Der Blick von außen
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Der Blick von außen

Externe Kontrolle kann helfen – vorausgesetzt, sie stärkt die Qualität vor Ort statt sie zu schwächen.

Der Blick von außen kann eine Unterstützung sein, das sollte aber auch kritisch reflektiert werden. Dies gilt auch für den Rechnungshof, der Anfang November Ergebnisse seiner Überprüfung der Umstrukturierung der Schulaufsicht und des Qualitätsmanagements für Schulen veröffentlichte. (1) Dieser RH-Bericht bemängelt, dass Lehrer:innen, die am Standort als Qualitäts-Schulkoordinator:innen tätig waren, dafür bis zum Ende des vergangenen Schuljahres Freistellungen erhielten. Gerade diese Regelung bildete aber die Grundlage für eine qualitätsvolle Arbeit an den Schulen, denn schließlich verfügen auch Lehrkräfte nicht über unbeschränkte Kraft- und Zeitressourcen. Dem Dienstgeber sollte qualitätsvolle zusätzliche Arbeit schon auch etwas wert sein.

Kritisiert wurde vom Rechnungshof auch, dass derzeit der Großteil der Ressourcen der knapp 200 Schulqualitätsmanager:innen (SQM) für Krisen- und Beschwerdemanagement sowie das Lösen von Konflikten am Schulstandort aufgewendet werde. SQM sollten sich laut Rechnungshof stärker ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Qualitätsmanagement an den Schulen, widmen.

Genau hier treten zwei grundlegende Probleme zutage:

  • Da die SQM nach dem Willen des Gesetzgebers für alle Schularten in ihrem Bereich verantwortlich sind, fehlt ihnen naturgemäß in vielen Bereichen die Expertise.
  • Die SQM vom Krisen- und Beschwerdemanagement bzw. vom Lösen von Konflikten freizuspielen, kann nur dann funktionieren, wenn es dafür anderweitiges und entsprechend qualifiziertes Personal gibt. Probleme lösen sich ja nicht dadurch, dass sich niemand um sie kümmert.

Qualitätsmanager:innen auf höheren Ebenen können eine sinnvolle Unterstützung leisten, benötigen dafür aber mehr Einsicht in die Gegebenheiten vor Ort und sollten daher stärker auf die Expertise derer setzen, deren Arbeit sie unterstützen sollen.

Meine Forderung an die Politik lautet daher: Investiert in Qualität und gebt die Ressourcen dorthin, wo sie gebraucht und sinnvoll eingesetzt werden! Freistellungen sollten nicht gestrichen, sondern ganz im Gegenteil auch im neuen Dienstrecht ermöglicht werden.

(1)          „Lehrerinnen und Lehrer sollen verstärkt Feedback ihrer Schülerinnen und Schüler einholen“, in www.rechnungshof.gv.at