Bildung - eines der wichtigsten Themen für die neue Regierung
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Bildung - eines der wichtigsten Themen für die neue Regierung

Warum „Bildung“ eines der wichtigsten Themen für eine neue Regierung sein muss, legt Herbert Weiß in seinem heutigen Edit dar.

Noch beherrschen Spekulationen die Berichterstattung, da von den Verhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP zur Bildung einer neuen Regierung nicht viel nach außen dringt. Beim Thema Bildung gebe es viele Gemeinsamkeiten, so liest man, wie „Fokus auf Deutsch vor Schuleintritt, christliche Traditionen und mehr Flexibilität“. (1) Die Leistung solle mehr in den Vordergrund gerückt werden, die ÖVP wolle in den Mittelschulen wieder Leistungsgruppen einführen und sei damit auf einer Linie mit der FPÖ, die von „leistungsgerechter Bildung“ schreibt. (2)

Leistung wieder stärker zu betonen, halte ich für ausgesprochen wichtig, auch wenn gewisse Kreise in den letzten Jahren den Eindruck vermittelt haben, dass sich die Schule primär den sozialen Problemen unserer Schüler:innen widmen und alles andere diesem Ziel unterordnen solle.

Die viel zu lang geschmähte Differenzierung nach Leistung bringt in Wahrheit gerade den Schüler:innen viel, die durch ihren sozioökonomischen Background benachteiligt sind. Gäbe es einen internationalen Leistungsvergleich am Beginn der Schullaufbahn, befände sich Österreich, davon bin ich auf Basis aller vorliegenden Daten überzeugt, im internationalen Schlussfeld. Am Ende der Schulzeit liegt Österreich aber in Europas Spitzenfeld! Ich glaube, es gibt nur wenige, die sich dieser uns Lehrer:innen so beglückenden und unsere Arbeit auszeichnenden Tatsache bewusst sind. All den ahnungslosen oder wider besseres Wissen handelnden „Bildungsexpert:innen“ sei „Dank“!

Wenn die Politik wirklich Interesse an der Verbesserung der Situation unserer Jugend hat, wird sie sich dringend mit folgenden Fakten auseinandersetzen müssen:

  • Der sozioökonomische Background korreliert in allen Staaten der Welt hochgradig mit dem Bildungserfolg. In Österreich ist der sozioökonomische Background der Kinder weit schwächer, als dies in unserem wohlhabenden Staat zu erwarten wäre.
  • Die zu Hause gesprochene Sprache gehört zu den wichtigsten Faktoren für Bildungserfolg. In nur wenigen Staaten der Welt bringen so viele Kinder das Handicap, zu Hause eine andere Sprache zu sprechen als in den Bildungseinrichtungen, mit auf ihren Bildungsweg.

Jahrzehntelange migrations- und integrationspolitische Versäumnisse binnen weniger Jahre auszugleichen, wird – auch wegen des akuten Budgetdrucks – nicht leicht zu bewerkstelligen sein, ist aber essenziell für die Zukunft unseres Landes. Engagement, Konsequenz und ein langer Atem werden notwendig sein.

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