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Medien-Zitate Februar 2018

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Fehlende Schulreife:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar.
Prof. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 23. Februar 2018

Selbstbeherrschung wichtiger Teil von Bildung:

„Jungen und Mädchen mit geringerer Selbstbeherrschung weisen als Erwachsene eine schlechtere Gesundheit, weniger Wohlstand, weniger erzieherisches Geschick und eine höhere Kriminalitätsrate auf als diejenigen mit größerer Selbstbeherrschung.“
Univ.-Prof. Dr. Terrie E. Moffitt u. a., „Ein besseres Leben dank früher Selbstbeherrschung“
in „Spektrum der Wissenschaft“ vom Dezember 2014, S. 44

Konzentrationsprobleme:

„‚Die Kinder sind permanenter Ablenkung ausgesetzt, zum Beispiel durch die Medien. Insgesamt haben die Geduld, das Durchhalte- und Konzentrationsvermögen der Kinder dramatisch gelitten.‘ Es sei inzwischen viel schwieriger, mit einer Klasse konzentriert zu arbeiten als noch vor 30 Jahren.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Rheinische Post online, 10. November 2014

Erfolgsfaktor Geduld:

„Es gibt auch Langzeitstudien aus Neuseeland, die zeigen, dass ein höheres Maß an Geduld einen Mangel an Intelligenz kompensieren kann.“
Univ.-Prof. Dr. Matthias Sutter, Verhaltensökonom, Die Zeit online am 1. März 2014

Verlässliche Ordnung gibt Halt:

„Our results reveal that resilient students attend schools with a positive school climate, i.e. schools where students and teachers work together in an orderly environment and student truancy is low.“
Prof. Dr. Tommaso Agasisti u. a., „Academic resilience“ (2018), S. 7

„A productive and orderly environment“

„Among the most challenging of a teacher’s responsibilities is maintaining a productive and orderly environment in which he or she can teach and students can learn.“
Dr. Andreas Schleicher, „Schools for 21st-Century Learners“ (2015), S. 18

Bildungswissenschaft bestätigt Hausverstand:

„A disruptive classroom climate with students that do not listen and where there is noise and disorder negatively affects students’ achievement.“
Maria Magdalena Isac u. a., „Teaching Practices in Primary and Secondary Schools in Europe“ (2015), S. 71

„School behaviour culture“

„Many pupils in many schools could enjoy a significant improvement in their school experiences, if greater focus was made on improving their school behaviour culture.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 14

Wachsende Anforderungen:

„Immer mehr Kinder gehen immer länger in die Schule, sowohl was die Jahre, als auch was die Stunden pro Tag anbelangt. Dadurch steigt natürlich die Anforderung an das pädagogische Personal, an der Erziehung mitzuwirken.“
Univ.-Prof. Dr. Meike S. Baader, Die Zeit vom 29. August 2014

Bildungswissenschaftlich längst nachgewiesen:

„Dass störungsfreier Unterricht eine wichtige Grundlage ist für erfolgreiches Lernen, gerade auch für Schüler mit ungünstigen Voraussetzungen, wissen wir seit Langem – unter anderem aus den Pisa-Erhebungen.“
Univ.-Prof. DDr. Eckhard Klieme, Die Zeit online am 7. Februar 2018

Neuer Rekordstand:

„Zu Jahresbeginn 2018 lebten 1.396.356 ausländische Staatsangehörige in Österreich. Der Ausländeranteil lag somit bei 15,8% (gegenüber 15,3% am 1. Jänner 2017).“
Statistik Austria, Pressemitteilung vom 6. Februar 2018

Deutschland und Österreich an EU-Spitze:

„Bezogen auf die Bevölkerung lag Österreich 2016 im europäischen Vergleich mit 294 Asylanerkennungen je 100.000 Einwohner/-innen an zweiter Stelle hinter Deutschland (322).“
ÖIF (Hrsg.), „migration & integration. zahlen.daten.indikatoren“ (2017), S. 38

Zum Vergleich: In Frankreich waren es 35 und Grobritannien sogar nur 22.

Systemische Überforderung:

„Die Schulen konnten den Mehrfrontenkampf schon vor der Zuwanderungswelle nicht gewinnen: Integration von Flüchtlingen und EU-Binnenwanderern, Inklusion, Extremismusprävention, Kampf gegen mangelnde Disziplin, Mobbing und Gewalt, gestiegener Erziehungsaufwand bei deutschen Schülern wie Migranten, hoher pädagogischer Aufwand bei Wert- und Kulturkonflikten und eine schwierige Zusammenarbeit mit Eltern. Die Herausforderungen dieses Schulalltags werden durch die Zuwanderung und die durch sie verursachte wachsende Heterogenität der Schülerschaft potenziert.“
Dr. Joachim Wagner, Die Welt online am 19. Februar 2018

Von den 15-Jährigen, von denen nur ein Elternteil zugewandert ist, sprechen zu Hause nicht die Unterrichtssprache (Stand 2015):

Großbritannien:
Frankreich:
Schweden:
Deutschland:
Österreich:
6,3 %
10,0 %
14,8 %
16,4 %
23,4 %
Univ.-Prof. Dr. Kristina Reiss u. a., „PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation“ (2016), S. 328

Ehemaliges Jugoslawien und Türkei führend:

„Österreichweit sprechen noch immer mehr als die Hälfte der SchülerInnen mit einer nicht-deutschen Familiensprache eine Sprache aus den Anwerbeländern des ehemaligen Jugoslawiens und der Türkei. In der 8. Schulstufe im Jahr 2012 waren das mehr als 10.000 SchülerInnen.“
Dr. Barbara Herzog-Punzenberger, „Migration und Mehrsprachigkeit – wie fit sind wir für die Vielfalt?“ (2017), Policy Brief Nr. 2, S. 12

Unterschiedliche Wertesysteme:

„Eine aktuelle Studie von Meinungsforscher Peter Filzmaier zeigt, dass über 40 Prozent der befragten Flüchtlinge den gemeinsamen Turn- und Schwimmunterricht von Mädchen und Burschen ablehnen, besonders Menschen aus Tschetschenien und Syrien sprechen sich dagegen aus. Aber auch ein Drittel aller Befragten türkischer Herkunft lehnen das gemeinsame Turnen von Buschen und Mädchen ab.“
ÖIF (Hrsg.), „Zusammen:Österreich“ vom Herbst 2017, S. 10

Integrationsbarometer 2/2017:

„Beim Thema Bildung sprechen sich 72 % für eine verpflichtende Teilnahme am Schwimmunterricht ohne Rücksicht auf religiöse Gründe, 88 % für ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr bei schlechten Deutschkenntnissen und 86 % für strengere Kontrollen der Deutschkenntnisse des Kindergartenpersonals aus.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbarometer 2/2017“ (2017), S. 8

„Migration policies have become increasingly skill-selective“

„Among the countries using points tests to screen entry into their territories in favour of better-qualified migrants, Australia and New Zealand further reduced their traditionally small share of immigrant students from low-educated families.“
OECD (Hrsg.), „Immigrant Students at School“ (2015), S. 33

Verstärkt hochtalentierte Migranten anziehen:

„Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass es Österreich gelingen muss, verstärkt hochtalentierte Migranten anzuziehen. Das müsste ja möglich sein, immerhin wird Wien ja immer wieder zu den lebenswertesten Städten der Welt gekürt.“
Dr. Franz Schellhorn, „Agenda Austria“-Direktor. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration - Sozialstaat“ (Jänner 2018), S. 35

„Strict immigration laws”

„Strict immigration laws explain a higher educational performance of immigrant students in traditional immigrant-receiving countries, such as Australia and New Zeeland, because of the selection at entry of immigrants with a better socioeconomic status.“
Univ.-Prof. Dr. Gianna Claudia Giannelli, „Immigrant Student Performance in Math“ (2015), S. 9

Viele weitere bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-l-bis-p/migration 


„Healthy and stable interpersonal relationships”:

„One of the essential elements that fosters positive development among children and adolescents are healthy and stable interpersonal relationships. Specifically, there are few relationships in life that are as enduring and crucial as the ones children have with their parents or caregivers. […] 'Spending the time just talking' with the adolescents was shown as one of the strongest predictor for high life satisfaction.“
Anne Choi, „Emotional well-being of children and adolescents“ (2017), S. 20

Die Bedeutung der ersten drei Lebensjahre:

„The absence of opportunities for informal education in the home – be it situations of play, or informal problem solving – can foster early differences in academic achievement, intelligence and even language acquisition. Data indicates that before the age of 3, children from well-off backgrounds possess a vocabulary 30 million words larger than children from poorer families.“
Benoit Guerin, „Breaking the cycle of disadvantage“ (2014), S. 4

Elternpflicht:

„Es kann nicht die alleinige Verpflichtung der Lehrer sein, dass aus den Kindern etwas wird, es gibt auch eine Verpflichtung der Elternhäuser.“
NR-Abg. August Wöginger, Bundesobmann des ÖAAB, Kronen Zeitung online am 1. Dezember 2017

Frühe Chancenverteilung:

„Studies indicate that the gap in mathematics performance among children from different backgrounds appears at as early as 3 years old. Evidence shows that children from disadvantaged backgrounds can keep pace with their peers if they receive targeted intervention early on numeracy.“
OECD (Hrsg.), „Educational Opportunity for All“ (2017), S. 67

Finnlands Politik weiß um den Wert der Familie:

„The Finnish family policy model provides ample support to parents with young children through paid parental-leave, home care leave and subsidised pre-school until children go to primary school at age seven.“
OECD (Hrsg.), „OECD Economic Surveys – Finland“ (2014), S. 75

Inequality among families in parenting:

„So many children around the world are being born into disadvantage as measured by the quality of parenting. […] Everywhere, the traditional family with its secure environment for rearing children is under challenge. […] It is unreasonable to expect schools to take on the huge burden of supplementing compromised family environments in addition to their traditional job of educating children.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 11

Gewalt in der Familie:

„Alle Migrantengruppen berichten mehr als doppelt so häufig davon, in der Kindheit schwere elterliche Gewalt erfahren zu haben; d.h. sie wurden geschlagen, getreten oder verprügelt. Die Zustimmung zu Männlichkeitsnormen – gemessen über Aussagen wie z.B. ‚Ein Mann, der nicht bereit ist, sich gegen Beleidigungen mit Gewalt zu wehren, ist ein Schwächling‘ – ist nur für einen sehr kleinen Anteil der deutschen Befragten festzustellen (2,7 %); bei den türkischen Jugendlichen und bei den Jugendlichen aus dem ehemaligen Jugoslawien liegt der Anteil sechsmal so hoch.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Pfeiffer u. a., „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“ (2018), S. 17

Zuwendung, Aufmerksamkeit und Anerkennung:

„Der Hirnforscher Joachim Bauer hält die Suche nach Zuwendung, Aufmerksamkeit und Anerkennung für eines der stärksten Handlungsmotive des Menschen. Durch ihre Befriedigung kommt es zu einer Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin und anderen körpereigenen Opiaten, was sich in Glücksgefühlen manifestiert. Wird bei einem emotional vernachlässigten Kind dieses Bedürfnis nicht befriedigt, führt im späteren Leben die vergebliche Suche nach Kompensation des Mangels häufig zu Ersatzsüchten.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 215

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes erfährt in den ersten drei Lebensjahren eine entscheidende Grundlegung. Diese alte psychoanalytische Erkenntnis hat die neuere Hirnforschung noch einmal bestätigt.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, „Inklusion“ (2016), S. 111

Schutz von Kinderinteressen:

„Die Verpflichtung der Eltern muss deutlicher werden. Wo diese auslassen, müssen wir überlegen, wie wir darauf reagieren – ob der Staat einspringen muss, oder ob es Sanktionen braucht.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 22. Dezember 2017

„Die Gewalt gegen Lehrer nimmt zu, die Angriffe steigen qualitativ und quantitativ an“

„Das beginne in Sozialen Netzwerken. ‚Da hagelt es Beschimpfungen und Ehrenbeleidigungen.‘ Und es ende in roher körperlicher Gewalt. Bei vielen Attacken sei Gefahr im Verzug, sodass die Polizei eingeschaltet werden müsse.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 24. Februar 2018

Alleingelassen und überfordert:

„Ich bekomme jede Woche von Lehrkräften Mails, die sich alleingelassen und überfordert fühlen. Sie berichten immer häufiger von Schülern, die den Unterricht so massiv stören, dass der Lernfortschritt der ganzen Klasse gefährdet ist. Hinzu kommen die Kinder mit Inklusionsbedarf, auf die viele Regelschulen überhaupt nicht eingestellt sind. Diese Bandbreite können Sie als Lehrkraft oft gar nicht abdecken.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Die Welt online am 5. Februar 2018

Notrufsäulen …

„Drohungen gegen Schulen und Lehrer sind leider keine Einzelfälle mehr. Viele Schulen überlegen, in den Gebäuden Notrufsäulen zu installieren.“
Rudolf Altersberger, Bildungsdirektor Kärntens, Kurier online am 24. Februar 2018

Die Angst um den Ruf:

„Sorgen bereitet, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist, denn Schulen wollen die Fälle nicht unbedingt nach außen tragen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform 
„Leistung & Vielfalt“, Kurier online am 24. Februar 2018

Grenzenlosigkeit:

„Immer mehr Kinder würden wie Prinzen oder Prinzessinnen behandelt, denen keine Grenzen gesetzt würden und die sich für nichts mehr anstrengen müssten. ‚Diese Grundverweigerung, die in diesen Kindern steckt, entspricht ihrer Grundfrustration und sie halten uns als Gesellschaft und Elterngeneration mit diesem widerständigen, vordergründig selbstbezogenem Verhalten einen Spiegel vors Gesicht.‘“
Prof. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 23. Februar 2018

„Welt des Sofortismus“:

„‚Wir leben in einer Welt des Sofortismus. Alles muss sofort da und konsumierbar sein.‘ So etwas übertrage sich auch auf die Kinder.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Rheinische Post online, 10. November 2014

Handlungsbedarf im allgemeinen Interesse:

„Es ist dem allgemeinen Wohlstand, der Gesundheit und der öffentlichen Sicherheit förderlich, zweierlei zu tun – die Heranwachsenden vor den üblichen Fallstricken zu bewahren und die Selbstbeherrschung der Kleinkinder zu fördern.“
Univ.-Prof. Dr. Terrie E. Moffitt u. a., „Ein besseres Leben dank früher Selbstbeherrschung“.
In: „Spektrum der Wissenschaft“ vom Dezember 2014, S. 45

Ordnung Basis für Bildungsaufstieg:

„In the vast majority of education systems examined, the likelihood of academic resilience among disadvantaged students is lower in schools where students report a negative classroom climate.“
Prof. Dr. Tommaso Agasisti u. a., „Academic resilience“ (2018), S. 4

Voraussetzung für Lehren und Lernen:

„Students cannot learn and teachers cannot teach if students are unruly. In fact, results from PISA show that classroom climate is closely related to student learning outcomes.“
Dr. Andreas Schleicher, „Schools for 21st-Century Learners“ (2015), S. 18

„Learning requires an orderly, supportive and positive environment”

„Research into what makes schools effective finds that learning requires an orderly, supportive and positive environment both in and outside the classroom. In effective schools, students engage in learning activities, rarely miss class and have few disciplinary problems. From the teacher’s perspective, this means an environment that is conducive to instruction and that facilitates classroom management.“
Dr. Tarek Mostafa u. a., „Science teachers’ satisfaction: Evidence from the PISA 2015 teacher survey“ (2018), S. 69

Bildungswissenschaftliche Zitate zur Rolle der Disziplin auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin 


Mathematik-Kompetenz der SchülerInnen der achten Schulstufe:

„Die Wiener Schülerinnen und Schüler liegen im Vergleich zu Oberösterreich um ein ganzes Lernjahr zurück. Damit haben wir erneut den Beweis, dass die rot-grüne Stadtregierung mit ihrem Ansatz zur Bildung auf dem Holzweg ist. Wien liegt erneut auf dem letzten Platz.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 20. Februar 2018

Wien ist leider anders:

„Allgemein betrachtet beträgt in den OECD-Ländern der Leistungsvorsprung von Großstadtschülern gegenüber Schülern aus ländlichen Gegenden mehr als ein Schuljahr.“
OECD, „PISA im Fokus 17“ (Juni 2012), S. 1

Anteil der SchülerInnen der 8. Schulstufe, die die Bildungsstandards in Mathematik nicht oder nur teilweise erreichen (Stand 2016/17):

Oberösterreich:
Salzburg:
Steiermark:
Tirol:
Niederösterreich:
Vorarlberg:
Burgenland:
Kärnten:
Wien:
37 %
37 %
39 %
39 %
40 %
42 %
44 %
45 %
52 %
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2017. Mathematik, 8. Schulstufe“ (2018), Länderberichte, S. 24

Nach der Hauptschule bzw. NMS haben ihre Ausbildung nicht fortgesetzt (Stand 2013/14)

Niederösterreich:
Tirol:
Salzburg:
Oberösterreich:
Vorarlberg:
Steiermark:
Burgenland:
Kärnten:
Wien:
3,3 %
3,8 %
4,1 %
4,4 %
4,5 %
5,1 %
5,2 %
5,3 %
11,8 %
Dr. Sabine Buchebner-Ferstl u. a., „Bildungsentscheidungen in der Familie beim Übergang von der Volksschule
in die weiterführende Schule“ (2016), S. 12

Jugendarbeitslosenquoten nach Bundesländern (Stand November 2017):

Oberösterreich:
Steiermark:
Salzburg:
Tirol:
Vorarlberg:
Niederösterreich:
Burgenland:
Kärnten:
Wien:
37 %
37 %
39 %
39 %
40 %
42 %
44 %
45 %
52 %
AMS-Datenbank, Abfrage vom 2. Jänner 2018

Hoffen auf die Zeit nach BM Häupl:

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die Stadtregierung endlich aufwacht und die richtigen Reformen im Wiener Bildungsbereich angeht. […] Ich hoffe, dass der künftige Bürgermeister Ludwig diese gravierenden Probleme im Wiener Bildungsbereich erkennt und löst. […] Das ist Rot-Grün den Wiener Schülerinnen und Schülern für ihre erfolgreiche Zukunft in unserer Stadt schuldig.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 20. Februar 2018

Deutschland:

„Von 2007 bis 2015 ist der Anteil an Jugendlichen, die in den zurückliegenden 30 Tagen mindestens einmal Rauschtrinken praktiziert haben, von 25,5 auf 12,5 % gesunken, hat sich also innerhalb dieser kurzen Zeit halbiert. Der Rückgang des Alkoholkonsums kann daher tatsächlich als ein wichtiger Erklärungsfaktor der rückläufigen Jugendkriminalität eingestuft werden – zumindest für den Zeitraum ab 2007.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Pfeiffer u. a., „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“ (2018), S. 50

Österreich an der OECD-Spitze:

„Austria, Estonia, France and the Czech Republic reported the highest consumption of alcohol with 11.5 litres or more per adult per year.“
OECD (Hrsg.), „Society at a Glance 2016” (2016), S. 122

Von Europas hohem Norden lernen!

„The Nordic countries Finland, Iceland, Norway and Sweden are traditionally among the countries with the lowest rates of current alcohol use. […] Among the countries with the highest rates are Austria, Bulgaria, Croatia, Denmark, Hungary, Liechtenstein and Monaco.“
The ESPAD Group (Hrsg.), „ESPAD Report 2015“ (2016), S. 85

Anteil der 16-Jährigen, die ihrer eigenen Aussage nach im Lauf der letzten 30 Tage zumindest einmal mehr als vier alkoholische Getränke konsumiert haben:

Norwegen:
Schweden:

Finnland:
Österreich:
19 %
22 %

23 %
53 %
The ESPAD Group (Hrsg.), „ESPAD Report 2015“ (2016), S. 55

1 Getränk wurde etwa 2 Zentilitern Ethanol gleichgesetzt.

Anteil der 16-Jährigen, die ihrer eigenen Aussage nach im Laufder letzten 30 Tage zumindest einmal betrunken waren:

Norwegen:
Schweden:

Finnland:
Int. Mittelwert:
Österreich:
8 %
9 %

13 %
13 %
21 %
The ESPAD Group (Hrsg.), „ESPAD Report 2015“ (2016), S. 38

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Alcohol use has been shown to affect learning performance. Binge drinking, as well as high frequency of drinking, reduce achievement scores. Alcohol consumption also reduces attendance and increases probability of having difficulty in school or dropping out without having graduated.“
OECD (Hrsg.), „Health at a Glance: Europe 2016“ (2016), S. 92

Frühe Programmierung:

„Das Problem ist, dass diese Jugendlichen, die mit 13, 14 oder 15 Jahren zu rauchen beginnen oder Alkohol zu trinken beginnen, in ihrem Suchtverhalten so programmiert werden, dass sie die sind, die ganz besonders schwer davon wegkommen.“
Primar Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, ORF Niederösterreich online am 15. Oktober 2016

Weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Thema „Drogen“ auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/drogen 


Neue Höchstwerte:

„Die Zahl der in Österreich lebenden Staatsangehörigen aus Nicht-EU-Staaten erhöhte sich im Laufe des Jahres 2017 um 15.948 Personen (+2,32 %) auf 702.354 Personen, was einem Anteil von 50,3% an allen ausländischen Staatsangehörigen in Österreich entspricht. Unter den ausländischen Staatsangehörigen waren die Zuwächse im Jahr 2017 bei Bürgerinnen und Bürgern aus Rumänien (+10.147), Ungarn (+6.590) und Syrien (+6.444) besonders hoch.“
Statistik Austria, Pressemitteilung vom 6. Februar 2018

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Aktuelle Zitate

 

 

 

LehrerInnen verdienen höchste Wertschätzung:

„‚Wegen des Geldes‘ wird man nicht LehrerIn, wegen der tollen ‚Work-Life-Balance‘ wohl auch nicht. 50 bis 80 Stunden pro Woche für die Schule zu arbeiten, empfinden viele von uns als ganz normal.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 6

Absage an den Wiener Bildungsdirektor Himmer:

„Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren. ‚Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg.‘“
Maria Hutter, Bildungslandesrätin Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 6. Juni 2019 

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Kein Schulwesen der Welt kann ausgleichen, was Eltern ihren Kindern, warum auch immer, schuldig bleiben. Keine Schule kann so schlecht sein, um zu zerstören, was Eltern als erste und wichtigste LehrerInnen aufgebaut haben. Diese große Verantwortung sollte jungen Menschen, die ein Kind in die Welt setzen, bewusst sein. Diese große Verantwortung sollte möglichst allen bewusst gemacht werden!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Juni 2019, S. 11

„Immenser Stressfaktor“:

„Verhaltensauffälligkeiten von SchülerInnen UND Eltern nehmen nicht nur zu, sondern Dimensionen an, die zu einem immensen Stressfaktor geworden sind. Es ist das Gefühl, damit allein gelassen zu sein, das so viele Betroffene davon abhält, darüber zu sprechen und sich selbstverständlich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 7

Schule braucht Unterstützung:

„Schulinterne Verhaltensvereinbarungen, Gespräche in der Direktion und die bloße ‚Androhung eines Ausschlusses‘ sind dort zahnlos, wo jemand seine Mitmenschen bewusst psychisch oder physisch schädigen will. Für solche Extremfälle braucht es daher spürbare Konsequenzen (von Wiedergutmachung bis zum Verlust des Schulplatzes) und eine besonders enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, notfalls unter Einbindung des Jugendamtes.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCLnews vom Juni 2019, S. 21

Folgen politischer Ignoranz:

„Die in der Gesellschaft zunehmende Gewaltbereitschaft wird auch in die Schulen hineingetragen. Vielfach trauen sich Lehrer nicht, über undiszipliniertes, respektloses und entwürdigendes Verhalten der Schüler zu berichten. Man schaut zu lange weg, kehrt die Probleme unter den Teppich und sucht den Grund für das Fehlverhalten der Schüler oft beim Lehrer.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2019, S. 5

Interventionsinstrumente nötig:

„Pünktlichkeit, das Einhalten von Terminen und eine ernsthafte Arbeitshaltung sollten als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Und wenn dem nicht so ist, müssen wir den Lehrenden Instrumente in die Hand geben, die dies zu erreichen versuchen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, VCLnews vom Juni 2019, S. 9

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt.“
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 16. Mai 2019

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019