Die moderne Droge
Bild lizensiert von BIGSTOCKPHOTO.

Die moderne Droge

Soziale Medien wirken wie eine Droge – erkannt als schädlich, dennoch allgegenwärtig.

Im Rahmen des ifo Bildungsbarometers 2025 wurden Jugendliche von 14 bis 17 Jahren sowie die erwachsene Bevölkerung in Deutschland zu ihrem Umgang mit sozialen Medien befragt.

Die Ergebnisse sind durchaus beeindruckend:
66 % der 14- bis 17-Jährigen Deutschlands sind der Meinung, dass sich Social Media negativ auf die körperliche Gesundheit auswirken, 61 % auf die psychische Gesundheit, 59 % auf die Aufmerksamkeit und 54 % auf schulische Leistungen. (1) 30 % der 14- bis 17-Jährigen Deutschlands nutzen nach eigener Angabe an Wochentagen Social Media mehr als drei Stunden lang, an Tagen des Wochenendes sogar 55 %. (2) 48 % der 14- bis 17-Jährigen Deutschlands sind für ein Handyverbot während der Pausen an weiterführenden Schulen (an Grundschulen 50 %) und 58 % während des Unterrichts (an Grundschulen 57 %). (3) 32 % der 14- bis 17-Jährigen Deutschlands wären aber selbst für 5000 € nicht dazu bereit, ihre Social-Media-Accounts vier Wochen lang zu deaktivieren. (4)

Für mich entsteht aus diesen spektakulären und widersprüchlichen Aussagen das Bild einer Droge, deren negative Konsequenzen zwar bewusst sind, von der viele aber nicht lassen können. Man könnte natürlich meinen, dass diese Ergebnisse für Österreich keinen Handlungsbedarf bedeuten. Wird die Situation in Österreich aber gänzlich anders sein?

(1)  Quelle: ifo (Hrsg.), Zwischen Likes und Lernen – Was Jugendliche und Erwachsene über Social Media denken (2025), S. 9.
(2)  Ebenda. S. 4.
(3)  Ebenda. S. 13.
(4)  Ebenda. S. 8.