Österreich als integrationspolitische Ziel-1-Region
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Österreich als integrationspolitische Ziel-1-Region

Sparmaßnahmen werden für Österreich wohl unvermeidbar sein. Manche „Expert:innen“ sehen im Bildungsbereich Potential für Einsparungen.

Wenn es dort überhaupt einen finanziellen Spielraum gibt, wäre dieser im tertiären Bereich zu suchen. Immerhin liegt der Anteil der öffentlichen Ausgaben für den Tertiärbereich im Vergleich zu allen öffentlichen Ausgaben in Österreich über dem EU-Schnitt, während er bei Elementarbildung und dem Schulwesen deutlich unter dem EU-Schnitt liegt. (1) Der Grund für Österreichs teuren Tertiärbereich liegt auch darin, dass in Österreich der Anteil der Studierenden aus dem Ausland so groß ist wie in keinem anderen europäischen Staat. (2)

Doch statt hier nach Einsparungspotential zu suchen, sollte die künftige Regierung gegenüber der EU in die Offensive gehen. Sowohl unser Budgetdefizit als auch die extrem fordernde Situation an unseren Schulen hängen nämlich mit Migration zusammen. Österreich muss Unterstützung bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation bekommen. Österreich gehört zu den EU-Staaten, in denen der Bevölkerungsanteil im Ausland Geborener am größten ist (3), womit es für deren Integration weit mehr zu leisten hat als die meisten anderen Staaten der EU.

Ich fordere daher zusätzliche Ressourcen für die Elementarbildung und das Schulwesen, damit sie ihre infolge des gesellschaftlichen Wandels besonders großen Aufgaben bewältigen können und Österreich in eine gute Zukunft geht. Ich denke – in Anlehnung an das erfolgreiche Ziel-1-Programm, über das die EU in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts strukturschwache Regionen gefördert hat – an ein integrationspolitisches Ziel-1-Programm, mit dem sich die EU offensiv und zukunftsorientiert diesem so wichtigen Thema widmet. Mit der Forderung nach einem derartigen Programm könnte die neue Regierung gegenüber der EU Kante zeigen und auf EU-Ebene einen fairen Ausgleich initiieren.

  1. Quelle: Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 10. Jänner 2025.
  2. Statistik Austria (Hrsg.), Migration & Integration. Zahlen.Daten.Indikatoren 2024 (2024), S. 47.
  3. Quelle: Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 12. Jänner 2025.

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