Wir ärgern uns oft über unsere eigenen Fehler – und oftmals auch über die unserer Schüler:innen.
Manchmal bessern wir auch etwas zu schnell aus oder urteilen vorschnell. Doch Lernen ist kein geradliniger Prozess. Der größte Fortschritt entsteht meist dort, wo etwas nicht gelingt. Wenn etwas misslingt, sind wir gezwungen, neu zu denken, Umwege zu gehen, Fragen zu stellen. Nur wer Fehler machen darf, kann Erfahrungen sammeln, Verantwortung übernehmen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. Fehler sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut – dem Mut, etwas auszuprobieren.
Wenn wir selbst scheitern, wünschen wir uns in schwierigen Momenten Menschen, die zu uns stehen, die nicht urteilen, die uns auffangen, ermutigen und zeigen: Fehler sind erlaubt und wichtig. Das brauchen auch unsere Schüler:innen: Lehrer:innen, die ihnen zeigen, dass Scheitern erlaubt ist, dass sie nicht perfekt sein müssen, um wertvoll zu sein. Vielleicht brauchen wir in der Schule mehr Raum für genau das – für das bewusste Aushalten von Fehlern, für das gemeinsame Reflektieren, für eine „Failstunde“ (1), in der nicht das Gelingen, sondern das Versuchen im Mittelpunkt steht. Denn Lernen heißt nicht, immer alles richtig zu machen, Lernen heißt nämlich auch, trotz Misserfolgs weiterzumachen.
