Ich sage es gleich zu Beginn: Ich bin mit ganzem Herzen Lehrerin – und das nun schon seit 29 Jahren!
Für mich war es immer ein Traumberuf, und das wird sich auch nicht ändern. Zwar verbringe ich durch meine zusätzliche Tätigkeit in der Personalvertretung nicht mehr so viele Stunden in der Klasse, doch diese Stunden sind mir besonders wertvoll und unverzichtbar.
Es stimmt mich optimistisch, dass sich wieder mehr junge Menschen für ein Lehramtsstudium entscheiden – trotz der Tatsache, dass dieser Beruf nicht immer leicht ist und in der öffentlichen Wahrnehmung oft kein allzu hohes Ansehen genießt. Um die Bedeutung des Berufs der Lehrer:innen hervorzuheben, hat die UNESCO 1994 den Weltlehrer:innentag ins Leben gerufen. Der Aktionstag geht auf eine Initiative von 1993 sowie die internationale Bildungskonferenz in Genf zurück. Damals rief der UNESCO-Generaldirektor Federico Mayor dazu auf, das Engagement und die zentrale Rolle von Lehrer:innen in der Gesellschaft zu würdigen.
Vielleicht ist dieser Tag nur ein kleiner, ideeller Baustein, um nachkommende Generationen für den Lehrberuf zu begeistern. Doch die wirklich entscheidenden Faktoren sind bessere Bezahlung, flexible Arbeitszeitmodelle, gute Rahmenbedingungen – etwa eine zeitgemäße Ausstattung mit digitalen Endgeräten und ein adäquater Arbeitsplatz in der Schule – sowie ein respektvoller und wertschätzender Umgang seitens des Arbeitgebers. All das sind Punkte, die veränderbar sind – und verändert werden müssen, wenn man motivierte Lehrer:innen gewinnen und vor allem halten will.
Und die Gesellschaft muss umdenken in Hinblick auf den wachsenden Druck durch elterliche Erwartungen und die vielen Probleme, die Schüler:innen aus ihrem privaten Umfeld mit in die Schule bringen. Schule darf nicht als Reparaturwerkstatt für sämtliche gesellschaftlichen Schwierigkeiten verstanden werden. Wir benötigen zusätzliches Unterstützungspersonal sowie das Vertrauen der Eltern, dass Lehrkräfte ihre Arbeit kompetent und engagiert verrichten.
Und das tun sie – Tag für Tag, oft unsichtbar, aber immer mit großer Hingabe und einem Einsatz, der oftmals weit über die Erwartungen hinausgeht.
