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Medien-Zitate Jänner 2019

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

„86 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, meinen, dass sie sich schnell Dinge merken können – aber nur 45 Prozent derjenigen, denen selten bzw. nie vorgelesen wurde.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 20

Eltern als erste PädagogInnen:

„Parental cognitive involvement in early childhood such as time invested in shared book reading, storytelling, learning the alphabet, numbers, and letters, playing rhyming and math games, and access to cognitively stimulating toys and books set the stage for children’s cognitive and intrinsic motivation development.“
Dr. Daniel H. Caro, „Socio economic gaps in subject interest: the mediating role of parental cognitive involvement“.
In: „Large-scale Assessments in Education“ (2018), 6:13, S. 6

Bildungsvererbung:

„Household income was significantly and inversely associated with adolescents frequently listening to music with headphones during family meals. Compared to parents with a college or advanced degree, parents with a high school education or less had significantly higher odds of reporting adolescent use of TV and electronic game playing during family meals.“
Univ.-Prof. Dr. Jayne Fulkerson u. a., „Time 2 tlk 2nite: Youths’ use of electronic media during family meals
and associations with demographic characteristics, family characteristics and foods served“ (2014), S. 5

Erzieherischer Teufelskreis:

„Viele Eltern, denen es nicht gelingt, ihre Kinder rechtzeitig ins Bett zu bringen, laufen Gefahr, übermüdete und damit hyperaktive Kinder zu ‚produzieren‘. Es wird auf Dauer schwieriger werden, mit ihnen zu kommunizieren, da sie aufgrund des Schlafmangels ihre Konzentrationsfähigkeit verloren haben. Sie werden außerdem immer reizbarer und impulsiver. Es ist ein Teufelskreis, und der Mangel an Autorität kann seinerseits zu einer Verschlimmerung der möglicherweise schon vorhandenen Probleme führen.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 114

Zu viel Stress im Elternhaus:

„Tatsächlich ist das soziale Bindegewebe heute sehr schwach. Eltern erfahren oft zu wenig Unterstützung, zu wenig Beziehungssicherheit und zugleich zu viel Lebensstress.“
Dr. Herbert Renz-Polster, Kleine Zeitung online am 20. Jänner 2019

AlleinerzieherInnen besonders gefordert:

„Many researchers have found that family structure has an impact on educational achievement and that children from single-parent households are at a disadvantage when compared to children who live with both parents.“
Dr. Joseph J. Merry, „Tracing the U.S. Deficit in PISA Reading Skills to Early Childhood: Evidence from the United States and Canada“.
In: „Sociology of Education“ 86(3), 2013, S. 240

„An effective intervention”:

„Early family/parent training is an effective intervention for reducing behavioural problems among young children and reducing delinquency and crime in later adolescence and adulthood.“
OECD (Hrsg.), „A Broken Social Elevator? How to Promote Social Mobility“ (2018), S. 293

Auf die Eltern kommt es an:

„Many studies have shown that parental engagement – everything from asking about homework to attending PTA meetings (Anm.: parent-teacher association meetings) – is associated with higher academic performance, better socioemotional skills, and other facets of student behavior, such as less use of drugs and alcohol.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 167

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds sind dank des Engagements von Mag. Gudrun Pennitz auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


Sprache unverzichtbare Basis:

„The teaching of the language of instruction to migrant students is an essential task of schools that enables these students to fully benefit from learning opportunities and be socially integrated in schools.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 129

Schweden:

„OECD found that, compared to their Swedish-born peers, immigrant students had weaker educational outcomes on average at all levels of education. Differences in socio-economic background and speaking a different language at home accounted for a substantial part of the gap at age 15.“
OECD (Hrsg.), „Investing in Youth: Sweden“ (2016), S. 64

Wie wahr:

„Sprache ist der Schlüssel, um dem Unterricht – auch dem Naturwissenschaftsunterricht – folgen zu können. Darüber hinaus ist ein gewisses Leseverständnis in der Testsprache Voraussetzung, um die PISA-Naturwissenschaftsaufgaben verstehen und bearbeiten zu können.“
BIFIE (Hrsg.), „PISA 2015. Grundkompetenzen am Ende der Pflichtschulzeit im internationalen Vergleich“ (2016), S. 94

„Wegschauen und Negieren eines realen Problems“:

„Man bedauert auf der einen Seite das niedrige Bildungsniveau der Zugewanderten, beklagt die großen Bildungsrückstände in der 4. und 8. Schulstufe beim Lesen und Schreiben, nachgewiesen durch internationale und nationale Bildungstests. Man lamentiert über die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrige Erwerbsquote und will auf der anderen Seite nicht dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche mit nicht deutscher Erstsprache so in die Schule kommen, dass sie dem Unterricht folgen können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse online am 7. Juni 2018

„Das A und O der Integration“:

„Als Erstes muss es darum gehen, dass die zu integrierenden Flüchtlinge so schnell und gut wie möglich die deutsche Sprache lernen. Die Forschung zeigt, dass darin das A und O der Integration am Arbeitsmarkt und darüber hinaus liegt. Deshalb müssen verpflichtende Sprachkurse schnell und flächendeckend umgesetzt werden.“
Univ.-Prof. Dr. Ludger Wößmann, ifo-Schnelldienst 1/2016 vom 14. Jänner 2016, S. 22

Ausgrenzungsgefahr:

„Those who speak the language of instruction at home usually report a higher sense of belonging and fewer experiences of bullying at school than those who speak another language at home, in almost all education systems.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 42

Voraussetzungen für Integration:

„98 % der Befragten nannten gute Kenntnisse der deutschen Sprache als sehr oder eher wichtig und 93 % der Befragten gaben an, dass die Übernahme der Werte, die in Österreich gelten, für sie sehr oder eher wichtig für eine funktionierende Integration ist.“
ÖIF (Hrsg.), „Integration und Zusammenleben. Was denkt Österreich?“ (2017), S. 22

„Ernsthaftes Problem“, das über die Zukunft entscheidet:

„Wir haben ein ernsthaftes Problem, und es muss in unserem Interesse liegen, dass wir alle daran arbeiten, es zu lösen. Um nicht eine weitere Generation von jungen Migrantenkindern zu verlieren und um die freiheitlich-demokratischen Werte und die innere Sicherheit im Land nicht noch weiter zu gefährden.“
Hamed Abdel-Samad, „Integration – Ein Protokoll des Scheiterns“ (2018), S. 24f

83 Prozent der Bevölkerung halten laut aktueller Umfrage Deutschklassen für sinnvoll:

„Die Menschen haben scheinbar ein gutes Gespür, wo es in dieser Frage Handlungsbedarf gibt und sehen die Deutschförderklassen weniger ideologisch, sondern als notwendige Maßnahme.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 9. Juni 2018

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration.


„Predictors of the individual’s success:

„Non-cognitive skills such as motivation, tenacity, trustworthiness and perseverance have been shown to be important predictors of the individual’s success in school and in the labour market.“
Dr. Ana Damas de Matos, „Immigrant skills, their measurement, use and return“. In: OECD (Hrsg.),
„Matching Economic Migration with Labour Market Needs“ (2014), S. 158

Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und Hyperaktivität:

„Vergleicht man die gegenwärtigen mit den Schlafenszeiten von vor etwa hundert Jahren, schlafen die Kinder heute jede Nacht im Durchschnitt bis zu 75 Minuten weniger als damals. Die klassischen Symptome der Müdigkeit sind Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und bei sehr vielen Kindern (besonders deutlich erkennbar bei den jüngeren) Hyperaktivität.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 113

Mut zur Erziehung:

„Manche Eltern sind überfordert oder trauen sich nicht, ihren Kindern Grenzen zu setzen, wenn diese beispielsweise nachts um zwölf Uhr noch vor dem Computer sitzen wollen.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin, Tagesspiegel online am 4. Juli 2016

Erschreckender Befund:

„Im Jahr 2016 lag die administrative Diagnoseprävalenz psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen bei 259 Fällen je 1.000 Kindern und Jugendlichen. Demnach waren mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen betroffen. […] Die Prävalenz nahm innerhalb des frühen Kindesalters bis hin zum Alter von 5 Jahren zu. Mit 476 Fällen je 1.000 bei Jungen bzw. 344 je 1.000 Fällen bei Mädchen war bei Kindern im Alter von 5 Jahren die Erkrankungshäufigkeit am höchsten.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. XXII

Entwicklungsdefizite:

„Viele Kinder weisen eine zu geringe Frustrationstoleranz auf, schmeißen die Sache hin, wenn es nicht auf Anhieb klappt, verweigern sich bei jeder Anforderung. Ihre Selbststeuerung, die Selbstkontrolle über ihre Gefühle und ihr Einfühlungsvermögen sind unterentwickelt.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom November 2018, S. 13

Wegschauen der Politik:

„Obwohl schon der PISA-Bericht des Jahres 2000 einen engen Zusammenhang zwischen Sozialverhalten und Lernen feststellte und nachlassende Erfolge mit störenden, dissozialen und aggressiven Verhaltensweisen in Verbindung brachte, richtete sich der Blick der verantwortlichen Politiker in der Folge hauptsächlich auf die fachliche Förderung.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 137

„An important resource for school success”:

„Social and behavioral skills are an important resource for school success in elementary school, both as measured on cognitive tests and even more so by teacher evaluations.“
Univ.-Prof. Dr. Thomas A. DiPrete u. a., „Social and behavioral skills and the gender gap in early educational achievement“ (2011)

Abstumpfungsprozess:

„Je häufiger ein Kind Gewalt sieht, also etwa in den Medien, in der Nachbarschaft, in der Schule und in der Familie, und je häufiger Gewalt nicht sanktioniert oder sogar ‚belohnt‘ wird, desto akzeptabler findet es sie.“
Univ.-Prof. Dr. Jan Pfetsch, Die Zeit online am 7. Mai 2018

Ein PISA-Ergebnis, das ignoriert wurde:

„The main influence on mathematics scores was the disciplinary climate in the classroom, an essential element of back-to-basics education.“
Dr. Alfonso Echazarra u. a., „How teachers teach and students learn: Successful strategies for school“ (2016), S. 10

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zum Sozialverhalten sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/disziplin nachzulesen.


Deutschlands Nationales Bildungspanel (NEPS) bestätigt positive Effekte kognitiver Homogenität der Schulklassen:

„Mit einer strikten Differenzierung nach Leistung wird die Bildungsbeteiligung leistungsgerechter und die Leistungen (in der Sekundarstufe) besser – und das, ohne dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft verstärkt. Wer als Bildungspolitiker dafür sorgen will, dass sich die Gruppe der Risikoschüler verringert, muss eigentlich strikt differenzieren und in kognitiv möglichst homogene Schulklassen aufteilen. Dabei muss allerdings gewährleistet sein, dass nach Fähigkeiten und Leistungsstand aufgeteilt wird.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

USA:

„Almost half of secondary school teachers say that students’ learning abilities have become so mixed in their classrooms that they cannot teach effectively.“
Dr. Mariana Haynes, „On the path to equity: Improving the effectiveness of beginning teachers“ (2014), S. 8

„Eine Schule für alle“:

„Der Ansatz ist in seinem Hoffnungscharakter offenkundig durch die anthropologischen Irrtümer Rousseaus beeinflusst, aber der Beweis für die Existenz eines frühen Garten Eden, zu dem wir zurückkehren könnten, ist leider nie erbracht worden.“
Univ.-Prof. Dr. Dieter Neumann, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2015, S. 34

Kontraproduktiv:

„Der Versuch durch formale Angleichung der Bildungsgänge Gleichheit herzustellen produziert auf Dauer genau das Gegenteil.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Das „Equity-Paradox“. In: Rademacher u. a., „Bildungsqualen“ (2015), S. 97

Einwandsimmunität:

„Einwandsimmun wird Vielfalt gefeiert und zugleich die Uniformisierung des neoliberalen Subjekts betrieben, dies macht sich insbesondere in den Schulen bemerkbar, die einerseits Entmischung der Klientel („Eine Schule für alle“) und andererseits Standardisierungen (Zentralabitur, Lernstandserhebung, Kompetenzraster) betreiben sollen.“
Dr. Matthias Burchardt, „Inklusion oder Emanzipation von Menschen mit Behinderung?“. In: „Forum Logopädie“, Heft 5 (29), September 2015, S. 9

Aktuelle Studie bestätigt neuerlich Vorteil eines vielfältigen Schulwesens:

„Bei hohem Leistungsschnitt erwarteten sich die Schüler nach Berücksichtigung ihres eigenen sozialen Hintergrunds und ihrer Schulleistungen weniger von ihrer akademischen Karriere, arbeiteten in weniger angesehenen Berufen und verdienten sowohl nach elf als auch nach 50 Jahren weniger als Personen, die als Kinder Schulen mit einem niedrigeren Leistungsniveau besucht hatten. Grund dürften nachteilige Vergleiche mit besseren Klassenkameraden sein, die dazu führen, dass die Schüler ein geringeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.“
Die Presse online am 17. Oktober 2018

Das „Geheimnis“ von Bayerns erfolgreichem Schulwesen:

„Das bayerische Bildungssystem besticht durch seine Vielfalt. Während andere Bundesländer Einheitsschulen etabliert haben und damit das Schulniveau insgesamt gesenkt wurde, haben wir im Freistaat das dreigliedrige System beibehalten.“
LT-Abg. Norbert Dünkel, Focus online am 5. April 2018

Talente entscheiden lassen:

„Die Talente der Schülerinnen und Schüler sollten die Laufbahn bestimmen und nicht der Wunsch der Eltern, was die Kinder einmal werden sollen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, ORF Oberösterreich online am 8. März 2018

Übergänge besser gelingen lassen:

„Herbert Weiß von der AHS-Lehrergewerkschaft ist überzeugt, dass ein Schnittstellenmanagement notwendig wäre: ‚Eine Kooperation zwischen den Pädagogen würde auch den Übergang für die Kinder erleichtern.‘“
Kurier online am 27. Juni 2018

Der größte Vorteil unseres Schulsystems:

„Den größten Vorteil, den unser Schulsystem bietet, ist bestimmt die Differenzierung. Die zahlreichen Möglichkeiten durch die verschiedenen Bereiche der Berufs- und Allgemeinbildung sowie der Lehre dient für viele andere Länder als Vorbild. So kann wirklich jeder entsprechend seiner Stärken und Interessen den idealen Ausbildungsweg wählen.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, NEWS online am 7. Dezember 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung von Differenzierung im Schulwesen sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/gesamtschule-differenzierung nachzulesen.


Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Zwei Drittel der sozioökonomisch bedingten Differenz bei 25- bis 29-Jährigen existiert im OECD-Durchschnitt schon mit 10 Jahren:

„Among 10-year-olds, the gap in mathematics performance related to socio-economic status is about two-thirds the size of that observed among 25-29 year-olds, on average across 12 OECD countries with comparable data.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Der frühe Unterschied:

„Bereits in der Pflichtschulphase wird zumeist evident, dass – selbst bei andauernder schulinterner Unterstützung – Kinder mit besserem sozio-ökonomischem Hintergrund vor allem aufgrund der erhaltenen familiären Unterstützung und Vorbildwirkung sowie des nach wie vor leicht unterscheidbaren sozialen Umfelds aus der gleichen Schulerfahrung zumeist höhere Erträge lukrieren und somit üblicherweise auch bessere Chancen auf weiterführende Bildung schaffen können.“
ÖIF (Hrsg.), „Kosten-Nutzen-Analyse der Elementarbildungsausgaben in Österreich“ (2018), S. 9

Sozial bedingte Differenzen vor Eintritt in die Schule:

„Zahlreiche Studien zeigen, dass zwischen der sozialen und der gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen ein enger Zusammenhang besteht. Ergebnisse aus den Schuleingangsuntersuchungen der Bundesländer (Anm.: Deutschlands) belegen beispielsweise, dass frühe Gesundheitsstörungen und Entwicklungsverzögerungen vermehrt bei sozial benachteiligten Kindern auftreten. Jene weisen demnach weitaus häufiger körperliche, psychische, kognitive, sprachliche und motorische Entwicklungsdefizite auf als Kinder aus sozial bessergestellten Familien.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. 132

In England geht die sozial bedingte Leistungsschere während der Gesamtschule auf:

„SES gaps widens over the course of secondary school with students in the bottom SES quintile making -.21 SD less than expected progress and those in top quintile making .20 SD more than expected progress.“
Univ.-Prof. Dr. Steve Strand, „Ethnicity, gender, social class and achievement gaps at age 16“ (2014), S. 18

Gesamtschulland England:

„Social mobility in the UK is relatively low by international standards and has not increased over the past 40 years …“
Dr. Abigail McKnight, „Downward mobility, opportunity hoarding and the ‚glass floor‘“ (2015), S. 2

Südkorea:

„The cost of living is high in the Seoul Metropolitan area, particularly in areas with better school districts.“
Univ.-Prof. Dr. Bong Joo Lee u. a., „Children's Worlds National Report South Korea“ (2014), S. 5

Segregation durch Wahl des Wohnorts in den USA:

„Class segregation across America has been growing for decades, so fewer affluent kids live in poor neighborhoods, and fewer poor kids live in rich neighborhoods.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 217

Das Gegenteil dessen, was Österreichs „BildungsexpertInnen“ propagieren, ist wahr:

„In Austria, Ireland, Italy, Malta, and Norway, students without HE (Anm.: Higher Education) background are especially well represented.“
DZHW (Hrsg.), „Social and Economic Conditions of Student Life in Europe“ (2015), S. 52

Soziale Schieflage außerhalb der Schule:

„Um Österreich in eine gute Zukunft zu führen, um unsere Gesellschaft nicht auseinanderbrechen zu lassen, bedarf es […] weit mehr als eines ausreichenden Sprachverständnisses aller Schülerinnen und Schüler. Was nämlich außerhalb der Schule an sozialer Schieflage existiert, kann durch kein Schulwesen der Welt kompensiert werden.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 5

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Chancengerechtigkeit auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/chancengerechtigkeit.
Herzlichen Dank an Gudrun Pennitz für dieses großartige Nachschlagewerk für alle, die an Fakten interessiert sind!


Teacher-directed instruction:

„Greater exposure to teacher-directed science instruction is positively associated with science performance in almost all countries, even after accounting for student socio-demographic characteristics, and observed and unobserved school features, such as whether the school is public or private, and how it is funded. […] Teacher-directed practices are likely to deliver good results regardless of the classroom environment.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 90“ (November 2018), S. 4

Ergebnis bildungswissenschaftlicher Forschung:

„Research suggests that children from disadvantaged backgrounds benefit more from teacher-directed and very structured instruction than students from more advantage backgrounds for whom active learning activities seem to be very effective.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Teaching Practices in Primary and Secondary Schools in Europe“ (2015), S. 12

„Individualisierung“:

„Selbstverständlich muss die Schule der gewachsenen Heterogenität Rechnung tragen, aber das geht nicht mit beliebiger Individualisierung des Unterrichts. Das ist weder zu leisten, noch gesellschaftlich ratsam.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Wirtschaftswoche online am 28. September 2016

Pädagogik auf Kosten der Schwachen:

„Wie fein es auch klingen mag, wenn man von bewertungsfreiem, lehrerunabhängigem, problembezogenem Lernen redet, beinhaltet dies in der Praxis eine Erwartungslosigkeit, die vor allem für die Schüler, die besonders viel Struktur und Unterstützung brauchen, eine Benachteiligung bedeutet. Wer zuhause keine Struktur erfährt, wird in der Schule Probleme haben.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 113

Ergebnis der Hattie-Studie:

„Offene Methoden mit dem Lehrer als Moderator sind danach insgesamt deutlich weniger lerneffizient als Methoden, die den Lehrer als Regisseur des Lernens einsetzen. Als Regisseur führt der Lehrer in Inhalte ein, verdeutlicht Kernideen an Beispielen und strukturiert Übungen von leicht nach schwer.“
Martin Wellenreuther, „Direkte Instruktion – Was ist das, und wie geht das?“. In: BELTZ (Hrsg.), PÄDAGOGIK, 66. Jahrgang, Heft 1, 2014, S. 10

Die Lehrkraft als „Person, die motiviert und erklärt, fordert und unterstützt“.

„Eigenverantwortlichkeit beim Lernen zahlt sich nach aller Erfahrung erst in höheren Semestern, bei Leistungsstärkeren, nach gründlicher Anleitung und in angemessener Dosierung aus. Dagegen bedürfen Schulanfänger, lernunlustige Pubertierende und bildungsfern Sozialisierte zur optimalen Ausschöpfung ihrer Potenziale nicht apersonaler Medien, sondern primär einer Person, die motiviert und erklärt, fordert und unterstützt.“
Michael Felten, „Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung“ (2016), S. 35

Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lehrenden wirksam werden lassen:

„Die Lehrenden müssen mit ihren individuellen Kompetenzen (hoch entwickelten fachlichen und persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten) wirken, begeistern und vielleicht sogar auch einmal nach aussen glänzen dürfen. […] Zur Zeit gehen dem gesamten Bildungssystem in unserem Land ungeahnte Potentiale bei den Unterrichtenden verloren, weil sie kaum Gelegenheit und Zeit bekommen, diese in ihrem jeweiligen unterrichtlichen Umfeld einzubringen oder umzusetzen. Würden Betriebe mit den Potentialen ihrer Kadermitarbeiter so umgehen ... (!)
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Steiner, „Im Würgegriff von LEHRPLAN 21“ (2018), S. 7

Nicht alles Gute ist neu:

„Bestimmte Formen des Erwerbs und der Vermittlung von Wissen durchziehen die Geschichte des pädagogischen Handelns, seit es Zivilisationen gibt, das ‚sokratische Gespräch‘ wird von den Didaktikern jeder Generation neu entdeckt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 99

„Neue Lernkultur“:

„Diese Neutönerei ist eine Strategie des Polit-Marketings. Man zeichnet ein Zerrbild der bewährten Pädagogik und glänzt dann in wohlfeilen Verheißungen.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“, Der Standard vom 10. November 2014

Finnlands vergangene PISA-Erfolge:

„Unter Bildungsforschern gibt es die These, dass finnische Schüler vom damals noch sehr ‚althergebrachten‘ Unterricht profitierten – und dass die Stagnation einsetzte, weil Finnland nun auf neue Methoden wie das ‚phänomenbasierte Lernen‘ setzt, eine Art fächerübergreifenden Projektunterricht. Diese Lernform ist ein großer Trend, finnische Grundschulen sind sogar vom Curriculum verpflichtet, die Methode einzusetzen. Belege dafür, dass die Schüler damit besser lernen, sind aber bislang Fehlanzeige.“
Focus online am 11. Dezember 2018

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Unterrichtsmethoden sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/unterrichtsmethoden nachzulesen.


Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Die fatale Wirkung der englischen Gesamtschule:

„We find that disadvantaged pupils continue to fall further behind their peers as they progress through school.“
Natalie Perera, Executive Director des CentreForum, „Education in England: Annual Report 2016“ (2016), S. 7

Die elitären Privatschulen Englands:

„Top-Internate in England gelten als Garant für eine gute Ausbildung. […] Die elitäre Ausbildung hat ihren Preis: Ein Schuljahr kostet umgerechnet zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Viele Schüler kommen aus wohlhabenden Familien.“
Spiegel online am 13. November 2017

Praxistest gescheitert:

„Obgleich die USA eine ‚Gesamtschule‘ mit zwölf Jahren für alle haben, konnten die USA das nicht zu einem Vorteil in Richtung sozialer Mobilität nutzen.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom September 2016, S. 19

In den USA entscheidet die Brieftasche der Eltern immer mehr über die Schullaufbahn:

„Recent research documents a growing achievement gap in the U.S. between children in high-and low-income families, a trend that contrasts with the decline of racial achievement gaps over the past 50 years.“
Dr. Ann Owens u. a., „Trends in School Economic Segregation, 1970 to 2010“ (2014), S. 3

USA:

„Schools serving low-income students receive far fewer resources, face greater difficulties attracting qualified teachers and receive less support from parents. […] The inequalities of children's cognitive ability are substantial even before they start school and then these same disadvantaged children are placed in low-resource schools, further exacerbating the initial inequality.“
Sophia Shing u. a., „Mobile Technology Bridges the 30 Million Word Gap“. In: „Journal of Education at Practice“, Vo8, Nr. 9, 2017, S. 64

Frankreich:

„Im Vergleich zu anderen europäischen Industrienationen ist Frankreich das Land, in dem Bildungserfolg am stärksten durch die soziale Herkunft bestimmt wird.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 6. September 2017

Das Land der angeblichen „égalité“:

„Der Besuch einer dieser Grandes Ecoles ist in Frankreich nach wie vor eine fast unverzichtbare Voraussetzung für die Besetzung von gesellschaftlichen Spitzenpositionen.“
Univ.-Prof. Dr. Peter Brenner, „Schule und Elite“. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Talente finden – Begabungen fördern – Eliten bilden“ (2014), S. 52

OECD-weite Kurskorrektur:

„In recent decades, reforms in many countries have tended to give greater choice to parents and students, to enable them to choose the schools that meet the child’s education needs or preferences.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), S. 126

Freiheit und Vielfalt innerhalb des öffentlich finanzierten Schulwesens:

„Von uns gibt es ein klares Bekenntnis zu unserem bewährten differenzierten Bildungssystem, das auch die AHS in der Langform beinhaltet. […] Wir zwingen die Kinder nicht in eine Gesamtschule, die die Mehrheit der Eltern nicht will. Wir gewährleisten die Wahlfreiheit in der Bildung.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL, Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft
und seit Juni 2018 NR-Abgeordnete, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Endlich auch in Österreich erkannt:

„Proficiency in the language of instruction also facilitates the socialisation process in schools. […] Several top-level education authorities in Europe seem to have acknowledged the transversal curricular dimension of the language of instruction.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 17f

Integration und Spracherwerb vor Schuleintritt:

„Immigrant students who reported that they had attended pre-primary education programmes score 49 points higher on the OECD Programme for International Student Assessment (PISA) reading test than immigrant students who reported that they had not participated in such programmes.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2016“ (2016), S. 29

49 PISA-Punkte entsprechen einem Lernvorsprung von etwa eineinhalb Jahren!

Flandern widmet dem Erlernen der Unterrichtssprache von Anfang an größte Aufmerksamkeit:

„In Belgium (Flemish Community), ECEC centres for children younger than 3 years must provide a language policy that covers measures to support the acquisition of Dutch and devotes attention to languages spoken at home.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Structural Indicators for Monitoring Education and Training Systems in Europe – 2016“ (2016), S. 23

Leistungsrückstand 15-Jähriger mit Migrationshintergrund:

„2015 entfielen im OECD-Durchschnitt rd. 40 % dieses Leistungsabstands auf den sozioökonomischen Status der Schüler und ihre Vertrautheit mit der Unterrichts- bzw. Testsprache in den Aufnahmeländern.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), S. 299

In Österreich resultieren über 70 % des Leistungsrückstands von SchülerInnen mit Migrationshintergrund aus dem sozioökonomischen Niveau ihres Elternhauses und ihrer nichtdeutschen Umgangssprache.

Österreichs Spezifikum:

„Österreich unterscheidet sich von anderen Staaten mit starker Zuwanderung dadurch, dass die im Land gesprochene Sprache über Generationen hinweg häufig nicht zur Umgangssprache von Menschen mit Migrationshintergrund wird.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, VCLnews vom Oktober 2018, S. 10

Von Österreichs Politik jahrzehntelang ignoriert:

„Bemerkenswert ist, dass sich in Österreich auch nur ein geringfügiger Unterschied nach Aufenthaltsdauer ergibt: Jugendliche der zweiten Generation, die also selbst bereits in Österreich geboren worden sind, sprechen zu 27 % zu Hause überwiegend deutsch, bei den Jugendlichen, die selbst erst mit ihren Eltern zugewandert sind (erste Generation), liegt dieser Anteil nur unwesentlich niedriger bei 23 %.“
BIFIE (Hrsg.), „PISA 2015. Grundkompetenzen am Ende der Pflichtschulzeit im internationalen Vergleich“ (2016), S. 91

Ausgrenzungsgefahr:

„Primary school students who do not speak the language of instruction at home report a lower sense of belonging and experience more bullying at school.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 9

Österreich und Irland bilden diesbezüglich erfreuliche Ausnahmen. (Quelle: ibidem, S. 184)

Rassismus-Report der EU-Agentur für Grundrechte:

„Die finnischen Befragten berichteten im EU-Vergleich von den meisten rassistischen Angriffen. 14 Prozent der finnischen Befragten gaben an, in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal aus rassistischen Gründen körperlich angegriffen worden zu sein. Von den finnischen Befragten mit Kindern im Schulalter gaben 45 Prozent an, ihre Kinder seien innerhalb des vergangenen Jahres in der Schule mindestens einmal rassistisch beleidigt oder körperlich angegriffen worden. Ein friedliches Multikulti-Wunderland ist Finnland also nicht.“
Focus online am 12. Dezember 2018

Finnlands Schulwesen scheitert schon an seinen wenigen MigrantInnen:

„The proportion of 15-34 year olds with a migration background who are neither in employment nor in education and training (NEET) is among the highest in the OECD.“
OECD (Hrsg.), „Finding the way: A discussion of the Finnish migrant integration system“ (2017), S. 7

Vom Hiersein zum Dabeisein:

„Die Voraussetzung für den schulischen Erfolg ist […], dass alle Lernenden dem Regelunterricht folgen können. Sprachförderung in konzentrierter Form, wie sie vom Expertenrat für Integration des BMEIA seit Längerem befürwortet und mit den neuen Deutschförderklassen umgesetzt wird, trägt wesentlich dazu bei. Sprachkenntnisse führen zu Autonomie und Freiheit – und machen aus dem reinen ‚Hiersein‘ das so wichtige ‚Dabeisein‘.“
Prof. Mag. Ilan Knapp. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 12

Viele bildungswissenschaftliche Zitate und Statistiken zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration bzw. http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/statistik/category/17-migration.


Beherrschung der Unterrichtssprache Voraussetzung:

„Proficiency in the language of instruction is necessary for students to access the school curriculum and to benefit from the learning opportunities offered by schools. School performance depends very much on students' level of literacy in the language of instruction. […] Giving all children the chance to fulfil their potential in education plays a major role in building a more democratic and equitable society.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 16

Fast jedes dritte Kind in einem Kindertagesheim hat eine nicht-deutsche Erstsprache:

„Nach Bundesländern betrachtet finden sich in Wien die anteilsmäßig meisten Kinder mit nicht deutscher Muttersprache (58,9 %), während Kärnten (12,4 %) recht deutlich unter dem Österreich-Durchschnitt (30,6 %) liegt.“
Statistik Austria (Hrsg.), Kindertagesheim-Statistik 2015/16“ (2016), S. 13

Ungarn, Schweden und Österreich:

„According to Eurostat, EU member states received over 1.2 million first-time asylum applications in 2015, more than double that of the previous year. Four states – Germany, Hungary, Sweden and Austria – received around two-thirds of the EU's asylum applications in 2015, with Hungary, Sweden and Austria being the top recipients of asylum applications per capita.“
Univ.-Prof. Dr. Anthony Heath u. a., „How do Europeans differ in their attitudes to immigration?“ (2019), S. 16

Integration ermöglichen:

„Mainstream schooling may not, in any case, be an immediate option for unaccompanied minors with very limited previous schooling. By contrast, targeted education programmes, combined with flexible language support and civic orientation, can help them adapt to their new school environment and its requirements.“
OECD (Hrsg.), „Making Integration Work“ (2016), S. 46f

Acht Jahre:

„Evidence suggests that on average low-educated refugees take eight years to reach employment levels comparable to those that tertiary educated refugees reach in just four years.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 22

Deutsch beherrschen:

„Einwanderungsgesellschaften haben das Recht, Integration und ein gewisses Maß Anpassung zu verlangen. Damit meine ich nicht, dass Zuwanderer zum Beispiel ihre Muttersprache aufgeben müssen, sondern dass sie Deutsch beherrschen sollen. Wenn jemand beide Sprachen spricht, ist das nur von Vorteil. Problematisch wird es, wenn Kinder in Familien aufwachsen, wo sie nur die Herkunftssprache der Eltern hören.“
Univ.-Prof. Dr. Ruud Koopmans. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Winter 2018, S. 14

Finnland:

„Kinder, die kein oder wenig Finnisch sprechen, können eine Art Vorbereitungsunterricht besuchen, der bis zu einem Jahr dauert. Dieser Unterricht ist darauf ausgerichtet, den Kindern Grundlagen der Sprache zu vermitteln, so dass sie wenigstens die Anweisungen der Lehrer (‚Komm zur Tafel‘, ‚Schlagt das Buch auf‘) verstehen.“
Focus online am 12. Dezember 2018

EU-weiter Überblick:

„Newly arrived migrant students with lower level or no skills at all in the language of instruction are usually placed in preparatory classes or lessons. There are generally three ways in which these classes are organised:
1. Students are placed in mainstream classes for most lessons but take some lessons in separate groups.
2. Students are placed in separate groups for most of their lessons and join mainstream classes for some lessons (in general sports, arts and music, where they can establish contacts and participate in classes even with limited language skills).
3. Students are placed in separate groups for all their lessons.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 15

Deutschförderklassen unverzichtbar:

„Bis zu 20 Prozent der Volksschulkinder hätten nach der vierten Klasse gravierende Mängel in den Grundkompetenzen Lesen und Schreiben, in hohem Ausmaß Kinder mit Migrationshintergrund. Die Kenntnis der deutschen Sprache sei Grundbedingung, um Chancen für die Kinder, die sonst dem Unterricht in keinem Fach folgen könnten, zu sichern. Daher seien die Deutschförderklassen so wichtig und die Kritik daran unverständlich.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 14. Oktober 2018

Die Bilanz grober politischer Fahrlässigkeit:

„Österreichs Politik hat es sich geleistet, einen immer größer werdenden Prozentsatz junger Menschen ihre Schullaufbahn beginnen zu lassen, ohne dass sie die Unterrichtssprache ausreichend verstehen, um erfolgreich sein zu können. Österreichs Politik hat es sich in nicht wiedergutzumachender Verantwortungslosigkeit jahrzehntelang geleistet, unter den Teppich zu kehren oder gar zu leugnen, wie weit diese jungen Menschen in ihrem Bildungserwerb zurückbleiben, hat kaum etwas unternommen, um dieses Zurückbleiben und schulische Scheitern zu beenden.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration.


Englands Gesamtschule:

„A quarter of children from poor backgrounds fail to meet the expected attainment level at the end of primary school compared with 3 per cent from affluent backgrounds. The gap widens at 16 with just one in five children from the poorest families achieving five good GCSEs, including English and Maths, compared with three quarters from the richest families.“
NCB (Hrsg.), „Greater Expectations: Raising aspirations for our children“ (2013), S. 12

In Schweden hängen die Leistungen der SchülerInnen am Ende der Gesamtschule extrem vom Bildungsniveau des Elternhauses ab:

„Pupils whose parents had compulsory school as the highest level of education had an average merit rating of 158.1. Pupils with at least one upper secondary-educated parent had an average merit rating of 195.6 and pupils with at least one university-educated parent had an average merit rating of 232.6.“
Swedish National Agency for Education (Hrsg.), „Facts and figures 2012: Preschool activities, schools and adult education in Sweden“ (2014), S. 23

Anmerkung: 320 Punkte sind die maximal erreichbare Punkteanzahl.

Die US-amerikanische Gesamtschule:

„In reality, access to a good education in the United States is extremely unequal. Geographic dispersion of schools leads to widespread segregation of advantaged and disadvantaged pupils.“
Dr. John Jerrim, „The Unrealistic Educational Expectations of High School Pupils“. In: „The Sociological Quarterly“ 55 (2014), S. 199f

Mehr denn je entscheidet der finanzielle Background im Gesamtschulstaat USA über den Bildungsweg:

„The fraction of kids from the bottom quartile of the income distribution who ended up at a selective college or university rose from 4 percent in 1972 to 5 percent three decades later, but for kids from the top quartile, the equivalent figures were 26 percent and 36 percent.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 186

Was auf Dänemarks Gesamtschule folgt:

„Compared to the vocational schools, there are four times as many students in the Gymnasiums with parents who have graduated from higher education.“
Prof. Dr. Christian Helms Jørgensen, „Some boys’ problems in education –what is the role of VET?“.
In: „Journal of Vocational Education & Training“, 2015, Vol. 67, No. 1, S. 66

Bilanz von Univ.-Prof. Fend, der ein Berufsleben lang die Gesamtschule wissenschaftlich rechtfertigen wollte:

„In Österreich, der Schweiz und Deutschland ist die Chancenungerechtigkeit nicht größer als in England, den USA und Finnland – alles Länder mit einer gemeinsamen Sekundarstufe für alle Schüler.“
Univ.-Prof. Dr. Helmut Fend, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2018, S. 25

Differenzierung nützt insbesondere Schwächeren:

„Die Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für die verschiedenen Bundesländer hat für 2009 gezeigt, dass strikter differenzierende Bundesländer wie Bayern, Sachsen und früher auch einmal Baden-Württemberg deutlich bessere Leistungen hervorbrachten, gerade bei den leistungsschwächeren und den Migrantenkindern, als Berlin, Bremen und auch Hessen mit einem liberaleren System der Aufteilung.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Anteil der 15-Jährigen aus sozial schwachen Verhältnissen, die sich an ihrer Schule als Außenseiter erleben (Stand 2015):

Deutschland:
Österreich:
OECD-Mittelwert:
Großbritannien:
Frankreich:
15,3 %
15,5 %
19,5 %
25,5 %
29,1 %
OECD (Hrsg.), „Equity in Education“ (2018), Figure 3.10

Worauf es in Wirklichkeit ankommt:

„Wirklich entscheidend für die Erfolgschancen unserer Kinder ist einerseits, dass man die sechs Jahre vor der Einschulung pädagogisch nicht mehr länger ausblenden darf und Eltern, die erzieherische Hilfe benötigen, mehr unterstützen muss.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom Juni 2018, S. 3

Anders als in England ist die sozioökonomisch bedingte Leistungsdifferenz in Österreich mit 10 größer als mit 14:

„Die ‚Home Resources for Learning‘ bestimmen die Leseleistung 10-Jähriger in Österreich wesentlich stärker als z. B. in Finnland oder auch in Schweden oder den Niederlanden. In nur wenigen Staaten ist die sozioökonomisch bedingte Leistungsdifferenz bei den 10-Jährigen so groß wie in Österreich.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Jänner/Februar 2018, S. 14

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019

Unverzichtbare Auseinandersetzung mit ethischen Grundfragen:

„Der Religionsunterricht gibt bereits jetzt Gelegenheit, sich mit ethischen Grundfragen auseinanderzusetzen. Für jene SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen, soll ein verpflichtender Ethikunterricht dazu den Rahmen bieten.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2016“ (2016), S. 57

„Armutszeugnis“ für Österreichs Schulpolitik:

„Dass es in Österreich, trotz jahrzehntelanger Schulversuche, noch immer keinen verbindlichen Ethikunterricht gibt, der imstande wäre, jene Rahmenbedingungen zu vermitteln und zu diskutieren, die notwendig sind, damit Menschen mit unterschiedlichen Herkünften, religiösen oder weltanschaulichen Haltungen zusammenleben können, ist eigentlich ein Armutszeugnis.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Die Erfahrung von zwei Jahrzehnten:

„Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel offen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Presseaussendung vom 11. Oktober 2018

Baden-Württemberg macht Schluss mit der Freistunde als Alternative zum Religionsunterricht:

„Zukünftig soll es mit dem Ethik-Unterricht bereits in der Unterstufe losgehen, ab Klasse fünf, und das auch noch in allen Schularten. Das hat nun die baden-württembergische Landesregierung beschlossen.“
Deutschlandfunk online am 19. Mai 2018

„Verbindliche Regeln für das Zusammenleben“:

„‚Wir erwarten von denen, die zu uns kommen, dass sie bereit sind, das Land, wie es gewachsen ist, und seine Werte zu akzeptieren.‘ Da dürfe es ‚keine falsche Rücksichtnahme geben, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten‘. Es müsse ‚so etwas wie verbindliche Regeln für das Zusammenleben geben und nicht mehrere Gesellschaften nebeneinander‘.“
Joachim Gauck, Bundespräsident Deutschlands a. D., Die Weltonline am 7. Juni 2018

Beitrag zu Integration:

„Die Alternative zum Bekenntnis-orientierten Religionsunterricht sollte nicht das Kaffeehaus sein. Meine Vorstellung ist ein gemeinsamer Ethikunterricht, der nicht religionsfern, auch nicht bekenntnis-orientiert Religion vermittelt, sondern das Thema im religionswissenschaftlichen Sinn vermittelt. Das wäre auch im Sinne einer besseren Integration unbedingt notwendig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 18. Oktober 2018

„Emotionalisierte, dichotome Weltbilder“:

„Eine besonders wichtige Rolle spielen stark emotionalisierte, dichotome Weltbilder des Entweder-oder: Es gibt nur das absolut Richtige beziehungsweise Falsche, gut oder böse, rein oder unrein. Es gibt keine Graubereiche. Die meisten Strömungen konservativer und islamistischer Auslegung unterstützen dieses Bild, indem sie sagen: ‚Das ist Gottes Wort, das absolut Richtige, alles andere ist absolut falsch.‘ Darum wäre es für die Schule eine der wichtigsten Aufgaben, den Kindern Mehrperspektivität näherzubringen und gepaart mit Empathie für den anderen als Schulkultur einzuführen und erlebbar zu machen.“
Kenan Dogan Güngör, Leiter des Forschungs- und Beratungsbüros „Think.Difference“ in Wien, Der Standard online am 5. November 2018

Schule als Ort der Bildung:

„Kinder kommen nicht als Rassisten auf die Welt. Wenn sie zu Hause zu solchen erzogen werden, müssen wir in unseren Schulen noch entschlossener dagegen kämpfen.“
Cem Özdemir, Abgeordneter zum Deutschen Bundestag, 2008- 2018 Bundesvorsitzender der Grünen, Die Welt online am 29. März 2018

VCL steht unverändert zu ihrer Forderung:

„Die Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL) spricht sich dafür aus, dass all jene Schülerinnen und Schüler, die an keinem Religionsunterricht teilnehmen, zum Besuch eines Ethikunterrichts verpflichtet werden.“
Presseaussendung vom 11. Oktober 2018

Entwicklungsunterschied von bis zu zweieinhalb Jahren:

„Kinder würden mit großen Leistungsunterschieden von bis zu zweieinhalb Jahren in die Volksschule kommen.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Dezember 2018

Früher Rückstand:

„The disadvantages facing poor kids begin early and run deep, and are firmly established before the kids get to school.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 134

„A substantial hindrance”:

„Poverty, especially the experience of childhood poverty, has been confirmed as a substantial hindrance to learning, school achievement, and school completion.“
Dr. Joseph J. Merry, „Tracing the U.S. Deficit in PISA Reading Skills to Early Childhood: Evidence from the United States and Canada“.
In: „Sociology of Education“ 86(3), 2013, S. 238

OECD-weit:

„Students in socio-economically advantaged environments perform better and show greater motivation than students in disadvantaged environments.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 92“ (Jänner 2019), S. 1

Medianes Äquivalenzgesamtnettoeinkommen von aushalten mit abhängigen Kindern im Vergleichmit denen ohne abhängige Kinder (Stand 2017):

Estland:
Niederlande:
Finnland:
Deutschland:
Schweden:
EU28-Mittelwert:
Frankreich:
Österreich:
Großbritannien:
+15,7  %
+4,5 %
+2,1 %
-0,6 %
-2,2 %
-10,4 %
-11,0 %
-14,2 %
-16,4 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage 23. Dezember 2018 

OECD-weit durchschnittlich drei Jahre Leistungsrückstand 15-Jähriger aus sozioökonomisch schwachem Elternhaus:

„The average difference in science performance between socio-economically advantaged and disadvantaged students (88 score points) is equivalent to about three years of schooling.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Demographische Schieflage:

„Während 42 % der Eltern mit höchstens Pflichtschule als Bildungsabschluss drei oder mehr Kinder haben, haben nur knapp ein Viertel (23 %) der Eltern mit einem Hochschulabschluss drei oder mehr Kinder.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Statistics Brief – Dezember 2018“, S. 4f

Österreichs Spezifikum:

„Higher education as such seems of importance in delaying childbearing, but particularly whether it takes place at all. While the proportion of low educated women being childless changed little in Austria between the cohorts born 1950-54 and 1960-64 (around 12.5 %), the proportion childless among the highly educated women jumped from 15.7 to 23.5 %.“
Dr. Éva Beaujouan, „Late Fertility Intentions and Feritlity in Austria“ (2018), S. 6

„Substantial differences”:

„Substantial differences between the skill development of economically advantaged and disadvantaged children emerge well before the start of formal schooling. For example, preschool age children from families in the poorest income quintile score on average at the 34th percentile in a test of literacy compared to children in the richest quintile who score at the 69th percentile.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 3

Bashing gegen Schulwesen und LehrerInnen beenden!

„Soziologisch betrachtet ist es unwahrscheinlich, dass eine Organisation, die über wenig mehr verfügt als Unterrichtsstunden, auszugleichen vermag, was je nach Deutung, der Kapitalismus, die Klassengesellschaft, die Medien oder die Familien angerichtet haben. Vermutlich wäre viel gewonnen, wenn man sie tun ließe, was sie kann, anstatt sie ständig im Hinblick auf etwas zu reformieren und zu kritisieren, was ohnehin nicht in ihrer Macht steht.“
Jürgen Kaube, „Im Reformhaus: Zur Krise des Bildungssystems“ (2015)

Dem ersten Schritt muss der zweite folgen:

„Zusätzliche Aufgaben bedingen zusätzliche Mittel. Und Österreichs Schulwesen hat erhebliche zusätzliche Aufgaben zu meistern, wie inzwischen auch Österreichs Schulpolitik realisiert hat.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 3

Antwort auf die Drohung des Wiener Bildungsdirektors, AHS-Standorten Ressourcen zu entziehen:

„Der VEV unterstützt die Forderung nach Zusatzressourcen und mehr Supportpersonal. Natürlich gibt es Herausforderungen in Brennpunkt-Schulen. Wenn man jedoch den anderen Schulen Ressourcen wegnimmt, besteht die Gefahr, dass auch diese Schulen Brennpunktschulen werden. Es darf nicht eine Schule gegen die andere oder ein Schultyp gegen den anderen ausgespielt werden.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Vorsitzende des Verbands der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens (VEV), Aussendung vom 22. Oktober 2018

„Priority area”:

„Investment in education is a priority area within the context of Europe 2020 – the EU's growth strategy for the current decade. Investing in education, training and lifelong learning supports the development of human capital to enhance employability, active citizenship and social inclusion, and in particular, tackle and prevent youth marginalisation and unemployment.“
EU-Kommission (Hrsg.), „National Sheets on Education Budgets in Europe 2015“ (2016), S. 5

Eine Frage der Priorität:

„Over the period 2008-11, Sweden prioritised education as a key public sector. Public expenditure on education in Sweden grew faster than public expenditure on all services.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Sweden: An OECD Perspective“ (2015), S. 26

Das „Geheimnis“ von Bayerns erfolgreichem Schulwesen:

„Bayern hat in den letzten Jahren so viel Geld wie kein anderes Land für Bildung ausgegeben. Auch hier sind wir also deutschlandweit Spitze. Kein anderes Bundesland gibt so viel Geld pro Schüler aus wie der Freistaat. Dieses Geld wird genutzt, um optimale Bedingungen für unsere Schüler zu schaffen.“
LT-Abg. Norbert Dünkel, Focus online am 5. April 2018

Österreichs tatsächlicher Bildungsabsturz:

„Lag Österreich beim Anteil der Bildungsausgaben für die Primar- und Sekundarstufe am BIP 1995 noch auf Rang 6 von 32 Ländern, ist es bis 2008 vom Spitzenfeld unter den Durchschnitt (Rang 22 von 32) gesunken und blieb seitdem dort.“
BIFIE (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band 2“ (2016), S. 325

Gesamtausgaben für das Schulwesen als Anteil vom PIB


Großbritannien:
Finnland:
Frankreich:
Schweden:
Niederlande
OECD-Mittelwert:
Österreich:
Deutschland:
Estland: 
1999 
3,7 %
3,6 %
4,4 %
4,4 %
3,1 %
3,6 %
4,2 %
3,7 %
(keine Daten)
2015
4,4 %
4,0 %
3,7 %
3,6 %
3,6 %
3,5 %
3,1 %
3,0 %
3,0 %
1999: OECD (Hrsg.), "Education at a Glance (2002)", Table B2.1b
2015: OECD (Hrsg.), "Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren" (2018), Table C2.1 

Österreichs Wohlstand in die Zukunft führen!

„Wir gewinnen keinen Wettkampf der Löhne, das ist absurd. Entscheidend wird sein, ob wir im Bereich der Bildung zu den Besten gehören.“
Dr. Johannes Kopf, AMS-Chef, Der Standard online am 12. November 2015

Ressourcen, Autonomie und pädagogische Freiheit:

„Was wir dringend brauchen, sind massive Investitionen in unsere Bildungseinrichtungen und mehr Autonomie und pädagogische Freiheit.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom November 2018, S. 19

Bildung braucht Politik mit weitem Horizont:

„Bildung ist ein langfristiger Prozess, der erst nach Jahrzehnten seine volle Wirkung entfaltet. Umgekehrt zeigen sich auch die politischen Versäumnisse mit erheblicher Verzögerung.“
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Pressemeldung vom 19. Juli 2018

Mehr als ein Drittel der Wiener Bevölkerung zugewandert:

„36 Prozent der in der Bundeshauptstadt lebenden Menschen wurden nicht in Österreich geboren. […] Im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus war mit 48,1 Prozent der Anteil am höchsten. Dahinter rangieren die Brigittenau mit 44,7 Prozent und Margareten mit 43,9 Prozent.“
Kurier online am 30. Dezember 2018

Frühes Intervenieren:

„One of the most important findings, observed in integration outcomes across OECD countries, is that early intervention is critical to the success of integration policies.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 54

Chancen und Grenzen:

„Die KiTa ist für Kinder mit MH (Anm.: MH=Migrationshintergrund) ein institutioneller Ort für den Zugang zur deutschen Sprache. Kinder mit türkischem MH profitieren in ihren produktiven Wortschatzkenntnissen deutlich stärker von einem frühen Eintritt in die KiTa als Kinder ohne MH. […] Inwiefern Kinder dabei in Kontakt mit der deutschen Sprache kommen, ist allerdings vom Migrantenanteil in der Einrichtung abhängig; ist dieser groß, fallen die Zuwächse in den Deutschkenntnissen von Kindern mit MH geringer aus.“
Univ.-Prof. Dr. Ilona Relikowski u. a., „Rezeptive Wortschatz- und Grammatikkompetenzen von Fünfjährigen mit und ohne Migrationshintergrund“. 
In: „Frühe Bildung“ 2015, 4(3), S. 136

Endlich!

„Junge Menschen mit Migrationshintergrund werden auf ihrem Bildungsweg massiv behindert, wenn sie die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen. Was der Hausverstand vermuten lässt, wird von bildungswissenschaftlichen Studien seit vielen Jahren immer wieder bestätigt. Zum Glück steht diese Erkenntnis endlich auch in Österreich weitestgehend außer Diskussion.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 14

Gewalt als Ergebnis von Nationalismus und Rassismus:

„Wir haben einen massiven Nationalismus und Rassismus der einzelnen Volksgruppen, Ethnien, auch der Religionen. Ob das nun Türken, Serben, Tschetschenen oder welche Gruppierung auch immer sind, spielt eine untergeordnete Rolle, die Abgrenzung von anderen Gruppierungen ist leider sehr massiv, die anderen Gruppen sind dabei die Feinde. […] Fast jeder Konflikt geht auf Ehrenbeleidigungen zurück. Es heißt dann nicht mehr, du hast mich persönlich beleidigt, sondern du hast meine Mutter beleidigt, meine Familie, mein Volk.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 6

„Konfrontative Religiosität“:

„In einigen Kindergärten tragen schon dreijährige Mädchen Kopftücher – so etwas hat es vor fünf Jahren noch nicht gegeben. In den Schulen wiederum streiten wir uns mit Eltern, die bei Klassenreisen auf muslimischen Betreuern bestehen und dem Hausmeister das Betreten der Turnhalle verbieten wollen, wenn ihre Töchter dort Sport treiben.“
Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Berlin-Neukölln a. D., SPD, Augsburger Allgemeine online am 4. März 2015

Zunahme an Gewalt:

„Native children tend to experience more incidents of bullying when there are more immigrant children in the same classroom.“
Univ.-Prof. Dr. Peter Jensen, „Immigrants in the classroom and effects on native children“ (2015), S. 1

Voraussetzung für erfolgreiche Integration:

„Wir sind als Gesellschaft eine Art Verein mit bestimmten Zielen und können neuen Mitgliedern Bedingungen stellen – etwa Deutsch zu lernen und Werte wie Demokratie oder die Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu akzeptieren. Wer das nicht will, kann nicht Mitglied unserer Gesellschaft werden.“
Univ.-Prof. Dr. Ruud Koopmans. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Winter 2018, S. 15

Akzeptanz der Werte des Aufnahmelandes:

„Wer unsere Werte ablehnt, soll das Land verlassen. Wir müssen uns gegen die radikalen Kräfte wehren und Konsequenzen ziehen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Integration braucht Orientierung:

„Für Migranten, die in Österreich leben wollten, müsse auch klar sein, dass dies nur auf Basis christlich-humanitärer Werte und demokratischer Grundrechte möglich sei. ‚Falsch verstandene Toleranz ist hier fehl am Platz.‘“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Pinzgauer Nachrichten vom 13. Dezember 2018

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration zu finden.


Gefühl der Hilflosigkeit:

„Junge Menschen, die die Erfahrung machen, gemobbt, verprügelt, ausgegrenzt, erpresst und abgezogen zu werden, erwarten von der Welt der Erwachsenen und den zivilgesellschaftlichen Konfliktregelungsmöglichkeiten keine oder wenig Hilfe. Eine deprimierende Erkenntnis.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 109

Dringender Bedarf an Supportpersonal:

„Laut der jüngsten Schülerbefragung haben zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler schon Erfahrungen mit Gewalt an Schulen gemacht. Auch diese Woche fand wieder eine Gewalttat an einer Wiener Schule statt. Um die Lehrkräfte und auch die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, benötigt es dringend Supportpersonal.“
Presseaussendung der Schülerunion vom 15. Dezember 2018

Zunehmendes Problem:

„Nach empirischen Studien haben 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten, etwa fünf Prozent eines Jahrgangs sind behandlungsbedürftig. Wir stellen fest, dass die Fälle schwieriger und komplexer werden.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin, Tagesspiegel online am 4. Juli 2016

„Tyrannenkinder“:

„Die Kinder sind ja nicht schuld daran, sondern wir haben sie dazu gemacht. Die Kinder drücken mit ihren Auffälligkeiten ihr Leiden in einer Gesellschaft aus, die schon an ihren Kindern verdienen will und ein kindgerechtes Aufwachsen zunehmend verunmöglicht, obgleich sie vorgibt alles dafür zu tun.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 23. September 2016

Weitreichende Konsequenzen:

„Children who are bullied are likely to experience interpersonal difficulties, to be depressed, lonely or anxious, to have low self-esteem and to suffer academically, but all actors, including bystanders, and the school climate as a whole are affected detrimentally.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 4

Recht auf Sicherheit:

„Über ein Drittel (35 %) der österreichischen SchülerInnen gibt an, an Mobbing von MitschülerInnen beteiligt gewesen zu sein. Fast ein Drittel (32 %) berichtet, Opfer von Mobbing geworden zu sein. […] Alle SchülerInnen und Lehrpersonen haben das Recht, sich in der Schule sicher zu fühlen.“
BMBWF (Hrsg.), „Mobbing an Schulen“ (2018), Vorwort

„Einzelfälle …“

„Da wird immer noch von Einzelfällen gesprochen – ich kann das nicht mehr hören. Das ist eine Verharmlosung eines schwerwiegenden Problems. Wenn wir das jetzt in unseren Klassen nicht in den Griff bekommen, wird das in ein paar Jahren in der Gesellschaft ein noch viel größeres Problem sein.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Oberösterreichische Nachrichten vom 22. November 2018

Schulen den Rücken stärken!

„Schulleitern und Pädagogen muss mehr Mut gemacht werden, um Vorfälle zu melden. Der richtige Umgang mit dem Thema Gewalt ist hier wesentlich.“
NR-Abg. Karl Mahrer, bis 31. März 2018 Landespolizeivizepräsident Wiens, Presseaussendung vom 7. Jänner 2019

Schwere Gewalt gegen LehrerInnen:

„Laut Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner (ÖVP) gab es in der Steiermark im Schuljahr 2017/18 insgesamt 21 Anzeigen wegen körperlicher Attacken auf Lehrer – also schwere Gewalttaten. Das betreffe Attacken gegen Leib und Leben, die Freiheit sowie die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung.“
Kleine Zeitung vom 29. November 2018

Die Mauer des Schweigens:

„Von der SPÖ-dominierten Bildungspolitik in Wien wird über Direktoren und Bezirksschulinspektoren ein enormer Druck aufgebaut, nichts nach außen zu tragen. Das würde alles nur noch schlimmer machen, heißt es zur Begründung. So etwas helfe nur dem politischen Gegner. Diese Dinge regle man lieber unter sich. Was so viel heißt wie: Wir verschweigen diese Kritik und sprechen von tragischen Einzelfällen.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 55

Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Der Nachteil beginnt mit der Geburt:

„Bereits rund um die Geburt treten deutlich ausgeprägte soziale Unterschiede in der Verbreitung gesundheitsbezogener Risiko- und Schutzfaktoren zutage. […] Je höher der sozioökonomische Status, desto geringer ist der Anteil der Kinder, deren Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. 138

In Großbritannien hängt der Schulerfolg besonders stark vom familiären Background ab:

„The correlation between disadvantage and poor academic attainment is particularly strong in the UK.“
Univ.-Prof. Dr. Timothy Besley u. a., „Investing for Prosperity: Skills, Infrastructure and Innovation“.
In: „National Institute Economic Review“, No. 224, Mai 2013, R6

England:

„There is a real risk of sleepwalking into a world where inequality becomes so entrenched that our children grow up in a state of social apartheid. This would be a society in which children’s lives are so polarised that rich and poor live in separate, parallel worlds, and we tacitly accept that some children are simply destined to experience hardship and disadvantage by accident of birth.“
NCB (Hrsg.), „Greater Expectations: Raising aspirations for our children“ (2013), S. 31

„A systemic problem in the UK”:

„It is important to underline that a poor rate of social mobility is a systemic problem in the UK, which originates in unequal opportunities for children according to social background from birth.“
Dr. Louise Ashley u. a., „A qualitative evaluation of non-educational barriers to the elite professions“ (2015), S. 26

In Schweden hängen die Leistungen der SchülerInnen am Ende der Gesamtschule extrem vom Bildungsniveau des Elternhauses ab:

„The proportion of pupils who lack grades in at least one subject decreases the higher the education level of the parents. Pupils with university-educated parents had the lowest proportion, 12.7 percent. Among pupils whose parents’ highest education level was upper-secondary school, the proportion was 28.1 percent and for pupils whose parents’ highest education level was compulsory school, it was 56.2 percent.“
Swedish National Agency for Education (Hrsg.), „Facts and figures 2012:
Preschool activities, schools and adult education in Sweden“ (2014), S. 26

Norwegen:

„In Norway, only 36 % of students from families with low levels of education complete upper secondary programmes in the stipulated time, compared to 70 % of those from highly educated families.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2014: OECD Indicators“ (2014), S. 64

Mit 10 abgehängt:

„Unserem Schulwesen vorzuwerfen, dass Kinder aus dem sozioökonomisch schwächsten Viertel der österreichischen Bevölkerung schulisch scheitern, wenn sie die Volksschullehrerin nicht verstehen können, wenn infolgedessen 10-Jährige, die eine andere Umgangssprache sprechen, mit ihrem Leseverständnis erst dort sind, wo ihre AltersgefährtInnen schon zwei Jahre früher waren, ist dreist.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Das Gymnasium macht höhere Bildung auch Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen zugänglich:

„Als staatlich getragene Einrichtung mit hohen Leistungsstandards hat es privat finanzierte qualitativ gute Bildungseinrichtungen wie in den USA verhindert und so einem größeren Bevölkerungskreis zugänglich gemacht. Dort ist an die Stelle einer offenen, leistungsorientierten Schülerallokation eine verdeckte über die Wahl von Schulbezirken und über die private Finanzierung guter High Schools getreten.“
Univ.-Prof. Dr. Helmut Fend, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2018, S. 28

Leistungsrückstände mit 10 werden in Österreich immer größer:

„Jüngere internationale Tests (PIRLS) bestätigen eine wachsende Kluft bei den Lesekompetenzen von Schülern aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund.“
EU-Kommission (Hrsg.). „Länderbericht Österreich” (2018), S. 37

Grundlage für Bildung:

„The home learning environment and family characteristics are among the strongest predictors of children’s early development. Family socioeconomic status, parenting behaviours and parental well-being contribute to both the home learning environment and to children’s early outcomes.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 9

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Mehr Ruhe!

„Seit 2008 erlebe ich immer mehr Erwachsene wie getrieben. Dass die Jahreszahl mit der Markteinführung des Smartphones übereinstimmt, ist kein Zufall. Die Unruhe wird nun auf die Spitze getrieben.“
Dr. Michael Winterhoff, „Die Wiederentdeckung der Kindheit – Wie wir unsere Kinder glücklich und lebenstüchtig machen“ (2017), S. 156f

Leider nicht nur in den USA:

„Mobile device use during eating encounters has become a cultural norm that, like TV, may interrupt the positive family communication thought to make such family routines protective in child health and development. Media has become pervasive in the American child's daily environment and experience, often replacing the interactions with adults that serve as the foundation for learning healthy behaviors and emotion regulation strategies. Because secure parent-child relationships are one of the strongest buffers against psychosocial stress, guidance is needed for how caregivers can use the rapidly evolving technologies in their homes in the healthiest ways possible.“
Dr. Jenny Radesky u. a., „Maternal mobile device use during a structured parent-child interaction task“. In: „Academic Pediatrics“ (2015), 15(2)

Engagement der Eltern:

„Parental involvement at home and at school are both associated with higher educational outcomes.“
Yuko Nonoyama-Tarumi, „Educational Achievement of Children From Single-Mother and Single-Father Families: The Case of Japan“.
In: „Journal of Marriage and Family 79“ (August 2017), S. 916

Elternhaus Basis für Erfolg der Schule:

„Ohne ein Mindestmaß an Grundlagen, die durch die Entwicklung der Psyche und durch Erziehung in der Familie gelegt werden, kann kein erfolgreicher Unterricht stattfinden.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 138

Aufs Elternhaus kommt es ganz besonders an:

„Good day care makes less difference to child development than good parenting – but, on average, children of more educated parents get more of both.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 129

Elternhaus stärken!

„Success at school depends not only on attendance and school resources (in terms of teachers’ abilities or school equipment, for instance), but also on parental engagement with the learning process and what is available in the homes.“
OECD (Hrsg.), „In It Together: Why Less Inequality Benefits All“ (2015), S. 45

Mutige Politik gefordert:

„To improve social mobility in the United Kingdom it is important that public policy does not shy away from the issue of parenting and what the Government could do to support families in the earliest years of a child’s life to help all parents to be the best parents that they can be.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 4

Bindung im Baby- und Kleinkindalter:

„‚Wenn diese wichtige Bindung zu den Eltern fehlt, sind die Kinder und Jugendlichen später hilflos ihren Gefühlen ausgeliefert und reagieren impulsiv.‘ Die Eltern aus der ‚Schlüsselkinder‘-Generation seien heute oft überfordert, sie belohnen die Kinder mit Essen, Geschenken und Medienkonsum. ‚Dabei wären der Beziehungsaustausch und gemeinsame Aktivitäten viel wichtiger.“
Dr. Michael Merl, Primar der Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung im Kepler-Uniklinikum, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die ihre Schullaufbahn ohne erfolgreichen Abschluss der Sekundarstufe II beendet haben („Schulabbrecherquote“) (Stand 2016)



Österreich:
Deutschland:
Finnland:
EU-Durchschnitt:
ohne Migrations-
hintergrund
4,5 %
5,5 %
6,7 %
8,4 %
MigrantInnen zweiter
Generation
14,3 %
8,9 %
10,6 %
9,4 %
OECD (Hrsg.), „Settling In 2018“ (2018), Figure 7.17

Dreifache Herausforderung:

„Laut dem Unesco-Weltbildungsbericht hatten 2015/2016 etwa zehn Prozent der finnischen Schüler im Alter von 15 Jahren einen Migrationshintergrund.“
Focus online am 12. Dezember 2018
Anm.:
Finnland:
Deutschland:
Österreich:
9,9 %
26,9 %
29,3 %
UNESCO (Hrsg.), „Global Education Monitoring Report 2019“ (2018), S. 38

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

OECD-Mittelwerte bei PISA 2015:

„2015 sprachen 67 % der Schülerinnen und Schüler der ersten Zuwanderungsgeneration und 45 % der Schülerinnen und Schüler der zweiten Zuwanderungsgeneration zu Hause nicht die Sprache, in der der PISA-Test durchgeführt wurde.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), S. 46f
In Österreich sprachen 77 % der SchülerInnen der ersten Zuwanderungsgeneration und 73 % der SchülerInnen der zweiten Zuwanderungsgeneration zu Hause nicht die Sprache, in der der PISA-Test durchgeführt wurde.

Was manche leider nicht wahrhaben wollten:

„Knowledge of the host-country language is a key factor in determining the speed and success of integration – both economic and social.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 105

Österreichs Besonderheit:

„In Austria, immigrant students most commonly speak Turkish, Bosnian, Serbian, Croatian and Albanian languages at home.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Key Data on Teaching Languages at School in Europe 2017“ (2017), S. 24

Ergebnis des migrations- und integrationspolitischen Versagens:

„In Wien sind Bezirke zu finden, in denen mehr als die Hälfte der Volksschulkinder im Alltag überwiegend eine andere Sprache als Deutsch spricht. Die höchsten Anteile weisen dabei Volksschulen im 5. Wiener Gemeindebezirk auf (86,9%), gefolgt vom 20. (82,8%), 16. (81,6%) und 15. Bezirk (78,6%).“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2015/16 – Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2017), S. 26

Die Leistungen von Österreichs 10-Jährigen mit Migrationshintergrund:

„One quarter of 10 year-olds with a migrant background do not meet national education standards, compared to 10 % of native-born pupils. Another third achieves the standards only partially, against less than 10 % of the native born. A big difference remains even after adjusting for socioeconomic background.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 8

Aus bisherigem Scheitern lernen:

„‚Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg.‘ Es müsse deshalb bereits im Kindergarten mit der Förderung angesetzt werden.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Pinzgauer Nachrichten vom 13. Dezember 2018

Barrieren überwinden lassen:

„Die sprachliche Barriere ist die wichtigste, die überwunden werden muss, damit Integration funktionieren kann. Deshalb ist es so essentiell, dass zuerst die wichtigsten Deutsch-Grundlagen erlernt werden, bevor man in den Regelunterricht einsteigt. Denn es hat keinen Sinn, Unterricht zu besuchen, dem man nicht folgen kann.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, NEWS online am 7. Dezember 2018

An Europas Spitze:

„Das Bildungssystem funktioniere, Österreichs Jugendarbeitslosigkeit sei eine der niedrigsten in Europa.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand 28. Dezember 2018)



Tschechien:
Deutschland:
Niederlande:
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Schweden
Finnland:
Frankreich: 
Italien:
Spanien:

 
5,2 %
6,2 %
6,9 %
9,8 %
11,4 %
15,3 %
17,1 %
17,7 %
21,5 %
32,5 %
42,2 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
11
10
12
10
16

16
16
15
14
16
AMS, „Übersicht über den Arbeitsmarkt“ (Dezember 2018), S. 6

Aussagekräftiges Schweigen:

„Von Finnland wird jetzt eigentlich relativ wenig gesprochen, seitdem man weiß, dass in Finnland die Jugendarbeitslosigkeit bei 17 Prozent liegt und wir aber eine sinkende Jugendarbeitslosigkeit haben. So toll ist das finnische Modell also beileibe nicht, wie damals die Bildungsexpertinnen und -experten geglaubt haben.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Wiens Jugendarbeitslosigkeit steigt und steigt:

„The youth unemployment rate in Vienna reached 16.7 % in 2017, more than twice the level of Upper Austria, but slightly above the 15 % OECD average.“
OECD (Hrsg), „Regions and Cities at a Glance 2018 – AUSTRIA“ (2018), S. 1

Österreichs Arbeitslosenquote der 15- bis 34-Jährigen nach Migrationshintergrund (Stand 2017)

ohne Migrationshintergrund:
als Kind zugewandert:
MigrantInnen zweiter Generation:
4,7 %
15,3 %
16,9 %
OECD (Hrsg.), „Settling In 2018“ (2018), Figure 7.23

Österreichs Arbeitslosenquote 15- bis 24-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2017)

Inland:
Ausland:
8,2 %
20,6 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 3. Jänner 2019

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019

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Wichtige Websites

OPU4U - Website für
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Aktuelle Zitate

 

 

 

Österreichs Lehrerinnen und Lehrer von Politik und Gesellschaft alleingelassen:

„Die Einzelkämpfer im Klassenzimmer rufen seit vielen Jahren vergeblich nach Unterstützung durch Beratungslehrer, Sozialarbeiter und Psychologen. Sie sollten sie bekommen und zudem von uns allen im Schulalltag weniger alleingelassen werden.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

LehrerInnen verdienen höchste Wertschätzung:

„‚Wegen des Geldes‘ wird man nicht LehrerIn, wegen der tollen ‚Work-Life-Balance‘ wohl auch nicht. 50 bis 80 Stunden pro Woche für die Schule zu arbeiten, empfinden viele von uns als ganz normal.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 6

Absage an den Wiener Bildungsdirektor Himmer:

„Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren. ‚Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg.‘“
Maria Hutter, Bildungslandesrätin Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 6. Juni 2019 

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Kein Schulwesen der Welt kann ausgleichen, was Eltern ihren Kindern, warum auch immer, schuldig bleiben. Keine Schule kann so schlecht sein, um zu zerstören, was Eltern als erste und wichtigste LehrerInnen aufgebaut haben. Diese große Verantwortung sollte jungen Menschen, die ein Kind in die Welt setzen, bewusst sein. Diese große Verantwortung sollte möglichst allen bewusst gemacht werden!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Juni 2019, S. 11

„Immenser Stressfaktor“:

„Verhaltensauffälligkeiten von SchülerInnen UND Eltern nehmen nicht nur zu, sondern Dimensionen an, die zu einem immensen Stressfaktor geworden sind. Es ist das Gefühl, damit allein gelassen zu sein, das so viele Betroffene davon abhält, darüber zu sprechen und sich selbstverständlich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 7

Schule braucht Unterstützung:

„Schulinterne Verhaltensvereinbarungen, Gespräche in der Direktion und die bloße ‚Androhung eines Ausschlusses‘ sind dort zahnlos, wo jemand seine Mitmenschen bewusst psychisch oder physisch schädigen will. Für solche Extremfälle braucht es daher spürbare Konsequenzen (von Wiedergutmachung bis zum Verlust des Schulplatzes) und eine besonders enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, notfalls unter Einbindung des Jugendamtes.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCLnews vom Juni 2019, S. 21

Folgen politischer Ignoranz:

„Die in der Gesellschaft zunehmende Gewaltbereitschaft wird auch in die Schulen hineingetragen. Vielfach trauen sich Lehrer nicht, über undiszipliniertes, respektloses und entwürdigendes Verhalten der Schüler zu berichten. Man schaut zu lange weg, kehrt die Probleme unter den Teppich und sucht den Grund für das Fehlverhalten der Schüler oft beim Lehrer.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2019, S. 5

Interventionsinstrumente nötig:

„Pünktlichkeit, das Einhalten von Terminen und eine ernsthafte Arbeitshaltung sollten als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Und wenn dem nicht so ist, müssen wir den Lehrenden Instrumente in die Hand geben, die dies zu erreichen versuchen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, VCLnews vom Juni 2019, S. 9

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt.“
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 16. Mai 2019

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019