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 Medien-Zitate Oktober 2018

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

OECD-weit eine um 60 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, „RisikoschülerIn“ zu sein:

„On average across OECD countries with sufficient data, immigrant students were 1.6 times more likely to be low performers in mathematics in PISA 2012 than students without an immigrant background who are similar in all other background characteristics.“
OECD (Hrsg.), „Low-Performing Students“ (2016), S. 73

Frühkindliche Offensive für Kinder „from a Minority Ethnic Group“:

„In Denmark and Estonia, the enrollment level of these children is very high: in Denmark, 97% for PPE (Anm.: Pre-Primary education zwischen dem 3. Geburtstag und dem Schuleintritt) and, in Estonia, 100% for both (Anm.: PPE und ECE, also alle Unter-6-Jährige).“
IEA (Hrsg.), „Early Childhood Policies and Systems in Eight Countries“ (2016), S. 68

Passendes Anforderungsniveau wichtig:

„It is very important that language courses are tailored – in terms of speed and teaching methods – to the characteristics of their students.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 107

Es entstehen Parallelgesellschaften:

„Es gibt viele Migranten-Kinder aus bildungsfernen Schichten, die in Österreich geboren sind, aber nur schlechtes Deutsch sprechen. Weil sie zuhause und mit Freunden eben nur in ihrer Muttersprache kommunizieren. Es entstehen also Parallelgesellschaften.“
„SchuleAktiv!“, Ausgabe 2.18, S. 13

Abgehängt, bevor die Schullaufbahn beginnt:

„Sehr viele Kinder mit türkischem Migrationshintergrund sind auf ihrem Bildungsweg schon abgehängt, bevor sie ihren ersten Schritt in die Schule gesetzt haben. Vor Schuleintritt weisen in Österreich 14 Prozent der Kinder, deren Erstsprache Deutsch ist, besonderen Sprachförderbedarf auf, von den Kindern mit türkischer Erstsprache sind es hingegen 79 Prozent.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, VCLnews vom Oktober 2018, S. 10

Bilanz des schul- und integrationspolitischen Versagens:

„Jeder dritte Jugendliche mit Migrationshintergrund konnte 2017 nicht mit Routineaufgaben der Mathematik umgehen – bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund war es jeder zehnte.“
ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 16

Mehr als ein Viertel ohne Abschluss der Sekundarstufe II:

„Unter den 20-24-Jährigen ohne Migrationshintergrund befanden sich im Jahr 2015 7,8 % an Personen, die lediglich über (maximal) einen Pflichtschulabschluss verfügen, unter den 20-24-Jährigen mit Migrationshintergrund waren dies 26,7%.“
ibw und öibf (Hrsg.), „Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung in Österreich 2014-2015“ (2016), S. 166

Kapitulationserklärung einer gescheiterten Schulpolitik:

„Dass viele Eltern öffentliche Schulen meiden, kann Heinrich Himmer, der Wiener Stadtschulratspräsident, sogar verstehen: ‚Eltern wollen schließlich das Beste für ihr Kind‘.“
„SchuleAktiv!“, Ausgabe 2.18, S. 11

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft,
VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Auch besonders Begabte verdienen Förderung:

„Curricular and extracurricular activities targeting the needs of gifted children are commonly believed to be a viable means to support gifted children in their academic and socioemotional development.“
Univ.-Prof. Dr. Jessika Golle u. a., „Effectiveness of a “Grass Roots” Statewide Enrichment Program for Gifted Elementary School Children“. In: „Journal of Research on Educational Effectiveness“, 2018, Vol. 0, No. 0, S. 1

Gilt für Österreich noch weit mehr:

„In der Bildungspolitik gilt das Interesse vor allem den Schwachen, Langsamen und Benachteiligten. Das ist legitim und notwendig, aber es sollte nicht das ganze Interesse sein. Denn auch hochbegabte Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch und ein Recht auf Entfaltung ihrer Möglichkeiten.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Die Tagespost online am 2. Dezember 2016

Singapur:

„Singapore considered the identification and special education of talented and gifted children a priority goal, a pedagogical activity which, instead of meeting with the resistance of the state or with hindrances due to the professional ambivalences of education-policy experts, has been given strong and even intensifying support. One could say that Singapore is a talent-friendly society.“
Dr. János Gordon Győri, „Talent Support in Southeast Asia: The Singapore Example“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 147

Vietnam:

„Recently Vietnam has dedicated much effort and resources to foster and develop young talents in the first decades of the twenty-first century.“
Nguyen Van Tuan u. a., „Talent Support in Vietnamese Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 213

Ungarn:

„In Hungary, the development of gifted children is an important element in educational discourse, so it is not surprising that more teachers learn how to identify giftedness.“
Kristina Sonmark, MSc, u. a., „Understanding teachers' pedagogical knowledge“ (2017), S. 72

Israel:

„Talent development in Israel is very rich and multi-focused. The existence and operation of the pull-out centres deserves special attention internationally.“
Dr. János Gordon Győri u. a., „Centres for talent development in Israel“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 138

Spanien:

„The Spanish Public Education Act acknowledges the right of students to have the highest-level public education matching their talents/gifts, and it makes special reference to obligations related to those with outstanding abilities. […] There are numberless new programmes in this area, and Spain has joined the international and European systems of talent development.“
Istvan Benyhe, „Links between of Spanish Public Education and Gifted Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 191

PIRLS 2016 bestätigt frühere Befunde:

„Wie es sich auch schon in früheren Durchgängen von PIRLS und TIMSS gezeigt hat, ist in Österreich die Gruppe der 10-Jährigen, die Spitzenleistungen erzielen, im internationalen Vergleich sehr klein. Dies ist kein Wunder, wenn man bedenkt, welch Schattendasein in Österreich die Förderung besonderer Begabungen fristet.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Jänner/Februar 2018, S. 15

Demotivation Begabter:

„Fördert man Begabte nicht, können ihre Begabungen verkümmern. Ihre Motivation kann in Desinteresse umschlagen – es besteht sogar die Gefahr, dass sie zu Risikoschülerinnen und –schülern werden.“
MMag. Dr. Claudia Resch, Geschäftsführerin des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF), „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom November 2016, S. 17

Dringender Handlungsbedarf:

„Bei den 10-Jährigen liegt der Anteil derer, die bei PIRLS und TIMSS in allen drei Bereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) sehr gute Leistungen („Advanced Benchmark“) erreichen, bei nur 2,7 %, womit Österreichs 10-Jährige im internationalen Schlussfeld liegen. Zum Vergleich dazu ist dieser Anteil in Finnland fast fünf Mal (13,1 %) und im internationalen Mittel immerhin fast doppelt (5,1 %) so groß. Am Ende der Sekundarstufe I betragen die Anteile derer, die in allen drei Kategorien Spitzenwerte erzielen, in Österreich 3,2 %, in Finnland 7,4 % und im OECD-Mittel 4,4 %. Aus diesen Ergebnissen wird wohl niemand ableiten können, die Förderung von Begabungen und Begabten in Österreich funktioniere.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2016, S. 6

Bildung jenseits der Messbarkeit:

„Dass es eine Form der Bildung gibt, die sich dem Zugriff der qualitätssichernden Behörden entzieht, weil sie sich aus einer informellen Beziehung zwischen Schüler und Lehrer entspinnen mag, kratzt an all jenen Quantifizierungs- und Messbarkeitschimären, ohne die die gegenwärtige Bildungsforschung ebenso wenig auszukommen glaubt wie die Bildungsorganisation.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 21

Auch auf die Freude am Lernen kommt es an:

„Too much testing could lead to much pressure on students and teachers to learn and teach for a test, something that would take the joy out of the learning process.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 79“ (Dezember 2017), S. 2

Inadäquate Vermessung:

„Achievement tests do not adequately capture non-cognitive skills such as perseverance ('grit'), conscientiousness, self-control, trust, attentiveness, self-esteem and self-efficacy, resilience to adversity, openness to experience, empathy, humility, tolerance of diverse opinions and the ability to engage productively in society, which are valued in the labour market, in school, and in society at large.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 9

Von den USA lernen:

„Seit Jahrzehnten werden dort die SchülerInnen flächendeckend und jährlich getestet, die Ergebnisse veröffentlicht, sind Schulrankings gängige Praxis und unterwirft man Brennpunktschulen rigorosen budgetären und personellen Maßnahmen, um ‚kein Kind zurückzulassen‘. Lehrkräfte setzt man regelmäßig Evaluierungsprozessen aus und sanktioniert sie für von ihren SchülerInnen verfehlte Bildungsziele. Weder hat sich jedoch das durchschnittliche Leistungsniveau verbessert, noch haben sich die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen demographischen Gruppen verringert, wie zahlreiche Studien inzwischen beweisen.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Mai/Juni 2018, S. 21

„Strong negative repercussions“:

„Policy makers should rely on a broad range of information instead of any one measure. When a single metric becomes the sole basis for big policy triggers, the corresponding stakes may become dangerously high. A striking example is the U.S. No Child Left Behind policy enacted in 2001. This policy had strong negative repercussions for schools that performed poorly on annual statewide standardized tests.“
The World Bank (Hrsg.), „Learning to Realize Education's Promise“ (2018), S. 93

Leistungsschwache SchülerInnen besonders gefährdet:

„If teacher pay depends on students’ test scores, they may be induced to teach-to-the-test by shifting their attention away from those who are lagging behind to those who are more skilled.“
Nina Jalava u. a., „Grades and rank: Impacts of non-financial incentives on test performance“. In: „Journal of Economic Behavior & Organization“ 115 (2015), S. 194

Selbst von der OECD schon längst erkannt:

„The use of student surveys is not recommended for high-stakes accountability purposes in teacher appraisal.“
OECD (Hrsg.), „Synergies for Better Learning“ (2013), S. 337

„Outputsteuerung“:

„So als hätten Schülerinnen und Schüler gar keine Eigenschaften, sondern sind irgendwie so ein Rohmaterial, das, wenn es korrekt bearbeitet wird, die Form annimmt, die gefordert ist. So wie ein Töpfereibetrieb oder so. Ich finde es beleidigend den Schülerinnen und Schülern gegenüber. […] Wir brauchen eine Schule, die wieder dazu steht, dass sie primär Schule ist und nur sekundär Produzent höchst spezifizierter Teilleistung in einzelnen Domänen.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Bundeslehrertag 2014 der ÖPU Oberösterreich, Linz am 19. März 2014

„Veritable Praxis der Unbildung“:

„Nur auf Vergleichstabellen und Ranglisten zu starren ist Ausdruck einer veritablen Praxis der Unbildung.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 22

Die Wege zu Qualität sind verschieden und individuell:

„So wie verschiedene Gemälde auf verschiedene Weise eine bestimmte Qualität erreichen oder verfehlen können und so wie man diese zwar beschreiben, aber nicht durch Standardisierung garantieren kann, so kann Unterricht auf verschiedene Weise Qualität erreichen oder verfehlen. Die Wege zu Qualität in Kunst wie Unterricht sind also verschieden und individuell, ohne dass damit Qualität nicht benennbar oder gar beliebig wäre.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Keine Alternative? Schule und Unterricht ohne Formatierung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 231

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zum Testen, Vermessen und Evaluieren befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/testen-vermessen-und-evaluieren.


Ifo-Bildungsbarometer:

„Jeder zweite 14- bis 17-Jährige gab seiner Schule die Note 1 oder 2. […] Hingegen vergab nur jeder dritte Erwachsene die Note 1 und 2 für die Schulen im Einzugsgebiet. […] Studienleiter Ludger Wößmann glaubt, die Wertschätzung der Jugendlichen gehe darauf zurück, dass ‚sie sehen, dass sich in der Schule viele Menschen richtig um sie bemühen‘. Erwachsene seien hingegen stärker von kritischen Studien und Medienberichten beeinflusst.“
„Das Gymnasium in Bayern“ vom Oktober 2018, S. 5

„Dank und vorbehaltlose Unterstützung“:

„Österreichs Lehrerinnen und Lehrer erbringen unter immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen großartige Leistungen. Sie fördern durch ihren Einsatz auch den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und tragen entscheidend zur Erhaltung des Wohlstands bei. Dafür gebühren ihnen Dank und vorbehaltlose Unterstützung.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at),
Presseaussendung vom 4. Oktober 2018

Viel zu lang trauriges Ergebnis österreichischer „Schulpolitik“:

„In some countries, teaching is seen as a second-class job for those who do not do well enough academically to enter more prestigious careers, such as medicine or engineering.“
UNESCO (Hrsg.), „Teaching and learning – Achieving quality for all“ (2014), S. 25

Österreichs Lehrerinnen und Lehrer haben jeden Grund, stolz zu sein:

„Österreich gehört zu den erfolgreichsten, wohlhabendsten, sozialsten und sichersten Ländern dieser Erde. Das ist nicht das Verdienst einiger Wirtschaftskapitäne, sondern vielmehr Leistung und Können von Menschen, die in unseren Schulen ausgebildet wurden und werden.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom März 2018, S. 12

„Ich bin Lehrer!“

„Wir sollten Freude empfinden an unserem Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft. Wir müssen gegen Ungerechtigkeiten von außen und innen gemeinsam aufstehen, um stolz in einer Diskussion sagen zu können: Ich bin Lehrer!“
Mag. Paul Pogats, Bundeskoordinator von oepu4u, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 10

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Ingenieure der Menschenseele“:

„Lehrer seien die Ingenieure der Menschenseele, deshalb sei es äußerst wichtig, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Hochachtung der Bildung und der Lehrer zu sensibilisieren. Es gelte, den politischen, gesellschaftlichen und professionellen Status des Lehrerberufes gänzlich zu erhöhen.“
Xi Jinping, Chinas Staatspräsident, China Radio International online am 10. September 2018

„Teaching profession is valued in society”:

„In Finland, Korea and Singapore, more than 50 % of lower secondary teachers agreed, or strongly agreed, with the statement 'I think that the teaching profession is valued in society'.“
OECD (Hrsg.), „Effective Teacher Policies“ (2018), S. 44

„So gut ist unser Schulsystem schon lange“:

„Für Faßmann ist Österreichs Bildungssystem international weit vorne, anders als dies etwa die PISA-Tests seit Jahren ausweisen. ‚Bei PISA ist etwa Singapur ganz vorn an der Spitze, aber so gut ist unser Schulsystem schon lange.‘“
Tiroler Tageszeitung online am 14. Oktober 2018

Dort möge Österreichs zum Glück neue Schulpolitik hinführen:

„Teaching is consistently rated as one of the most admired professions, ahead of medical doctors, architects, and lawyers, typically thought to be dream professions.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Finnish Lessons 2.0“ (2015), S. 101

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zum Image des Schulwesens und der LehrerInnen auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/image.


Äußere Ordnung zur Bewältigung des inneren Chaos:

„Wenn Regeln, Routinen, Rituale und Reviere eine äußere Ordnung schaffen, kann sich das eventuell noch vorhandene innere Chaos verlieren. Insofern sind Vereinbarungen, Abmachungen, Verträge interpersonell wichtig und ein akzeptabler Disziplinierungsrahmen (Ordnungen, Strukturen, feste Abläufe).“
Univ.-Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 20. Juli 2018

Den Unterricht bieten können, den SchülerInnen verdienen:

„Verhaltensvereinbarungen ohne Sanktionsmöglichkeiten sind kontraproduktiv. U. a. bräuchten wir die Möglichkeit, SchülerInnen, die den Unterricht permanent stören, zeitweise in Timeoutklassen betreuen zu lassen. Es geht dabei nicht nur darum, diese SchülerInnen wieder so weit zu bringen, dass sie dem Unterricht folgen wollen, es geht auch darum, den anderen SchülerInnen den Unterricht bieten zu können, den sie verdienen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 3

„Patience and self-control“:

„Individuals who displayed patience and self-control as a child or adolescent have better outcomes in terms of health, performance in school, labor market success, social competence, and lifetime income.“
Univ.-Prof. Dr. Sule Alan, „Good Things Come to Those Who (Are Taught How to) Wait“ (2014), S. 2

Erfolgsfaktor Geduld:

„Wir wissen […], dass sich die Fähigkeit zur Geduld sehr früh entwickelt, etwa im Alter von drei bis sechs Jahren. In dieser Zeit lernen Kinder, was das Wort ‚Morgen‘ bedeutet.“
Univ.-Prof. Dr. Matthias Sutter, Verhaltensökonom, Die Zeit online am 1. März 2014

Erziehungsnotstand in vielen Elternhäusern:

„Eltern wollen ‚das Beste‘ für ihr Kind. Doch unter den gängigen Idealen größtmöglicher Freiheit und zwanghafter Potenzialfahndung herrscht größtenteils Erziehungsnotstand. Um nicht unter den Verdacht autoritärer ‚Verzopftheit‘ zu geraten, retten sich Eltern in die Rolle des Freundes, Kumpels, Begleiters, Moderators oder Steigbügelhalters ihres Kindes und vertrauen auf Selbstregulation.“
Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „gymnasium“ vom März/April 2018, S. 20

Sekundärtugenden gefragt:

„Heute schauen die Personalchefs bei den Bewerbern um einen Arbeitsplatz nicht nur nach einem guten Abschlusszeugnis, sondern auch nach Anzeichen von Gewissenhaftigkeit und Durchhaltevermögen.“
Univ.-Prof. Dr. Terrie E. Moffitt u. a., „Ein besseres Leben dank früher Selbstbeherrschung“. In: „Spektrum der Wissenschaft“ vom Dezember 2014, S. 41

Wenig überraschende Erkenntnis:

„Classrooms and schools with more disciplinary problems are less conducive to learning, since teachers have to spend more time creating an orderly environment before instruction can begin.“
OECD (Hrsg.), „Education Indicators in Focus 29“ (Februar 2015), S. 3

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

Wie wahr!

„Ein Leitungs- und Wissenschaftspersonal, das die dunklen Seiten des Lehrerberufs genau und aktuell kennt, weil es selbst regelmäßig eigenverantwortlich in dieser schwierigen Praxis steckt, erfindet nicht nur Brave-Kinder-Pädagogik – sondern auch eine realistische Pädagogik. Illusionäre Konzepte aus Reform- und Alt-68er-Pädagogik verschwinden da schnell. Gemeinsames Lernen wird keine Erlösungsformel sein, Disziplin kein ‚No Go‘ sein, sondern die erste Pflicht für Schüler und Lehrkräfte.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase. In: ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 19

Seit vielen Jahren bildungswissenschaftlich evident, aber politisch ignoriert:

„An Österreichs Schulen kommt es im internationalen Vergleich zu sehr viel physischer und psychischer Gewalt, sehr viel Unterrichtszeit fällt Disziplinlosigkeit zum Opfer.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, quintessenzen.at am 23. März 2018

Kompetenzorientierung auf Kosten der Bildung:

„Viele Lehrerinnen und Lehrer bedauern, dass die Kompetenzorientierung die konkreten Inhalte verdrängt hat.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Die Furche vom 6. September 2018

Kritikfähigkeit gefährdet:

„Wenn die Schule von heute dazu übergeht, sich im Zuge der Kompetenzorientierung als reines Ankreuzinstrument zu verstehen, kann dies wohl nicht die erwünschte Richtung sein. Was wir brauchen sind Menschen, die Verhaltensweisen, Rituale und gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch hinterfragen, ganz im Sinn von Univ.-Prof. Liessmann, wenn er meint ‚Gebildet ist nicht derjenige, der eine Lesekompetenz aufweist, sondern derjenige, der ganz bestimmte Bücher gelesen hat und durch sie geprägt wurde.‘“
Mag. Alexander Keil, Organisationsreferent der AHS-Gewerkschaft, FCG, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 16

„Verzwecklichung von Bildung“:

„Meiner Auffassung nach wird man mit dieser Instrumentalisierung und Verzwecklichung von Bildung genau das Gegenteil von dem erreichen, was man beabsichtigt hatte. Die Menschen werden es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben, weil sie nicht die Distanz, die Übersicht, die Urteilsfähigkeit sowie die Fähigkeit, selbstverantwortlich zu handeln, mit sich bringen.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 33

Wissen würde Wertschätzung verdienen:

„Mitunter hat man überhaupt den Eindruck, dass in der angeblichen Wissensgesellschaft nichts so sehr verachtet wird wie der Erwerb von Wissen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 55

Die Bildungsferne der Kompetenzorientierung:

„Man kann mit Kompetenz zu allem fähig werden. Bildung bringt nicht zuletzt das zu Bewusstsein.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, „Der Bildungs-Rat der Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (2015), S. 40

„Orientierung auf Friede, Freiheit und Gerechtigkeit“:

„Bildung an öffentlichen Schulen dient […] der Personwerdung des Einzelnen im Horizont des Gemeinwohls, also in der Orientierung auf Friede, Freiheit und Gerechtigkeit. Dem widerspricht schon grundsätzlich jede Verkürzung von aufklärerischer Bildung auf das Training vordergründig anwendungsorientierter, funktionaler Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 104f

„Bildende Vorbilder“:

„Durch die Herrschaft der standardisierten Verfahren wird das Leitbild eines Lehrertypus stillschweigend entsorgt, der nach Fachsystematik unterrichtete und im persönlichen Einstehen für Dinge und Menschen als bildendes Vorbild gelten konnte, der den sozialen Handlungsraum des Unterrichts und des Schullebens nach pädagogischen Gesichtspunkten frei (mit)gestalten konnte. Ersetzt wird diese persönliche Verantwortung durch vorgefertigte Sozialtechnologien, die Schülerinnen und Schüler in ihre Normerfüllung einweisen statt ihr Interesse an der Sache zu wecken und ihr Verhalten wie Regelsysteme steuern statt den Respekt vor dem Anderssein des Anderen durch Vorbild und allmähliche Einsicht aufzubauen.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Schweden zog im Jahr 2011 die Konsequenzen:

„The 2011 curriculum spells out more clearly goals for knowledge to be acquired generally as well as by subject at the end of each cycle.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Sweden: An OECD Perspective“ (2015), S. 74

„Wer nichts weiß, muss alles glauben“ (Marie von Ebner-Eschenbach):

„In Zeiten, in denen angeblich alle vermeintlich alles wissen (können), hat derjenige die Nase vorn, der das ihm vorgesetzte ‚Wissen‘ überprüfen und einordnen kann. Mit der ‚kompetenten‘ Anwendung des Wissens allein ist es nicht getan.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

„Betrug an jungen Menschen“:

„Kompetenzorientierung tötet systematisch jede Neugier, sie erlaubt es nicht, sich mit Fragen inhaltlich auseinanderzusetzen, sondern trainiert nur isolierte formale Fähigkeiten. Wer nur Lesekompetenz erwerben soll, ohne dass ihm je überzeugend klargemacht wird, welche lesenswerten Bücher es gibt, wird wenig Freude am Lesen haben und diese Kompetenz bald wieder verlieren. Das ist eigentlich Betrug an jungen Menschen, denen das Beste unserer Kultur vorenthalten wird.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 4. Juni 2018

Bildungserfolg lässt sich fördern, aber nicht erzwingen:

„Praktische und wissenschaftliche Pädagogik wissen, dass man Bildungsprozesse – wenn man sie denn vollwertig versteht – eben nicht outputorientiert mit Standards und Test, nicht mit unterrichtsmethodischer Gleichschaltung und Überwachung durch Schulinspektionen erzwingen kann.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Imperative des ‚Wandels‘: Schulreform in der Postdemokratie“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 21

Professionalität statt Rasterdenken:

„Evaluating teachers by the test scores of their students undermines professionalism and encourages teaching to the test.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 22f

Nicht alles, was wichtig ist, ist messbar:

„The goal of the school activities is not simply that children should produce outstanding results in their major subjects. It is equally important that they develop a liking for learning; that they dare undertake risks; that their imagination, self-confidence, management skills, self-discipline should be enhanced; that they become open and successful, satisfied adults acting in an efficient way. These effects of the school cannot be quantified, but that does not mean it is less important than measurable performance.“
Dr. Andrea Frank u. a., „Freedom and Creativity – Programmes of the Israel Center for Excellence through Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 83

Finnlands LehrerInnen genießen Vertrauen:

„In Finland, half of surveyed teachers responded that they would consider leaving their job if their performance would be determined by their student’s standardized test results.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, Washington Post vom 15. Mai 2013

Inhalte und Werte, die in keinen Raster passen:

„Ein Feedback-System, das sich eine Verbesserung des Schulsystems auf seine Fahnen heftet und sich dabei auf messbare Lernergebnisse beruft, läuft Gefahr, das Gegenteil zu bewirken, ist doch die Versuchung groß, genau das zu unterrichten und zu forcieren, was getestet wird und was sich leicht messen lässt, und Inhalte zu vernachlässigen, deren Lernfortschritte sich schwer evaluieren lassen. Kreativität, Kunstverständnis, Musisches und vieles andere mehr passen in keinen Testraster. Die Frage nach der Nützlichkeit solchen Unterrichts wird in Folge rasch gestellt, und ‚teaching to the test‘ verdrängt in kürzester Zeit sämtliche noch verbliebene pädagogische Freiräume.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied des ZA-AHS, ÖPU, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 22

In einer OECD-Publikation(!) zu lesen:

„The monitoring of student outcomes must extend beyond knowledge skills in key subject areas and include broader learning outcomes, including students’ critical thinking skills, social competencies, engagement with learning and overall well-being.“
OECD (Hrsg.), „Synergies for Better Learning“ (2013), S. 25

Teaching to the test:

„If teachers are judged largely on results from standardised student tests, they may 'teach to the test', focusing only on skills that are tested and giving less attention to students’ wider developmental and educational needs.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Wales“ (2014), S. 31

„Permanente Kontrolle“:

„Der grundsätzliche Fehler dürfte wohl darin bestehen, dass man einerseits der Schule zu viel zumutet und andererseits auf permanente Kontrolle – oft euphemistisch mit den Unwörtern ‚Testkultur‘ und ‚Feedback-Kultur‘ umschrieben – nicht verzichten will.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, seit Dezember 2017 Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 9. April 2014

„Zutiefst kontraproduktiv“:

„Das ständige Vergleichen, Reihen und Werten im Bildungssystem führt zweifellos zu einer permanenten Verunsicherung und Nervosität und einem – um es mit Hegel zu sagen – ‚unglücklichen Bewusstsein‘, das den entscheidenden Intentionen von Bildung gegenüber zutiefst kontraproduktiv ist.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 22

Pädagogik braucht Freiheit:

„Es wäre ein Fehler, würde die heutige Bildungspolitik dazu führen, dass Schulen und Lehrkräfte das eigenständige Denken, Erkennen und Urteilen nicht mehr schulen und fördern könnten – zum Beispiel, weil sie immer weniger Freiheiten geniessen, mit sogenannten ‚Bildungsreformen‘ überhäuft werden und von bürokratischem Unsinn zugedeckt werden.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Testen, Vermessen und Evaluieren auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/testen-vermessen-und-evaluieren.


Bücher und Zeit zum Lesen:

„Two of the most influencing factors with regard to home characteristics are the number of books at home and the amount of time students spent on reading outside school.“
Dr. Sonja Nonte u. a., „Promoting reading attitudes of girls and boys“ (2018), S. 17

„An enormously important role“:

„Parents play an enormously important role in supporting their children in their literacy development throughout their school years. When children enter primary school, many parents reduce the amount of reading they do with their children, seeing literacy as the school’s responsibility.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 64

Die frühkindliche Diskriminierung findet im Elternhaus statt:

„28 % der Kinder zwischen 3 Monaten und 3 Jahren wird (fast) nie vorgelesen. In bildungsfernen Familien ist der Anteil der Eltern, die (noch) nicht vorlesen, besonders hoch. Dass Eltern Lesen und Vorlesen für bedeutsam halten, reicht nicht aus, um dies von Beginn an zu tun.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – aber ab wann?“ (2017), S. 17

„Parents’ enjoyment of reading”:

„From an early age, a significant contributor to children’s motivation to read and reading achievement is their parents’ attitudes and behaviors toward reading. For example, studies have shown that parents’ enjoyment of reading and their reading for pleasure are related to children’s motivation to read, children’s own recreational reading, and children’s reading achievement.“
IEA (Hrsg.), „Policy Brief 9“ (Dezember 2015), S. 2

Die Differenz der ersten drei Lebensjahre:

„At age three, children from professional families speak 50 % more words than children from working-class families and more than twice as many compared to children from welfare families.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „The economics of human development and social mobility“ (2014), S. 8

„Gute Zukunft braucht eine andere Gesellschaft“:

„Solang man […] nicht die Eltern dazu bringt, ihren Kleinkindern wieder regelmäßig vorzulesen und wir als Gesellschaft weiterhin nur das Nötigste in die Kinder investieren, so lang wird die Schule in der Rolle des Sündenbocks verharren müssen. Gute Zukunft braucht eine andere Gesellschaft.“
Univ.-Prof. Dr. Kurt Kotrschal, Die Presse online am 9. Oktober 2018

Gerechte Bildungs- und Entwicklungschancen für möglichst viele Kinder schaffen:

„Wenn Leseförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird, können wir bis 2020 den Anteil der Eltern, die zu selten vorlesen, auf 20 Prozent senken, bis 2030 auf 10 Prozent. Dann verfügen neun von zehn Kindern über die Bildungs- und Entwicklungschancen, die ihnen gerechterweise zustehen.“
Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der „Stiftung Lesen“, bildungsklick.de am 14. Oktober 2016

„Guidance and advice for parents“:

„Getting books and other reading materials into every family’s home – especially to provide reading materials for parents and children who cannot afford to buy them – is a monumental and necessary task, but it is not enough on its own. Successful book-gifting schemes do not just provide books and information; they also provide practical, hands-on support, guidance and advice for parents.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 59

„Kinder, die am Ende der Pflichtschule nicht sinnerfassend lesen können“:

„Bleibt das Vorlesen im Kleinkindalter aus, müssen die Kinder grundlegende Sprachkenntnisse später mühevoll nachholen, und dafür reicht die Schulzeit oft nicht aus. Deshalb haben wir viele Kinder, die am Ende der Pflichtschule nicht sinnerfassend lesen können.“
Andrea Walach, Direktorin einer NMS in Wien Margareten. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 19

Keine Frage des Geldes:

„The Programme for International Student Assessment (PISA) and many other studies show that children whose parents engage in activities such as reading, writing words, telling stories and singing songs not only tend to achieve better reading and numeracy skills, but are also more motivated to learn.“
OECD (Hrsg.), „Engaging Young Children“ (2018), S. 23

Hunderte bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld.


Wie wahr!

„Sonderproblem des heimischen Schulwesens ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bis 40 Prozent sind bewältigbar, sagt der OECD-Experte Andreas Schleicher im KURIER. Darüber wird es schwierig. Doch in Österreich gibt es nicht wenige Klassen, in denen 100 Prozent der Schüler eine andere Umgangssprache haben als Deutsch.“
Dr. Martina Salomon, Chefredakteurin, Kurier online am 6. Oktober 2018

Anzahl der „Brennpunktschulen“ steigt rasant:

„Im Durchschnitt hat ein Viertel aller SchülerInnen in Österreich eine andere Umgangssprache als Deutsch, mit starken regionalen Unterschieden (beispielsweise beträgt der Anteil der SchülerInnen mit nicht-deutscher Umgangssprache in Neuen Mittelschulen im bundesweiten Durchschnitt 31,2 %, beispielsweise in Kärnten 16,4 % und in Wien 72,8 %). […] Im Integrationsdiskurs präsent sind seit einiger Zeit auch Schulen, die vor besonderen Herausforderungen stehen – Stichwort ‚Brennpunktschulen‘. Untersuchungen zeigen, dass alle SchülerInnen, die eine solche Schule besuchen, schlechtere Schulleistungen aufweisen – unabhängig davon, ob sie Deutsch als Umgangssprache verwenden oder nicht. Bei SchülerInnen mit einer nicht-deutschen Umgangssprache ist die negative Korrelation jedoch um ein Vielfaches höher.“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 46

Verdreifachtes Risiko:

„Die letzte PISA-Testung stellte unseren 15-Jährigen mit Migrationshintergrund im Ländervergleich ein miserables Zeugnis aus. […] SchülerInnen mit Migrationshintergrund tragen in Österreich ein dreifach so hohes Risiko, sehr schwache Schüler zu sein, wie ihre KollegInnen, die ausschließlich Deutsch sprechen.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 8

Bundesweit jedes fünfte Kind nicht schulreif:

„Fast jedes fünfte der 83.000 Kinder, die heuer aus dem Kindergarten gekommen sind und mit der Schule begonnen haben, starte als ‚außerordentlicher Schüler‘ oder in einer Vorschule. Zwar finden sich darunter auch Kinder ohne Migrationshintergrund, der Hauptgrund ist aber die Sprachbarriere.“
Kurier online am 6. September 2018

Sprache Schlüssel zur Integration:

„Ohne die deutsche Sprache kann in Österreich nichts bewerkstelligt werden. Sie ist die Basis für kulturelle und gesellschaftliche Integration.“
Prof. Mag. Ilan Knapp. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 12

Herausforderung enormen Ausmaßes:

„Die Schule allein wird das nicht lösen können. Es ist nicht nur ein bildungspolitisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. September 2018

Folge jahrzehntelangen politischen Versagens:

„Österreichs Schulwesen ist mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, deren enorme Dimension Folge jahrzehntelangen politischen Versagens ist. Diese Zusatzaufgaben zu bewältigen, ist für Frieden und Wohlstand in unserem Land unverzichtbar.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 5

„Integrationsmotoren“:

„Ich bin […] überzeugt, dass das Bildungssystem und der Arbeitsmarkt die wichtigsten Integrationsmotoren sind. Die Schule ist zudem ein Ort des sozialen Lernens. Dafür sind Offenheit für Begegnungen und die Beherrschung der Unterrichtssprache Deutsch notwendig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 14

Hoffentlich „gerade noch rechtzeitig“:

„Der Unterrichtsminister zieht die bildungspolitische Notbremse, gerade noch rechtzeitig für die zahlreichen Schüler, die derzeit ohne ausreichende Kenntnisse in der Unterrichtsprache und in Mathematik kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt vorfinden.“
Mag. Harald Pennitz, stv. Vorsitzender des FA Steiermark, ÖPU, Leserbrief an die Kleine Zeitung vom 2. Oktober 2018

ERSTE wichtige Maßnahmen:

„Ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr, Deutschklassen für Kinder und Jugendliche, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, verstärkte Aufklärung über den Wert der Bildung und die im Regierungsprogramm festgehaltene Bildungspflicht sind erste wichtige Maßnahmen.“
Mag. (FH) Franz Wolf, Direktor des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 17

„Konsumverwahrlosung“:

„Wir haben auch eine Konsumverwahrlosung, bei der kein in sich gefügtes ethisches und moralisches Werte-Set vorgelebt wird. Das sind dann Kinder, die auf einem Samtpolster als bestauntes, monumentales Ereignis durch ihre frühe Kindheit kutschiert werden.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 16. Juni 2018

„Helikoptereltern“:

„Waren es bislang die an Bildungsfragen weitgehend desinteressierten Eltern, die den Schulen zu schaffen machten, so gesellt sich neben diese Problemgruppe in wachsender Stärke eine Gruppe, die das totale Gegenstück darstellt: Eltern, die schier obsessiv entschlossen sind, alles und noch mehr für ihr Kind zu tun.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Helikoptereltern – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung“, Referat an der KPH Wien/Krems am 27. Oktober 2014

„Überförderte PrinzessInnen“:

„In den frühen Kindheitsjahren überförderte PrinzessInnen fallen in der Gruppe von 25 Kindern in der Schule aus allen Wolken, wenn sie erstmals erleben, dass sie doch nicht die ‚Größten und Besten‘ auf weiter Flur sind, wie es ihnen ihre Eltern immer wieder vorgegaukelt haben.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
VCL news vom Dezember 2017

Narzissmus:

„Children seem to acquire narcissism, in part, by internalizing parents’ inflated views of them (e.g., 'I am superior to others' and 'I am entitled to privileges'). […] Self-esteem was predicted by parental warmth, not by parental overvaluation.“
Eddie Brummelman u. a., „Origins of narcissism in children“ (2015), S. 1

Hyperaktive Eltern und ihre Schnecken:

„Pädagogisch hyperaktive Eltern würden genau das Gegenteil als Nachwuchs bekommen – nämlich ganz langsame ‚Schnecken‘, die geduldig darauf warten, dass die Mama als ‚Rotkreuz-Schwester‘ herbeiflitze und ihrem Schätzchen den O-Saft bringe.“
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und vielfacher Buchautor, http://www.kreiszeitung.de am 14. November 2014

Der unverzichtbare Wert des Elternhauses:

„The best recent evidence is that on average the highest-quality child care, especially in the early years, comes from a child’s own parents.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 248

„Family is of crucial importance“:

„Investment in early childhood interventions brings the biggest returns in terms of securing higher levels of skills and positive adult outcomes. In those years, family is of crucial importance and the patterns of interaction between parents and children have a significant impact on cognitive, social and emotional skills.“
OECD (Hrsg.), „Skills for Social Progress“ (2015), S. 38

Elternhaus schützen!

„Es gibt immer noch Eltern, die in sich ruhen und intuitiv ihren Kindern eine gesunde Entwicklung ihrer Psyche ermöglichen. Doch der Widerstand gegen ein Umfeld, in dem Kinder wie kleine Erwachsene behandelt werden, wird immer schwieriger.“
Dr. Michael Winterhoff, „Die Wiederentdeckung der Kindheit – Wie wir unsere Kinder glücklich und lebenstüchtig machen“ (2017), S. 54

Gegenseitige Wertschätzung unverzichtbar:

„Schule funktioniert nur mit gegenseitiger Wertschätzung – der Schule den Eltern gegenüber, der Eltern der Schule gegenüber, innerhalb der Familien.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Der Spiegel vom 4. November 2017

Mehr Investitionen, mehr Miteinander, mehr Ernsthaftigkeit:

„Wir müssen mehr in die Qualität investieren. Und es müssen Eltern und Schule an einem Strang ziehen, um die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft klarzumachen. Die Ernsthaftigkeit dem Schulsystem gegenüber möchte ich schon einmahnen. Das ist woanders viel klarer. In Singapur ist die Meinung: Bildung ist das einzig Entscheidende.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 2. Oktober 2018

Vertauschte Rollen:

„Die moderne Didaktik betont, Unterricht müsse vor allem anregend sein, Spaß machen. Die Eigenanstrengung beim Lernen blendet sie gerne aus. Wenn Spaß die höchste pädagogische Kategorie ist, drängt man die Lehrkraft in die Rolle des Entertainers und gibt letztlich ihm die Schuld, wenn der Schüler bei der Klassenarbeit oder Prüfung versagt.“
guteschuleblog.wordpress.com am 4. September 2018

Die Angst vor der Wahrheit:

„Fast scheint es, als wollten wir uns verbieten, ehrlich von besseren und schlechteren Leistungen zu sprechen, weil wir eigentlich ganz genau wissen: Alle können nicht gut sein.“
Deutschlandfunkkultur online am 5. April 2018

Berlin, seit vielen Jahren Träger von Deutschlands roter Laterne:

„Mit Zusatzressourcen für Brennpunktschulen ändert man nicht die Ermäßigungspädagogik, die in vielen Berliner Schulen vorherrscht und in der Bundeshauptstadt nicht einmal kritisiert, geschweige denn geändert wird.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 11. August 2018

Der Druck, sachlich falsche Leistungsbeurteilungen zu erteilen:

„Der setzt oft ein, sobald es etliche negative Noten gibt. Daran ist für viele Vorgesetzte immer der Lehrer schuld. Deshalb haben viele Lehrer innerlich resigniert und verschenken halt die Noten, damit sie ihre Ruhe haben.
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 4. März 2015

Gestörtes Verhältnis zur Leistung:

„Statt zu fragen: ‚Was hätte ich besser machen können?‘, heißt es ‚Wieso hat der Mitschüler eine bessere Note als ich?‘ Man ist häufig nicht einmal bereit anzuerkennen, dass der andere mehr getan hat als man selbst.“
Univ.-Prof. Dr. Evi Hartmann, Die Presse online am 27. Mai 2018

Leistungsbereitschaft:

„‚Schule soll zur Anstrengung anhalten, um die Schüler auf das spätere Berufsleben vorzubereiten.‘ Zu Erfolgsaussichten würden Chancen schließlich erst durch Anstrengung. Und schließlich bereite Leistung gerade jungen Menschen auch Freude, weil sie etwas sehr Individuelles sei.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, www.dtoday.de am 15. Mai 2014

Schwindel statt Schulpolitik:

„Damit auch wirklich jeder Schüler seine persönlichen Erfolgserfahrungen machen kann, wird dann eben das Niveau diesem Schüler angepasst. […] Da wird – egal, wie erfüllend und produktiv das Lernen für den Schüler ist – so weit heruminterpretiert an den Lernergebnissen und Erfahrungen, dass es am Ende als Erfolg wahrgenommen werden kann.“
Univ.-Doz. Dr. Detlef Zöllner, Der Standard vom 16. Juni 2014

Entwertung von Noten und Zeugnissen:

„Wenn heute die Gymnasien ständig steigende Schülerzahlen und sinkende Wiederholerquoten melden, dann liegt der Verdacht nicht fern, dass nicht vorrangig die Leistungen, sondern eher die Bewertungen besser geworden sind.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Oktober 2014, S. 21

Eine Schule, die den Talenten und Bildungserwartungen gerecht wird:

„Schule soll leistungsorientiert sein, vielleicht leistungsorientierter werden. Sie soll eine Differenziertheit aufweisen von Schultypen und Arten, um auf differenzierte Talente und Bildungserwartungen eingehen zu können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, NEWS online am 14. April 2018

Die Motivation dosierter Überforderung:

„Vielleicht müssen wir erkennen, dass es für bestimmte junge Menschen reizvoll sein kann, vor schwierigen Aufgaben zu stehen. Eine bestimmte Form von dosierter Überforderung kann motivierend sein, wenn es richtig gemacht wird und es nicht zu Leistungsterror führt – das brauchen wir nicht mehr.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Umdenken der OECD:

„Das Wiederholen einer Klassenstufe, d. h. die Praxis, Schüler in derselben Klassenstufe zu behalten, wird dazu genutzt, Schülern mit Problemen mehr Zeit zu geben, die für die jeweilige Klassenstufe angemessenen Inhalte zu beherrschen, bevor sie in die nächste Klassenstufe versetzt werden (und so zu verhindern, dass sie die Schule frühzeitig verlassen).“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 190

Kein Stigma, sondern Weg zum Bildungserfolg:

„Das Wiederholen einer Klasse dürfe kein Stigma sein; viele Kinder bringe es sogar voran. Und wer etwa sitzenbleibe, weil er ‚allzu cool‘ sei, dem helfe mitunter eine ‚leidvolle Erfahrung‘.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Die Tagespost online am 13. März 2017

Erfolge wie Misserfolge Teil des Lernprozesses:

„Motivation gelingt nur dann, wenn Erfolge wie Misserfolge als Teil des Lernprozesses zugelassen werden – ohne dass das emotionale Verhältnis zum Lehrer dadurch erschüttert wird.“
Dr. Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 67

„Das Wiederholer-Jahr ist ein staatlich finanzierter Nachhilfeunterricht“:

„Oft ist Sitzenbleiben der Startschuss für eine doch noch erfolgreiche Schulkarriere, man findet Anschluss, hat wieder Erfolgserlebnisse. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Süddeutsche Zeitung online am 21. Juni 2015

Keine Einsparungen auf Kosten derer, die mehr Zeit brauchen!

„Es darf einer hochentwickelten Gesellschaft […] nicht zu teuer sein, Kindern mit Großdefiziten ein weiteres Schuljahr zu finanzieren.“
Michael Felten, „Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung“ (2016), S. 22

PISA 2012:

„In Portugal gaben 22,4 Prozent der 15-Jährigen bei Pisa an, während der Primarstufe wiederholt zu haben. In Frankreich waren es 17,8 Prozent, in Spanien 12,2 Prozent.“
Die Welt online am 20. Februar 2013

In Österreich waren es 4,7 %, in Deutschland 8,8 %.

Defizite beheben statt übersehen!

„Gerade in der ersten Klasse ist der Stoff so wichtig und umfangreich und der Alltag in der Schule so neu für die Kinder, dass Defizite aus der ersten Klasse nie wieder aufgeholt werden. Daher sollte gerade hier eine Wiederholung der Klasse nicht nur möglich, sondern zwingend notwendig sein, wenn man den Stoff nicht beherrscht. In der ersten Klasse wird der Grundstock für das weitere Lernen gelegt.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 11

Zufall?

„Bayern, das Bundesland mit den meisten Sitzenbleibern, schneidet bei Bildungstests besonders gut ab. Berlin, fast ohne Sitzenbleiber, am schlechtesten.“
Tagesspiegel online am 2. April 2017

Bisherige Versuche gescheitert:

„Es gibt noch keine Methode, Sitzenbleiben überflüssig zu machen.“
Univ.-Prof. Dr. Dieter Neumann, Rheinische Post vom 19. Februar 2013

Auf das Interesse der SchülerInnen fokussieren!

„Es macht wenig Sinn, Schüler mitzunehmen, die die Bildungsziele nicht erreicht haben. Es vergrößern sich eher die Unterschiede zwischen jenen, die es können, und jenen, die es nicht können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Österreich online am 2. Oktober 2018

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zum Repetieren auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/repetieren.


Durchschnittsniveau über- und unterfordert:

„Studien zeigen, dass für einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler Unterricht, in dem die Lehrkraft sich am Durchschnittsniveau orientiert, nicht fördernd und anregend genug ist. Je heterogener die Schüler sind, umso schwieriger wird es, die einzelnen möglichst gut zu fördern.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

Schwedens Gesamtschule am Ende:

„The PISA 2012 report, published in late 2013, has come as a shock to a number of countries. Sweden scored particularly low and the call for change is very loud there. More focus on differentiation and the development of excellence programs could be a way forward.“
Univ.-Prof. Dr. Marca Wolfensberger, „Talent Development in European Higher Education“ (2015), S. 255

Ideologisch bedingtes Ignorieren empirischer Realität:

„Für jedes Kind soll das Gleiche gleich gut sein, auch wenn das Gegenteil hinreichend belegt ist.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 14. Juni 2018

England:

„7 % of the British children aged between 4 and 18 years attend independent schools […] There is fierce competition for admission, as for many parents it is important to send their children to an independent school, and they are willing to pay even a high price.“
Dr. Judit Pásku u. a., „Talent Development Traditions and New Endeavours in Great Britain in the 21st Century“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 101

„Da muss man gegensteuern“:

„Wenn nur Kinder von Arbeitern und Immigranten im Gymnasium – das dann auch noch Gesamtschule heißt – sitzen, und die Kinder der Generaldirektoren vom Kindergarten bis zur Uni durch Privatinstitutionen laufen, ist dieses gemeinschaftliche Element verloren gegangen. Das ist ein zu hoher Preis für eine gemeinsame Schule, die dann eben keine gemeinsame Schule mehr ist. Da muss man gegensteuern.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Bayerns Schulwesen, Europas Nr. 1:

„Unser Ziel ist, dass nicht jeder Schüler das Gleiche bekommt, sondern das, was er wirklich braucht.“
Dr. Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns, „Das Gymnasium in Bayern“ vom Mai 2018, S. 9

Bayerns vielfältiges Schulwesen:

„Das bayerische Bildungssystem erhält bei Untersuchungen immer wieder Bestnoten. In den großen nationalen Leistungsvergleichen und unabhängigen Studien belegen Bayerns Schüler regelmäßig den ersten Platz. Kein anderes Bundesland kann eine so kontinuierliche Spitzenstellung aufweisen, die Erfahrungen der Bürger bestätigen dies.“
Focus online am 5. April 2018

Bestmögliche Bedingungen für bestmögliche Leistungen:

„Das differenzierte Schulwesen ist eine zentrale und wichtige Säule unseres Schulsystems. Wir müssen unseren Kindern die bestmöglichen Bedingungen für ihre Entwicklung bieten. Nur in einem Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen, werden sie ihre bestmöglichen Leistungen abrufen können. Die Schüler sollen nach ihren Begabungen und Fähigkeiten gefördert und gefordert werden.“
Dir. Mag. Norbert Santner, Kärntner Landessprecher von Pro Gymnasium, meinbezirk.at am 29. August 2018

Klares Bekenntnis zur Vielfalt:

„Um die Kinder für die Zukunft vorzubereiten, ist die Vielfalt in einem differenzierten Schulsystem ein ganz wesentlicher Baustein.“
Rudolf Mair, seit 1. Juli 2018 Bildungsdirektor Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 27. Juni 2018

Erfreuliches Umdenken in der IV:

„Eine Stärke des österreichischen Bildungssystems liegt ja gerade in seiner Differenziertheit.“
Mag. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Presseaussendung vom 11. September 2018

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand 28. September 2018)



Deutschland::
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Finnland:
Schweden:
Frankreich:

 
6,1 %
8,4 %
11,0 %
14,8 %
17,4 %
17,9 %
20,4 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
10
16

16
16
15
AMS, „Übersicht über den Arbeitsmarkt“ (September 2018), S. 6

Arbeitslosenquote 20- bis 29-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2017)

Österreich:
anderer EU-Staat:
Drittstaat:
6,1 %
9,0 %
16,1 %
Eurostat, Abfrage vom 1. Oktober 2018

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Wichtige Websites

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Aktuelle Zitate

 

 

 

Schluss mit dem Verdrängen!

„Das Problem Aggression von Schülern gegenüber Lehrern wird noch viel zu oft tabuisiert.“
Gerhard Seier, Vorsitzender der GÖD Tirol, Tiroler Tageszeitung online am 17. März 2019 

Fatale Verengung:

„Durch diese Reduktion auf nur drei Kompetenzen geht genau das an Bildung verloren, was eigentlich das Wesen von Bildung ausmachte, nämlich die Vielfalt, die unterschiedlichsten Dimensionen des Lebens, die unterschiedlichsten Dimensionen von Kultur und Gesellschaft, die unterschiedlichsten Formen von Weltaneignung, Weltverständnis und Selbstverständnis, die immer im Fokus von Bildungskonzepten und Bildungsanstrengungen gestanden sind.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Bundeslehrertag 2019 der ÖPU Oberösterreich, 27. März 2019

Sparen auf Kosten der Jugend beenden!

„Um eine Erhöhung des Budgets für die Schulen werden wir nicht herumkommen, wenn wir die Chancen für unsere Jugend nicht verschlechtern wollen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 7 

Ressourcen statt Privatisierung!

„Mehr Ressourcen, vor allem auch fürs Gymnasium, müssen endlich her, denn in vielen Ländern lautet die Alternative zu einem stiefmütterlich behandelten öffentlichen Schulwesen schlicht Privatschule.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich), März 2019, S. 3

Auf die Qualität kommt es an:

„Ich halte nichts davon, das Medium in den Vordergrund zu schieben und zu sagen, der Unterricht muss jetzt digital ablaufen. Der Unterricht muss zuerst und vor allem fachlich gut sein, und wenn digitale Medien einen guten Beitrag dazu leisten können, kann man das ja machen. Ich habe nur Sorge, dass gegenwärtig im politischen Diskurs angenommen wird, der Unterricht wird grundsätzlich besser, wenn wir ihn digital gestalten. Das glaube ich nicht.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Thein, Standard online am 2. April 2019

Auf die ersten Lebensjahre kommt es an:

„‚Von Anfang an gehen aufgrund uneinheitlicher Startbedingungen sehr viele Chancen verloren. Auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten ist dieses Defizit nur schwer auszugleichen. Wir müssten früher, in den ersten Lebensjahren und im Kindergarten, mit individuellen Fördermaßnahmen ansetzen.‘ Ob einem Kind daheim vorgelesen oder mit ihm gesprochen werde, oder Kinder nur vor Fernseher oder Computer sitzen, mache einen massiven Unterschied aus.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019