Österreichs Lehrkräfte: Hohe Belastbarkeit trotz höchster Belastung
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Österreichs Lehrkräfte: Hohe Belastbarkeit trotz höchster Belastung

Zum Weltlehrkräftetag veröffentlichte der deutsche Cornelsen-Verlag das Bild eines Eisbergs,

das anschaulich darstellt, was alles an Arbeit hinter einer einzelnen Unterrichtsstunde steckt: Vorbereitung, Korrekturen, Organisation, Gespräche, Motivation und individuelle Förderung. Dieser Dank an die Lehrkräfte löste zahlreiche Reaktionen aus und machte zweierlei sichtbar: den hohen Druck im Schulalltag einerseits, aber auch die oft klischeehaften Vorstellungen Außenstehender vom Lehrerberuf. (1)

Bürokratie, große Klassen und die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft werden von Lehrkräften als die größten Belastungsfaktoren genannt. (2) Integrationsaufgaben, psychosoziale Belastungen der Schüler:innen, steigender Förderbedarf und vieles mehr verlangen Lehrkräften täglich Höchstleistungen ab – und das bei mangelnder Unterstützung.

Eine aktuelle Studie von JKU und ÖBV bestätigt dies und attestiert Österreichs Lehrkräften gleichzeitig eine deutlich höhere Belastbarkeit als vielfach angenommen. (2)(3) Doch trotz hoher psychischer Beanspruchung geben 71 Prozent der Lehrpersonen an, mit ihrem Leben zufrieden zu sein. (4)

Österreich zählt im internationalen Vergleich auch keineswegs zu den schulischen Verlierern: Die Ergebnisse von PISA 2025 zeigen zwar Rückgänge in einzelnen Bereichen, diese betreffen jedoch nahezu alle OECD-Staaten. Österreich liegt erstmals in allen getesteten Kernbereichen über dem OECD-Durchschnitt und behauptet sich damit unter besonders anspruchsvollen Rahmenbedingungen. (5)

Gerade deshalb braucht das Schulsystem jetzt keine neuen Strukturdebatten, organisatorische Experimente oder kostenneutrale Reformpakete, die zusätzliche Verwaltungsarbeit erzeugen. Lehrkräfte brauchen vor allem Zeit für Unterricht, Förderung und Beziehungsarbeit.

Wer ihre Resilienz stärken will, sollte das System nicht ständig umbauen. Die Forschung nennt andere Prioritäten: weniger Bürokratie, professionelle Unterstützung, kleinere Klassen, mehr Wertschätzung und verlässliche Rahmenbedingungen. (6)(7)

Österreichs Lehrkräfte haben ihre Belastbarkeit bewiesen. Die Politik sollte daraus die richtige Schlussfolgerung ziehen: Nicht jede Legislaturperiode braucht eine neue Schulreform. Manchmal ist die beste Reform, die Schulen endlich in Ruhe arbeiten zu lassen.

(1)    https://www.facebook.com/photo/?fbid=1683683603762035&set=pb.100063612338928.-2207520000 
(2)    https://epub.jku.at/obvulioa/content/titleinfo/13966586 
(3)    https://presse.grayling.at/news-oesterreichs-lehrkraefte-zeigen-bemerkenswerte-resilienz?id=242994&menueid=27292&l=deutsch
(4)    https://www.krone.at/4162797 
(5)    https://www.iqs.gv.at/downloads/internationale-studien/pisa/pisa-2025 
(6)    https://www.schule.at/bildungsnews/detail/was-lehrkraefte-in-der-schule-besonders-stresst 
(7)    https://www.schulpsychologie.at/gesundheitsfoerderung/lehrerinnengesundheit/seite 

 

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