Zum Weltlehrkräftetag veröffentlichte der deutsche Cornelsen-Verlag das Bild eines Eisbergs,
Wochenspiegel
PISA ist wieder da – und damit auch die wiederholte Besserwisserei der selbsternannten Bildungsexpertinnen und -experten.
Wenn in unserer Gesellschaft etwas schiefläuft, ist der Ruf nach der Schule meist nicht weit: Medienerziehung, Integration, Sozialarbeit, Gewaltprävention, Gesundheits- und Werteerziehung, Demokratiebildung, Kopftuchverbot – für beinahe jedes gesellschaftliche Anliegen lautet die Antwort: Die Schule soll sich darum kümmern. Doch Schule kann weder alles reparieren, noch ist sie für alles verantwortlich.
In diesem Zusammenhang ist eine aktuelle, im Auftrag des „Standard“ erstellte repräsentative Market-Umfrage (1) bemerkenswert: Fast drei Viertel der wahlberechtigten österreichischen Bevölkerung sind der Meinung, „Lehrkräfte sollten mehr Möglichkeiten haben, um Kinder, die auffällig sind, zu bestrafen“.
Nur, was bedeutet „auffällig“, und wollen wir wirklich eine „strafende Schule“?
Außer Frage steht, dass die zentrale Aufgabe der Schule guter Unterricht ist. Eltern hingegen müssen dafür sorgen, dass ihre Kinder sich so verhalten, dass erfolgreiches Lernen für alle möglich bleibt. Es kann nicht Aufgabe der Schule sein, grundlegende Erziehungsdefizite auszugleichen und als Strafinstanz aufzutreten. Wo Sanktionen notwendig sind, sind die Eltern im Rahmen ihrer Erziehungspflicht gefordert.
Auch dieser Befund ist laut Umfrage offenbar mehrheitsfähig: „88 Prozent der wahlberechtigten österreichischen Bevölkerung wünschen sich, dass Eltern wieder stärker in die Pflicht genommen werden.“ Ich meine, zu Recht, denn Erziehung beginnt – genau wie Bildung – nicht am Schultor. Wenn es darum geht, Werte wie Vertrauen, Respekt, Verlässlichkeit, aber auch grundlegende Umgangsformen zu vermitteln, können Lehrpersonen Eltern punktuell unterstützen, aber sie niemals ersetzen.
Genau dafür braucht es an den Schulen klare, transparente und für alle nachvollziehbare Konsequenzen bei Fehlverhalten: Wer einen Raum verschmutzt, reinigt ihn. Wer fremdes Eigentum beschädigt, trägt zur Wiedergutmachung bei. Solche Konsequenzen sind keine Strafen, sondern Ausdruck von Eigenverantwortung und Wertschätzung dem Mitmenschen gegenüber. Nur wer Verantwortung für sein Handeln übernimmt, kann aus seinem Fehlverhalten lernen.
(1) https://www.derstandard.at/story/3000000337771/fast-drei-viertel-wollen-mehr-moeglichkeiten-fuer-lehrende-schulkinder-zu-bestrafen [Abrufdatum: 28.09.202]
Wir alle machen es gerne und immer wieder: mehrtägige Schulveranstaltungen jeglicher Art organisieren, durchführen und anschließend abrechnen!
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Es ist 06:22, Mittwoch, 20.5.2026. Gemeinsam mit vier lieben Kolleg:innen aus Salzburg bin ich auf dem Weg zum 19. Bundestag der AHS-Gewerkschaft.
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