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 Medien-Zitate Mai 2018
(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Erschreckend:

„Etwa 20 Prozent aller Grundschulkinder sind jetzt schon so verhaltensauffällig, dass sie eine Therapie brauchten.“
Dr. Karl Heinz Brisch, Kinder- und Jugendlichenpsychiater und Psychotherapeut, Die Zeit online am 25. Jänner 2015

Politischer Handlungsbedarf:

„Die Politik muss mit SchulleiterInnen und Lehrkräften Konzepte entwickeln, um mit gewaltbereiten SchülerInnen zu arbeiten, ihnen Grenzen zu setzen und Opfer von Gewalt zu unterstützen.“
Mag. Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Katholischen Familienverbands Österreichs, Presseaussendung vom 14. Mai 2018

Sozialverhalten lernen:

„Ein Kind, das nicht gelernt hat, sich um die Gefühle anderer zu kümmern und nicht zu viel Platz für sich selbst zu beanspruchen, wird nicht begreifen, wie man sich sozial integrieren kann.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 156

Zunahme an narzisstischen Kindern:

„Wir müssen uns klar sein, dass diese Menschen nicht lebenstüchtig sind. Sie sind zum Beispiel nicht in der Lage, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.‘ In der Schule würden sie sich häufig verweigern. Glückliche Kinder seien das nicht …“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, ORF online am 9. März 2015

Überforderung:

„‚Eltern sind oft nicht mehr in der Lage, die Kräfte aufzubringen, die es braucht, um ein Kind zu erziehen.‘ Doch es seien eben die Eltern, die die „Kernerziehungskompetenz“ hätten. ‚Wir können nicht allein richten, was zu Hause nicht vorgelebt wird.‘“
Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Die Welt online am 13. Mai 2018

Schulpolitischer Handlungsbedarf seit langem evident:

„Mobbing kommt dem Bericht zufolge nirgends so oft vor wie in Österreich und Estland. Ganze 17,5 Prozent der österreichischen 11-, 13- und 15-Jährigen gaben an, in den vergangenen zwei Monaten mindestens zweimal von Schulkameraden körperlich oder verbal angegriffen worden zu sein.“
Die Presse online am 14. Oktober 2015

Egal?

„Langfristig hat sich gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die während ihrer Schulzeit Opfer von Bullying-Attacken waren, ein signifikant höheres Depressionsrisiko im Erwachsenenalter aufweisen.“
BM für Gesundheit (Hrsg.), „Österreichischer Kinder- und Gesundheitsbericht“ (2016), S. 103

Rahmenbedingungen für erfolgreichen Unterricht:

„Research into what makes schools effective finds that learning requires an orderly, supportive and positive environment both in and outside the classroom.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), S. 81

Keine Toleranz für Gewalt:

„Ganz wichtig aus unserer Sicht ist, dass Lehrer überhaupt reagieren, wenn sie Gewaltvorfälle beobachten, ob gegen sich selbst gerichtet oder unter Schülern. Unsere Studie zeigt, dass das nicht immer passiert. Und das sendet ganz ungünstige Signale. Der Lehrer als Modell signalisiert damit ja auch, dass er das als tolerabel und nicht relevant einschätzt."
Univ.-Prof. Dr. Ludwig Bilz, Mobbingforscher, Mitteldeutscher Rundfunk online am 1. Juni 2018

Extremes Risiko für Burnout:

„Bei einer Umfrage, die 2016 von der Arge Burnout im Auftrag der Lehrergewerkschaft durchgeführt wurde, gaben fast ein Drittel der Lehrpersonen an, überlastet zu sein oder bereits der Burn-out-Risikogruppe anzugehören. Eine 2014 vom Institut für Psychoneuronalogie erstellte Studie identifizierte fünf Prozent Lehrerinnen und Lehrer in Österreich, die bereits ausgebrannt waren, und weitere 20 Prozent, die nach eigenen Angaben knapp davor standen.“
NEWS vom 25. Mai 2018

Lehrersein ist mehr:

„Heutige Lehrer sind nicht nur (ihre Fächer) Unterrichtende, sondern in der Regel auch: Beziehungsarbeiter und Verwaltungsbeamte, Konfliktlotsen und Tröster, Ersatzeltern und Organisatoren und vieles mehr.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Winkel, „Was ist (k)ein guter Lehrer, (k)eine gute Lehrerin“. In: Krautz u.a. (Hrsg.),
„Persönlichkeit und Beziehung als Grundlage der Pädagogik“ (2013), S. 253

Aufreibendes Spannungsfeld:

„Natürlich ist es anstrengender geworden. Die Lehrer haben mehr Schwierigkeiten mit Kindern, die die Sprache nicht hinreichend beherrschen. Eltern delegieren die Vermittlung grundlegender sozialer Fähigkeiten, die man früher voraussetzen konnte, in höherem Maß an die Schule. Dazu kommt, dass Öffentlichkeit und Medien zu Recht kritisch sind und gute Ergebnisse sehen wollen. In diesem Spannungsfeld reiben sich viele Lehrer auf.“
Erich Hotter, BSc(Hons)Psych., MSc Psych., NEWS vom 25. Mai 2018

„Support and autonomy“:

„Research shows that people in a high-performance job can cope with stress if they have support and autonomy, a model known as “decision latitude”. „It’s well established that you can cope with a very stressful job if you’ve got control and support. If you take support out, things become much more difficult. If there is a lack of control and autonomy for a long period while you have high job demands, things start to go very wrong. ””
Dr. Almuth McDowall, Guardian online am 13. Mai 2018

Extrem hohe Belastung:

„Der Pädagoge ist permanent mit seiner ganzen Persönlichkeit gefordert. Wissensvermittlung und pädagogische Führung mit dem Ziel der Persönlichkeitsreifung junger Menschen sind seine Hauptaufgaben und gleichzeitig auch seine Kernkompetenzen. Sie treffen naturgemäß nicht selten auf den Widerstand der Schüler. Insbesondere, wenn der Schüler sich entwicklungsbedingt infolge der Hirnreifung während der Pubertät zurückzieht.“
Dr. Wolfgang Hagemann, „Burnout bei Lehrern: Ursachen, Hilfen, Therapien“ (2009), S. 41

Hohe emotionale Belastung:

„The emotional demands found in work with young people often contribute to teachers’ high rates of mental health problems.“
Dr. Jessica Janice Tang u. a., „The psychosocial work environment and mental health of teachers“. In: „Int Arch Occup Environ Health“ (2013), 86, S. 657

Cybermobbing:

„Schulische Aufgaben der Lehrer werden durch Internet & Co deutlich erschwert und führen oft zu einer Überforderung der Pädagogen. Fast 60 % aller befragten Pädagogen kennen Cybermobbingfälle unter ihren Schülern.“
Bündnis gegen Cybermobbing, „Cyberlife – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr“ (2013), S. 8

„Konflikte vorprogrammiert“:

„Der Lehrerberuf ist ein sehr stressender Beruf, da es in ihm in erster Linie um Beziehung zu anderen, und vor allem jungen Menschen geht.“
Dipl.-Psych. Dr. Heidrun Bründel, „Mobbing von Lehrkräften – antipädagogisches Handeln im Setting Schule“.
In: Jäger (Hrsg.), „Mobbing am Arbeitsplatz Schule“ (2013), S. 113

Zu viel verlangt?

„Pointiert gesagt, wäre schon einiges getan, wenn die Schulbehörden die Erkenntnisse der Gesundheitsforschung ernst nehmen würden. Unterrichten ist neben der Vermittlung von Wissen intensive Beziehungsarbeit, was bei einer Klassengrösse von bis zu 25 Kindern kaum zu leisten ist. Kleinere Klassen sind deshalb ein vordringliches Anliegen, umso mehr, als die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler wichtiger geworden ist.“
Prof. Dr. Jürg Frick, Schweizer Radio und Fernsehen online am 22. April 2018

Brennen bis zum Ausbrennen:

„Viele Lehrkräfte haben ein deutlich überhöhtes Engagement bis hin zur Selbstüberforderung, es fällt ihnen schwer, die Grenzen ihrer Arbeitstätigkeit zu bestimmen und einzuhalten. Ihre Ziele sind zu hoch gesteckt oder idealistisch, ihre Ansprüche an sich selbst realitätsfremd und die Erfüllung der Arbeit so unmöglich.“
news4teachers.de am 28. Mai 2018

Bildung wird aus den Schulen verbannt:

„Man spricht zwar noch von ‚Bildung‘, fordert aber in aller Regel eine an den Erfordernissen der Ökonomie orientierte, effizient und kostengünstig gestaltete ‚maßgeschneiderte‘ Qualifizierung von Menschen, also ihre ‚Ausbildung‘ und die Schulung diverser ‚Kompetenzen‘.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Was ist und zu welchem Ende erwirbt man gymnasiale Bildung? Die Höhere Schule 250 Jahre nach Humboldt“, Festvortrag im Rahmen des 58. Internationalen Bodenseetreffens, Bregenz am 1. Oktober 2017

Die komplexen Aufgaben von LehrerInnen:

„Am Gängelband von Kompetenzrastern und gesteuerten Anpassungskontrollen wird es kaum gelingen, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Es dürfte auch nicht wirklich helfen, die standardisierten Verfahren durch multiprofessionelle Sozialtechnologie zu erweitern, die demselben Steuerungsmodell zugehört. Vielmehr käme es hier auf die persönliche Erfahrung und Präsenz von Lehrerinnen und Lehrern an, auf ihre Sensibilität für Menschen und pädagogische Situationen, auf Takt und Fantasie, um einen Rahmen zu schaffen, der sachliche Auseinandersetzung möglich macht. Viele Lehrerinnen und Lehrer bringen diese Voraussetzungen mit, werden aber durch die Überforderungen der Steuerungs- und Kontrollmaschinerie an ihrer fachlichen und pädagogischen Arbeit gehindert.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Bildung ist mehr:

„Für ein gelingendes soziales Miteinander ist Bildung der bestimmende Faktor, der weit über die Ausbildung hinausgeht.“
Univ. Prof. DDDr. Clemens Sedmak, Niederösterreichische Nachrichten online am 11. März 2016

Lernen fürs Leben:

„Literaturunterricht in seinen besten Stücken vermittelt nicht nur literarische Kompetenzen, sondern gibt Impulse für die Gestaltung des Lebens und die Wahl eigener Präferenzen.“
Univ.-Prof. Dr. Harro Müller-Michaels, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Juli/August 2014

Die schöne neue Lernwelt:

„Fachlichkeit, pädagogische Urteilskraft, didaktische und methodische Fähigkeiten, geschweige denn Persönlichkeitsbildung sind in dem taylorisierten System der schönen neuen Lernwelt eher hinderlich.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“
(GBW; http://bildung-wissen.eu), Der Standard vom 10. November 2014

„Kompetenzorientierung“:

„Mit dem traditionellen Bildungsbegriff und dem darauf basierenden Unterricht hat das im Kern nichts mehr zu tun. Vielmehr zeigt die Verwendung des Leitmotivs ‚Kompetenz‘ in aller Deutlichkeit, dass man diese Fähigkeit offenbar erwerben kann, ohne von irgendetwas Stofflichem irgendetwas zu verstehen – im Unterschied zum alltagsprachlichen Verständnis, wo jemand dann als kompetent gilt, wenn er etwas besonders gut kann.“
Univ.-Prof. Dr. Hermann Giesecke, „Inklusion. Ein pädagogisch-politischer Irrtum“ (2015), S. 22

Feigheit:

„Wir sind zu feige geworden, um uns noch zu geistigen Inhalten zu bekennen, die einen Wert an sich darstellen und deren Kenntnis und Verständnis jenseits aller aktuellen Bedürfnisse eine Befriedigung zu geben vermag.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 56f

Trojanisches Pferd:

„Die Kompetenzenpädagogik ist jedenfalls eines der gefährlichsten Trojanischen Pferde deutscher Schulpolitik und Schulpädagogik. Das ist und bleibt der größte Kollateralschaden der Pisa-Testerei und der OECD-Gläubigkeit.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ (2017), S. 95

Widerstand gegen OECD-Diktat!

„Das Bildungsverständnis der OECD ist am Volk vorbei eingeführt worden. Dagegen kann man sich wehren.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Neue Zürcher Zeitung online am 14. Juli 2014

Zurück zur Vernunft!

„Wir müssen in bestimmten Bereichen deutlicher machen, an welchem Lerngegenstand die Kompetenzen erworben werden sollen.“
Ties Rabe, Schulsenator Hamburgs, SPD, Die Welt am Sonntag online am 14. Dezember 2014

Bildung ist mehr:

„Bildung ist mehr als die Akkumulation von Kompetenzen in beliebiger Montierbarkeit von Einzelteilen. Wir brauchen den Umweg über das denkende Subjekt, das Sachen aneignet und Handeln verantwortet.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

„Damit gehen Bildungsinhalte schlicht verloren“:

„Die Kompetenzorientierung vernachlässigt Fachinhalte und würdigt sie zu reinen Trainingsobjekten herab. Ob Lesekompetenz anhand des ‚Faust‘ oder der Handy-Gebrauchsanweisung erlangt wird, ist dem kompetenzorientierten System egal.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Neue Zürcher Zeitung online am 14. Juli 2014

Bildung basiert auf Inhalten:

„Schon Hegel wusste, dass der Geist junger Menschen, der frei und neugierig ist, einen Stoff benötigt, an dem er sich nähren, schärfen, entzünden, wachsen und abarbeiten kann. Über diesen Stoff, also um die Frage, was gelernt und vermittelt werden soll, sollte es vorrangig in Bildungsdebatten gehen, und nicht nur um die Frage, in welcher Organisationsform, sozialen Zusammensetzung, mit welchen Chancen und mit welchen digitalen Hilfsmitteln gelernt oder auch nicht gelernt wird.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Fatale Reduktionskost:

„Wenn der schulische Bildungsauftrag nur noch auf Nützlichkeit, Brauchbarkeit und Prüfbarkeit – also auf Arbeitsmarktfähigkeit – ausgerichtet werde, gehe etwas kaputt.“
Prof. Dr. Rudolf Künzli, Neue Zürcher Zeitung online am 14. Juli 2014

Politischer Mut gefragt:

„Man hört zunehmend den Satz: Wir müssen wieder das Fachliche stärken. […] Natürlich wird kein Politiker öffentlich eingestehen, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hat. Aber in den Schulen ist die Kompetenzorientierung bereits weitgehend im Lehrerbewusstsein als eine gescheiterte Reform abgelegt.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, bildungsklick.de am 5. März 2018

Dramatische Geistlosigkeit:

„Für ihn sei es dramatisch, dass die Frage, welche Literatur Gegenstand bei der Zentralmatura sein soll, nebensächlich geworden sei. Die Umstellung auf Standards und Kompetenz führe dazu, dass die Inhalte nebensächlich werden.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kurier online am 1. Oktober 2014

Ganzheitliche Bildung!

„Mit der Förderung von Kompetenzen wird wohl funktionale Intelligenz entwickelt, aber keine ganzheitliche Bildung.“
Univ.-Prof. Dr. Harro Müller-Michaels, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Juli/August 2014

„Technologisches Menschenbild“:

„Als pädagogische Leitkategorie ist Kompetenz ungeeignet, weil damit ein technologisches Menschenbild verbunden ist, das – unter Umgehung der sachlichen und persönlichen Relationen – Schülerinnen und Schüler in standardisierten Steuerungsverfahren auf je bestimmbare Ergebnisse festlegt.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

„Die Praxis der Unbildung“:

„Die flächendeckende Umstellung der Lehr- und Studienpläne an Schulen und Universitäten von definierten Kenntnissen und Inhalten auf Kompetenzen ist nur das sichtbarste Zeichen einer generellen Entwertung des Wissens.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 55

Der Mensch ist mehr als Humankapital:

„Das ‚human capital‘-Menschenbild der OECD widerspreche unserem christlich-abendländischen, humanistischen Menschenbild, das den Menschen nicht auf einen reinen Wirtschaftsfaktor reduziert.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW), gemeinsame Presseaussendung von ÖPU, Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) und Bayerischem Philologenverband (bpv) vom 28. Oktober 2014

Zentralmatura in Mathematik Themenverfehlung:

„Es wird in Mathematik vor allem die Lesekompetenz getestet.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kurier online am 3. Mai 2018

Zulassung überprüfen:

„Eine Mathe-Matura sollte die Mathematik-Kenntnisse prüfen und nicht eine zweite Deutsch-Klausur werden. Jedes neue Auto muss nach drei Jahren zum ersten Check, auch die Zentralmatura muss endlich zum Pickerl!“
Harald Zierfuß, Österreichs Bundesschulsprecher, Kronen Zeitung online am 25. Mai 2018

Bildung statt Abarbeiten von Kompetenzlisten:

„Ich glaube, Lehrer wollen nicht bloß Trainer für Matura-Aufgaben sein. Sie wollen mehr vermitteln, als in Kompetenzlisten steht.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Kurier online am 25. Mai 2018

Pädagogik statt teaching to the test:

„Es ist eine völlig absurde Annahme, dass eine solche Grundorientierung ohne ‚teaching to the test‘ auskommt, wie es die Menschenmesser gelegentlich behaupten.“
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer, „Unterrichten – standardisiertes Testen – Erziehen.
Effekte der Standardisierung“ in Susanne Lin-Klitzing u. a., „Zur Vermessung von Schule“ (2013), S. 202

TEILzentrale Matura statt Zentralmatura:

„Die erweiterten Kompetenzen sollten wie früher von den jeweiligen Lehrern individuell geprüft werden. So könnte man besser auf Schultypen und Interessen der einzelnen Schüler eingehen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Kleine Zeitung vom 12. Mai 2017

Sollte es nicht ums Individuum gehen?

„Je deutlicher die besondere Ausprägung eines Individuums, desto weniger lässt es sich mit anderen vergleichen, sofern der Vergleich quantifizierend ist wie in all diesen zentralisierten, zentralisierenden Tests. Bildung im humanistischen Sinn kann aber nur die Individualisierung des Individuums zum Ziel haben, nicht seine Reduktion auf die Ziffern eines Schemas.“
Dr. Leopold Federmair, Schriftsteller, Der Standard online am 16. Mai 2015

Teilzentrale Matura in vielen Staaten Realität:

„In many countries, these centrally designed standardised components are complemented by nonstandardised parts of the examinations that are locally designed and marked.“
OECD (Hrsg.), „Synergies for Better Learning“ (2013), S. 177

Beschlusslage des B-SGA:

„Der aus Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern gebildete Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) fordert von der nächsten Regierung eine ‚Weiterentwicklung der Zentralmatura zu einer teilzentralen Matura‘. Dadurch könne ‚der Vielfalt der Schularten und Schulformen besser Rechnung getragen werden‘.“
ORF online am 20. Oktober 2017

Grundlegende Fehlkonstruktion:

„Es war von Anfang an verfehlt, der Zentralmatura so einen hohen Stellenwert zuzuschreiben.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kurier online am 18. Mai 2018

Neu aufsetzen!

„Der Bundeselternverband fordert zum wiederholten Mal, die gesamte Zentralmatura, inklusive VWA, dringend neu aufzusetzen. Im Fach Mathematik sind unter anderem der ‚harte‘ Notenschlüssel – nur zu 100 % richtige und keine Teilantworten werden gewertet – und die sprachlastigen ‚Texträtsel‘ zu hinterfragen.“
Bundeselternverband, Pressemitteilung vom 27. Mai 2018

„Unsafe learning environments” und ihre Folgen:

„Unsafe learning environments create a climate of fear and insecurity and a perception that teachers do not have control or do not care about students’ well-being, and this reduces the quality of education for all students.“
UNESCO (Hrsg.), „School Violence and Bullying“ (2017), S. 27

Deutschland:

„An fast jeder zweiten deutschen Schule (48 Prozent) hat es in den letzten fünf Jahren Fälle von seelischer Gewalt gegen Lehrpersonen gegeben, an mehr als jeder vierten (26 Prozent) auch körperliche Übergriffe.“
Kyffhaeuser Nachrichten online am 4. Mai 2018

„Good students“:

„Study after study suggests that the best-performing students are ‘good’ students. A good student is one who is disciplined, follows rules, acts appropriately and respectfully towards teachers and fellow students, recognises authority, can sit for long periods of time, and follows instructions.“
OECD (Hrsg.), „The ABC of Gender Equality in Education“ (2015), S. 53

Das Versagen einer „Schulpolitik“, die sich darauf beschränkt, über ein schwaches Abschneiden bei internationalen Testungen zu jammern:

„Classroom climate is an important contributor to student achievement: the better the classroom disciplinary climate, the more time spent on actual teaching and learning.“
Francesc Masdeu Navarro, „Learning support staff: A literature review“ (2015), S. 16

Anteil der 10-Jährigen, an deren Schulen es laut Schulleitung nahezu keine disziplinären Probleme gibt (Stand 2016):

England:
Finnland:

Internationaler Mittelwert:
Österreich:
82 %
78 %

62 %
51 %
IEA (Hrsg.), „PIRLS 2016. International Results in Reading“ (2017), S. 220

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Evidence shows that a positive classroom climate is associated with both cognitive and motivational outcomes, including improved academic performance, motivation, engagement, school satisfaction, self-esteem and fewer disruptive behaviours.“
Francesc Masdeu Navarro, „Learning support staff: A literature review“ (2015), S. 16

Wenig überraschend:

„Attending schools with a better disciplinary climate positively affects students’ scores in Mathematics.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Teaching Practices in Primary and Secondary Schools in Europe“ (2015), S. 115

Das Leid von Kindern:

„Die Kinder müssen einem nicht leidtun, nur weil wir Erwartungen an sie haben. Ganz im Gegenteil. Die Kinder sollten einem eher leidtun, wenn sie niemals zur Rechenschaft gezogen werden. Weil niemand den Mut hat, ihnen ein ehrliches Feedback zu geben.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 283

„Das dürfen wir nicht zulassen“:

„An einigen Brennpunkt-Schulen in Problembezirken laufen wir Gefahr, dass die Situation außer Kontrolle gerät.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Bild online am 25. März 2018

Elternverantwortung:

„Jedes Kind wird auch dadurch geprägt, was es tagtäglich in der eigenen Familie erlebt. Wenn ein Kind dies weiterträgt und aufgrund von Haltungen seiner Eltern psychische oder physische Gewalt gegen andere ausübt, sind die Eltern im Rahmen ihres Erziehungsauftrags natürlich in der Verantwortung. Sanktionen gegen die Eltern durch die Schule sind hier sicherlich wenig hilfreich. Erforderlich ist hier die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bis hin zur Polizei.“
Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Die Welt online am 27. März 2018

Gesamtgesellschaftliches Problem:

„Grundsätzlich ist Gewalt an Schulen nicht hinnehmbar, egal ob verbal oder physisch. […] Wir haben es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun. Da sind auch die Eltern in der Verantwortung, ihren Kindern respektvollen Umgang auch mit Lehrkräften zu vermitteln.“
Karin Prien, LL.M., Bildungsministerin Schleswig-Holsteins, CDU, news4teachers.de am 3. Mai 2018

Der Verlust von Grenzen:

„‚Die Hemmschwelle sinkt. Die Gewalt geht ein Stück weit ins Grenzenlose. Wenn früher einer am Boden gelegen hat, ist man nicht auch noch draufgetreten.‘ Das sei mittlerweile anders. Und zwar nicht nur in Schulen, sondern auch im öffentlichen Raum.“
Mag. Jürgen Bell, Schulpsychologe beim Wiener Stadtschulrat, Kurier online am 2. Mai 2018

Gewalt an Wiener Schulen:

„Die Stadtregierung muss das Thema Gewalt in den Schulen ernst nehmen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Kronen Zeitung vom 19. Jänner 2018

Grenzen und Konsequenzen unverzichtbar:

„Es kann nicht sein, dass einige SchülerInnen sowohl Lehrkräften als auch MitschülerInnen mit Gewalt begegnen und diese keine angemessenen Möglichkeiten haben, Grenzen zu ziehen und Konsequenzen zu setzen.“
Mag. Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Katholischen Familienverbands Österreichs, Presseaussendung vom 14. Mai 2018 

Gewalt keinen Raum bieten:

„Gewalt darf keinen Platz an den Schulen haben. […] Dafür müssen wir Schüler, die massiv und kontinuierlich den Unterricht stören und gewalttätig gegenüber Mitschülern und Schulpersonal sind, zeitweise auch aus dem Regelunterricht herausnehmen können, um sie in temporären Kleingruppen zu unterrichten.“
Sandra Scheeres, Bildungssenatorin Berlins, SPD, Berliner Morgenpost online am 21. April 2018

Dauerhafte Folgen:

„Victims of bullying are likely to experience several problems, such as depression, anxiety and loneliness, which can persist into adulthood.“
OECD (Hrsg.), „How’s Life? 2015“ (2015), S. 171

Inzwischen weit verbreitetes Problem:

„Laut einer Heidelberger Studie ist jeder vierte Schüler von teils grausamer Schikane betroffen, ein Drittel davon entwickelt eine psychische Störung.“
Süddeutsche Zeitung online am 5. Oktober 2015

Kein Kavaliersdelikt:

„Adolescents who report bullying by peers are significantly more likely to experience depression, to experience/report suicidal ideation and are at an increased risk of suicidal behaviour.“
Aoibheann McLoughlin u. a., „Global trends in teenage suicide: 2003–2014“. In: „The Quarterly Journal of Medicine“, 2015, 108, S. 776

Fragen der Vernunft:

„Welche Erklärung kann es dafür geben, dass es im Interesse der Kinder sein soll, dass man ihnen nicht beibringt, was richtig und was falsch ist? Wie kann es im Interesse des Kindes sein, dass ihm niemals widersprochen wird?“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 172

Tendenz zu amerikanischen Verhältnissen:

„Manche Schulen werden inzwischen von privaten Wachdiensten beschützt. Sie sollen in den Gebäuden, auf den Schulhöfen und an den Eingängen für Sicherheit sorgen. Das ist zwar gleichbedeutend mit einer Kapitulation der Pädagogik, aber zum Teil auch nachvollziehbar, denn immer wieder bringen Schüler Messer oder Reizgas-Sprays mit in die Schule. Wenn wir bei der Integration in diesen Problembezirken keine Fortschritte machen, drohen amerikanische Verhältnisse.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Bild online am 25. März 2018

Bildungswissenschaftliche Zitate zur Disziplin auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/disziplin


Gesamtschulland England:

„Gesicherte Chancen haben nur die, die schon einen privilegierten Hintergrund haben. Oder aber Eltern, die sich intensiv um diese Frage kümmern. Jene aber, deren Eltern wenig Zeit, Geld und soziales Kapital haben, um das Bildungssystem zu durchdringen, sind klar im Nachteil.“
Alice Bradbury, Bildungsexpertin am University College London, Die Welt online am 31. März 2018

Großbritannien:

„Stark, persistent gaps, widening from pre-birth to post-graduation, characterise the UK, with students from the highest social class groups being three times more likely to enter university as those from the lowest social groups.“
Univ.-Prof. Dr. Chris Pascal u.a., „The impact of early education as a strategy in countering socio-economic disadvantage“ (2013), S. 9

Gesamtschulland Frankreich:

„In France, the difference in science performance on the 2015 PISA between the richest and the poorest students was 115 points. […] A 100-point difference in PISA scores is roughly equivalent to three years of schooling.“
The World Bank (Hrsg.), „Learning to Realize Education's Promise“ (2018), S. 78

Vernichtendes Urteil des „Haut conseil de l’éducation“ über Frankreichs gescheitertes Gesamtschulwesen („collège unique“):

„Un collège qui n’a d’unique que le nom.“
Univ.-Prof. Dr. Peter Brenner, „Schule und Elite“. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.),
„Talente finden – Begabungen fördern – Eliten bilden“ (2014), S. 50

USA:

„The share of the population in large and moderate-sized metropolitan areas who live in the poorest and most affluent neighborhoods has more than doubled since 1970, while the share of families living in middle-income neighborhoods dropped from 65 percent to 44 percent.“
Univ.-Prof. Dr. Sean Reardon u. a., „Growth in the Residential Segregation of Families by Income“ (2011), S. 1

Niederlande:

„In the Netherlands, especially in the large cities, demographic and housing segregation leads to neighborhood schools with large proportions of students from lower socioeconomic and especially ethnic-cultural minority backgrounds.“
Dr. Eddie Denessen u. a., „School and Classroom Diversity Effects on Cognitive and Non-Cognitive Student Outcomes“.
In: „Journal of Education Research“ (2010), Volume 4, Issue 2, S. 3

Das Elternhaus, die erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„One of the most stable and consistently observed phenomena in the field of education is the impact of students’ home background on achievement.“
IEA (Hrsg.), „TIMSS and PIRLS 2011: Relationships among reading, mathematics, and science achievement at the fourth grade“ (2013), S. 181

„In all participating countries“:

„Growing up in a family with highly educated parents offers benefits that are compounded over a lifetime, from a good vocabulary to a taste for reading. […] Evidence from PISA reveals an association between socio-economic background and the performance of 15-year-old students in reading, mathematics and science in all participating countries.“
OECD (Hrsg.), „Skills Outlook 2013“ (2013), S. 111f

Die sechs OECD-Staaten, in denen die Wahrscheinlichkeit zu studieren am stärksten vom Bildungsabschluss der Eltern abhängt (Stand 2012)

1. Italien
2. Polen
3. USA
4. England
5. Nordirland
6. Frankreich
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2014. OECD Indicators“ (2014), Table A4.1b

In Österreich werde Bildung besonders stark vererbt, wurde von der Politpropaganda jahrelang behauptet:

„Im europäischen Vergleich zählt Österreich allerdings sogar zu den Ländern, in denen die Studierendenschaft relativ repräsentativ zur Wohnbevölkerung zusammengesetzt ist.“
BMBWF (Hrsg.), „Universitätsbericht 2017“ (2018), S. 35

Viele weitere bildungswissenschaftliche Zitate zur Chancengerechtigkeit auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate/chancengerechtigkeit


Gesamtschulland Großbritannien:

„Obwohl nur sieben Prozent der britischen Kinder nicht staatliche Schulen besuchen, sind ihren Absolventen die Top-Jobs sicher. Nur zwei Beispiele: 71 Prozent der Juristen und 61 Prozent der Mediziner besuchten eine privat finanzierte Schule.“
Die Welt online am 31. März 2018

Die Gefahr einer verengten Schulpolitik:

„Schule kann […] nicht Reparaturbetrieb der Gesellschaft sein. Sie muss auch auf die achten, die leistungswillig sind – weil sonst noch mehr Eltern solcher Kinder das öffentliche Schulsystem in Richtung Privatschule verlassen.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Deutschlands des Jahres 2017, Der Spiegel vom 4. November 2017

New York:

„In New York, playdate coaches charging $450 an hour train small children in the social skills that might help secure their admission to the most prestigious private schools.“
The Guardian online am 9. Juni 2015

Noteninflation:

„In Sweden, a country in which education vouchers have been readily available since the early 1990s, it appears that an important means for private schools to attract voucher students involves grade inflation. That is, a school appears more attractive if students perceive that it is easier to make better grades on teacher-grades tests.“
Mercedes Schneider, „School Choice. The End of Public Education?“ (2016), S. 35

Experiment gescheitert:

„Die marktkonforme Öffnung der Schulen für private Angebote („Charter Schools“ in den USA, „Academies“ in England) als Konkurrenz zu den staatlichen Schulen führte zu keinen Verbesserungen der Schulqualität.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Rauch u. a., „Auswirkungen von Schulrankings auf Unterricht, Schulorganisation und Bildungssystem“ (2016), S. 17

Charter Schools:

„More than 80 % of charter schools are either no better or worse than traditional public schools at securing math and reading gains for their students.“
Univ.-Prof. Dr. David Berliner, „50 Myths and Lies That Threaten America's Public Schools“ (2014), S. 23f

Propaganda wurde von Wirklichkeit widerlegt:

„Advocates of charter schools claim they produce better academic results than traditional public schools and cost less because of lower overhead. Neither of these promises has been fulfilled.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 167

Englands Erfahrung mit der Privatisierung von Schulen („academies“):

„The gap between more disadvantaged pupils and others had grown wider on average in academies than in comparable maintained schools.“
Sutton Trust (Hrsg.), „The impact of academy chains on low-income students“ (2015), S. 8

„Flucht des Mittelstandes“:

„In vielen Ländern ist es nicht ungewöhnlich, einen Kredit aufs Haus aufzunehmen, um den Privatschulbesuch des Nachwuchses zu finanzieren. Eltern sind bereit, an allen Rädchen zu drehen, die sie nur irgendwie finden können, damit ihre Kinder auf die ‚richtige‘ Schule kommen – und die ist eben oft privat.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, progress-online.at am 21. Juni 2017

Vorbild für Wiens Schulpolitik?

„In Berlin sind öffentliche Schulen immer nur die zweite Wahl. Die Eltern fliehen in Richtung Privatschule, wenn sie können. […] Jeder Fünfte kann nicht richtig lesen und schreiben. In Sachsen und Bayern sind es dagegen nur 7,2 und 7,9 Prozent, die dieses Problem haben.“
Berliner Zeitung online am 9. Jänner 2018

Bildungswissenschaftliche Zitate zur Differenzierung auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-f-k/gesamtschule-differenzierung


Schüleradäquater Unterricht:

„Die Forschung dazu zeigt, dass Schüler mit Lernschwierigkeiten und defizitären Sprachkompetenzen unbedingt eine starke Struktur, eine klare Führung, ein kognitives Gerüst und viele kurzschrittige Hilfen, Anregungen und Rückmeldungen benötigen, ansonsten sind sie verloren. Begabte, lern- und leistungsstarke Schüler dagegen brauchen dies nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Helmke, news4teachers.de am 7. März 2018

Selbstentdeckendes Lernen von Bildungswissenschaft entzaubert:

„Enthusiasm for ‚discovery learning‘ is not supported by research evidence, which broadly favours direct instruction.“
Dr. Robert Coe u. a., „What makes great teaching?“ (2014), S. 22

Dogmatische Engführung:

„Alles, was irgendwie nach sogenanntem lehrerzentrierten Unterricht riecht und nicht der Vorstellung vom Lernbegleiter nahe kommt, wird verteufelt.“
Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg, „Gymnasium Baden-Württemberg“, Nr. 3-4/2017, S. 2

Worthülsen-Didaktik:

„Dass der Erwerb von Kulturtechniken, sprachlichen Fähigkeiten und basalem Wissen nicht ohne Disziplin, ohne Üben, ohne Wiederholungen zu haben ist, will einer modischen Didaktik nicht recht einleuchten, die gerne vom Lernen durch Innovation und dem kreativen Umgang mit der Sprache schwärmt.“

Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 124


„Niederschmetternde Ergebnisse“:

„Seit Jahrzehnten ist die Grundschule das pädagogische Experimentierfeld schlechthin. Das begann schon in den siebziger Jahren mit der unseligen Mengenlehre, hinzu kamen die flexible Einschulung fünf bis sieben Jahre alter Kinder, die Abschaffung der Ziffernoten in den ersten drei Klassen, das Schreiben nach Gehör und der ausgemachte Unsinn von Fächerverbünden, den auch Baden-Württemberg eingeführt hat. Fächerübergreifendes Lernen ist - wenn überhaupt - nur dann sinnvoll, wenn die Basis im Fach stimmt.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 26. Oktober 2017

PISA-Superstar Shanghai:

„Ironically, traditional approaches to education have likely contributed to the success of Shanghai’s students in PISA 2009, while contemporary curriculum reforms are looking outward in efforts to move the system away from these approaches.“
Dr. Sam Sellar u. a., „Looking East: Shanghai, PISA 2009 and the reconstitution of reference societies in the global education policy field“
in „Comparative Education“ (2013), 49:4, S. 470

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Das Wesentliche für den Lernvorgang aber sind: Geduld, Ausdauer, Fleiß und die Bereitschaft der Wiederholung.“
Prof. Dr. Jost Schieren, „Was sollen Lehrer können?“ in Krautz u.a. (Hrsg.),
„Persönlichkeit und Beziehung als Grundlage der Pädagogik“ (2013), S. 201

Appell eines Praktikers an die LehrerInnen:

„Sei ein ermutigender sensibler, souveräner Anführer! Selbstlerneuphorie ist fehl am Platz – zu viel und zu frühe Eigenverantwortlichkeit belastet vor allem schwächere Lerner.“
Michael Felten, „Lernwirksamkeit statt Methodenfeuerwerk – Unterrichten im Jahre 4 nach Hattie“.
In: BELTZ (Hrsg.), PÄDAGOGIK, 66. Jahrgang, Heft 1, 2014, S. 21

„The question before us today is how can evidence inform policy“:

„The body of evidence on effective teaching practice is now overwhelming. The PISA results from last year serve to confirm the ever-growing body of international evidence on this point, that teacher-led instruction is more effective than child-centred, enquiry-based approaches.“
Nick Gibb, Englands Schulminister, Ansprache vor dem Education World Forum, 24. Jänner 2017

Methodenmix und üben, üben, üben:

„Es gibt keine allein seligmachende Unterrichtsmethode. Das Beste ist der Methodenmix, eine Kombination aus Frontalunterricht, Gruppenunterricht und selbstständigem Lernen. Schüler lernen unterschiedlich. Der eine hört besser zu, der andere muss etwas selber machen, der Dritte arbeitet gerne in der Gruppe. Und dann natürlich: üben, üben, üben.“
Univ.-Prof. DDr. Gerhard Roth, bildungsklick.de am 16. April 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Unterrichtsmethoden auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/unterrichtsmethoden


„Ever more challenging”:

„The nature of the teaching profession is now ever more challenging. Among other things, teachers are expected to embrace student-centred methods, while grappling with the impact of globalisation and new technology in their classrooms.“
OECD (Hrsg.), „Teaching in Focus 20“ (Jänner 2018), S. 2

„Am Limit“:

„Viele Lehrer sind am Limit. Mit Solidarität oder gar Unterstützung können sie jedoch kaum rechnen.“
Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 18

„Emotional und sozial stehengeblieben“:

„Ich erlebe in meiner Praxis immer mehr Eltern, die ihre Kinder wie kleine Erwachsene behandeln, die mit ihnen in einer Symbiose leben und nicht mehr fähig sind, das Verhalten des Kindes kritisch zu hinterfragen. Das geschieht ohne böse Absicht, führt aber dazu, dass ich immer mehr Kinder sehe, die emotional und sozial auf dem Entwicklungsstand eines 16-monatigen Kleinkinds stehengeblieben sind.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, www.beobachter.ch am 16. Oktober 2016

„Noch ein bisschen schwieriger“:

„Erziehen ist ein mühseliges Geschäft. Das weiß jede Mutter und jeder Vater. Lehrer haben es noch ein bisschen schwieriger, weil sie nicht nur ein Kind vor der Nase haben, sondern gleich dreißig oder mehr.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, bildungsklick.de am 5. März 2018

Gewalt gegen LehrerInnen an Deutschlands Schulen:

„45 Prozent der Befragten erwarten von der Schulverwaltung und 58 Prozent der Befragten von der Landesregierung und dem Schulministerium, dass sie endlich mehr unterstützt und besser geschützt werden.“
bildungsklick.de am 14. November 2016

In Österreich besser?

Besonders hohe gesundheitliche Belastung:

„Lehrkräfte werden in besonders hohem Maße beansprucht. Kaum ein anderer Beruf geht mit vergleichbar komplexen, intensiven und über viele Stunden praktisch ununterbrochen andauernden sozialen Interaktionen einher – vielfach verschärft durch ungünstige zwischenmenschliche, organisatorische und materielle Arbeitsbedingungen an der einzelnen Schule.“
Dipl.-Psych. Helmut Heyse, „Lehrergesundheit fördert Qualität von Schule: Landauer Empfehlungen zur Lehrergesundheit“
in Jäger (Hrsg.), „Mobbing am Arbeitsplatz Schule“ (2013), S. 165

Wachsender Druck:

„Verschiedene Studien zeigen, dass der Lehrerberuf seit langem zu den Spitzenreitern zählt, wenn es um psychische und psychosomatische Leiden geht – und eine Besserung der Verhältnisse ist nicht in Sicht. […] Der Druck an Schulen wächst. Es ist vor allem dieser Druck, der permanente Stress, der immer mehr Lehrer erkranken lässt.“
news4teachers.de am 13. Jänner 2018

Der Weg ins Burnout:

„Gewalterfahrung einerseits, einschließlich der Erfahrung, dieser ohne gesicherte Unterstützung der Kollegen, des Rektors oder der Schulbehörde ungeschützt ausgeliefert zu sein, sowie überlange Arbeitszeiten andererseits fördern die Entwicklung eines Burnouts.“
Dr. Wolfgang Hagemann, „Burnout bei Lehrern: Ursachen, Hilfen, Therapien“ (2009), S. 32f

„Niemals richtig Feierabend“:

„So geht das Arbeiten zu Hause nicht selten mit dem Gefühl einher, niemals richtig Feierabend zu haben bzw. immer im Dienst zu sein.“
Cosima Dorsemagen u.a., „Arbeitszeit an Schulen: Welches Modell passt in unsere Zeit?“
In: Martin Rothland (Hrsg.), „Belastung und Beanspruchung im Lehrerberuf“ (2012), S. 236

Die Schwierigkeit, sich abzugrenzen:

„Ein Problem im Lehrberuf ist, dass man nie fertig ist: Sie können eine Unterrichtsstunde immer noch besser vorbereiten, einen Ausflug noch attraktiver gestalten, jedes Jahr weitere zusätzliche Projekte übernehmen und bei einem Problemfall noch mehr und noch mehr Elterngespräche führen. Eine Schwierigkeit dabei ist, sich im richtigen Moment von übermässigen Ansprüchen abzugrenzen – auch den eigenen.“
Prof. Dr. Jürg Frick, Schweizer Radio und Fernsehen online am 22. April 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Lehrerbelastung auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-l-bis-p/lehrerbelastung


Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand 30. April 2018):



Deutschland:
Österreich:
EU-Mittelwert:
Finnland:
Frankreich:
Italien:

 
6,2 %
10,1 %
15,9 %
18,9 %
21,6 %
32,8 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
10

16
15
14
AMS, „Übersicht über den Arbeitsmarkt“ (April 2018), S. 6

In Bayern beträgt die Jugendarbeitslosenquote sogar nur 2,4 %. Manche wollten trotzdem Finnland, Frankreich oder Italien schulpolitisch imitieren …

Arbeitslosenquote 20- bis 29-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2017):

Österreich:
Ausland:
6,1 %
12,9 %
Eurostat, Abfrage vom 3. Mai 2018

Erstmals mehr als ein Drittel der Arbeitslosen Österreichs ohne österreichische Staatsbürgerschaft:

„Inländer hatten 256.005 (minus 9,6 Prozent) keinen Job, Ausländer 128.481 (minus 1,7 Prozent).“
Wiener Zeitung online am 2. Mai 2018

 

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Mut zur Korrektur:

„Ich appelliere an Bildungsminister Faßmann, die Reformen der letzten Jahre zu überdenken und dort, wo es erforderlich ist, die Reißleine zu ziehen. Ein mutiges Beispiel dafür hat er z. B. bei der NOST schon gesetzt.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 7

Den Einstieg in die Praxis gelingen lassen!

„Wer in der Klasse bestehen will, braucht höchste fachliche, pädagogische, didaktische und menschliche Qualitäten. Gutes Coaching beim Einstieg in die Praxis hilft StudentInnen, sich zu erfolgreichen Lehrerpersönlichkeiten zu entwickeln.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Kurier online am 11. Dezember 2018

Imageschäden schnellstmöglich beheben:

„Die Aufgaben und Herausforderungen, denen wir uns tagtäglich stellen, können wohl nicht oft genug ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Möge es gelingen, unseren wichtigen und schönen Beruf auch in Zukunft den ‚Besten der Besten‘ unter den jungen Menschen schmackhaft zu machen! Die Kinder werden diese mehr denn je brauchen!“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 15

„Echter Vorteil“:

„Dass es in Österreich sowohl die Neuen Mittelschulen, als auch die Gymnasien in der Unterstufe gibt, ist ein echter Vorteil. Durch diese Differenzierung ist es möglich, alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. Jedes Kind hat unterschiedliche Stärken und Talente und es ist notwendig, alle Potenziale zu nutzen. Fakt ist, dass das in den Neuen Mittelschulen jedoch nur durch verstärkte Leistungsdifferenzierung ermöglicht werden kann.”
Tobias Hofstätter, Bundesobmann der Schülerunion Österreich, Presseaussendung vom 1. Dezember 2018

Erkenntnis aus Deutschlands Nationalem Bildungspanel (NEPS):

„Integrative Systeme sind für die schwächsten Schüler am wenigsten zuträglich, die leistungsstarken können mit Komplexität viel besser umgehen und zuweilen sogar davon profitieren. Die Schwächsten dagegen geraten rasch ins Hintertreffen. Mit anderen Worten: Differenzierung nach Leistungsgruppen wäre im Sinne der Bildungsgerechtigkeit das Gebot der Stunde.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Nach langem Irren am Ziel angekommen:

„Teacher-directed instruction is associated with better test scores regardless of the classroom environment.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 90“ (November 2018), S. 2

Das erste Lebensjahrzehnt entscheidet:

„Die schulischen Probleme beginnen natürlich schon viel früher als bei PISA, auf das Österreichs Politik und Medien seit vielen Jahren fixiert zu sein scheinen: Die neueste PIRLS-Auswertung (PIRLS misst die Leseleistung am Ende der Volksschule) zeigt auf, dass in Österreich Kinder, die zuhause nicht Deutsch sprechen, um 50 Punkte hinter ihren deutschsprachigen Kollegen zurückliegen, das entspricht beinahe zwei Lernjahren. Zum Vergleich beträgt dieser Abstand im OECD-Mittel 28 Punkte.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 8

Gilt für Österreich noch mehr als für Deutschland:

„In Deutschland ist der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund im internationalen Vergleich sehr hoch. Bei uns stammen Migrantenkinder meistens aus der sozialen Unterschicht und haben allein deshalb schlechte Werte bei PISA. Zudem hat diese Gruppe mit der Unterrichtssprache Deutsch große Schwierigkeiten. Bei uns koppeln sich also zwei Nachteileffekte, nämlich der der sozialen Stellung und jener des Migrationsstatus.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Klemm, Neues Deutschland online am 21. November 2018

Österreich ist leider anders:

„All high-performing countries recognise that beginning teachers need intensive support to apply their knowledge to teaching, and to develop professional networks with more experienced mentors.“
OECD (Hrsg.), „Effective Teacher Policies“ (2018), S. 48

Grenzen erfahren, sich selbst finden:

„Die Schulzeit ist eine Zeit für Selbstfindung und um Opposition zu zeigen. Es braucht in diesem Alter Regeln, um Grenzen auszutesten und sich selbst einordnen zu können.“
Univ.-Prof. Dr. Barbara Schober, Dekanin der Fakultät für Psychologie der Universität Wien, Kurier online am 6. November 2018

Unterricht jenseits der Grenze des Möglichen: 

„Wir haben vor 20 Jahren die Situation gehabt, dass wir in unseren Klassenzimmern zwei oder drei verhaltensauffällige Schüler hatten. Jetzt ist es fast umgekehrt.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 13. November 2018

„Nicht gerade das Edelste“:

„Das Teaching to the test, das Lehren mit dem Fokus auf Prüfung, ist nicht gerade das Edelste.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Kontinuität statt Reformitis:

„Bildung braucht Kontinuität und die zerstört man mit dem Reformfuror mutwillig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Langfristige Perspektiven statt Reformitis:

„Ich plädiere für Entschleunigung und Relaxtheit. Es muss nicht jeden Tag eine neue Nachricht geben. Politiker müssten sagen: Ich habe eine langfristige Perspektive und da muss nicht gleich morgen alles realisiert sein. Da braucht es eine vernünftige Analyse und eine breite Diskussion mit Tiefgang. Wir lassen die Dinge reifen und brechen sie nicht übers Knie.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse vom 11. November 2018

Eltern Schlüsselpersonen für Bildungserfolg

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7